CSD Frankfurt 2017

Am Mittwoch kam eine Nachricht von Sheila, ob ich Lust hätte, am Wochenende den CSD in Frankfurt zu besuchen. Das Westin Grand hätte sie auf ein Wochenende für zwei Übernachtungen und einen Platz auf dem gesponserten Wagen eingeladen….

Sie dürfe einen Begleitung mitbringen und fragte, ob ich wohl Lust hätte, mitzukommen. Kurzfristig, aber why not, ich bin ja spontan, also buchte ich eine Fahrt mit dem Flixbus gen Frankfurt, da mir die Bahnkarte zu teuer war…

Nicht so recht drauf geachtet habe ich allerdings, was das für eine Route und Zeit war. Ein Flixbus, der über Hamburg fährt, dort vier Stunden wartet und generell jedes Kaff auf dem Weg mitnimmt dauert dann mal eben 14 !!!! Stunden.

Der zweite Teil der Reise von Hamburg nach Frankfurt war der Bus zudem rappelvoll und das WLAN defekt  – über viele viele Stunden… Boh, wat langweilig. Als ich endlich Frankfurt erreichte war ich heilfroh über ein riesiges weiches Bett, ein tolles Spa. Letzteres nutzen wir prompt und ebenso prompt schlief ich direkt nach der ersten Sauna ein… nicht ohne Sheila mit meinem Geschnarche zu belästigen.

Dabei hätte es das gar nicht gemusst, denn während der Fahrt von Hamburg nach Berlin bei der ich kaum schlafen konnte, erblickte ich in einem Mail-Fach, dass ich seit Jahren kaum mehr nutze eine Mail, die mich ebenso ins Westin Grand einlud. Leider kam meine Antwort Freitag Morgen etwas spät – insofern musste Sheila mein Geschnarche aushalten. … Da ich aber selber Ohrenstöpsel für den Reisebus brauchte, konnte ich aushelfen.

Auf jeden Fall machten wir es uns bis zum late late late checkout Sonntag um 16 Uhr gemütlich, Spa, Sauna, Essen, Schlafen und zwischendurch etwas CSD der sozusagen direkt vor der Hoteltür begann. Was will man mehr.

Am Freitag schleppte mich Sheila in ein Japanisches Restaurant, dass sie unbedingt ausprobieren wollte. …No problem, ich esse ja alles… , stutzte aber beim Preis auf der Karte. …Aber es lohnte sich. Vor unseren Augen handwerkte ein japanischer Koch uns tollste Essenskreationen, die nicht nur großartig angerichtet waren sondern zudem auch noch toll schmeckten. Das war jeden Euro wert.

mde

Zwischen den Saunagängen kam aber der CSD der mit einem Platz auf dem ersten Truck lockte… Sehr verlockend, aber man will ja gesehen werden und so gehört es sich für eine jede Drag, nicht AUF dem Truck zu sein, sondern VOR dem Truck.

Fast wäre das aber schiefgegangen, denn beim Aussteigen am Römer riss eines meiner Riemchen meiner Sandaletten… FUCK ! also streifte ich eine halbe Stunde durch diverse Kleine Geschäfte um Hilfe zu erbitten. Eine Sicherheitsnadel bei einem Uhrengeschäft rettete mich dann schlussendlich und die Parade konnte losgehen.

Spätestens beim ersten Kopfsteinpflaster bereute ich das natürlich wieder und es kam wie immer die Frage, warum ich mir das eigentlich immer wieder antue. Eine Typische Frage auf und für etwa anderthalb Tage nach jedem CSD. Das hält dann ein paar Tage an, ist aber spätestens am nächsten Wochenende vergangen.

Erstaunlicherweise ist dass dann aber auch der Grund, aus dem man am besten mit den am Strassenrand stehenden Damen ins Gespräch kommt, beispielsweise mit Jennifer die mich ob meiner Fähigkeit, die Strecke in High Heels zu bewältigen und ich sie ob ihres Kleides und ihrer Arbeit als Maßschneiderin für Korsetts. – Immer wieder schön, wen man so auf den CSDs kennenlernt.

Aber irgendwann geht auch der Schönste CSD zu Ende und es geht zurück in die Hauptstadt. In diesem Fall hab ich mir dann aber eben doch eine Bahnkarte gegönnt, denn nochmal auf 14 Stunden Busfahrt hab ich keine Lust gehabt, zumal in meiner eigenen Wohnung eben keine Sauna und kein Spa warten 😉

…und leider steht bei mir auch kein Oldsmobile… Was ein geiles Gefährt, oder?

Also, vielen Dank Westin Grand Frankfurt für die Einladung, war ein wirklich tolles Wochenende mit viel Entspannung.

 

Ehe Für Alle

Heute ist es so weit. Der deutsche Bundestag hat heute beschlossen, dass die „Ehe für alle“ kommt. Als 23. Staat der Erde sind gleichgeschlechtliche Ehen legalisiert worden:

Bei 623 abgegebenen Stimmen sprach sich eine Mehrheit von 393 Abgeordneten für eine völlige rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare aus. 226 Parlamentarier stimmten mit Nein, vier enthielten sich.

48 Jahre nach Stonewall – Hat lange gedauert.

Ich freue mich für Euch alle. Für diejenigen die gekämpft haben, für diejenigen die nun heíraten können und für diejenigen, die es zumindest könnten, wenn sie wollten.

Und ja, ich denke auch, dass ein großer Dank an die die Grünen gehen sollte. Volker Beck, klar.

Ich würde da aber auch noch Farid Müller aber auch Lutz Kretschmann (SPD) würdigen wollen. Sie haben dafür gekämpft, dass bereits vor 18 Jahren der Hamburger rot/grüne Senat ein Gesetz beschloss, dass es erstmals in Deutschland ermöglichte, dass erstmals gleichgeschlechtliche Partnerschaften eingetragen werden konnten.

Diese „Hamburger Ehe“ ist zwar weit von dem entfernt, was heute beschlossen wurde, aber war damals weit weniger Konsens als heute und so der erste große politische Baustein zur Enntscheidung von heute und so unerhört, dass aus Bayern sogar die Aussage kam, „man könne ja auch gleich einen Pakt mit dem Teufel eingehen.“

Ich als eigentlich unbeteiligte Person habe spätestens vor 9 Jahren beim Festakt 10 Jahre Hamburger Ehe festgestellt, dass mir das ein Anliegen sein muss. Damals erzählte eines der ersten Paare der Hamburger Ehe von Ihrer Zeit damals. Unerhört, dass zwei Männer offen zusammenlebten. Und unerhört toll, dass sie dann ihre Partnerschaft manifestieren konnten. Das war zutiefst bewegend.

Dass ich in der Folge im Regenbogenoutfit auf dem CSDs dieser Nation auftauchte war daher auch viel mehr als nur der Kampf für das beste Bild sondern tatsächlich als ein Statement zu verstehen. Ich hasse Ungerechtigkeit zutiefst.

Und auch, wenn die Welt in den letzten Jahren gefühlt viel rauher wurde ist es toll, dass es 18 Jahre später keine „Eintragung einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft“ mehr braucht sondern, jede(r) der es will tatsächlich heiraten kann.

Ich freue mich für Euch.

Dass damit nun aber noch lange nicht alles erledigt ist, zeigt die Welt seit zu vielen Jahren, in der das Rad in vielen Ländern zurückgedreht wird. Aber nun kann man aus Deutschland mit einem wirklichen Zeigefinger auf Länder wie Russland, Polen, oder nach Afrika zeigen.

La Fête Fatale – Gender Bender

http://zoe-delay.de/tag/bassy/Wenn die Dame die eigentlich nicht Else heisst auf einmal Fritz ist – und ich die normalste Person auf der ganzen Party.

Hachja, die Fête Fatale. Es gibt in Berlin wie neulich bereits geschrieben ja eine ganze Menge Partys und Veranstaltungen, die man irgendwie mit der Überbezeichnung „Burlesque“ versehen werden können, aber es gibt nur eine Fête Fatale. Und jene ist wohl die Party mit den besten Gästen überhaupt.

Die Fête Fatale hat immer ein Motto. …Klar, das kennt man auch zu anderen Partys, normalerweise kommen da dann etwa 12,357% der Gäste irgendwie mottohaft und davon etwa 12,3% lieblos irgendwie an das Thame angelegt. (okay die Boheme Sauvage ist da eine Ausnahme und natürlich Halloween) Aber die Fête Fatale ist anders, hier kommen eigentlich fast alle Gäste dem Motto angepasst, und das auf oft hohem Niveau.

Das ist aber auch irgendwie logisch, denn dieses ist die Burlesqueparty, auf die diejenigen Performer kommen, die gerade nicht irgendwo auftreten, auf die jene Partypeople kommen, die gerade nicht anders eingespannt sind und alle anderen Gäste nicht dagegen Abstinken wollen. Diese Gemengenlage aus tollen Menschen führt auch oft zu einer besonders stimmungsvollen aufgeladenen Party – und diese war wieder einmal eine solche.

Das Motto dieses Abends war „Gender Bender“ Frauen als Männer, Männer als Frauen und irgendwas zwischendrin.

Lola würde es als:
Ladies, gentlemen and those who are yet to make up your mind.
bezeichnen.

Ich als toll und großartig und wunderbar – wenngleich ich mich frage, was man als Drag auf solch einer Party denn so machen soll…. Wenn ich doch immer so rumlaufe, hätte ich eigentlich einen Schnurrbart benötigt, aber da ich kein Auto mehr mein Eigen nenne, und eine Fahrt zu Deko Behrendt demnach nicht in den Kram passte fühlte ich mich – obgleich vollkommen dem Partymotto entsprechend doch irgendwie total underdressed zwischen all den tollen Menschen da.

Aber eigentlich schon beim Eintauchen in die Party war mir klar, das kann nur großartig werden. So viele bekannte Gesichter, so viel tolle Menschen so viel Durcheinander. Ich meine was soll man schon davon halten, wenn die Dame, die eigentlich schon nicht Else heisst sich auf einmal als „Fritz“ vorstellt oder die Dame die in Wirklichkeit schon nicht Lou heisst dann Jesus ist oder ein eigentlicher Silbermann dessen realer Name schon nicht Hedoluxe ist oder Carlos Amore oder oder oder als Captain Gender Bender unterwegs ist. Eine verrückte schizophrene Partygesellschaft nur ich war „einfach nur Zoe“ – naja und Sheila Sheila und ein paar andere ebenso aber es war ein wildes schönes Durcheinander.

Das Mädel, dass „besondere“ Kostüme für den Kostüm-Contest aussuchte hab ich aber wohl überzeugt und sie wollte mich dabei haben… Meine Antwort, dass ich eigentlich immer so rumlaufen würde, es also nix besonderes sei hielt sie allerdings nicht davon ab, mich als Contestant auf ihre Liste zu nehmen. 🙂

Obwohl ich mich wie gesagt eigentlich nicht kostümiert fand, ging ich auf die Bühne, brauchte „Fritz“ und „Jesus“ meinen Namen nicht nennen, da dieser allseits bekannt war und stellte mich zur Wahl.

Ich verlor gegen ein Dreiergespann, die eigentlich nichts mit dem Thema zu tun hatten, gewann aber gegen ein bärtiges Einhorn und Captain Genderbender. Yeah!

Fritz und Jesus

Irgendwie fühlte ich mich auf der Bühne aber ned so wohl… An der Bühnenpräsenz sollte man also noch etwas arbeiten, aber das können andere eh besser, wie beispielsweise Banbury Cross:

oder Tamara Mascara:

oder die anderen Acts auf der Bühne dort.

Ja, die Acts sind ein gewichtiger Teil der Fête Fatale aber nicht der wichtigste. Das schönste ist, dass man auf dieser Party nie alleine ist. Man unterhält sich eigentlich durchgehend mit Bekannten oder interessanten Unbekannten und garnicht mal so unbedingt mit den üblich Verdächtigen

Ich habe mich über mehrere eigene Getränke und das Getränk ihrer Freundin, die anderweitig beschäftigt war (eine genauere Zeitbestimmung bekomme ich nicht hin) mit einem Mädel unterhalten, die vollkommen zufällig ins Bassy kam und eigentlich woanders hinwollte, dann davon aber nicht loskam und bis knapp vor dem Ende blieb, dazu mit einigen Personen, denen man bereits seit vielen Jahren durchaus auf Partys über den Weg läuft, mit denen ich mich aber noch nie unterhalten habe. Immer schön sowas. (ja auch mit dem bärtigen Einhorn)

Ich habe mich auf jeden Fall lange nicht mehr auf einer Party so gut entertained gefühlt, was auch alleine dadurch sichtbar ist, dass ich mit einer kleinen Gruppe um Adam und Regina mit den Laden abschloss und noch eine Runde den Kreuzberger „Trinkteufel“ besuchte, eine 23,5 Öffnungsstunden am Tag Bar, die nur wenige hundert Meter von meinem zu Hause ist und die ich in der gesamten Zeit noch nie besucht hatte.

Ich hatte sie bisher als Metal Bar abgestempelt, musste dann aber feststellen, dass Münchner Freiheit und Klaus Lage dort aber ebenfalls gespielt werden. Welten krachen zusammen….

Nach Hause kam ich dann übrigens gegen halb 9 morgens 😉

was ne Nacht 🙂

Adam als Emma Sjoeberg. Ihr kennt sie aus dem George Michael Supermodel Video. Das ist allerdings schon einige Jahre alt und das sieht man Emma auch an. Ganz schön verlebt, die gute 🙂

Die beiden rechts und Links von Sheila waren eindeutig männliche Gallier, deren Namen mir nicht einfallen Alberix und Odelix oder so ähnlich aber sie hatten auf jeden Fall sehr feurigen Zaubertrank – eindeutig mexikanischem Ursprung, sie scheinen also aus Hamburg zu kommen dem Heim von gutem Mexikaner.

Madonna Mania @ Schwuz

Dinge ändern sich.

vielleicht nicht die Madonna Mania aber auf jeden Fall wir auf der Madonna Mania – oder generell im Nachtleben.

Irgendwann bin ich mal nach Berlin gekommen – und zwar fast ausschliesslich dem Nachtleben wegen.

Die ersten Besuche in Berlin und vor allem der erste Besuch damals im Irrenhouse haben mir eine neue Welt eröffnet, die mich magisch anzog und mich dann letztendlich zum Umzug getrieben haben.

Jahrelang habe ich mich dann Wochenende für Wochenende auf verschiedenen Partys der Hauptstadt rumgetrieben. Im Schwuz, Irrenhouse, Propaganda und immer wieder auch auf der Madonna Mania.

Letztere gibt es immer noch und auch immer noch im Schwuz. Das selber ist allerdings nicht mehr dieses seltsame Kellerloch am Mehringdamm sondern heute ein steriles Gebäude mit einem Charme irgendwo zwischen Bunker und Großraumdisco.

Auch das Irrenhouse gibt es noch – ebenfalls allerdings nicht mehr im Kellerloch des Geburtstagsclub sondern im deutlich größeren Musik und Frieden. Beides hat seinen Charme für mich verloren – vielleicht bin ich aber auch einfach rausgewachsen.

Auf jeden Fall war an dem Wochenende eine Queere Party im Musik und Frieden und wir entschieden, da mal vorbeizuschauen. Dass davor vor dem Gatter, dass die lange Schlange gerade nicht vorhandenen aber möglichen Gäste reguliert die eine, eine Sperre war, konnte ich so nicht einsehen und überwand sie flinken Fußes….

Nichtwissend, aber dann vom Türsteher erfahrend, dass die Abriegelung einen triftigen Grund hätte und zwar die Menschen – also auch mich – vor Dingen, die vom Dach fallen könnten zu schützen…

Ich nahm das hin und dachte: „ja ja red du man“

Es zeigte sich dann aber, dass da wohl etwas dran sei, denn später kam viel Polizeit, einiges an Feuerwehr mit Leiterwagen um wichtig irgendwas genau an dem Teil des Daches rumzufuhrwerken.

….genaugenommen bin ich wohl knapp mit dem Leben davongekommen.

Im Krieg und Frieden zeigte sich aber, dass wir nicht nur „davongekommen“, sondern auch zu früh gekommen sind, denn der Laden war leer als wir kamen und füllte sich nur langsam und wir langweilten und furchtbar… das immerhin bei guter Musik.

Als es dann langsam voller wurde, mussten wir uns allerdings auf den Weg ins Schwuz zur Madonnamania machen, denn Sheila wollte unbedingt Epiphany Get Paid und ihre Lady Gaga Performance sehen.


Okay Schwuz also… Im Gegensatz zu der vorherigen Party gab es hier eine Schlange und im heutigen Schwuz ist das altehrwürdige Gesetzt:

Im Fummel gelten Schlangen nicht

aus unerfindlichen Gründen ausser Kraft gesetzt. Wie konnte sowas nur passieren? In der Kälte vor dem Club stehen… Nicht meines. Das muss ich nicht haben. Aber wor wollten ja nun einmal hinein.

Um Stella Destroy zu sehen, und Biggy van Blond und Kaey und Madonna und andere Diven zu hören…. Manche Dinge ändern sich eben nie. vermutlich waren sie schon dabei als die erste Madonnamania vor 15 Jahren startete 🙂


Egal, wir waren vor allem für die Performances da… und da vor allem für die von Epiphany. Lady Gaga selbst gesungen… Toll aussehend – aber wenig begeisternd. Ein wenig dünn gesungen. Das mag aber auch daran liegen, dass die später mit Kaey zusammen ein Madonna-Gaga Medley sang und Kaey doch einiges mehr an Stimme zeigte…

Wie dem auch sei, die Performances waren zu Ende und unsere Lust auch… Der Abend war langweilig, oder wir zu alt, oder beides … 🙂