London Burlesque Festival @ Madame Jo Jo’s

London Burlesque Festival @ Madame Jo Jo’s

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Also mal ehrlich, London Burlesque Festival, was war denn das gestern Abend mit dem Twisted Cabaret. In meinen Augen mal garnix. Es mag ja sein, dass ich mit einer locker dreistelligen Zahl an gesehenen Burlesque Performances ein wirklich anspruchsvoller Zuschauer bin – vermutlich auch einer der anspruchsvollsten, die sich gestern Abend im Madame Jo Jo’s einfanden um eine Show im Rahmen des weltgrößten Burlesque Festivals zu sehen.

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Wenn Ihr mich fragt, liebes London Burlesque Festival… Ich habe da einiges Mehr erwartet, als gestern geliefert wurde. wer in der Ankündigung von 100 der besten Burlesque Performern spricht und als weltweit größtes Burlesque Festival auftritt, der muss begeistern – und zwar in Shows und Performern… gestern hingegen hat beides nicht gepasst. Sorry.

Ich war nach London gekommen, um Sheilas Auftritt anzuschauen und erwartete viele shows mit dem Berühmten „Wow Effekt“ wie ich ihn hatte, als ich Empress Star sah, von mir aus Lada Redstar, einige Nummern von Lady Lou oder oder… ich kann massig Nummern nennen, die mich mehr begeisterten als der gestrige Abend.

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Der Club ist ja nun einsame Spitze. Mittwochs ist dort Trannyshack, eine – wenn nicht DIE Londoner Dragparty und an diesem Donnerstag war eben das London Burlesque festival zu Gast. Ein wunderbarer Club mit viel rotem Leder und rotem Samt und einer netten kleinen Bühne mitten in Soho. Der beste Rahmen, den man sich vorstellen kann – eigentlich.

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Nun hatte der Abend allerdings einige Mängel und wenige Highlights. Zu ersterem gehörte beispielsweise der Moderator. Ein Mensch, der wahrlich nicht verheimlichte, dass es sich um das weltweit größte Festival handelt und das sowieso nur die creme de la creme dort auftreten würde. Er benötigte allerdings seine Karteikarten – und teils mehrere Blicke darauf um die Künstler vorzustellen. 12 Namen auswendig zu lernen und diese dann fehlerfrei aufzusagen, kann doch eigentlich nicht zu viel verlangt sein – scheinbar doch.

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So richtig bekannt waren die meisten der Künstler aber auch nicht – und einige auch nicht wirklich gut. Die erste beispielsweise, eine Walkürennummer mit etwas kleinem Handfeuer und – leider selber gesungenem Deutsch-Kauderwelsch einer Rammstein Nummer.. Okay, ich nehme an, wenn wir englisch singen hört sich das genauso an, aber die versammelte deutsche Riege, von denen mindestens 6 an diesem Abend anwesend waren schaute sich fremdschämend um.

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Es folgten noch einige weitere Nummern, die höchstenfalls beliebig waren…und einige Nummern, die man nicht wirklich auf einem Burlesque festival verortet hätte. Eine Transe, die auf der Bühne eher Comedy machte oder ein Typ, der mit seiner Nummer mit reisszwecken und Kerzen eher an Crimson Carnival erinnerte. Wie fragte Diana…? Ist das gut oder kann das weg? Es konnte weg.

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Aber natürlich gab es auch nette Nummern: Ein Mädel mit tollem Skull-Makeup beispielsweise die Bauchtanz machte. Nur zum Teil klassisches Burlesque, aber nett anzusehen.

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 Toll war auch die Idee, eines anderen Mädels. Eine Puppe, an Schläuchen, die sie am leben erhalten, aber eben nicht leben lassen. Mit jedem herausgezogenen Schlauch war sie ein bisschen mehr frei und starb ein wenig mehr – am ende war sie tot aber frei. Schön gemacht.

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Sehr schön war auch Joe Black. ein cooler Typ und guter Entertainer, auch nicht wirklich Burlesque im eigentlichen Sinne aber nah dabei und daher auch klasse. gefiel mir sehr gut – auch schon damals in Berlin. Klar und Sheila natürlich war auch gut.

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der einzige WOW Effekt war dann aber die Performance von Apathy Angel. Die hatte Pfeffer, Witz, Idee und Schwung. Als Katze kam sie auf die Bühne und zeigte wie man mit schmissiger Musik und viel Gelenkigkeit das Publikum richtig begeistern kann. Alle, mit denen ich mich nach der Show unterhielt waren sich einig, diese Performance war der Kracher. Großer Daumen hoch.

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Direkt nach der Show leerte sich Madame JoJo’s allerdings viel zu schnell. denn eigentlich war danach noch Party angesagt. Wir machten es dann eben den besuchern nach und uns ebenfalls auf den Weg – stoppten noch kurz, um uns mit massig Tapas für einen anstrengenden London Sightseeing tag zu stärken.

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Also das Twisted Cabaret hat mich nicht begeistert, da muss die London Burlesque Veranstaltung am Samstag aber einige Kohlen aus dem Ofen retten

La Fête Fatale – The Burlesque Underwarter Voyage

La Fête Fatale – The Burlesque Underwarter Voyage
oder „Der Hummer war der Hammer“

Gerne denke ich noch an meine letzte La Fête Fatale zurück. Griechen im Bassy mit netter Begleitung im May vor einem Jahr. So lange ist das bereits her. Na sieh mal einer an.

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Die Fête Fatale ist (selbstverständlich hinter der Halloween Masquesrade wohl die Party mit dem besten und kreativsten Publikum der Stadt. Viele kreative Menschen, die sich zwei Mal im Jahr viel Mühe geben, ein noch besseres Kostüm auszuführen als der jeweilige Nebenmann / die jeweilige Nebenfrau.

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Dieses Mal war das Motto: The Burlesque Underwarter Voyage. Daher wimmelte es im Bassy dieses mal von Fischen, Meerjungfrauen, Tauchern, Meerjungfrauen, Wassermännern und Hummern…

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Hummern? Wird sich jetzt manch einer fragen? Jepp. Diese komischen Schalentierchen, die nen Sonnenbrand bekommen, wenn sie eine Weile in siedendem Wasser gebadet haben… Als solcher ist an diesem Abend nämlich Hedoluxe erschienen als Crab-King. Eindeutig DAS Kostüm des Abends an nicht wenigen Kostümen des Abends.

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Aber die Fête Fatale besticht eben nicht nur durch ihr Publikum, bei dem ein besseres zu finden schwer ist, es besticht auch durch durch die Performer, an diesem Abend beispielsweise Mama Ulita, GO-GO Harder, Janet Fischietto, Minnie Tonka oder Natasha’s Nautical Naughties mit oben genannten Hedoluxe.

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Dazu ist jede La Fête Fatale soetwas wie ein Familien und Klassentreffen gleichzeitig. Eigentlich sind alle da, die man in Berlin das ganze Jahr über auf diversesten Parties antrifft. Toll, solche Familientreffen, auch wenn man dieses Mal echt etwas brauchte, um alle zu erkennen…

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Auf jeden Fall fuhr ich erst halb 5 nach Hause. Es muss wohl also eine gute Party gewesen sein 🙂

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QueerRiotClub vs. QueerBurlesqueFest @ Clash

QueerRiotClub vs. QueerBurlesqueFest @ Clash

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Ich bin ja einer gewissen Portion Trash gegenüber positiv zugeneigt und guter Musik sowieso. So hat ein Laden, der sich „The Clash“ nennt und an dessen Wänden Poster und Flyer von Bands lauter und schneller Musik hängen eh schon gewonnen.

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Wenn dort dann noch eine Veranstaltung stattfindet, die sich QueerRiotClub vs. QueerBurlesqueFest nennt, so ist das ein dringender Grund, sich das Clash mal näher anzusehen.

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Vorher noch eben Janka abgeholt und ihre Friseurinnen Dienste in Anspruch genommen. Voilà ich trage nun Pony… der hat mir (und erstaunlich vielen anderen) mit meiner Kunsthaarperücke neulich so gut gefallen, dass ich dringend auch eine meiner Echthaarperücken so stylen lassen musste. Vielen Dank an Janka.

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So kamen wir natürlich wieder einmal viel später los, als wir wollten, das machte aber nichts, da wir eigentlich vollkommen richtig im Clash ankamen…. Erstaunlicherweise merkte ich, dass ich dort schon einmal war. Auf einem Punk-Konzert minimum 3 Jahre her. War gut damals – heuer aber auch.

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Einen Teil der Show machten die typischen Teaserettes-Nummern aus, die dieses Mal allerdings mit einigen weiteren Nummern angereichert wurden. So hab ich die Damen bisher noch nie auf der Bühne „Gaybar“ performen sehen, aber es passte so gut zu dem Publikum.

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Und jenes kam reichlich. der – nicht gerade kleine – Laden war wirklich gut gefüllt mit Gästen jeglicher Coleur der Queeren Szene + Friends. Transen, Frauen mit Bärten, Tunten, Gays, Lesben, ganz normale Menschen, Goths und Punk angehauchte Personen… achja und bestimmt noch viele mehr.

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So durcheinander wie das Publikum war aber auch das Leben auf der Bühne. Wie gesagt die Teaserettes, eine Seeräuber Jenny, die ein Gedicht rezitierte, Marcella mit einer Drag Performance, eine Electropunk-sängerin aus Finnland, ein Mädel, die sich mit Messern entkleidete, ein Typ, der eine Taschenlampe an seltsamer Stelle trug uswusf. Alles mit einer gehörigen Portion Trash.. Dem Publikum – und mir gefiels aber.

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So auch die Nummer mit Hedoluxe und Sheila aus dem Zauberer von Oz, mit dem herzlosen Blechmann und Dorothy. Alleine das Kostüm von Hedoluxe ist so großartig, das würde einen eigenen beitrag rechtfertigen. Schaut aber selber. Göttlich, oder?

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Göttlich fand man auch uns – also genaugenommen Janka und mich… Eine Malerin meinte in uns ein lohnendes Bild zu sehen, nur weil wir rumsassen und uns die Zeit mit warten vertrieben. Sie brauchte unbedingt ein Bild von uns, schaffte es aber irgendwie nicht so richtig und war auch sonst irgendwie ziemlich durch den Wind.

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Sie hatte aber eine „Managerin“ dabei, die das in die Hand nahm… draus geworden ist dann aber doch irgendwie nichts, kein Bild, das von uns gemalt wurde, aber irgendwie war das ja auch nicht anders zu erwarten.

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Machte aber nichts, denn der Abend und die Nummern waren trotzdem sehr nett und es lohnte sich, das Clash zu besuchen.

Lets Burlesque! mit Evi und das Tier in den Wühlmäusen

Kurzfristig hatte ich von einer Burlesque Show in den Wühlmäusen gehört – und mich dann ebenso kurzfristig entschlossen, dort ebenso aufzuschlagen um mal zu schauen, was Evi und das Tier so bieten … und was Evi und das Tier überhaupt sind.. Den Namen gelesen hatte ich wohl schon, aber da hörte es auch schon auf.

evi und das tier

Um es kurz zu machen. Evi … oder besser Miss Evi ist eine Sängerin mit Band und einer ganzen Menge Anekdoten, die sie durch den Abend führend so von sich gibt und „Das Tier“ ist ihr Pianist …und wohl Ehemann. Zusammen sind sie Evi und das Tier und verantwortlich für diesen wirklich schönen Showabend mit Burlesque, Tanz und Gesang.

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Nun ist das typische Publikum in den Wühlmäusen ein gänzlich anderes als beispielsweise bei den Teaserettes im Wild at Heart, aber das macht nichts. Die Damen und Herren sind ein wenig ergrauter als jene, die gemeinhin in Berlin auf Burlesque Veranstaltungen gehen – wobei noch nicht ganz so, wie Miss Evi von Kreuzfahren berichten konnte „Sieht von oben aus, wie ein Baumwollfeld“… das macht aber nichts, denn die Damen und Herren waren begeisterungsfähig – und nur darauf kommt es doch an.

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Okay, Miss Evi hatte es am Anfang etwas schwer, Begeisterung aus dem Publikum zu kitzeln, aber das dauerte höchstens die ersten 2-3 Nummern lang, dann hatte sie es im Griff und jeder wusste, wann zu klatschen und Gröhlen war.. Zumeist, wenn Miss Evi etwas Haut zeigte. …Etwas haut reichte da aber auch, denn für die wirklichen Burlesque Momente war sie, sondern ihre Gaststars nicht zuständig.

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Und die hatten es in sich. Ein großartiges spanisch-kubanische Tanz-Triple beispielsweise. Oder – und da war ich nun wirklich erstaunt Lady Lou und Tara La Luna. Lou mit einer für mich neuen Nummer mit viel Spiel und Ideen, Tara mit ihrer Audrey Hepburn Breakfast at Tiffanys Nummer, die sie auf dem letzten Queerboot zeigte und mit der sie den größten Applaus des Abends bekam… Abgesehen selbstverständlich vom Schlussapplaus.

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Genug Applaus bekam aber selbstverständlich auch Miss Evi bei allem, was sie darbot zwischen Jazz, Chanson und dem was ich an den Dresden Dolls immer liebte… mit ihrer Band den Tassle Tigers, die offensichtlich großartige Musiker UND Freaks sind. Zwischen toller Musik und Trash gab es einiges zu sehen und hören beispielsweise eine tolle Nummer der – wie evi sagte – sooooo kleinen Edith Piaf oder oder oder aber alles war toll.

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So gab es an diesem Abend tolle Burlesque Nummern, tolle Musik und etwas Trash. Ergo: es war ein toller Abend, der auch etwas von einem Familientreffen hatte.

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Sheila und Diana waren da, Zora, Champagne Sparkles, wie gesagt Tara und Lady Lou, Betty und noch einige mehr.. Und alle waren am Ende hochzufrieden mit der tollen Show in den Wühlmäusen.