Enough is Enough – Open your Mouth Demo

Die Situation in Russland ist ja in aller Munde und hat tatsächlich dazu geführt, dass zur Leichtathletik WM in Moskau der Sport – sogar in den Medien – zeitweise in den Hintergrund gerückt ist. Das war ja kaum zu erwarten und erfreulich – alleine gebracht hat es nicht viel.

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nun war es ja nicht das letzte große Sportereignis, welches in Russland stattfinden soll. In knapp 6 Monaten finden die XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi statt und es ist traurig, was das IOC dazu zu sagen hat:

„Als Sportorganisation können wir weiterhin daran arbeiten, dass die Spiele ohne Diskriminierung gegen Athleten, Offizielle, Zuschauer und Medien stattfinden.“ Das IOC habe „Zusagen von höchsten Regierungsstellen in Russland, dass diese Gesetzgebung niemand beeinträchtigen wird, der die Spiele besucht oder daran teilnimmt“

Bullshit!

Was davor, oder danach in Russland passiert ist dem IOC egal, oder was denen passiert, die eben „nur“ in Russland leben und nicht zufällig an den spielen teilnimmt. Nicht egal ist dem IOC allerdings, wenn eine Spielerin Regenbogenfarbene Nägel hat. Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass das IOC ebenfalls kein Problem damit hat, wenn eine wirre russische Stabhochspringerin ihre noch wirreren Meinungen der Öffentlichkeit kundtut.

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In meinen Augen erinnert mich das ganze ein wenig an Berlin 1936 in Hitlerdeutschland. Und „Ja“, ich weiss, dass sich eigentlich jeder Vergleich eines Staates mit Hitlerdeutschland verbietet, da kein anderer Staat 6 Mio Menschen ermordet hat, aber das hatte Deutschland im Jahre 36 auch noch nicht.

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Das mal außer Acht gelassen sind aber schon ähnliche Merkmale zu sehen.

Es gab da in Deutschland einen Menschen, der sich mehr oder weniger selber unter windigen demokratischen Umständen zum Reichskanzler ernennen ließ und einen Menschen der ebenso windig vom Präsidenten zum Regierungschef und zurück wählen ließ. In beiden Fällen hatten während der Zeit Bürgerrechte, Menschenrechte und politische Oppositionen wenig zu lachen und in beiden Fällen wurden während dieser Menschen qua Gesetz zu Menschen zweiter Klasse degradiert. Menschen, die in der Folge einen gewissen vogelfreien Status haben und deren Misshandlungen gesellschaftlich anerkannt und juristisch nicht mehr wirklich geahndet werden….

Beide Staaten versuchen sich in der Folge mittels der Olympischen Spiele weltweit als tolle Gastgeber und Saubermänner zu inszenieren in denen zu den Olympischen spielen auf einmal alles okay ist – zumindest für diese Zeit. Mir machen diese Dinge Parallelen bis zu diesem Bereich Angst. Und ich will nicht, dass weitere Parallelen auftauchen.

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„Nein“, ich bin nicht direkt betroffen, ich bin nicht homosexuell. Aber ja, ich bin Transe, Drag, Queer. Ich wohne zudem in Deutschland, kann CSD’s besuchen und sogar ohne irgendwelche Repressalien Regenbogenflaggen hissen und sogar tragen. Für all das würde in in Russland bereits verhaftet werden können – und vermutlich werden. Das ist für mich nicht hinnehmbar, auch nicht, wenn es andere trifft und nicht mich und selbst dann nicht, wenn es in einem anderen Land passiert.

Ich denke da an folgende Sätze:

Als sie die Kommunisten geholt haben,
hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten geholt haben,
hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Juden geholt haben,
hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Jude.

Als sie mich geholt haben, war niemand mehr da der hätte etwas sagen können.

Russland zeigt ganz klar faschistoide Tendenzen und ich will nicht irgendwann der sein, der nichts gesagt hat.

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Daher mache ich am Samstag, dem 31.08. meinen Mund auf und Besuche die Enough is enough – Open your Mouth Demonstration vom Kudamm zur Russischen Botschaft. In meinem Regenbogen Outfit allerdings ohne die Flügel, denn es ist kein CSD, es ist keine Party. Es ist eine Demonstration! Sie DARF bunt werden, man soll uns sehen und bemerken aber sie MUSS laut werden – und damit meine ich keine Bässe von LKWs mit Werbung drauf sondern Parolen, Schriftzüge u.ä. Und übrigens, ich glaube und hoffe, das wird sie.

Ich komme am 31.08. um 12:00 zum Kurfürstendamm Ecke Bleibtreustrasse und ich hoffe Du, der du das gerade liest auch. Sei auch jemand der NICHT nichts gesagt hat – egal ob es Dich gerade betrifft oder nicht.

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Btw. und nur zur Sicherheit.
Natürlich weiss ich, dass andere Länder noch schlimmer die Räder der Zeit zurückdrehen und gar die Todesstrafe einführen wollen. Russland als größtes Land der Erde hat allerdings eine weitaus größere „Vorbildfunktion“ für andere Staaten als es beispielsweise Uganda hat. Schlimm ist beides und ich habe entschieden, im Moment mehr Fokus auf Russland zu legen und NICHT nichts zu sagen.

Das (Queer) Boot 2013

Queerboot 2013

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Nachdem ich ja nun schon einige Jahre auf dem Queerboot zugegen war, bringt es glaube ich kaum etwas, noch zu erklären, wobei es sich da handelt. Fahrgastschiff, Spree, Transen, Bässe, viele Menschen…

DSC05251Obwohl mir auffällt, dass ich von Jahr zu Jahr weniger Menschen dort kenne, waren dieses Jahr auch wieder einige, mit denen man sich klasse unterhalten konnte. Mit Lena beispielsweise über das Für und Wieder, das Ja und Nein zu großen Frauen. Ergebnis: Große Frauen waren für mich noch nie ein Problem. Aber hey, trotz geringerer Absätze ist die Lena größer als ich.. Eine wirklich große Frau.

DSC05247Noch eine ganze Ecke größer hingegen ist allerdings Jurassica Parker, die die Gloria Viagra auf dem unteren Vorderdeck machen sollte, dieses allerdings nicht tat, da das Mischpult etwas dagegen hatte und Musik höchstens in homöopatischen Dosen in deutlich unterster Zimmerlautstärke spielte. Kein Vorderdeck eh, was Jurassica sicher recht war, denn stehen war für sie da vorne eh nicht wirklich möglich.

DSC05250Stattdessen sonnte sie sich lieber am Oberdeck und unterhielt sich… mit mir, mit Daggi und Diana, die auch wieder zugegen waren und wem auch immer. Mir war die Sonne auf die Dauer ein wenig zu viel. Sonne und Fahrtwind… und ständig Haare im Gesicht. Ich glaube ich bin dafür nicht gemacht.

DSC05245Ab ins Unterdeck, da wehte zumindest kein Fahrtwind und meine Haare blieben am Platz. Ausserdem konnte man mit Denise einen Wodka trinken. Und ja, es war russischer Wodka. da wir uns Jägermeister nicht antun wollten, tranken wir ihn unter Protest … aber wir tranken ihn…Gott, sind wir prinzipienfrei. Ich schäme mich etwas 😉 Aber dass die Herren und Damen auf dem Schiff das nächste Mal bitte keinen russischen mehr bestellen. Wir würden ihn nicht mehr trinken… oder eben nur unter Protest  😉

DSC05253Der Protest kommt dann am nächsten Wochenende zur Enough is enough – Open your Mouth Demo vom Kudamm zur russischen Botschaft. Hoffentlich wirds voll. Vielleicht kommen ja auch ein Paar Personen der knapp 200 Queerboot-Gästen.

DSC05265Btw. Denise hat mir gestern mal erzählt, was der Kahn so kostet und wenn man sich das mal ausrechnet, dann ist das eine ganze Menge des Eintrittspreises und da ist Technik, DJs und sonstiges noch nicht eingerechnet.. Falls also irgendwer irgendwas nörgeln will, wie es ja immer bei solchen Parties der Fall ist, möge er / sie sich gehackt legen.

DSC05256Danach gings mit der gesamten Mischpoke ins Kit Kat. Eigentlich wollte ich danach noch weiter, aber irgendwie quatschte ich mich fest über nicht funktionierende Handys, kaputte Absätze, gebrochene Herzen, nicht funktionierenden Videoschnitt und noch mehr kaputte und nicht funktionierende Dinge und Menschen… Eigentlich wars wieder nett, dieses Jahr.

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Ru Pauls Drag Race Germany

Gott ist herabgestiegen und hat „Guten Tag Deutschland“ gesagt. Also genaugenommen nicht Gott sondern die Göttin und als ebendiese hat Ru Paul verkündet, dass Drag Race tatsächlich nach Deutschland kommt.

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Die Vögelchen haben es immer mal wieder von irgendwelchen Bäumen gepfiffen, aber es waren immer nichtssagende Gerüchte, das das in Amerika mega erfolgreiche Drag Race Format nach Deutschland kommen soll. aber man konnte die originalsendungen in Deutschland nur über Proxies sehen und auch sonst waren wir wohl nicht so im Fokus. Nun endlich ist es aber so weit.

Ru Pauls Drag Race Germany kommt und wird sicher mörder-erfolgreich.

Die Damen können sich bewerben und wenn ich das auf der Facebook Seite so richtig deute, dann dürften sich Deutschlands erste, zweite und dritte Garde an Drag Queens wohl in den Videobotschaften die Klinke in die Hand geben. man darf sehr gespannt sein.

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In einem anderen beitrag hab ich mal einen Euro auf Barbie Breakout gesetzt. Ich glaube immer noch, a) dass Barbie dabei sein wird und sie b) sicher gute Chancen hat… sagen wir mal 50 Cent 😉

Ich befürchte mal, es wird kaum von Ru Paul herself moderiert werden… Holt bitte bitte eine gute Jury!

CSD Hamburg – Hallo Regengott?

CSD Hamburg 2013

DSC01069Ich bin mir nicht sicher, was der Wettergott seit einigen Jahren gegen den Hamburger CSD hat, aber irgendwas muss ihm vor 4 Jahren übel misfallen haben.

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Anders kann ich es mir nicht erklären, dass er es nach vielen Jahren Sonne, Sonne und Sonne nun seit drei Jahren pünktlich etwa eine halbe Stunde vor Start bis etwas eine halbe Stunde nach Start nun regnen lässt und so Kostüme, Makeup sowie ein hohes Besucheraufkommen zerstört…

DSC01091Hallo Hamburg Pride, schlagt dem Wettergott doch einfach ein Schnippchen und legt den Start um eine halbe Stunde nach hinten, das hätte in den jetzt letzten drei Jahren dafür gesorgt, dass ein wunderbares Wetterchen die gesamte Parade lang vorhanden gewesen wäre 🙂

DSC01094Die Parade selber dann war natürlich wieder klasse, sie verlief ab Hauptbahnhof in allerbestem Wetterchen und war dan später streckenweise auch wieder gut besucht. Nur bei der typischen CSD-Reisegruppe und den Hamburg Residents habe ich tatsächlich einige dieses Jahr in Hamburg vermisst. Mädels wo wart ihr alle….

DSC01099Und warum haben sich so viele dem „Olivia Jones Paradoxum“ angeschlossen: Ich bin auf dem Startbild, aber komischerweise auf der Parade nicht mehr, da ich direkt am Start ausgestiegen bin. Traurig soetwas.

DSC01087Traurig auch, dass der Hamburger CSD die bisher meiner Meinung nach unversteckteste Werbeaktion, die ich je auf einem CSD gesehen habe, zugelassen hat. Citeecar… traurig, aber da komme ich noch mal „Hier“ zu. Wenn man wie heute immer noch fragt, ob der CSD politisch oder nur Werbung und Party ist, dann geht sowas nicht.

DSC01092Aber letzten Endes ist natürlich auch dieses Jahr der CSD wieder eine wundervolle Veranstaltung gewesen. Viele nette Leute, viele gute Gespräche und immer wieder gute Bekanntschaften.

DSC01075So hatte ich ein wirklich nettes Gespräch mit – ja mit wem eigentlich – Ich kenne ihren Namen garnicht, aber seit vielen CSDs in Hamburg und verschiedensten Parties laufen wir uns seit ebenso vielen Jahren immer wieder über den Weg. Sie schwärmte mir von einem Besuch in Berlin vor – berlin sei nett zu ihr… jaja, das kann ich nur bestätigen. Zu mir auch.

DSC01101-001Oder mit dem Mädel, dass sich – mit langer Lederhose – irgendwie in die Ledergruppe schmuggelte, in der ich gerade die Kontrastfarbe gab … Sind das Deine Jungs – äh nee, ich dachte, das seien Deine 🙂

Vina ValentinaOder die drei „Polizistinnen“ Drei Mädels, die ich bereits letztes Jahr in ihren Cop-Kostümen fotografierte und mir dachte …“hmmm süß“ dieses Jahr wieder da, wieder als Polizistinnen aber als amerikanische.. Und na sieh an, sie kannten auch mich noch. Du hattest doch letztes Jahr etwas grünes an… Hatte ich. Tatsächlich. Mein Kunstrasenkleid mit St. Pauli Emblem.

DSC01081Hätte ich das auch gerade an, könnte ich endlich einmal das Bild vorm St.Pauli Logo vorm Stadion machen, denn dort schaue ich gleich das Spiel gegen Preussen Münster. Heterosexuellste Transe, wo gibt 🙂

DSC01076Nett war dann auch ganz am Ende, wo eine Gruppe Freunde von mir standen und zuschauten…

DSC01090Die Fotos muss ich leider nachreichen, da ich es versäumt habe, den Adapter mitzunehmen, um die Bilder von meiner SD-Karte auf mein Surface zu laden…. Dumm, ich weiss, aber hilft nichts, ich werde sie morgen hier einfügen.

Und da sag noch einer "Kampflesben"

Und da sag noch einer „Kampflesben“

Eine Sache ist mir noch leider erst im Nachhinein hier beim Schreiben komisch aufgestoßen. Ich sah die beiden süssen auf dem Bild oben und meinte zum Publikum spassig: Und da sage noch einer „Kampflesben“.. Da bekam ich dann als Antwort die Frage. „Aber hier sind doch auch nicht alle Homosexuell, oder, da sind doch auch viele Unterstützer dabei? Vermutlich war es ganz anders gemeint, aber im Nachhinein kam mir das fast so vor wie „Die sehen zu gut aus, das sind bestimmt keine Lesben sondern einfach nur Unterstützer“….