Gardenia – Bevor der letzte Vorhang fällt


Freitag Abend in meiner Stammbar ist mir ein Flyer vom „Eiszeit Kino“ in Kreuzberg in die Hände gefallen, in dem der Film „Gardenia – Bevor der letzte Vorhang fällt“ angeteasert wurde. Eine Dokumentation über eine Gruppe alternder Travestiestars, die noch einmal zusammen auf eine große Tournee gehen.

08_Gardenia©Luk Monsaert

Das Eiszeit-Kino ist ein kleines Indipendent-Kino in Kreuzberg, das früher in einem instandbesetzten Haus war und heute noch immer diesen Charakter behalten hat, gerade mal zwei Sääle mit gerade 2 mal 54 Kinosesseln und einem Programm, das rechnerisch kaum wirklich zielführend sein kann. Ich mag solche Kinos und freue mich, dass sie noch bestehen.

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Gardenia allerdings lief an diesem Abend vor insgesamt !! 4 !! Zuschauen. Schade. Aber ich gebe zu, es ist ein sehr spezieller Film. Zudem wahrlich kein Feel-Good Film.

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Der Film zeigt leider sehr wenig von der letzten Revue, die auch eher ruhig und melancholisch ist als das was man als Travestie-Revue sonst so kennt – aber der gesamte Film hat eine sehr melancholische Stimmung.

Es zeigt das frühere und vor allem derzeitige Leben von sechs der Gardenia Künstler im Alter von 59-67 und die Leben sind größtenteils eher traurig. Mir scheint es, als sei eigentlich nur eine der Personen mit ihrem Leben und sich selber zufrieden.

01_Gardenia©Luk Monsaert

Insgesamt scheinen mir die Gardenia Mitglieder nach dem Ende ihrer Travestie Karriere eher traurig und alleine zu sein. Immer noch auf der Suche nach der Liebe oder Partnerschaft, mit Angst vor dem Tod oder nach vielen Jahren vollkommenen Leben als Frau nun wieder – bis auf Brüste – als Mann lebend, da ältere Transvestiten nicht akzeptiert werden oder noch immer dem Umfeld ungeoutet… Zudem werden die Künstler mit ihrem früheren Leben konfrontiert. Schön, jung, glitzernd, sexy – alldem was in den späten 60ern eines Lebens eben Vergangenheit ist…

06_Gardenia©Axel Schneppat

Wer Travestie macht, sollte sich diesen Film lieber nicht anschauen, er könnte einen zum Nachdenken anregen und vielleicht auch schlecht schlafen lassen… Auf jeden Fall geht man einigermaßen traurig aus dem Film. Zumindest brauchen sowie ich als auch die anderen drei Zuschauer einigermaßen lange um durchzupusten und aufzustehen.

puuuh.


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