Vaudeville Varieté im Imperial Club

Seit einigen Jahren Ist Sheila auch unter die Partymacher gegangen, doch macht sie es bloggern dabei nicht leicht. Jedes Mal ändert sie den Namen, dass ich nicht einfach mal in die Tags schauen kann um zu schauen, wie es sich denn verändert hat… Und es hat sich verändert. 2014, 2013-2, 2013-1 Dieses Mal suchte Sie sich als Mitorganisator nicht den QueerRiot Club sondern die Agentur Heroine Artists, bei denen viele der großartigen Künstler des Abends gebucht werden können und so wurde es hochwertiger, es wurde weniger trashig und es wurde – noch – besser.

Lada Redstar 2

Als Sheila mir erzählte, das nächste Fest würde anders, es würde ein Vaudeville Varieté werden, bestuhlt, größer, teurer und mit der Creme de la Creme der Künstler winkte ich ab und sagte in etwa: Da hier ist Berlin, das klappt nicht, die Leute wollen alle günstig, Berlin hat schon so viel, mit dem Wort „Vaudeville“ kann hier eh niemand etwas anfangen und letztendlich können die meisten Menschen nicht eine [Name bitte einsetzen] in Lillys Wonderland von beispielsweise einer Lada Redstar unterscheiden – klar wenn sie beide nebeneinander auf der Bühne sehen, dann ja, aber letztendlich finden sie die eine auf der eine Bühne grandios und die andere auf der nächsten Bühne eben „nur“ toll, selbst wenn wir himmelweite Unterschiede auf der Bühne sehen, wir haben eben schon hunderte Performances gesehen…

Ginger Synne 3

Ich habe das ganze glaube ich so in etwa noch ein paar Mal wiederholt, wenn wir irgendwie aufs Vaudeville Varieté zu sprechen kamen – Sheila hat auf mich aber nicht gehört, was sie eh nie macht, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat – und das war gut so, denn das Vaudeville Varieté war toll und es war wohl genau das, was sie sich vorgestellt hat. Das Line-Up war der Hammer und so in der Menge wohl das beste was Berlin gesehen hat – Ich war zwar nur den zweiten Tag auf dem Berlin Burlesque Festival, aber dieser Tag wurde vom Vaudeville Varieté locker in die Tasche gesteckt…

zoe delay jasmin schmidt

Und sie blieb sich treu. Neben Burlesque blieb es Varieté und es blieb queer, auch wenn das Wort im Namen nun nicht mehr vor kam. Sehr gut, es zeigt den Gästen, was noch so alles geht – und wie gesagt, die kamen in der Menge, dass das Fest wohl mal wieder zumindest kein Zuschussgeschäft war – wie gesagt, ich hatte das nicht erwartet – aber freue mich, dass ich falsch gelegen habe und alle Gäste mit mir.

HONEY LULU 2

Es ist schwer, aufzuzählen, wer alles da war, es ist vermutlich einfacher zu sagen, wer gestern Abend NICHT im Imperial Club war. Die erste halbe Stunde nachdem wir endlich reinkamen habe ich gefühlt nur Personen g’bussi’t. Toll.

kaptn kidd

Nachdem wir endlich reinkamen – warum schreibe ich das so? Nun ich bestellte die Karten und ich druckte sie nicht aus. Warum auch, man hat ja ein Handy… Doch was soll ich sagen ich habe ums Verrecken diese verfickte beschissene Drecksmail nicht finden können – ich weiss nun auch warum… Ich bestellte mit einer Emailadresse die ich eigentlich NIEEEE nutze, die einzige, die auf meinem Handy nicht gespeichert ist. …4. Reihe müsste es gewesen sein, Platz 3-4-5 oder 4-5-6 … Irgendwann erbarmte sich Djamila, glaubte mir, dass ich sie nicht bescheissen möchte und liess uns herein. Danke dafür…

sheila wolf 2

Als wir also die Plätze einnehmen wollte hörte ich „Zoe, das kann nicht sein, das sind unsere Plätze“ … Äh hallo Anne. Hmm dahinter sind drei Plätze frei.. war es Reihe 5? Muss wohl so gewesen sein, zogen wir also um, bis deren Inhaber kamen und wir weiterzogen… Ich machte meine Kollegin fertig – Jasmin, willkommen in den Abgründen von Zoe Delay….

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jetzt weiss ich, es waren 3-4-5 in Reihe 4… nur eben rechts … Macht nichts, wir fanden drei wunderbare freie Plätze ….sogar mit noch besserer Aussicht in – jetzt kommts „Reihe 2“ – gleiche Preiskategorie… Am Ende wird doch immer alles gut – und ab und an gar noch besser…

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Wir konnten also beginnen, den Rotwein zu trinken, zur Ruhe zu kommen und der Show zu folgen, denn es sollte einiges geboten werden. ANJA PAVLOVA beispielsweise mit wirklichem 20er Jahre Flair auf der Bühne, mit Tanz und Burlesque – und natürlich einem tollen Aussehen.

ANJA-PAVLOVA

gefolgt von LE PUSTRA einem sehr düsterem, sehr weissgeschminktem Sänger, den ich bisher nicht kannte, der mich aber mit seiner Art sehr überzeugte. Fast schon unecht anmutend mit Zigarettenspitze und Zylinder, in Frack und Fliege, eine tolle Erscheinung und ein toller Sänger.

LE PUSTRAweiter ging es mit der dritten Person (von dreien), die ich nicht kannte – als ich mich fragte, wie Sheila das macht, so viele Personen, die ich nicht kenne – nun sie besucht seit Jahren so ziemlich jede Veranstaltung in so ziemlich jeder Bühne der Stadt + vieles ausserhalb, da bekommt man so einiges mit… Wo sie allerdings Miss Cairo aufgetan hat, ich weiss es nicht. Eine wirklich bildschöne Transe auf Spitzenbalettschuhen und einem Aufmerksamkeitsdefizit, das selbst jenes der hier auf der Bühne stehenden Menschen (und bei den meisten ist das schon echt groß) noch in die Tasche steckt. 😉

MISS CAIROsoviel zu den für mich Unbekannten Künstlern zu Beginn. Ab jetzt wusste ich in etwa, was ich zu erwarten habe. so zum Beispiel bei IKENNA AMAECHI, bekannt als großartige Whitney Houston Impersonator. Früher schrieb ich mal: „Nur Melli Magig bringt Whitney Houston besser als Whitney Houston“ heute Schreibe ich: „Nur Ikenna Amaechi bringt Whitney Houston besser als Melli Magic“ Der Riesen-Unterschied. Melli Performt Whitney, Ikenna sieht aus, singt und ist Whitney. So sehr, dass sie zum Tode von Whitney Houston bisweilen in den Medien war, die ihr Bild nicht von dem der echten Whitney uterscheiden konnten…. Das ist heftig und da haben Leute ganz arg geschlafen. Doch Ikenna ist wirklich wirklich toll, eine tolle Stimme und ein loses berliner Mundwerk. I Like! Letztendlich frage ich mich aber: Was isst man für solch eine Figur? ein TicTac oder eher zwei TicTacs pro Tag?

IKENNA AMAECHI

Sehr gespannt war ich auf die „Black Swan“ Nummer von EDEN BERLIN. Diese wurde entwickelt als sie noch ein Teil der Sinderellas war, die ich damals leider nie gesehen habe. Ich hörte, dass hier Eden mit dem schwarzen Schwan auf der Leinwand interagieren würde und gebe zu, dass ich einen Blick auf Youtube geworfen habe.

EDEN BERLIN

…Offensichtlich hat sie als Einzelkämpferin nicht mehr die Mögichkeiten der großen Sinderella Produktion und nicht mehr das Outfit. Zu schade. So ist die Nummer zwar immer noch schön, aber doch leider weit weniger großartig als auf Youtube zu sehen. Schaut mal rein in die Nummer.

Kommen wir nun zum einzigen Teil der Show, auf den ich durchaus hätte verzichten können. Roxy Diamond und Matt Voodoo – beide als Sänger ihrer neuen Nummer ihrer Band. In meinen Augen wirkte das eher wie Promo als wie eine Nummer die wirklich hätte sein müssen. Es gab an diesem Abend wirklich tollen Gesang und wirklich tolles Burlesque. Diese Nummer war nicht Fisch, noch Fleisch zudem nicht auf dem echt hohen Niveau der gesamten Show. Beide sind als Einzelkünstler toll und auch im Zusammenspiel, aber sollten beide lieber das machen, was sie wirklich gut können. Roxy Burlesque, Matt Musik. Das taten sie dann später auch noch. Ich bilde mir ein, der Applaus war auch geringer als bei den anderen Nummern, aber das mag subjektiv sein.

roxy diamond matt voodooKurz vor der Pause – ( ja, so viel passiert – und genauso viel sollte noch folgen ) – dann der Knaller des ersten Teil: GINGER SYNNE. Wenn ich Jasmin irgendwas über Burlesque erzählte, kam meistens irgendwann der Satz: „Ginger dreht auf der Bühne gerne total durch, die ist total wahnsinnig – und toll“ – Und ich hatte Recht.

Ginger Synne

Langsam angefangen mit mit Licht und Leinwand und heftig aufgehört mit schwarzer Farbe und Wasser. Wenn es feuerpolizeilich erlaubt gewesen wäre, hätte es auch noch Feuer gegeben, aber auch so war es heiss. Sie saute die Bühne nicht ganz so ein wie Clea Cutthroat im letzten Jahr, aber ähnlich 🙂

ginger synne 2PAUSE. Zeit für Fotos und Gespräche mit tollen Personen wie Sammy von Redcat 7 dessen Outfit gestern Jasmin auf Leihbasis trug und die sicher traurig ist, es wieder abgeben zu müssen.. doch der Kaufpreis ist teurer als der Leihpreis 😉  … Ich glaube die vier unserer lieben Kollegen, die an diesem Tag dort waren haben nicht schlecht geschaut, als wir kamen – zum einen kannten sie mich nur von Bildern, zum anderen erwarteten sie Jasmin sicher nicht so hot. ..oder mit Ruda Puda… oder mit Jasmin the Strange, die endlich ihre Preise erhöht hat. Ich bin stolz auf sie, habe ich doch sehr mit ihr gemeckert, dass sie ihre wunderbare Fascinator viel zu günstig verkaufte. Top!

ruda pudaes sollet aber noch eine zweite Hälfte folgen, beispielsweise mit High Class Burlesque von HONEY LULU, die mit ihrer Tee oder Kaffeetasse auftrat. Klassisches Schönes-Mädel-Burlesque.

HONEY LULU

Ein weiteres Highlight war dann KATHARINE MEHRLING die bald in der Bar jeder Vernunft zu erleben ist – und das scheint sich zu lohnen, eine tolle Stimme, die mir eins ums andere Mal Gänsehaut bereitete. Massiver Applaus und hoffentlich eine ganze Menge Gäste die sich Katharine Mehrling in der Bar jeder Vernunft, dem tollen Spiegelzelt anschauen. Hin da! Sie hat mich voll begeistert – und das Publikum wie gesagt auch.

KATHARINE MEHRLING

Wenn ich aber aus vielen tollen Nummern das wirkliche Highlight auswählen müsste, dann ist es LADA REDSTAR mit ihrem Schmetterling. Ich hatte ihre Nummer bereits gesehen, aber auch ein weiteres Mal bleibt es dabei: Weltklasse! Tolle Nummer, wunderbares Outfit. I Love!

Lada Redstar

Das gute an einer eigenen Veranstaltung ist, dass man sie selber gestalten kann, dachte sich Sheila wohl und wünschte sich von LE PUSTRA noch einmal eine Song und zwar Wig in a Box aus Hedwig and the Angry Inch, dem großartigen Musical, das man in genau an diesem Ort, der damals nicht Imperial Club sondern noch Absinth Bar hiess sehen konnte. Le Pustra machte es toll, aber – Hey Sven Ratzke als Hedwig war schon unglaublich gut und wer weiss, vielleicht sieht man ihn ja ein nächstes Mal – ansonsten – er kommt zurück ins BKA Theater 😉

Le Pustra 3… besser als das Gesangsduo Voodoo Diamond war dann – in meinen Augen das Burlesque Duo Diamond Voodoo, wie schon gesagt, bei den Kernkompetenzen bleiben.

roxy DiamondDas blieben The Briefs auf jeden Fall.
Fez mit seiner Handpuppe

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Evil the Hate Monkey, dessen Mikrofon eigentlich überall da war, wo es nicht hingehört. ..Das gelbe Mikro nicht mehr für Gesangsdarbietungen nutzen.

evil the hate monkey

Dallas Dellaforce

dallas dellaforce

und selbstverständlich Kaptn Kidd, der zur Aftershow Party ordentlich angeschickert war, und ungeahnte Probleme mit seinen Hula Hoop Reifen hatte. Da hat wohl der Champagner im Backstage gut geschmeckt. Er hat aber trotzdem das Publikum begeistert.

Kaptn kidd windmill

Apropos Aftershow Party. Leider suchten viele Gäste schnell das Weite aber es blieben doch noch ein paar nette Feierbiester bis kurz vor 5 bevor dann so langsam abgeschlossen wurde. Die Feierbiester The Briefs gingen dann aber noch geschlossen ins Berghain gefolgt von Lada Redstar die eigentlich in „The Church“ wollte to „Pray for our sins“. Kann man sicher auch im Berghain oder eben danach – dann eben ggf. noch für ein paar Sünden mehr.

kidd

Ich schrieb das letzte Mal:

Also das dritte Queer Burlesque Festival war großartig und dürfte schwer zu toppen werden.

Chapeau: sie hat es geschafft. Ich enthalte mich daher ähnlichen Aussagen zum nächsten Vaudeville Varieté und erwarte das unmögliche, vermutlich stehen neben Sven Ratzke dann Immodesty Blaize oder Dita von Teese auf der Bühne, aber letztere beiden sind doch eh zu langweilig.

sheila wolf

Toller Abend.

Halloween Masquerade 2014 @ Neue Heimat

Halloween Masquerade 2014 & diverses zu Halloween

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Solange es das alte RAW Gelände an der Revaler Strasse noch gibt und solange dieses noch nicht mit teuren Eigentumswohnungen und noch teureren Town-Houses verschandelt ist, sollte man dieses urbane Gelände noch nutzen, sagte sich wohl Bob Young, und zog mit seiner diesjährigen Halloween Masquerade in eine kurzfristige neue Heimat, nämlich den Club „Neue Heimat“

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Groß genug für Bobs alljährliches Gruselkabinet und die Menge an Besuchern, die jedes Jahr wieder hier erscheinen und ihr Allerbestes geben.

hallowenn outfit

Nun wird das Thema Halloween ja in Berlin immer größer und kaum eine Disco oder ein Club der etwas auf sich hält, veranstaltete dieses Jahr keine Halloween Party… Das führte dazu, dass Deko Behrendt bereits Mittwochs einen Türsteher engagieren musste, um der Massen Herr zu werden.

halloweenparty berlin

Maskworld hingegen hatte am Freitag Mittag nicht nur mit einer etwa 200 Meter langen Schlange zu kämpfen, sondern vor allem auch mit einem nahezu leeren Laden. Soetwas wie den Maskworld Laden gab es seit 25 Jahren in Berlin nicht mehr. Die Schlange draussen wurde immer länger und im Laden kauften alle alles, was auch nur im entferntesten mit Halloween zu tun haben könnte. Weisse Farbe? gibts nicht mehr, rote Perücken? Nein Sorry, Ringelsöckchen hatten wir gestern noch, aber sie sehen ja… alles leer.

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Apropos weisse Farbe – sozusagen als Testlauf zur Halloween Masquerade war ich einen Tag vorher auf einer Firmen-Halloween Party und ich versuchte mich mit Maskworld weisser Farbe. G-R-A-U-S-A-M . es bröckelte, es deckte nicht und sah einfach Scheisse aus. – Für eine Firmen-Halloween Party ausreichend, aber weit weg von meiner Komfortzone und auf einer Halloween Masquerade hätte ich mich da in Grund und Boden geschämt, also am Samstag Mittag auf zu Kryolan City und oh Wunder – kein Türsteher, keine Massen im Laden und gutes Makeup. Ich liebe Kryolan.

halloween masquerade

So war ich also am Samstag weit näher an meiner Komfortzone, wenngleich Jasmin meinte, alles an mir würde sagen – „ich fühle mich nicht wohl“ – ging eigentlich, mit dem Makeup war ich zufrieden, mit dem Kostüm na ja, aber ganz okay, ich habe mich zu Halloween schon schlimmer gefühlt – so schlimm, dass ich gar eine Halloween Masquerade einst aus – ich fühle mich scheisse und will das alles nicht – schwänzte. Dieses Mal nicht.

halloween berlin

Konnte ich auch nicht, denn ich war nicht alleine, Jake Skellington verstehen die Menschen nur, wenn neben ihm Sally steht – zerlumpt und blau in Person von Jasmin. Ansonsten halten ihn alle für Beetlejuce. Ignoranten! So wurden wir aber doch wirklich häufig erkannt. Das Kostüm der Herzen auf der Halloween Masquerade – mindestens.

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Überhaupt, was kann man zur Halloween Masquerade sagen, was nicht eh schon oft gesagt wurde? Bob richtet sie schon seit Ewigkeiten aus – die Kostüme sind aufwendig und detailverliebt – aber vor allem – und das ist mir auf der Firmenparty aufgefallen – gruselig. Hier geht es nicht um schön sein, nicht um sexy, ein Hexenhut ist kein Kostüm , eine Maske auch nicht, eine Perücke und etwas Kunstblut ebenso nicht. Die Halloween Masquerade ist die Party, wo es darum geht, gruselig zu sein.

die beste berliner halloweenparty

Selbst Berlins Drag Queens sehen an diesem Tag nicht nur wunderschön sondern wunderschön schaurig aus – bestes Beispiel dabei ist Janka. Es ist immer wieder erstaunlich, wie hässlich die alte Hexe sein kann, wenn sie es drauf anlegt und wie schön oder hässlich einen doch ein wenig Make Up machen kann…

halloween hexe malt sally

Die alte Hexe hat es dann übrigens auch wieder in die nominierten im Kostümcontest geschafft und den dritten Platz erreicht. Aller Ehren wert. Kitana war auch wieder auf der Bühne, gewann aber nichts – der Sieger des letzten Jahres ist hingehen auch der Sieger dieses Jahres und gewann – mal wieder – eine Reise nach Transsilvanien …

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verdient in meinen Augen, hat er doch über einen Monat an seinem Alien Kostüm gearbeitet – wundervoll. Also was die Kostüme angeht dürfte die Halloween Masquerade mal wieder das Maß aller Dinge gewesen sein.

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Aber es gibt auch auf dieser Party immer wieder Dinge, die mich überraschen – Jasmin fragte mich, ob ich nicht Superzandy, die ich gerade begrüsste, fragen könne, ob die ein Lied spielen würde.

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Ich so: kann ich nicht machen… blabla, guter DJ… blablub, macht man nicht …
Ende des Liedes: Jasmin ging selber hin, fragte, bekam ihr Lied und ein Küsschen von Zandy…
Man man .. aber wer kann, der kann!

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Und ich gönne ihr den Spaß vor der Tortur, die blaue Farbe abzubekommen. Der Satz des Abends war nämlich: „Warum überrascht mich das jetzt eigentlich nicht“ ich goss ihr Wodka Redbull über den blauen Arm und sie wischte das mit einer weissen Serviette ab – während die blaue Farbe auf dem Arm blieb und die Serviette auch danach noch blüten-weiss blieb nur etwas Redbull durchtränkt. Das abzubekommen dürfte kein Spaß gewesen zu sein.

sally nightmare before christmas

Die Halloween Masquerade indess war es und was mich jetzt in der Past-Halloween Zeit am meisten gruselt ist folgendes:

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Nach Halloween ist vor Halloween. In diesem Sinne ausgegruselt für dieses Jahr.

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Berlin Voguing Out Ball – 2014

Geile Scheisse war das wieder gut.

berlin voguing out

„Am Samstag ist der große Voguing Ball“ sagte ich zu meiner Kollegin Jasmin.
„Da müssen wir unbedingt hin.“ sagte ich zu ihr.
„Das war letztes Jahr so unglaublich großartig“ schwärmte ich.
„Eines der Events des Jahres“ erwähnte ich.
„Wer am Samstag nicht da ist, verpasst etwas“ lehnte ich mich aus dem Fenster.

voguing out berlin

…. Das das nur zum Teil richtig war, erkannte ich dann am Freitag als Sheila mich im Chat fragte, ob ich heute zum Voguing käme…
Freitag =/= Samstag
Und keine Chance mehr, Jasmin bescheid zu sagen. Fuck. Ich war also da, sie nicht.

Cesar Valentino

Samstag war auch eine Veranstaltung aber das große Event, der Journey to the Far East Ball, der war am Freitag! Voll vergeigt. Ich entschuldige mich dafür und benenne mich bald um in Wilma Wirr oder Vera Verpeilt oder so. Sorry!

vogue fem

Recht allerdings hatte ich mit dem zweiten Teil. Wer nicht da war, hat definitiv etwas verpasst und zwar allerhand. Mir ist neben diesem jährlichen Voguing Event keines bekannt, dass eine bessere Zusammenstellung aus positiver Energie hat, in denen das Publikum so mitgeht, in denen Queers und Normalos so Hand in Hand teilnehmen, dass International und einfach cool ist. Sheila ist mit ihren Queer Burlesque Festen auf einem guten Weg, aber das Publikum versteht sich einfach besser im mitgehen. Denn eines gehört beim Voguing einfach dazu

vogue berlin

MAKE SOME NOISE

far east ball

Begonnen hat es wie im letzten Jahr mit den Runways, wobei der Best Dressed Award ziemlich eindeutig von Ruda Puda dominiert wurde und nicht nur weil Barbie Breakout und Sheila Wolf in der Jury saßen. Das Gesamtkunstwerk Ruda Puda aus Kleidung, Make Up und Personality – unschlagbar.

ruda puda voguing out berlin

Beim BQ UP IN PUMPS Award hätte Ruda ebenfalls mitmachen können, allerdings hätte sie sich schnell ihres Kostüms entledigen müssen. Hier ging es um Männer – männlichkeit und High Heels. Aber als Runway, nicht eben als Rennen!

BQ UP IN PUMPS

Überhaupt wurde an diesem Abend ein hoher Anteil der vorhandenen Absatzzentimeter von Menschen mit XY Chromosomen getragen. Alleine Barbie, Sheila, Ruda und ich haben da mit locker deutlich über einem halben Meter ordentlich vorgelegt und im Glamourfaktor ebenfalls.

zoe delay voguing out

Aber in dem Bereich konnte man dem Journey to the Far East Ball keinerlei Vorwürfe machen. Es wurde geschminkt, geglitzert, geglittert und gepost als wenn es um Leben und weiterleben gegangen wäre und so ähnlich war es ja auch, es ging in den Tanz-Battles um weiterkommen und ausscheiden…

zoe melody berlin vogue

Und das zu entscheiden ist selbst für Koryphäen wie Archie Burnett und Cesar Valentino bisweilen extrem schwierig, wenn beispielsweise ein Erstrunden-Battle eines ist wie dieses hier „These both Contestants are so good“… aber es gibt da noch ein paar Hinweise vom Großmeister.

berlin vogue these contestants are so good

And once again unter ohrenbetäubendem Lärm der anwesenden Crowd, die vor allem ab Beginn der Battles richtig mitging. Eine großartige Energie, die vom Dancefloor auf die Gäste überschwappt und zurück auf den Dancefloor schwappt und weitere Höchstleistungen abruft.

archie burnett

Das ging so weit, dass Archie Burnett mehrfach wie ein Ringrichter die beiden Contestants zur Ordnung rufen musste (dooooon’t touch) und ihnen bisweilen gar eine Seite des Floors zuwies, damit sie sich nicht gegenseitig in den Weg tanzen um die Jury zu überzeugen.

vogue

Am meisten Vorschussapplaus bekam übrigens Zoe Melody, was durchaus dem Lokalpatriotismus geschuldet gewesen sein kann, ist sie doch aus dem House of Melody, sprich aus Berlin. Sie zeigte aber gleich in der Einzelvorstellung zum SEXY SIREN Contest, dass mit ihr zu rechnen ist…

zoe melody berlin

Und yes! mit ihr war zu rechnen, sie bestäubte halb Berlin mit goldenem Glitzerpulver und bezauberte mit ihren Vorstellungen, die sie allesamt gewann und so neben Ruda den zweiten Contest nach Berlin holte.

Lass Deien Haare fliegen, tanz zu meiner Melodie

Lass Deien Haare fliegen, tanz zu meiner Melodie

Erstaunlich viele  Männer waren dann auch im VOGUE FEM Contest. Sogar im Finale, oder nicht, oder doch oder? Who cares. Zwei verdiente Finalisten und eine extrem verdiente Siegerin aus Paris. Zieht es euch rein… unbedingt.

vogue fem final berlin 2014

Und wie gesagt, es war international, Florenz, New York, Paris, Slowenien und was weiss ich noch alles, auf dem Dancefloor. Toll.

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Man kennt es ja, ein Event ist zu ende, die Party danach ist nur noch formhalber angesetzt um noch ein paar Getränke zu verkaufen, in der Regel aber nach 15 Minuten beendet. Nicht so hier. Contestants und Gäste konnten die Tanzflächhe nicht verlassen und tanzten weiter weiter weiter.

Solche Veranstaltungen sollten eine O2 Arena füllen können, das wäre ihnen zu wünschen, aber es ist Underground und als solcher großartig.

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Man sitzt direkt am Dancefloor und fiebert mit. Man ist ein Teil davon. Will man auf Rang 3 Sitz 102 in Sektor B sitzen? Nein!!! Ich bin auf jeden Fall auch das nächste Jahr dabei und freue mich schon jetzt auf eines der Events in 2015, bei denen es für „nicht dasein“ einfach keine Ausrede gibt!

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ach und wer so lange nicht warten will fährt im Oktober nach Hamburg zum Unicorn Ball Hamburg 2014. Scheinbar gibt es in meiner Heimatstadt das House of Lazer Bitches. Kann man mal besuchen. 🙂

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CSD Berlin 2014

Ja, ich war beim CSD Berlin – auch in diesem Jahr.

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Aber die Vorfreude auf den berliner CSD war in diesem Jahr gleich Null. Zu sehr genervt hat mich die ganze Szenerie und Diskussion rund um den CSD.

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Erst wurde der CSD in Stonewall umbenannt, große Diskussion darum, Markenrechtliche Alleingänge, keine Beteiligung der Community, seltsames Gebahren auf allen Kanälen und von allen Seiten. Am Ende solch ein Verwürfnis, dass dann sogar zwei CSDs durch Berlin liefen – stopp sagte ich gerade zwei?

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Nein es liefen sogar drei CSDs durch Berlin. Da es dieses Jahr keinen TCSD gab, gab es eben einen Kreuzberger CSD über satte 550 Meter vom Oranienplatz zum Heinrichplatz, schade, dass ich dazu zu spät kam… aber zurück zum CSD.

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Antigender_Hooligans – Kreuzberger CSD 2014 from antigender_hooligans on Vimeo.

Wir schlossen uns dem klassischen CSD an – ob das nun die beste oder schlechteste Idee ist, darüber will ich keine abschliessende Meinung abgeben, eventuell würde ich in einem weiteren Fall den CSD des Aktionsbündnisses besuchen, der doch ein Zwischending des CSD und der großartigen Enough is Enough Demonstration des letzten Jahres gewesen scheint.

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Da ich in diesem Jahr wie gesagt aus diesen Gründen so null Lust drauf hatte, habe ich mich auch nicht so recht um ein passendes Kostüm gekümmert, und so aus Gründen der WM und dem Ghana Spiel der deutschen Nationalmannschaft am Abend meinen Kunstrasen wieder ausgerollt. Ein wiederverwertetes Kostüm. welche Frevel, aber was solls.

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Wir trafen uns wie fast in jedem Jahr bei Janka im Salon zum letzten fertigmachen und dann gemeinschaftlich mit Janka, Sheila und Diana weiterzuziehen. Aber irgendwie passte ich mit meinem Kunstrasen kaum zu den dreien, waren sie doch alle gehörnt als Huftiere unterwegs. Diana und Sheila als Sartyre (was auch immer das ist) und Janka als „aaaah Du bist ein Einhorn – ich lieeeeebe Einhörner“ So zumindest hörte ich es zumeist aus allen Richtungen rufen, wenn ich in ihrer Nähe lief.

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Irgendwie gab es beim diesjährigen CSD aber technische Defekte, so kamen irgendwelche Trucks nicht durch irgendwelche Ecken und der ganze Zug hatte massenweise Verspätung. Zum Teil standen wir 20 Minuten rum und warteten – aber insgesamt ist das viel besser als von den Trucks von der Strasse geschoben zu werden.

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Es war so lange Zeit, dass wir sogar mit einem Kurzbesuch am M.A.C. Store im KDW, den Janka einer ihrer Kundinnen versprach, keine Zeit verloren und sogar noch Zeit für ein Foto vom Fotografen von Calvin Klein blieb – zurück in den Zug.

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Kalt war es, windig war es und teilweise regnete, kein Wetterchen für ende Juni, aber was soll man machen. Wir stellten uns wind und regengeschützt bei einer Bushaltestelle unter und warteten auf den Bus von Julian F.M. Stöckel, der uns Unterschlupf und unseren schmerzenden Füßen Erholung bot. Achja und Schinkenknacker und schmackhaftes Florida Eis.

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friert ein Einhorn an der Bushaltestelle

Großartig, solch eine Basis, bei der man an den eher wenig besuchten Stellen mitfahren kann und an den besser besuchten Stellen der Strecke eben wieder herausspringt. Und nette Personen waren auch an Bord.

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So erreichten wir dann auch tatsächlich mal in Berlin das Ende der Strecke vor dem CDU Hauptquartier. Seltsames Ende der Strecke, aber so stießen wir zumindest dieses Jahr nicht auf die Fanmeile, die vor einigen Jahren doch ziemlich ekelig war, allerdings dieses Jahr extrem gut zu meinem Kostüm gepasst hätte :).

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Stattdessen setzten wir uns in die nächstbeste Hotellobby und bestellten uns ein Taxi zu den Autos und fuhren nach Hause – was mit drei CSDs, einer Fanmeile und unzähligen Fête de la Musique Bühnen extrem zeitaufwendig und schwierig war. Ein unglaublicher Umweg um zu Janka zu kommen.

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Daher verpasste ich leider auch den kreuzberger CSD, den ich gerne die 550 Meter direkt vor meiner Haustür am Oranienplatz gerne noch besucht hätte, stattdessen besuchte ich eben die Fête de la musique Bühne ebenfalls am Oranienplatz… Erwähnte ich, dass ich meinen Kiez liebe 😉

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Achja, positiv aufgefallen war mir der große schwarze Block auf dem CSD – viele Polizisten aus allen teilen Europas, die in ihren Uniformen mitliefen. Finde ich klasse, das zeigt, dass sich Zeiten ändern. Und lieber MIT ihnen zu laufen, als von ihnen geschützt werden zu müssen oder – noch schlimmer von ihnen verprügelt zu werden was ja in vielen Teilen der Welt noch immer so ist – und wieder immer schlimmer wird… Und bei allem Streit, das ist ja noch immer Grund und Hintergrund der CSD

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