Big John Bates & The Voodoo Dolls

oder: Rockabilly & Burlesque

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Fussball schauen kann einem tolle Bands näherbringen. So geschehen am letzten Spieltag als mir ein Veranstaltungsplakat auffiel, dass auf ein Konzert der mir bisland unbekannten Combo „Big John Bates & The Voodoo Dolls“ hinwies. Es war dabei ein Plakat, dass mir vor allem aufgrund seiner Optik zusagte und es schien mir als sei das ein Konzert, dass man mal besuchen könnte. Da das Datum 10.06.2009 nun näherkommt, muss ich darüber einmal berichten.

Big John Bates & The Voodoo Dolls sind nämlich eigentlich nicht eine Combo sondern gleich zwei. Nun ist nicht John Bates der Sänger und die Voodoo Dolls seine Band, sondern ersteres ist eine Band und zweiteres eine Burlesque Truppe, die zusammen auf Tour sind. Zusammen offensichtlich eine feurige Angelegenheit.

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in CC by Code Arachnid

Auf der Webseite selber betitelt die Band das ganze wie folgt:

Big John Bates & the Voodoo Dollz tourende Revue, eine Gretsch-geleitete rock’n’roll reflection Tom Waits mit hübschen, feurigen Mädels … und einem gehörigen Anteil lebendigem Rocky Horror gefüllt mit dem treibendem Beat des Garage Blues angereichertmit Roots Punk und schwarzem Rock.

3567838321_58f81572dfin CC by macskapocs

So oder so ähnlich lässt sich das übersetzen. Fassen wir zusammen,etwas punk, etwas rock, Rockabilly Sound, etwas Rocky Horror, hübsche Mädels. Klingt nach einer fetten Party und nach einem Grund, das Bassy mal wieder zu besuchen. Mal sehen, ob die Jungs und Mädels diese selber aufgetsellten Vorschusslorbeeren auch einhalten können.

Was sich allerdings auf den Videos auf Youtube und den Bildern bisher sehen lässt, habe ich da kaum Angst.

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Burlesque Fotoshooting

Burlesque Fototshooting vorm Moulin Rouge Musical

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alle Bilder by Krizzi with The K!

Gestern schrieb ich darüber, dass wir das Moulin Rouge Musical im Admiralspalast besucht haben – und wie ich es fand – Ich schrieb unter anderem dass das Musical nicht ansatzweise die burlesque Mode wiederspiegelte, die ich erwartet habe. Ich schrieb ausserdem, dass das einzig glamouröse an diesem Musical wir waren – und wir waren nur Gäste. Obwohl wir sind nie “NUR” und schon garnicht “nur Gäste”. Wir waren die Stars.

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Wer uns kennt, der weiss, das wir jederzeit zum Anlass entsprechend gekleidet sind und in diesem Fall bedeutete diese glamouröseste burlesque Mode. Janka im Kylie Outfit, Sheila besuchte noch Redcat 7 und ich durfte mich wiederum bei Sheila bedienen, dazu noch Nina in einem tollen rotschwarzen Korsett. Kurzum, wir sahen atemberaubend aus und das musste auf Bilder gepresst werden. Aus dem Grunde baten wir auch Krizzi, ein kleines burlesque Fotoshooting mit uns vorm bereits für “The Producers” geschmückten Admiralspalast mit uns zu veranstalten.

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Vier Glamouröse Drag Queens in besten Moulin Roge Outfits erregt natürlich Aufsehen, aber kaum einer traute sich, uns um ein Foto zu bitten, aus sicherer Entfernung wurden aber doch einige Kameras gezückt. (Wie gesagt, soetwas muss auf Bild gepresst werden). Wir allerdings hatten eh gerade nur eine Kamera im Sinn und das war eindeutig Kirizzis. Glücklicherweise waren wir – erstaunlich – früh zugegen um genügend Zeit für unser kleines Burlesque Fotoshooting zu haben.

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Auch wenn es verdammt kalt war, lohnte sich das frieren, wenn ich die Ergebnisse ansehe. Ausserdem durften wir Krizzi für einige Bilder im Admiralspalast mitnehmen – auch ohne eine Karte – Es hat schon so seine Vorteile, wenn man weiss wer wichtig ist. So wurde also – wenn schon nicht auf der Bühne – doch noch burlesque Mode im Admiralspalast getragen und zwar von uns.

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Irgendwer musste ja dafür sorgen, dass diesem Musical zumindest etwas Glamour erhielt.

So genug des Eigenlobes, aber ich habe doch absolut recht, oder?

Moulin Rouge Musical – Kritik

Moulin Rouge Musical Kritik

oder: Das Musical, dass The Producers nicht geschafft haben….

… In Berlin gibt es derzeit, wenn es um das Thema Musical geht nur zwei Worte. The Producers, Admiralspalast… Okay okay, ich gebe zu, das waren drei… Aber bis Hitler im Admiralspalast tanzt sind ja noch ein Paar Tage hin und es gibt auch Musicals die vorher gespielt werden – und diese sogar im Admiralspalast. Ich spreche vom Moulin Rouge Musical, dass allerdings mehr mit The Producers gemein hat, als gewollt… In The Producers geht es ja darum, dass das schlechteste Musical der Welt produziert wird, um sich mit dem Geld abzusetzen. Dieser Plan – das sei schon jetzt gesagt – schlägt grandios fehl. Nicht so beim Moulin Rouge Musical. Die planten zwar ein tolles Musical, haben aber genau das geschafft, was The Producers planten. Das wohl schlechteste Musical der Welt. Zumindes das schlechteste, das ich jemals gesehen habe.

Aber von vorne: Ich hatte im Januar Geburtstag, und meine Mädels schenkten mir eine Eintrittskarte fürs Moulin Rouge Musical im Admiralspalast, zu dem wir (Nina, Janka, Sheila, Alex und ich) heute – sehr sehr standesgemäß – in tollsten Moulin Rouge Outfits aufbrachen. Man konnte denken, wir seien direkt dem Film entsprungen… So habe ich mir sagen lassen, denn ich selber habe Moulin Rouge nie gesehen und kann das nicht wirklich beurteilen.

Dieses Nichtwissen hat aber auch einen Vorteil, denn ich gerate nicht in Versuchung das Musical mit dem Film zu vergleichen. Ich meckere also nicht über – in meine Augen fehlerhaft besetzte Rollen oder herausgeschnittene Inhalte, sondern vergleiche einfach die Produktion und das Musical mit anderen… Und beides war schlecht. Generell bin ich ja immer dabei die Wahrheit zu schreiben und wurde dabei auch schon das ein oder andere Mal gescholten, aber das musste mal gesagt werden.

Ich hätte diesen Beitrag auch mit „Gast schlägt Cast“ oder „das einzig glamouröse am Moulin Rouge Musical waren wir“ betiteln können. Also, wie gesagt, Filmunkundig bedeutet Moulin Rouge für mich ein Hauch Verruchtheit und ganz viel Glamour mit tollen Kostümen. Aber: Fehlanzeige. Schon im ersten Stück dachte ich, ich bin im falschen Film (sorry für die Redeart). Die Darsteller waren nicht wirklich gut und die Kostüme waren schlichtweg eine Katastrophe. Ich hatte tatsächlich das Gefühl ein Schulmusical zu sehen. Für den Preis, den die Karte kostete – wäre ich nicht eingeladen gewesen – war das gelinde gesagt eine Frechheit. Wir rätselten noch, ob die Kostüme nun von Beate Uhse, Orion oder Bon Prix waren. Es wirkte nicht glamourös, es war nur billig. Interessant war die Stelle, als es darum ging, einen neuen Investor an Land zu ziehen, der dann auch gefunden wurde. Die Moulin Rouge Direktorin sagte auf der Bühne „Dann gibt es neue Kostüme“ … Das wäre auch dringen notwendig gewesen. Doch auch danach bieben sie eine Katastrophe.

Das Musical selber fand ich langathmig und nicht durchgängig sinnvoll. Die Hauptdarsteller wiegten einen mit Duetten in den Schlaf. so sangen sie eine gefühlte Ewigkeit „Your Song“ von Elton John und „Diamonds are a best girls friend“ Man saß da und langweilte sich. Und wenn man sich nicht langweilte konnte man sich ob der Musikauswahl fremdschämen, Deutsch, Englisch, denglisch und ein Wirrwar aus allen Jahrzehnten und Musikrichtungen… Ohmann. Als die Pause kam war der erste Satz, den ich vernahm „Oh, das ist ja so krass schlecht.“

Dieser Meinung stand die Person nicht alleine da, wie man sehen konnte, als die zweite Hälfte anbrach. Die Sitzordnung konnte aufgehoben werden, denn jetzt gab es in jeder Reihe drei bis sechs weitere freie Plätze von Personen, die sich dann doch für eine bessere Abendgestaltung entschieden haben. Während der zweiten Hälfte wurden es dann übrigens noch deutlich weniger Leute im Publikum. Wenn Leute in Scharen in der Pause gehen, sagt es eigentlich alles über ein Musical. Wenn sie eher aus Anstand und Mitleid Applaudieren sagt es genauso viel.

Ich selber wartete die gesamte Zeit darauf, dass es endlich losgeht und ein Musikalischer Höhepunkt kommt. Der kam aber nicht und auf einem Mal war das Musical beendet und es gab noch einige anständig (von Anstand) beklatschte Zugaben. Und fertig.

Der Crew konnte man dabei noch am wenigsten etwas vorwerfen, sie bemühte sich redlich, dass ausserdem wegen Krankheit die Zweitbesetzung der Hauptdarstellerin singen durfte / musste kann man auch niemandem vorwerfen. Das Musical ist einfach schlecht und die Outfits wie bereits gesagt eine Katastrophe für ein Moulin Rouge Musical. Jede von uns vieren steckte mit ihrem Outfit mühelos jedes der auf der Bühne getragenen Stücke in die Tasche, insofern wäre „das einzig glamouröse am Moulin Rouge Musical waren wir“ vermutlich doch die richtige Überschrift gewesen.

mehr von unserem Burlesque Fotoshooting vorm Admiralspalast

Also, wer überlegt, das Moulin Rouge Musical zu besuchen, der spare sein Geld und schaue sich lieber ein gutes Musical an… Vielleicht „The Producers“, denn die geben nur vor, das schlechteste Musical der Welt zu produzieren und schafften das erfolgreichste der Welt. Ich bin sehr gespannt darauf, denn an meiner Liebe zum Admiralspalast rüttelt Moulin Rouge natürlich in keinster Weise. Aber ich bedanke mich trotzdem bei meinem Mädels für diese Karten, denn es hätte ja auch wirklich gut werden können. Soetwas weiss man ja vorher nicht. Also: vielen Dank.

Eve Champagne

Burlesque Sternchen 1: Eve Champagne

Eden Glamorama, Eve , Julietta La Doll

Eve betitelt sich selber als die wohl einzige deutsche burlesque Tänzerin, die auf der Bühne raucht, säuft und weitere unflätige Dinge tut. Man könnte sie also als den Keith Richard der deutschen burlesque Szene bezeichnen und würde dabei nicht so falsch liegen. Nur ist sie selbstverständlich viel jünger und mindestens viel viel besser aussehend. Vermutlich aber auch schlechter Gitarre spielend – und zumindest zu diesem Zeitpunkt noch etwas weniger brühmt. Aber der Kerl ist ja auch schon ein paar Jahre länger im Geschäft, insofern sei ihm das zugestanden. Egal zurück zu ihr: irgendwann hat sie festgestellt, dass diese „Dita von Teese schöne Mädchen Auftritte“ mit Federfächern und ähnlichen burlesken Utensilien nicht so ganz ihr Ding sind und hat daher aus der Not eine Tugend (oder sollte man sagen ein Markenzeichen) gemacht.

Ihre Auftritte beinhalten in der Regel ein wenig mehr Comedy und ein bisschen weniger das, was man heutzutage gemeinhin als New Burlesque bezeichnet. Da kommt dann schon mal ein Rodeo mit Stoff Pferd auf die Bühne oder eine besoffene Matrosin oder ein Cowgirl begiesst sich nach dem gehörigen ersten Schluck dann mit der vollen Flasche Jack Daniels, … Rock’N’Roll auf der Bühne ist also angesagt, wenn sie drauf steht… Und diese Bühne ist für sie zuallererst das Queen Calavera am Rande der Reeperbahn in Hamburg St. Pauli. Dort, in der ersten Burlesque Bar Deutschlands auf dem Hamburger Kiez, da passt das wie die Faust aufs Auge.. oder so ähnlich.

Dort sind alle wichtigen deutschen Burlesque Tänzerinnen schon aufgetreten, aber Eve tritt hier nicht nur auf sondern gehört zum Inventar… und zur Belegschaft, denn als eine der wenigen Türsteherinnen auf St. Pauli sorgt sie dafür, dass nur diejenigen ins Queen Calavera kommen, die dort erwünscht sind. Resolut erklärt sie dann auch schon einmal der rotlichtigen Prominenz von der Reeperbahn, dass sie zwar gerne reinkommen dürfen aber gefälligst ihre Griffel von den Mädels auf der Bühne zu lassen haben. Und wenn Eve das sagt, dann bleiben die Griffel auch tatsächlich weg. Erstaunlich! Dieser Job, für den sie eine ganze Weile am Wochenende aus Bremen anreiste, zog sie dann auch tatsächlich vollständig nach Hamburg, was ich natürlich nur begrüssen kann… so von ex-hamburgerin zu neu-hamburgerin. Sie ist aber natürlich auch immer mal wieder in anderen Städten der republik zu sehen.

Meine erste Erfahrung mit Fr. Champagne war ein Auftritt von ihr im Admiralspalast, den ich in meinem Blog etwas (ziemlich) verrissen habe… Das las sie und sie hatte etwa zwei Möglichkeiten: 1) Mich bei nächster Gelegenheit mit einer wohldosierten Rechten niederzustrecken oder 2) mir einfach eine Email zu schreiben und ihrem Unmut Luft zu verschaffen. Glücklicherweise tat sie letzteres und wir kamen in guten Mailkontakt.

Mittlerweile habe ich aber eine ganze Menge tolle Auftritte von Eve gesehen, bei denen ich absolut nichts zu verreissen hatte.

Ich freue mich immer sie irgendwo auf einer Veranstaltung oder im Queen zu treffen