Kölner CSD 2005

Reise
Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.
Matthias Claudius (1740 – 1815)

Mich junge Transe zog bisher nicht allzuviel aus Hamburg weg. Ich habe mich bisher in und um Hamburg amüsiert und die ganzen Festivitäten in Deutschland sich selbst überlassen.

Anstatt mich aber dieses Wochenende bei Sabrina auf ihrer Party rumzutreiben oder endlich mal mein 60ies Kleid zum Schlagermove anzuziehen, habe ich mich mich in mein Auto gesetzt und habe mich zum CSD in Köln in Bewegung gesetzt. Sarah hatte mich eingeladen und so wollte ich diese Einladung gerne annehmen. Man hört ja viel davon, dass dei Kölner feiern könnten….

Glücklicherweise hab ich über die Mitfahrzentrale noch einen Mitfahrer gefunden, der sich bereit erklärte, um 5 Uhr morgens mit mir nach Köln zu düsen. 20 Euronen hatte ich so gespart und gleichzeitig etwas Unterhaltung beim Fahren.

Ich bin also um 10 nach fünf bei ihm gewesen und irgendwie konnte man gleich sehen „jepp, der will auch auf den CSD…) – wie wohl fast jeder, der an diesem Wochenende nach Köln gefahren ist….

Noch in Hamburg hatten wir geklärt, dass wir beide zum CSD wollten… Wir redeten dann über Gott und die Welt und kamen, wie bei jedem ordentlichen Smalltalk auf das Thema „Wetter“
er: hoffentlich wird es ordentlich warm
ich: hoffentlich wird es nicht zu warm, das ist nicht gut für mich.
er:???

Nun, dann hab ich aufgeklärt, was ich in Köln will, dass ich als Tranny unterwegs sein werde und dass zu warm nicht gut ist, da man ja nicht will, dass die Schminke verläuft. Wie sagte Lazura noch irgendwann? Zu heiß ist trannyunfreundliches Wetter.

Nun, ab dann hatten wir ein Gespräch, dass uns sicher die nächsten beiden Stunden beschäftigte und mehr oder weniger alle Facetten der Transgender näher beleuchtete. Fetische, Unterschiede, Namenswahl, die Frage ob wohl Transvetitismus oder Homosexualität gesellschaftlicher anerkannt sei. Ob ich wohl rausgehe und wenn ja, wie. Drag oder Transe und und und.

Ein sehr nettes und interessantes Gespräch. Bei dem sich herausstellte, dass er in einer Disco arbeitet (Edelfettwerk) und dort eigentlich schon alles auf der „Obsession“ Party mitbekommen hat. (Da wollte ich auch schon immer mal hin).

Naja, später hatz er noch gesagt, dass er ebenfalls hohe Schuhe großartig findet und wenn er sich tatsächlich mal für eine Frau entscheiden sollte, dann wäre es sicherlich kein Hinderungsgrund, wenn sie klein auf hohen Hacken wäre 😉 Er scheint also der Frauenwelt noch nicht 100%ig verloren
also Biomädels wenn Ihr nörgelt, dass alle gutaussehenden Jungs schwul sind, dann scheint es so zu sein, dass ihr noch nicht per se verloren habt, Euch nur etwas mehr ins Zeug legen müßt.

Interessant war auch, dass er mir erzählt hat, dass er auch einmal als Frau unterwegs war. Auch wenn mir die Vorstellung grünes Paillettenkleid erste eigene Schminkversuche und 9.90 DM Damenschuhe von C&A erstmal zuwieder ist, so ist er ein verkappter Tranny, keine Frage

Schwer zu sagen,dass ich eigentlich garnicht so übel aussehe, wenn ich gerade als Mann mit Dreitagebart über das Trannydasein filosiofiere… Schade, dass ich kein Bild hatte, um dieses zu untermauern. Na mal sehen, vielleict werde ich einfach das nächste Mal auf eine Obession-Party gehen und mich als Zoe vorstellen 🙂

Köln II

Hurricane Transe

Gleichgültigkeit
Gleichgültigkeit gegen sich selbst erweckt
die Aufmerksamkeit anderer.
Fliegende Blätter« erschienen zwischen (1844 – 1928)


So, etwa 88 Stunden Hurricane Festival und einige Tage Regeneration sind beendet – es war bitterkalt aber gut. Ich war dort mit einer Bekannten und wir beide fanden das Lineup großartig. Leider waren wir wegen gänzlich unterschiedlichen Bands dort. Normalerweise waren wir also zu unterschiedlichen Zeiten auf dem Festivalgelände. Und wenn wir gleichzeitig dort waren, denn zumeist an unterschiedlichen Bühnen. Na egal. es war trotzdem ziemlich gut. 60.000 Menschen auf einem Haufen und ich habe nicht eine Schlägerei mitbekommen. Abends waren wir aber gleichzeitig im Discozelt und nicht nur wir.Bei 60.000 Personen muss es rein statistisch wohl auch eine Transe geben…. In diesem Fall war das auch so.Aber warum warum muss diese wie Robert Smith herumlaufen??? Ein komisch geblümtes Kleid und vor allem verwischter roter Lippenstift. Ohmannomann. Das war mir wirklich unverständlich, da sie ansonsten eigentlich gut hätte aussehen können.

Auf meine Frage: „was war denn das eben“ meinte meine Bekannte „Das war ein Mann“ ….. Ach wirklich? Das ich eigentlich meinte. „Brr wie sah dieser Mann denn aus“, sagte ich dann nicht mehr.

Aber schön war, anzusehen, dass eigentlich trotzdem niemand Notiz von ihr nahm. Auch wenn ich hier etwas nörgele, dann muss ich trotzdem meinen Respekt aussprechen… Immerhin war ich dort als Mann und sollte so keine großen Töne spucken…. Eigentlich wollte ich ihr beides noch sagen, aber ich habe sie später nicht mehr wiedergefunden.

Bitte bitte meine Dame, so nur rumlaufen, wenn The Cure tatsächlich spielen, sonst ist das nicht das Wahre…

Trans-Street-Day

Freizeit
Es gibt so viel in unserer Freizeit zu tun, daß wir keine Frei-zeit mehr haben.
© Erhard Blanck (*1942),

Hilfe Freizeitstress!!!
Als ich erfuhr, dass es den Trans Street Day an diesem Wochenender in Dresden gibt, hatte ich eigentlich vor, dahin zu fahren. Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt schon einem familieninternen Geburtstag zugesagt, auch ganz bestimmt zu kommen. Nun, das muss in diesem Fall vorgehen. Also nix TSD .

Stattdessen kann es sein, dass ich mich heute auf dem Straßenfest am Spielbudenplatz zur Eröffnung des Hamburger CSD herumtreibe. (Zumindest wenn sich Svenja meldet) werde ich wohl heute doch nichts mehr machen.

Interessant ist folgende Aktion in Dresden:
Die zentrale Veranstaltung von CSD und Trans-Street-Day 2005 ist die Demonstration.

Sie findet am Samstag den 4. Juni 2005 statt. Wir treffen uns ab 12 Uhr am Albertplatz in der Dresdner Neustadt. Beginn der Parade ist um 13 Uhr. Sie führt zunächst durch die Neustadt, zurück zum Albertplatz und von dort über die Elbe zum Theaterplatz und endet am Altmarkt.


Wir werden unter dem Motto „geoutete und ungeoutete Transsexuelle und Transgender“ als Block an der Parade teilnehmen.Wir wollen zeigen, dass auf dieser Strecke noch eine Menge Aufklärungsarbeit und politische Arbeit zu leisten ist. Zur Symbolisierung haben wir in den vergangenen Wochen an Masken gearbeitet. So kann auch jemand an der Demo teilnehmen, der nicht erkannt werden möchte. Und wer sich zeigen will kann dies durch eine eindeutig „abgesetzte“ Maske demonstrieren.Die Masken können am Vorabend während des Eröffnungsballs und direkt vor der Parade am Albertplatz abgefasst werden.Im ersten Augenblick habe ich es dämlich gefunden, wenn dort Leute mit Masken auftreten. Nach näherem Nachdenken finde ich es aber spannend, interessant und auch lehrreich, wenn dadaurch gezeigt wird, dass es eben viel mehr Transgender gibt, als diejenigen, die sich zeigen. Warum sich die anderen nicht zeigen hat sicherlich vielfältige Gründe – aber jeder Grund ist einer zuviel.

Genaugenommen bleibt dadurch dann doch der Demonstrationszugscharakter enthalten und es ist nicht nur eine reine Spaßveranstaltung. Nach reichlicher Überlegung sage ich. Daumen hoch

Aber weiter zum Freizeitsstress: TSD ist also nicht. Eine Woche später ist Christopher Street Day in Hamburg. Als hamburger Trannie sollte man da eigentlich auftauchen, gell. Nix Da Scheeßel ruft mit dem Hurricane Festival. Das geht vor – Man muss Prioritäten setzen. Danach ist CSD in Köln und ich überlege dort hinzufahren?

So gefällt mir das.

Ja, nein, bitte, danke.
Wenn ich so bei Ebay langsurfe und Schuhe in meiner Größe sehe, die noch nicht in meinem Schuhschrank stehen, dann bin ich interessiert. Wenn diese dann nur 8 € kosten sollen, dann kann ich leider schwerlich nein sagen. Also musste ich mal wieder zuschlagen.
Traraaa! meine neueste Neuerwerbung
Allerdings ist das einzige, was dazu anziehen könnte wohl mein schwarzes Lackkleid… Passt auch nicht recht, oder??? Hmm mal sehen, was ich da machen soll. Vielleicht ein rotes kaufen


die kleine Laufleiste unten auf dem Bild ist übrigens durch dieses Bild inspiriert und zeigt eine kleine Auswahl meines Schuhschranks… Ich glaube ich muss dieses Bild mal richtig nachstellen.

 

passende Beiträge:
noch nix.

 

 

La Noire Fetische

Unsicherheit
Unsicherheit stärkt die Angstgefühle –
diese wiederum bewahren vor unüberlegten Handlungen.
© Karin Obendorfer (*1945),

Vor einiger Zeit war ich ja mit Laura auf der Kinky Planet Party. Es war zwar nett, aber die Party hat mich damals nicht recht vom Hocker gehauen. Weder die Party als solches, noch die Musik oder die Personen (Laura natürlich ausgenommen) dort haben meinen Geschmack sehr getroffen.

Damals bin ich das erste mal einem bekannten Gesicht über den Weg gelaufen (eine ehemalige Kollegin, mit der ich allerdings nicht lange in der gleichen Firma gearbeitet habe und mit der ich allzuviel auch nicht zu tun gehabt habe. Sie hatte mich damals allerdings nicht erkannt – was mir auch sehr gelegen war. Eigentlich wollte ich auf dieser Party auch Florance kennenlernen, aber aufgrund der schlechten Party war sie nur kurz da, dann weg und wir haben uns nicht getroffen.

Vor kurzem fiel mir der Flyer oben in die Hände. Musik klang gut und warum nicht. Bis gestern morgen vergaß ich ihn allerdings. Mangels Laura und da zu kurzfristig um Lara anzusprechen hab ich im TG_N Forum um Begleitung gebeten. Nadja meldete sich und wir gingen Abends los….

Kurzes Lackkleid, Lackpumps, schwarze Haare, grüner Lidschatten, dunkelroter Lippenstift – das Ganze angestrapst. Kurzum, ich war selber ziemlich zufrieden, als ich in den Spiegel schaute. Ein lustiger, unbeschwerter Abend konnte beginnen.

Der unbeschwerte Teil des Abends war aber direkt nach dem Eintreten zuende. Mein erster Blick im Laden fiel auf ein Mädel. meine Mine versteinerte und ich war verwirrt. Ein Paar Meter vor mir stand eine Azubine aus meiner Firma, die seit einigen Monaten in meiner Abteilung ist (ja genau diese…) Sie schaute zwar in meine Richtung. Allerdings sah sie mich nicht direkt an. Mittlerweile bin ich aber ganz gut darin, kaum Reaktionen zu zeigen. Ich fing mich und ging an ihr vorbei.

Damit war es mit der Unbeschwertheit vorbei. Statt auf der Tanzfläche haben wir uns den Rest des Abends an der Bar herumgetrieben. Die nächsten Stunden hab ich mich mit meiner Kollegin beschäftigt. Schaut sie gerade wieder her, schaut sie nicht schon wieder, hat sie mich erkannt, wie sollte ich damit umgehen. Laura meinte zwar das letzte Mal „niemand würde Dich erkennen“ – aber bei einer Person, die mich täglich sieht war ich mir sehr (nein sehr sehr) unsicher. An den Reaktionen oder besser den fehlenden Reaktionen von ihr schien es aber so, dass sie mich nicht erkannte… cool.
Meinen Platz an der Bar, habe ich alles erblickend, aber doch nicht im Mittelpunkt stehend dann aber doch nicht verlassen. (Bis auf einen kleinen Ausflug zur Toilette. Dabei hab ich übrigens eine von drei Stufen übersehen und bin fast gestolpert (hmpf als ob ich nicht drauf laufen könnte – mist) Dummes Mißgeschick, aber nicht wirklich schlimm. Der GAU wäre gewesen wenn ich mich hingelegt hätte und im SUPERGAU hätte ich dabei noch meine Perücke verlieren können. Sogesehen war es also okay.

Als ich dann später so über die bar auf der anderen Seite schaute, meinte ich Florance (dich ich bisdato nur von zwei Profilbildern kannte, ) zu erkennen. War mir aber auch dabei nicht sicher – denn sie hätte auch ein wirkliches Mädel sein können. Nadja erging es ebenso und meinte unabhängig von mir „wenn ich es nicht besser wüßte, würde ich sagen, dass da drüben eine Schwester steht“ Damit war es klar. Es war Florance mit einer weiblichen Begleitung. Beide kamen näher und wir lernten uns kennen. (Sehr sympathisch)
Der Laden wurde leerer und am Ende waren fast nur noch wir da. bis auf 6-8 andere Personen ( meine Kollegin auch immer noch) Die Musik ging langsam aus und wir wurden etwas später gebeten zu gehen.

Schwere Situation (helleres Licht, nur ganz wenige Personen an der Garderobe – meine Kollegin, ich un einige andere Personen.) Da ich
a) nichts gesagt habe und
b) sie nicht direkt angeschaut habe
kann ich nicht genau sagen, ob sie mir Blicke zugeworfen hat und oder ob sie mich erkannt habe.

Morgen Früh werde ich sicher anhand irgendeiner (oder eben wirklich keinerlei) Reaktion mehr wissen…

Übrigens in Rock, Korsett und mit Stiefeln schaut die gute klasse aus. Das sollte sie öfter tragen – vermutlich tut sie das auch – aber natürlich nicht bei der Arbeit.

Musikalisch war die Party übrigens einwandfrei.

 

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