Alle Vorbereitung für die Katz

Ich bin ja nicht gerade dafür bekannt, dass ich lebensunwichtige Dinge sonderlich allumfassend vorbereite. Freitag Nachmittags weiß ich in der Regel noch nicht, was ich am Wochenende so treibe und und in der Woche vorm CSD hab ich meistens keinen blassen Schimmer, was ich so tragen werde.

Klar: sowas geht ab und an daneben, aber komischerweise irgendwie noch viel häufiger glatt. Über die letzten 37 äääh 27 ;) Jahre habe ich mir das “das klappt schon irgendwie” zum Lebensmotto gemacht und bleibe so noch einigermaßen ruhig, wenn andere bereits ausflippen würden… Nur ganz selten breche ich aus dieser Verhaltensweise aus.

So zum London Burlesque Festival… Es war lange klar, dass wir dort hinfahrenfliegen würden, eine Unterkunft war gebucht, der Flug ebenso und das Datum war auch kler, wie das Thema “Burlesque”… Zeit, das ganze mal anders anzugehen. Ein schönes Outfit musste her. Grün – und schwarz. Korsett, Burlesque-Rock, tolle Schuhe.

brocade-stripe-green-burlesque-overbust-my-010-azs--2714-pdas richtige Grün-Schwarze Korsett fand ich bei korsetts-de.com… seltsame Domain, ja, aber scheinbar ziemlich gute Korsetts zu einem fairen Preis, zumindest, wenns, das hält, was versprochen wurde. Ich bestellte also, gleichzeitig fand ich einen einfachen Burlesque Rock woanders und um das ganze abzurunden bestellte ich tolle, grüne glitzer Bordello High Heels. Tolll alles fertig geplant. Nun warten und geniessen, ein schönes Outfit zu haben…

bordellos

Aber so leicht ist es dann eben soch manchmal leider nicht – zumindest in diesem Fall…. der Rock kam schnell, war aber soooo spannend nicht… Dafür gibt es aber Idee im KDW , grün-schwarze Federn zum Schweinepreis und die Schneiderin meiner Wahl in der Oranienstrasse. Aufpimpen ist die Devise. Klappte auch gut, Haken an die Sache. Die Bordellos kamen ebenfalls und passten – Ebenfalls ein Haken. Mit dem Korsett hingegen war es nicht so einfach.

Die Bestellung ging irgendwie verloren – sollte ich irgendwann einmal einen Nachbarn oder den Briefträger in einem grün schwarzen Korsett sehen, werde ich vielleicht auch herausfinden, wo die Sendung abgeblieben ist. Zumindest bei mir angekommen ist sie nicht. Doof…

Nun also etwas dringender ein neuer Versuch… Leider hat mein Briefträger das letzte bekommen und es gab keine mehr, es musste also erst hergestellt werden. Wertvolle Zeit. … Die Damen und Herren, gaben aber Gas und sendeten es alsbald los – UND es kam an.

Was soll ich sagen:
Design: stimmte,
Qualität: extrem gut für den Preis
Größe: uuuh knapppppp.

Frei nach meiner Devise “Das klappt schon irgendwie”… einpacken und ab nach London.

Leider musste mir dann aber Diana sagen, dass sie mich so ausser haus nicht gehen ließe Es sei eindeutig zu klein, und man sähe das sehr eindeutig an der nicht geschlossenen Lasche hinten. Und schweren Herzens musste ich zugeben: Sie hatte Recht….

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Da hatte ich nun also ein tolles Outfit mit glitzernden Bordellos, einem wirklich aufgepimpten Rock und einem tollen hochwertigen Korsett ….welches mir zu klein war – und ging dann in einem – zwar auch tollen – aber doch vergleichsweise einfachen Kleid zum London Burlesque Festival.

Merken: Planung bringt einen auch nicht viel weiter.

jaja, mancheiner wird nun sagen: “Gute Planung mit genug Zeit und Akribie schon”, dafür bin ich aber offensichtlich nur mittelmäßig gemacht.

Aber ich plane weiter: Da die Qualität stimmt und das korsett eigentlich super ist, habe ich es Freitag zur Schneiderin meiner Wahl gebracht, um die Lasche deutlich zu verlängern… Mal sehen, ob es hinhaut, ansonsten kaufe ich doch dieses Volloutfit bei French Market Stitch, das ist auch grün-schwarz, allerdings auch einige Male teurer ;)

Streetart drinnen – Die Die my Darling

Mittenimwald Streetart

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Ich bin ja Streetart gegenüber sehr aufgeschlossen und finde selbst Graffitis nichteinmal schlimm, zumindest in vielen Fällen. Beispielweise, wenn sie künstlerisch anspruchsvoll sind oder wie der Spruch in der Nebenstrasse “Saubere Wände = teurere Mieten” einen Sinn hat.

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Toll sind aber auch die wirklichen Streetarts, die hin und wieder in Berlin zu sehen sind, wo kleine geklebte Figuren die Welt bereichern. Oft im Verborgenen, oft witzig, traurig oder zumindest mit einer Symbolik.

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Das bedenkend schaue ich seit einigen Jahren bei jedem St. Pauli Spiel im Oberbaumeck auf einige Kunstwerke des Künstlers “Mittenimwald”… seltsamer Name, ja, aber Streetarter gehört es ja zum Guten Ton, seinen reellen Namen eben nicht zu sagen und anstelledessen mit seinen Werken zu Glänzen. Nun denn, ich finde auf jeden Fall “Mittenimwald”s Werke ziemlich klasse und so gebe ich sie weiter.

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Da ich den Künstler nicht kenne und nicht mit ihm geredet habe, will ich sie auch gernicht erst versuchen zu deuten. Fakt ist aber, sie haben mit lauter, schneller Musik zu tun, mit Pin-ups, mit vielen Tattoos, Politik, Ikonen, Angst, Tot und alles ist ganz Billig – laut dem Plakaten.

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Da sieht man einen toten Superman, der in Statur einem Henry Rollins nicht ganz unähnlich ist, einer ebenso toten Marilyn Monroe mit Punk-Weste welche ein abgewandeltes Sex Pistols Zitat trägt und die Queen auf dem Arm hat. Ein Pinup mit großem Jesus Tatto und gleichzeitig einem noch größeren Metallica Songtitels “Die Die my Darling” unterm Hals, Man sieht einen Lemmy als Krake und ein weiteres Pinup mit einem großen Sid & Nancy Tattoo und Sid Vicious (Sex Pistols) mit seinem Groupe Nancy Spungen auf dem Körper… uswusf.

Wie gesagt, ich will das alles nicht deuten, aber mir gefallen die Werke in ihrer Gesamtheit, ihrer Roheit und ihrem Punk… Wer auf Mädels mit Tattoos steht, wird “seine ladies” auch lieben

London Burlesque Festival – International Extravaganza

London Burlesque Festival – International Extravaganza

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Samstag stand bei unserem London Besuch – nach dem obligatorischen Camden Besuch – und dem ebenso obligatorischen Besuch bei ALDO – unser zweiter Abend beim London Burlesque Festival 2013 auf dem Zettel. Dieses Mal unter dem Stichwort. International Extravaganza.

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…Und ganz ehrlich, das London Burlesque Festival hatte einiges gut zu machen nach dem ersten Abend bei Madame Jo Jo’s, der auch International und ganz sicher auch extravagant war – nur eben leider nicht gut.

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Dieser Abend versprach dabei um einiges mehr, was nicht nur am Healiner LouLou D’vil lag. Unser Bedürfnis an großen Shows und an großen – nach Möglichkeit glitzernden – Kostümen und großen Fächern sollte an diesem Abend in der Busch Hall erfüllt werden.

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Es war nicht ganz leicht für uns, die Busch Hall zu finden, obwohl eine Halle in der bereits R.E.M., die Killers und wasweissichnoch gespielt haben, doch eigentlich jedem Taxifahrer bekannt sein sollten – zumal diese ja 2 Jahre brauchen, bis sie fahren dürfen.. Naja ganz so scheint es nicht zu sein, hatten wir doch so einige Taxiprobleme – fast so viele wie mit der London Underground, aber das ist ein anderes Thema. Auf jeden Fall fanden wir gemeinschaftlich die Busch Hall – und nach einem kleineren Problem mit meiner Speicherkarte konnten wir auch die zweite Show diesen Abend geniessen.

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Dem London Burlesque Festival scheint es nämlich so gut zu gehen, dass sie an diesem Abend die Busch Hall sogar zwei Mal hintereinander ausverkaufen ….. Naja zumindest gut befüllen konnten. Inklusive uns selbstverständlich, die eine klasse Figur machten…

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Obwohl man konnte diesen Abend dem Publikum keinerlei Vorhaltungen machen. Bei vielen wusste man nicht, ob sie Gäste oder Performer waren. Nahtstrümpfe, High Heels, Korsetts, Vintage Frisuren allerorten. Das Publikum gab sich wirklich allergrößte Mühe, den richtigen Rahmen zu bieten. Dazu die Busch Hall mit ihrem Stuck an den Wänden. Gute Voraussetzungen für eine gute Show.

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Und das Publikum goutierte die Künstler großartig. Eine tolle Stimmung, von einem tollen Publikum. Wer gut war bekam an diesem Abend seinen verdienten Applaus, und eigentlich waren den Abend über alle gut – wer richtig gut war bekam aber auch seinen richtig guten Applaus – und auch das waren einige.

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Okay, ich stehe auf Glitzer, auf tolle Outfits, auf funkeln – na klar und eine professionelle Show. All das bot beispielsweise Miss Orchid Mei. Klassische Burlesque eben, aber auf einem Niveau das an diesem Abend ganz oben war. Heute war nicht mit Überraschungen zu rechnen, aber mit viel Professionalität – im besten Sinne des Wortes.

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Toll fand ich auch die Nummer mit den goldenen Fächern, bei der ich jetzt nicht sicher bin, wer sie eigentlich war. leicht Bauchtanz, leicht klessisches Burlesque, aber wirklich schön gemacht, wenngleich andere dabei eher dachten – mensch Mädel, zieh dich endlich aus. Vor mir aus hätte das nicht so schnell passieren müssen, denn man sah ihr an, dass sie Spaß an der Sache hatte.

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Die hatte auch Melitta Honeycup an ihren Seilen. Burlesque plus Akrobatik. Okay, das hat man natürlich in Berlin schon das ein oder andere Mal gesehen, klar, aber sie machte es sehr schön und es gefiel mir sehr gut. Damit muss man sagen, alles richtig gemacht.

LouLou D'ville burlesque

Das hat das London Burlesque Fest natürlich auch mit Loulou D’Ville, keine Frage. Als Headliner und selbstverständlich bekanntester Name auf dem Festival gab sie der Veranstaltung noch mehr als den bereits vorhandenen Part an Glamour und Internationalität. An diesem Auftritt gab es nichts, was nicht gut war. Das ist mal klar. Wer auf Burlesque steht musste den Auftritt lieben. Die Frau, das Kostüm, die Performance. Top….

loulou d'ville

Aber nicht der beste Auftritt des Abends ;) Den brachte nämlich meiner  subjektiven Meinung nach – und nicht nur meiner – eindeutig Lily DesLys auf die Bretter der Busch Hall.  Ich filmte ihn mit. Wirklich ein guter Auftritt. Und als man dachte, er sei beendet – und ich auf den “Aus Knopf” drückte begann er eigentlich erst richtig. Es folgte eine unglaublich tolle Feder Nummer mit einer ungeheuren Ausstrahlung. Absolute Weltklasse.

Lily DesLys

Also, liebes London Burlesque Festival. Mit der International Extravaganza hast du das verlorene Vertrauen des Twisted Cabaret mehr als wieder zurückgewonnen. Die Shows und Performer waren hier wirklich zum großen Teil, wie man es vom weltgrößten Burlesque Festival erwartet – eben weltklasse. Nur über den Host solltet Ihr mal nachdenken. Am zweiten Abend die gleichen Witze und Sprüche…? Das ist dem nicht gerecht.

London Burlesque Festival

Ich komme aber bestimmt wieder nach London – freue mich nun aber erstmal aufs erste Berlin Burlesque Festival. Auch wenn noch nichts feststeht, was – und vor allem wer dort stattfindet.

David Bowie Ausstellung, London

David Bowie Is

David Bowie IsEinigermaßen enttäuscht von den Kronjuwelen im Tower Of London versorgten wir und bei Starbucks mit dem notwendigsten um am Leben zu bleiben und überlegten uns, was wir mit einem freien Nachmittag in London noch so anfangen könnten.

Album_cover_shoot_for_Aladdin_Sane_1973_Photograph_by_Brian_Duffy__Duffy_Archive_jpg_610x610_q85Title: Album cover shoot for Aladdin Sane
Artist: Design by Brian Duffy and Celia Philo, make up by Pierre La Roche
Date: 1973
Credit line: © Duffy Archive
Special terms: David Bowie is

Sheila machte mir aber wenig Hoffnungen, als ich vorschlug “David Bowie is” im Victoria and Albert Museum anzuschauen. Als großer David Bowie fan muss man versuchen, dort hereinzukommen, wenn man schon mal gerade in London ist. Aber Karten über das Internet sind nicht zubekommen und das Internet spricht von einem freien Kartenkontingent von 450 Karten am Tag… also nix.

Trotzdem machten wir uns mit wenig Hoffnung auf den Weg ins Museum und waren leicht verwundert, dass es tatsächlich normal Karten zu kaufen gab – zwar mussten wir einige Minuten Warten, aber das war nicht der rede wert – und vor allem die Ausstellung wert.

Promotional_shoot_for_The_Kon-rads_1963._Photograph_by_Roy_Ainsworth._Courtesy_of_The_David_Bowie_Archive_2012._Image__VA_ImagesPromotional shoot for The Kon-rads
Artist: Photograph by Roy Ainsworth
Date: 1963
Credit line: Courtesy of The David Bowie Archive 2012. Image © V&A Images
Special terms: David Bowie is

David Bowie in all seinen Facetten – und die hatte er in seiner Karriere ja so einige. Eigentlich fällt mir kein Musiker ein, der sich so oft häutete und doch eigentlich immer sich selbst treu blieb. Madonna wäre vielelicht noch ähnlich, aber David Bowie und seine Musik gefallen mir deutlich besser.

Natürlich war ich im Ramones Museum, und absolut selbstverständlich auch im Beatles Museum, aber diese Ausstellung toppte alles – ist David Bowie doch geradezu prädestiniert, ausgestellt zu werden. Seine Figuren, seine Kostüme, seine Bekannten, seine Musik. Er ist eben mehr als nur seine Musik.

7A5C7678-001Title: David Bowie is
Artist:
Date: 23 March – 11 Aug 2013
Credit line: (c) Victoria and Albert Museum, London

Und so erfährt man nicht nur diverses über seine Anfangstage in denen er fast so aussieht, wie an seinem Ende. Dandyhaft eben, nein man siehr vor allem massig seiner Kostüme zu den jeweiligen Schaffenszeiten von ihm. Einfach cool. Immer mit der jweiligen Musik unterlegt, man kann Interviews und kurze Konzertausschnitte sehen.

Erfährt etwas über seine Zeit mit Iggy Pop in Berlin, man sieht ihn mit den Stones, mit Klaus Nomi, sieht sein Marilyn Gemälde von Andy Warhol, Platten, Bilder, Songtexte und Kostüme, Kostüme Kostüme. Einfach toll.

Striped_bodysuit_for_Aladdin_Sane_tour_1973_Design_by_Kansai_Yamamoto_Photograph_by_Masayoshi_Sukita__Sukita_The_David_Bowie_Archive_2012Title: Striped bodysuit for Aladdin Sane tour
Artist: Design by Kansai Yamamoto. Photograph by Masayoshi Sukita
Date: 1973
Credit line: © Sukita / The David Bowie Archive 2012
Special terms: David Bowie is

Und wenn man denkt, man hätte eigentlich alles über ihn erfahren, kommt man in einen letzten großen Raum mit zwei riesigen Leinwänden auf denen David Bowie in Concert zu sehen ist. Alte Aufnahmen, neue Aufnahmen, unterschiedlich arangiert.

Davor ausharrende Ausstellungsbesucher mit festgetackertem Lächeln. Und ich glaube manche muss man des Abends auffordern zu gehen, so fasziniert sind sie. Ich zumindest war wirklich fasziniert. Eine tolle Ausstellung, die jeder