Archive for März, 2009
zurück in die zwanziger Jahre
von den siebzigern in die zwanziger Jahre

Eben noch in der Bar Tausend original 70er Jahre Musik gelauscht, und nur eine viertelstunden später wieder in die zwanziger Jahre hinabgestiegen. Klar irgendwann mussten wir Freddy Fischer er selber sein lassen und die Bar Tausend verlassen, denn die Boheme Sauvage und ihr original zwanziger Jahre Stil wartete auf uns.
Und mit ihr nette Leute und das Oxymoron. Mittlerweile ist es schon 13 Monate her, als wir das erste Mal auf der Boheme Sauvage gewesen sind und in dieser Zeit sind wir irgendwie schon zum Inventar geworden. Inga, Coco, Chloe, Tom und viele Stammgäste. Es ist immer wieder ein großer Spaß, die Boheme zu besuchen.

Dieses Mal hatten die guten allerdings wohl etwas mehr zu tun als sonst, denn das halbe Oxymoron ist derzeit wohl eine Baustelle und eigentlich kaum für eine stilvolle zwanziger Jahre Party geeignet, aber mit vielen Bahnen Stoff und etwas Einfallsreichtum haben sie diesen großen Makel kaschiert und man hätte es nicht gewusst, wenn man es nicht gewusst hätte. Einzig und alleine die Bar im kleinen Raum sah irgendwie anders als als normal. Aber egal, es war wieder klasse. Auf der Videoleinwand spielten sie Große Freiheit mit Hans Albers, der Cuba Libre schmeckte auch von einer zusammengezimmerten Bar. Beides zauberte einwohliges Gefühl in mein Gesicht.

Dazu hatten wir ein paar super-nette Gespräche. Irgendwie hatten sowohl Sheila als auch ich vollkommen das Zeitgefühl verloren. Das mag bei einer zwanziger Jahre Party nichts ungewöhnliches sein, aber auch ohne Zeitumstellung verliessen wir erstaunlich spät die Boheme und ärgerten uns wieder einmal, viel zu wenig Bilder und vor allem Videos gemacht zu haben…

Immer wieder nett, diese zwanziger Jahre, obwohl die siebziger waren es auch und das Essen im Grill Royal ebenfalls. Soll heissen, es war mal wieder ein wirklich netter Abend.
Bar Tausend
Freddy Fischer in der Bar Tausend

Tja, so kann es geschehen, da speist man nichtsahnend mit Sheila Meeresfrüchte im Grill Royal und da kommt jemand an unseren Tisch und lädt uns in seine Bar ein, Bar Tausend hiesse sie, und sie sei eigentlich nur ein paar Meter entfernt.Er würde sich freuen, wenn wir vorbeikämen.

…Bar Tausend, da war doch etwas. Je genau, ich schrieb über die besten Partystädte weltweit und die Bar Tausend war einer der Gründe, warum laut dem Forbes Traveller Magazin Berlin nach New York die zweite Stelle belegt… Den Namen Tausend hatte ich zwar nicht vergessen, aber doch weit hinten in meinem Hirn archiviert. Bis man uns auf einmal einlud. Und das tat nicht irgendwer, sondern der Inhaber Till Harter selbstpersönlich.
Das Erfolgsgeheimnis ist laut Tagesspiegel dann auch folgendes:
keine Werbung für das Tausend, keine Flyer, keine Plakate. Nur persönliche Einladungen “an Leute, die ich kenne und gerne mag, an Freunde und nette Bekannte”.
Wir hatten eine… Ob man sich darauf jetzt etwas einbilden kann? Hmmm vielleicht, denn immerhin gilt die Bar Tausend – wie ich jetzt im Nachhinein gelesen habe, als eine furchtbar harte Tür und das Internet ist voll von Personen, die leider vor der Tür bleiben mussten.

Diese zu finden ist dabei auch nicht einfach, denn es ist eine unscheinbare Eisentür in einer Mauer, Kein Schild, kein Türsteher nur eine Klingel auf der die Nummer 11 stand. wir klingelten und uns wurde aufgetan. Offensichtlich hatte man uns angekündigt, denn der Eintritt war frei, wie auf die Garderobe. Letzteres ist allerdings normal in der Bar Tausend.
Die Bar selber ist die stylische Variante eines Ubahnschachtes, indirekt beleuchtet mit Metallplatten verkleidet und proppevoll. Dazu eine Bar auf ganzer Linie, die es in sich hat mit einem Bartender, der den Titel Bartender 2007 trägt und großartigen – wenngleich auch preislich anspruchsvollen – Pink Mojitos mit Minze und Erdbeere. Ein Gedicht, welches und vom Bartender vorgeschlagen wurde.

Die Bar Tausend sollte der Inbegriff guter Kleidung sein, das stimmte auch irgendwie, und irgendwie dann doch auch wieder nicht. Anzüge: Ja, Kleider: Ja, High Heels: auch, aber irgendwie immer noch lässig und nicht aufgesetzt. Alles war eien Spur lässiger als beispielsweise im Felix, aber ich glaube das lag vor allem auch an den Personen dort, die eben nicht die typischen BWL Studenten waren sondern irgendwie… ich schrieb es schon lässiger waren.
Das war es auch, wie man die Musik bezeichnen konnte. Erst smooth wenngleich laut und dann Funkig. Es spielte nämlich eine Liveband, von der ich zwar noch nie etwas gehört hatte, die mich aber vollständig mitriss. Freddy Fischer & his Cosmic Rocktime Band. Freddy Fischer ist ein Heimorgelvirtuose dessen Band eine mitreissende Mixtur aus Soul, Funk und Disco spielte.

Irgendwo in den 70ern muss diese Band eine Abzweigung auf ein Nebengleis irgendeiner Bahn genommen haben und da stehen sie noch immer und spielte nun unter einer Bahnstrecke in der Bar Tausend Disco. Drei Orgeln, ein Bass, ein Schlagzeug und eine Gitarre, dazu ein charismatischer Freddy Fischer und die Bar Tausend tanzte. Eingängige Rhytmen und noch eingängigere Texte, die mit wenigen Worten auskamen und haarscharf an üblen Schlagern vorbeischrammten, sich aber so in meinem Ohr einbrannten, dass ich noch heute zwei Tage später ein Ohrwurm mit mir herumtrage

“Mädchen von der Bahn – ich muss immer an Dich denken, Mädchen von der Bahn will Dir meine Liebe schenken” oder “Komm tanz mit mir zur Disco Music und morgen gehn wir dann zu Rock am Ring” großartige Musik und fast schon Poesie.
Auch die Information, die Freddie Fischer uns mit auf den Weg gab. “Das Leben ist eine Sache auf Zeit und wenn Du heute nicht getanzt hast – dann hast Du heute nicht getanzt” Denkt da mal drüber nach.
Auf jeden Fall kann man sagen, dass sich die Einladung und der Besuch in der Bar Tausend absolut gelohnt hat. Tolle Bar, tolle Musik, großartige Getränke. Gerne wieder
Grill Royal Berlin
Die Meeresfrüchte Vorspeisenplatte im Grill Royal
in CC by Spushnik
Vor langer Zeit habe ich mich eimal zu einer Wette hinreissen lassen, in der ich wettete, dass Sheila binnen eines Jahres auf irgendeiner Bühne stehen würde und auch wenn sie gerade mit Hochdruck daran arbeitet, tat sie es im Rahmen dieser Wette eben nicht. …btw. ich glaube ich habe auch noch nie eine Wette gegen Sheila gewonnen. …Egal, Einsatz für diese Wette war ein wirklich gutes Essen in einem wirklich guten Restaurant.
Ich muss ja gestehen, dass ich nicht wirklich das Wissen habe um gutes Essen von teurem zu unterscheiden, aber ich hörte schön häufiger vom Grill Royal und es soll wohl eines der besten Restaurants sein….
Nun gut, ich will mich ja nicht lumpen lassen und ausserdem sind Wettschulden ja Ehrenschulden, also bestellte ich einen Tisch für gestern Samstag. 22 Uhr auf den Namen Delay. Zwei Herren in einem teuren Restaurant wären doch nur halb so spannend wie zwei Drags – also eigentlich nichteinmal halb..

…Um 22:08 klingelte Sheila auf meinem Handy mit der Information, ich müsse da dringend anrufen und sagen, dass wir uns verspäten… von Hörensagen hörte sie nämlich, dass das Grill Royal da ziemlich rigoros Tische weitervergeben würde.. …okay, machte ich dem Namen Delay also alle Ehre und avisierte unser Kommen um etwa eine halbe Stunde verspätet. Was für uns eigentlich noch eine relativ kurze Verspätung ist.
Im Grill Royal angekommen mussten wir uns noch ein wenig an die Bar stellen und schon ein erstes Getränk zu uns nehmen, bevor wir an den Tisch geführt wurden. Vielleicht sogar an einen etwas besseren Tisch, denn der Barkeeper fragte uns noch nach dem Namen, damit er dort vielleicht etwas machen könne… Zu einem späteren Zeitpunkt des Abends erfuhren wir noch, dass je mittiger der Platz, desto besser er im Grill Royal sei… und wir saßen ziemlich mittig.
Ich könnte jetzt etwas über reiche Geldsäcke mit jungen Tussis schreiben, über den Berghain Schal über der Küche oder die Frage stellen, ob das Riva Holzboot nicht eigentlich ins Wasser gehört, doch das ist alles unwichtig, denn es sollte um das Ambiente und das Essen gehen, und das gehörte wie das Riva Boot nur eigentlich ins Wasser.

Wir bestellten nämlich die große Vorspeisen- Meeresfürchteplatte, die es nur für zwei Personen gab und die zu probieren mich Sheila drängte. Zwei Austern, eine Riesengarnele, iregdnwas vom Krebs, Hummerscheren, Calamaris in verschiedenen Variationen, Thunfisch und verschiedene Algen. Alles in allem allerhand für eine Vorspeisenplatte, die sich doch in der Menge eher im Bereich eines ausgewachsenen Hauptgerichts bewegte. Wobei der Preis auch ein ausgewachsenes Hauptgericht erforderte. Egal, ich wusste zwar nicht immer, was ich da esse, aber es schmeckte alles. Am besten schmeckte mir etwas, was wie kleine gegrillte Tintenfische aussah lecker. Auch die Hummerscheren waren lecker, wenngleich ich Sheilas Aussage von Orgasmus für den Gaumen nicht ganz nachvollziehen konnte. Lecker: Ja. Orgasmus: Nein. Übrigens kann ich diesen Austern-Hype nicht nachvollziehen. Statt der zwei Austern hätte ich lieber noch eine zweite Riesengarnele genommen. Die mochte ich lieber… Aber ich muss gestehen, da hatte ich meine Schwierigkeiten mit. Ich habe irgendwie nicht ganz begriffen, dass es eigentlich das gleiche wie eine Nordseekrabbe ist – nur eben in groß und das Krabbenpulen das gleiche ist, wie Riesengarnelenpulen… Nur eben in klein.
Da muss ich aber dem Aufmerksamen Personal im Grill Royal ein großes Kompliment machen, mir wurde sofort angeboten, mir zu erklären, wie ich das richtig machen würde… Da war es allerdings schon zu spät. Bei einer zweiten Risengarnele wäre das ganze einfacher gewesen. Sheila hatte solch Probleme nicht, ist sie doch häufiger mal solch Meeresfrüchte, wenngleich bisher zumeist im KDW und bisher noch nie im Grill Royal. Ich schätze, das ändert sich aber noch, denn eigentlich müssen wir nocheinmal dorthin, denn ich habe noch eine Garderobenmarke, die ich in meiner Tasche nicht wiederfand. Ich bekam trotzdem meine Jacke ausgehändigt. Das Personal behandelte und in allen Bereichen vorzüglich und zuvorkommend. Keine Frage.
Und wenn ich vorhin von Geldsäcken und jungen Hühnern schrieb, so ist das natürlich nur ein Teil der Wahrheit. Am Tisch quer gegenüber speiste unter anderem Gabi Decker, die uns offensichtlich noch kannte und später kam noch der uns bislang unbekannte Till Harter an unseren Tisch, der uns in seine Bar einlud und sich freuen würde, wenn wir noch vorbeikommen würden. Seine Bar, die Bar Tausend sei nur einige Gehminuten entfernt. Bar Tausend… Da war doch was? Selbstverständlich liessen wir uns nicht bitten uns noch beim Gehen vom Personal den Weg erklären und verliessen das Grill Royal in Richtung der Bar Tausend.
Abschliessend muss ich sagen Essen: Wunderbar, Personal und Bedienung: Wunderbar. Gäste Reich und schön oder reich oder schön sowie einige sehr nette Personen. Nun, das Grill Royal soll eines der In-Restaurants in Berlin Mitte sein und ich verstehe warum.
RuPauls Giftschrank
Als RuPul irgendwie noch anders war

Es gibt Dinge, die waren einem eigentlich immer klar obwohl man nie wirklich drüber nachgedacht hat. Es gibt darüberhinaus Dinge, die nach denen man irgendwie garnicht so genau nachfragen wollte.
Klar ist, dass keine Dragqueen als die Person auf der Bildfläche erscheint, die sie ist, wenn sie das bereits ein paar Jahre macht. Meistens ist der eigene Stil noch nicht so recht gefunden und in den allermeisten Fällen das schminktechnische Können anfangs noch nicht wirklich ausgeprägt. Eigentlich vollkommen logisch und absolut nachvollziehbar.

Dennoch war ich kurzzeitig verwundert, dass selbst Ru Paul nicht als die Über-Glamour-Dragqueen auf die Welt gekommen ist, die sie seit vielen Jahren ist. Wer hätte das gedacht. Ru Paul besaß einmal einen nicht unerheblichen Trashfaktor und eine Punk-Attitüde. Verwunderlich – und irgendwie doch wieder nicht. Ich zumindest hatte das irgendwie nicht erwartet.

JessiLiu: Überredungskünste helfen immer
Edin DeSosa: Late Night Shopping von Schwarzer Reiter und Très Bonjour
Markus Merz | Hamburg St. Georg: CSD Hamburg 2010 Bilder
beautymaus: günstige künstliche Wimpern
j-p manner: La Bodeguita Del Medio – Mojito a la Hemingway
Zoe: Underground Catwalk
Anonymous: Way Out Club – London.
Petra Schoop: Lena Hoschek Modeschau
Diana: Cologne Pride