Antonow AN-24 nach Cayo Largo Del Sur

27.10.2009 – Kuba – Havanna – Cayo Largo Del Sur
Kleine Prüfung auf dem Weg ins Paradies

Antonow AN-24
AN-24 Antonow der Cubana Airline

Also ich habe ja echt keine Angst vorm Fliegen, aber mit einer wirklich altersschwachen Antonow Propellermaschine der Cubana ging es heute von einem Provinzflughafen in Richtung Cayo Largo del Sur. Der Flughafen war wirklich nicht mehr als zwei Baracken und eine Landebahn. Die Menschen, die unsere Pässe angesehen haben, haben dann auch das Gepäck eingeladen und waren vermutlich auch die Einweiser für die Flugzeuge.

100_1010Das ist ein Flughafen, ja

Wie gesagt, eine altersschwache Antonow, die offensichtlich schon einiges auf dem Buckel hatte. Wikipedia erzählte mir folgendes über die AN-24… Gebaut bis 1978… Selbst wenn ich also in der allerletzten, je produzierten gesessen habe, war sie 31 Jahre alt… Und bisdato offensichtlich nicht abgestürzt. Ein gutes Omen??? Ich las weiter:

130 aller gebauten An-24, also etwa 10%, wurden bis heute bei Unfällen zerstört, das ist mehr als bei jedem anderen zivilen Flugzeugtyp. Allerdings ist ein großer Teil dieser Verluste auf mangelhafte Wartung oder schlechten Ausbildungsstand der Besatzung zurückzuführen…

Uuurgs, also gute Wartung – in Kuba?? Hmmm nun Ihr seht diesen Beitrag, sie ist also nicht abgestürzt.

Es gab sechs Plätze mit Fenster und es war das erste Mal, dass es keine Einweisung für den Notausgang gab, an dem ich saß. Übrigens auch keine Sicherheitseinweisung, aber es gab ganz sicher auch keine Notrutschen oder Sauerstoffmasken… Egal. Brauchten wir ja auch nicht.

an24 antonow
Dunkel wars, das Licht schien helle,
als das Flugzeug blitzeschnelle…

Durch die leider ziemlich milchigen Fenster konnte man während des Fluges den Eindruck bekommen, was einen auf Cayo Largo del Sur erwarten würde. Man sah viel Wasser und viele kleine Inseln mit viel Sandstrand…

100_1020

Was man allerdings nicht sah war Regen, den sah man erst auf Cayo Largo… Den muss ich wohl im Reiseführer übersehen haben… Davon stand da nichts und es schüttete wirklich aus Kübeln.

Da war ich nun im Paradies gelandet – aber leider in der Regenzeit.

Tittentanz im Spitzenschlüpfer

Tittentanz im Spitzenschlüpfer-Berlins erste Lesung zum Ankieken

Trini Trimpop Lesung

Wenn meine Ex-Kollegin Andrea ruft, dann fällt es mir wirklich schwer, nein zu sagen, zumal das bisweilen in wirklich kurzweiliger Unterhaltung endet. So vor einiger Zeit geschehen, als sie mich fragte, ob ich Lust hätte, mit zu der Lesung von Rocko Schamoni in den Festsaal Kreuzberg zu kommen, was sich als wirklich gute Idee und großartige Unterhaltung erwies.

So brauchte ich auch dieses Mal keine fünf Sekunden überlegen um herauszufinden, dass ich auf eine Lesung von Trini Trimpop in ebendiesem Festsaal Kreuzberg Lust hätte. Wieder Mal ein Altpunk, dieses Mal eine Ex-Tote Hose würde unter dem Motto Tittentanz im Spitzenschlüpfer erotische Kurzgeschichten zum Besten geben. Das ganze wurde als

Berlins erste Lesung zum Ankieken

verkauft und ich wusste nicht so recht, was ich davon halten, bzw. überhaupt darunter zu verstehen hätte. Nun Trini Trimpop (was für ein bescheuerter Name übrigens) sollte sicherlich anzuschauen sein, wenn er den gerade liest.

fräulein rot - trimi trimpop

Nebenbei sollte aber, wie ich erst im Festsaal Kreuzberg erfuhr auch burlesque geboten werden? A-Ha… ? Wo kommt der Kerl noch her? Aus Köln? Da kenne ich burlesque Sternchen nicht, kann also interessant werden.

Vorerst warteten wir aber eine ganze Weile bei einer Club-Mate sowie den Blick auf einen großen und großartigen Leosessel, bis sich der Altpunker gegen 21 Uhr darauf niederliess und eines von drei eingeschlagenen Büchern zückte, um die erste erotische Kurzgeschichte vorzutragen.

Es ging darin um einen Mann, der aufwacht und wahrlich nicht weiss, was er letzte Nacht getrieben hat – und mit wem – und überhaupt. Wer ist das da neben ihm und wer ist Gaby, die die Schlüssel der Handschellen hat, und wer ist Uwe, der die Handschellen ohne Schlüssel hat und so weiter. Großartig und ich würde gerne den Tipp geben, wo man sie nachlesen kann, aber Trini Trimpop hat wie gesagt sein Buch unleserlich eingeschlagen…

Normalerweise dient solch eine Lesung ja immer dem Buch – also genaugenommen den Verkaufserfolgen des Buchs. Nicht so in diesem Fall. Die Alt-Hose schreibt nicht selber, sondern liest nur das Werk von anderen… Und das nichteinmal besonders gut.. Also das Lesen, nicht das Werk.


Die Geschichten waren bis auf eine kurzweilig bis großartig, was so alles passieren kann, wenn man bekifft mit seiner Freundin in der Wanne sitzt und wie Verbalerotik zweier Betriebswirtschaftler aussehen kann. Ziemlich klasse und durchaus den nicht billigen Eintrittspreis wert, wie auch der Teil, der dann zum Kieken war.

teaserettes im festsaal kreuzberg

Burlesque war angekündigt und kam dann tatsächlich auch – nicht jedoch aus Köln, wie ich erwartete, sondern aus Berlin, wie ich sehen konnte, als Cherry Temple die Bühne betrat. Und wo die ist, da ist der Rest der Teaserettes nicht weit. Und in der Tat, Fräulein Rot, Cheetah Bang Bang und Sandy Beach übernahmen das Ankiekprogramm zwischen den Kurzgeschichten. Eine witzige Idee und wirklich ein kurzweiliger Abend im Festsaals Kreuzberg zu Tittentanz im Spitzenschlüpfer

Reifenwechseln in Havanna, 2,50 CUC

26.10.2009 – Kuba – Havanna
Reifenwechsel – oder die am liebsten verteilten 2,50 CUC

Ich glaube ja nicht so recht an Zufälle und wenn einem jemand zu viel gutes will, werde ich immer gleich ablehnend… So war ich eben in der Bar Montserate in Havannas Altstadt relativ nah neben dem El Floridita aber deutlich besser. Mit echten Kubanern, leider auch mit einem sehr aufdringlichen, den ich nicht so recht loswerden konnte. Nein Zigarren will ich nicht, nein, Chicas möchte ich auch nicht, nur einen Mojito.

Dann stürmte der Typ herein, bei dem ich vor dem Floridita den Peso fürs Parken gezahlt habe. Leider war mir absolut nicht klar, was er wollte, also stellte ich meinen Mojito ab und ging mit zum El Floridita um zu schauen, was er von mir wollte…

Das sah auch ein Polizist, der nun wissen wollte, was er mit mir vorhabe. Einige Erklärungen und er ließ uns weitergehen. Überhaupt muss ich sagen, dass ein Polizist in Havanna wirklich Dein Freund und Helfer ist. Sie helfen bei Fragen und sie passen sehr genau auf, was vor sich geht… Ich selber wurde von keinem Polizisten kontrolliert, aber man merkt, dass die Kubaner großen Respekt vor Polizisten haben. So kann man sich auch vor kleinen Gaunereien ziemlich sicher sein, wenn ein Polizist in der Nähe ist…

Zurück zum Auto… Es zeigte sich, dass ein Reifen ziemlich flau war… Loch im Reifen oder doch nur Luft aus dem Reifen gelassen. Ich gestehe, gleich das schlechteste zu denken…. Viele kleine Gaunereien und ein kleiner Diebstahl in Havanna haben mich dazu gebracht, gleich das schlechteste zu denken. Reifenwechsel und dabei ausgeraubt zu werden? Ist doch ein Zufall, in der Stadt so schnell Luft zu verlieren, oder?

Nun genau genommen ist bei den Straßen in Havanna und Kuba ein Schaden nichts ungewöhnliches, eher wundert es mich, dass es nicht früher passiert ist… Doch glaube ich trotzdem nicht an Zufälle und anstatt dort meinen Reifen zu wechseln, fuhr ich lieber zur nächsten Tankstelle. Der Reifen war nicht ganz leer, insofern ging das gerade noch… Nur hatte die Tankstelle kein Gerät zum Aufpumpen eines Reifens.

Die nächste auch nicht und ebenso die letzte nicht… Dann war ich an meinem Hotel angekommen… in einer Straße nebenbei, in der man beruhigt einen Reifen wechseln kann. Davor – wie eigentlich immer ein älterer Mann, neben seinem wirklich alten Straßenkreuzer, von denen es auf Kuba ja so viele gibt. Der Lonely Planet Reiseführer sagt, dass auf Kuba die besten Mechaniker leben würden, wie sonst könne es sein, dass diese Flotte an Strassenkreuzern immer noch fährt… Seiner ebenso.

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sein Auto

Und wenn ich jemanden gebraucht hätte, der mir beim Reifenwechseln hilft, so wäre er mein Mann gewesen… Ich BRAUCHTE tatsächlich jemanden, und er half mir großartig. Genau genommen durfte ich selber kaum noch etwas tun. Wagenheber hoch, Schrauben raus, Reifen ab, Reifen ran, Schrauben ran, Wagenheber runter. Fertig.

Ich hatte noch 2,50 CUC in klein und war wirklich froh, ihm diese zu geben und er war mindestens ebenso froh sie zu bekommen. Gegenüber den ganzen Kleinganoven, den Partkaufsehern und und und und war dieses eine Ausgabe, die ich mit Freuden gab. Wohl die 2,50 CUC, die ich am liebsten während meines gesamten Kuba Urlaubes ausgab.

Valettis Travestie @ Irrenhouse

Pailettentravestie in Ninas Irrenhouse

Valetti zeigt Nina Queer, wer hier den Hut aufhatNina Queer & Valetti @ Irrenhouse

Wenn man für eine Zweit-Veranstaltung die Boheme Noir verlässt, muss man dort schon einiges erwarten und das tut man eigentlich immer, wenn es um das Irrenhouse von Nina Queer und die Transenshow gegen zwei Uhr Morgens geht. Der einzige wirkliche Monatstermin, der immer ansteht und immer Pflicht ist.

Travestie von vor 100 Jahren

Nun ist das Irrenhouse im Grunde genommen aber schon relativ ähnlich. Eine Gemeinschaft von vielleicht 10 Drags steht dort Monat für Monat auf der Bühne und unterhält das Publikum mit oftmals großartigen Performances und manchmal großen Sauereien auf der Bühne.

Apfelsinen im Haar und an der Hüfte Bananen

Dabei hat Nina das Geschehen immer vollständig in ihrer Hand und selbst wenn Mataina Ah Wie Süß mal das Mikrofon nehmen darf um wiederum Nina anzusagen, kommt das ganze einer Sensation gleich. Im Irrenhouse sorgt die Househerrin für die reibungslose Transenshow und die etwa vier Nummern. Da hat niemand reinzureden… eigentlich… Dieses Mal war alles anders.

Dicke Mädchen aus dem Valettis besuchen das Irrenhouse
valettis travestie

Nina hatte die Valettis eingeladen, die ihrerseits seit einigen Monaten waschechte Pailettentravestie in ihrer bunten Bühne am Alexanderplatz zelebrieren und dabei – man höre und staune – nicht nur glitzern und funkeln sondern auch noch live singen….

Ein Bett im Kornfeld

Keine Ahnung, wie es zu der Kooperation gekommen ist, aber dass Nina sich auf eine kurze Begrüssung geschränkt und ansonsten Gäste mit Mikrophonen auf ihre Bühne lässt, das ist schon bemerkenswert… Nun sage ich ja immer, es wäre besser, wenn nicht jeder der live singen möchte, dieses auch tun würde… Allerdings kann ich den Valettis dabei absolut nichts vorwerfen.

Nein, abersherum wird sogar ein High Heel draus. Man muss den Damen allergrößten Respekt zollen, haben sie sich doch sozusagen in die Höhle der Löwinnen begeben und in die Breiten der Disco Travestie – und selbst da in die Breiten der verwöhnten Disco Travestie. Ein Publikum dass vieles schon gesehen hat und das nihts mehr so leicht aus der Fassung und zum Ausrasten bringt.

Ohren zuhalten gilt nicht
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Insofern haben sich die Valettis dann auch garnicht daran gemacht, mit Whitney Houston oder Lady Gaga gegen die Hausherrinnen anzutreten, sondern verlegten sich auf ein anderes Schlachtfeld, dem höchstens noch Mataina hätte folgen können. Dem deutschen Schlager…

Valetti will keine Schokolade

Lieder die jeder kennt und die jeder mitsingen kann, vorgetragen aus großen Resonanzkörpern und mit großer Stimme… Es dauerte nur wenige Minuten, bis die Valettis das Publikum begeistert hatten. Wobei dieses auch keine Chance hatte, hatte Nina höchstselbst doch gefordert, dass so lange Zugabe gefordert würde, bis entweder das Publikum oder die Künstlerinnen tot umfallen würden… Ganz so weit ging es dann nicht, aber das Irrenhouse hat noch nie einen längeren Showblock gesehen.

Dabei war deutlich, dass tatsächlich alle Spaß daran hatten. Das Publikum ging großartig mit, Mataina feierte in Zivil und auch Nina und Stella hatten deutlich ihren Spaß – obwohl ich letztere noch nie so verstört gesehen habe, wie in den Augenblick als die Valettis “Herzilein von den Wildecker Herzbuben” anstimmten. Das nennt man dann wohl ganz deutlich Bad Taste.

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Aber ich bin mir sicher, auch die Damen hatten ihren Spaß beim Ausflug in die Welt der Disco-Travestie, stiessen sie doch auf ein extrem dankbares Publikum, dass in bester Feierlaune war und dankbar “Herzilein” Mambo von Herbert Grönemeyer”, “Über den Wolken von Reinhard May” oder den Klassiker schlechthin “Er gehört zu mir” aufsaugte und ohne Ende Zugaben forderte.

Nina versuchte derweil, die Damen mit reichlich Jägermeister bis zum Sanktnimmerleinstag auf der Bühne zu behalten und ihnen die Verwünschungen auf einem Rollo nicht näherzubringen. Aber ich glaube die waren eh nicht ganz so gemeint, denn schlussendlich hatten alle großen Spaß und dann ist eine Show erfolgreich. Diese war sehr erfolgreich.

dragqueen berlin