Ole von Beust ist Schirmherr des CSD

Na schau einmal. Ole von Beust hat dieses Jahr tatsächlich die Schirmherrschaft des CSD Hamburg übernommen.

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Viele Jahre hat es gedauert und immerwar Ole von Beust am CSD Tag verschwunden und alle – vorwiegend allerdings die politische Konkurrenz – fragte sich immer: „und wo ist Ole?“. Nun finde ich ja generell, dass es eine Privatsache ist, ob man den CSD besucht oder nicht und dass mann auch als Homosexueller Bürgermeister nicht verpflichtet ist dort aufzutauchen, aber schön finde ich es trotzdem, dass er sich im neunten Jahr als Bürgermeister in Hamburg nun endlich überreden lassen hat, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Noch besser finde ich, dass dieses offensichtlich nicht irgendwelchen wahlkampftechnischen Kalkülen entsprungen ist, denn er ist ja noch bis 2012 als Bürgermeister bestätigt…

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Nachdem also im vergangenen Jahr erstmalig die Regenbogenflagge am Rathaus gehisst wurde, wird Ole von Beust diesesJahr also hochoffiziell Schirmherr un dals dieser auch hochoffiziell am CSD Hamburg teilnehmen.

Find ich gut.

Film: Paris is Burning

Die New Yorker Drag Szene vor 22 Jahren

wer mal wieder Lust auf 76 kurzweilige Minuten vor der heimischen Flimmerkiste hat, dem sei die Dokumentation „Paris is burning“ ans Herz gelegt, die mir erst heute aufgefallen ist. Pepper LaBeija, Angie Xtravaganza, Dorian Corey und Avis Pendavis starben allesamt bereits vor mehr als 6 Jahren.

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Paris is Burning ist eine Dokumentation von 1987 und soll laut Film „das Ende der goldenen Zeit“ der New Yorker Drag Queen Szene zeigen. Genaugenommen schaut der Film hinter die Kulissen des New Yorker Drag-„Balls“, einem Tanz- und Kostümfestes, bei dem es offensichtlich darauf ankommt gerade das darzustellen, was die Jury gerade von einem verlangt. Das kann von einer Butch Queen das erste Mal outdoor bis zur Glamour Drag seinund muss keine weibliche Rolle sein. Irgendwie scheint mir dieser Drag-Ball eine frühe Version von Ru Pauls Drag Race zu sein.

Die verschiedenen Drags erzählen gedresst oder ungedresst von ihrem Leben, über ihre Hintergründe, über Rassismus und über das Gender-Thema generell.

Ich bin ein Mann, ich bin ein Mann der eine Frau iminiert, ich kann nicht sagen, wie sich eine Frau fühlt, ich kann nur sagen, wie sich ein Mann, der sich wie eine Frau kleidet und als Frau auftritt fühlt.

Das ganze immer mit Inhalten des Drag-„Balls“ gespickt.

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Insgesamt scheint mir dieser Film ein wenig die Blaupause von Gender-X zu sein, der Dokumentation der Berliner Drag-Szene. Der Unterschied ist sicher vor allem auch in der Zeit zu sehen. Paris is Burning ist aus 1987 also mittlerweile 22 Jahre her – und ich denke mir, dass es in der Tat noch eine andere Zeit war als es die Gender-X Zeit war, ob es allerdings die goldene Ära war, ich weiss es nicht, und die wichtigen Drag Queens diese Films werden es ebenfalls nicht mehr erzählen können.

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Spannend finde ich dabei, dass dieses wohl das erste Mal ist, dass ein Mutter/Tochter Verhältnis zweier oder mehrere Drag Queens Dokumentiert ist. So sagt Pepper LaBeija selber sie sei „Pepper LaBeija die legendäre Mutter des House of LaBeija“. Ausserdem sei ein „house a family for those who don’t have a family“. Kein Haus im Eigentlichen sinne, sondern eine Familie. Sie war die Mutter und die jüngeren Drags waren die Children.

Jeder Minute des Film sieht man sein Alter an, sei es nun der Mode wegen oder der üblen Qualität. Lohnen indess, ihn anzuschauen tut es auf jeden Fall.

Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8, Teil 9, Teil 10, Teil 11

Wasserfall und Dschungelprüfung

Wasserfall und Dschungelprüfung im Irrenhouse

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An einem Wochenende, an dem das Motzstrassenfest ist, hat es eine jede Gayparty in Berlin schwer. Sogar Nina Queers Irrenhouse. Da treibt sich eben das gesamte Zielpublikum mehr oder weniger angetrunken im Goya rum. Mataina Ah Wie Süß brachte das sogar zu dem Ausspruch „so leer, wie heute habe ich es hier noch nie gesehen“. Ich schon und zwar letzten Juni und vorletzten Juni. Dass Mataina dieses allerdings noch nicht gesehen hat, mag auch daran liegen, dass sie in der Regel zu der Zeit Touristen auf Mykonos bespasst… Aber – der Wirtschaftskrise sei Dank ist diese Saison keine gute und Melli Magic macht da jeden Abend show vor 10 bis 20 People…

Na, da waren zur Show doch einige Mehr anwesend, es war gut gefüllt – was sich jedoch direkt nach der Show änderte. …Hab ich irgendwie die Ansage „und nun verpisst euch“ von Nina verpasst?? Ich weiss es nicht, ist aber auch egal, denn die Show  war mal wieder großartig und sehr sehenswert.

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Ich muss ja wirklich mal meinen Respekt aussprechen, sich Monat für Monat wieder eine neue Nummer auszudenken und diese auf die Bühne zu bringen. Das ist schon aller Ehren wert. Dass dabei nicht jede Nummer berauschend sein kann, ist irgendwie logisch, aber dieses Mal haben die Mädels wieder ihr bestes gegeben und gute Ideen gehabt.

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Es begann mit TLC und Waterfalls. Stella DeStroy, Nina und Mataina hinter einem Wasserfall aus Plastik. Ziemlich großartig gemacht. Ich mag es ja, wenn gemeinschaftliche Auftritte kommen. Übrigens gibt es zu dem Song Waterfalls eine großartige Geschichte um Wasser, Feuer und je, genau SCHUHE! Die eine Sängerin Lisa Lopez war so wütend, dass ihr Freund sich selber sieben Paar Schuhe kaufte, ihr aber nicht ein Paar mitbrachte, dass sie alle seine Schuhe in der Badewanne anzündete… Dummerweise hielt sie das Feuer nicht unter Kontrolle und fackelte das ganze Haus ab. Das brachte sie in eine Therapie.. Doof. Aber da kann man mal sehen, was passieren kann, wenn es bei Frauen um Schuhe geht.

Danach ging es weiter mit Mataina und einem ihrer schlüpfrigen Songs um kleine Mädels, die nicht so recht wissen, was mit ihnen los ist. Warum der Storch nun ihr ein Kind gebracht hat, wo er doch eigentlich immer nur zu Ehepaaren kommt. Das Stück war nett, aber nichts besonderes. Irgendwie zu ähnlich zu anderen Stücken Matainas Reihe schlüpfriger Lieder…

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Noch einmal viel besser und mitreissender wurde es allerdings danach mit Jungle Drum von Emiliana Torrini. Erstaunlich, wie das richtige Lied mit einigen Palmenwedeln und etwas Leoparden-Outfit abgehen kann. ehr schön, leider wurde es danach schlagartig leer im Irrenhouse.

Die Leere ging so weit, dass ich bereits die ganze Raucherlounge über gesehen wurde und als ich an der Theke ankam zwei Mal jeweils bereits ein geöffnetes Becks Lemon auf der Theke stehen hatte. Normalerweise heisst das immer durchkämpfen und dann ersteinmal anstellen… Hat aber auch soetwas und man weiss ja auch, dass es spätestens im September wieder so voll wie sonst auch ist.

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Mal wieder eine Propaganda

Die Propaganda Party in Berlin ist ja irgendwie immer noch eine der wichtigsten Berliner Gaypartys und sie war früher mal im großartigen Anbiente des Goya. Dort ist sie allerdings schon eine Weile nicht mehr und nun im sterilen Ambiente des…. des… ähm der Club war so langweilig, dass ich mir nichteinmal den Namen merkte..

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Egal, an dem Samstag des Straßenfestes am Nollendorfplatz, wo sich eh das gesamte Zielpublikum der Propaganda Party neben dem Goya befindet, gibt es keinen besseren Platz für eine Gayparty als eben diesen Club. …ein Grund, für dioe Party, das Goya mal wieder zu bevölkern – und da das Irrenhouse ja eh erst um 2:00 interessant wird, war es auch für uns ein Grund, mal wieder zur Propaganda zu gehen.

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Doch auf dem Weg dahin bin ich, gerade wild in meiner Tasche kramend, einer wirklich dämlichen Anmache anheimgefallen. Ein paar Typen, meinten mir sagen zu müssen, ich hätte „da hinten“ etwas verloren… Nundenn, es lag eher daran, dass sie mich noch ein paar Mal mit dem Arsch wackelnd hin und her stöckeln sehen wollten… Das sagten sie mir dann auch… Äh sollte ich mich nun geehrt fühlen? Vermutlich.

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Das war dann aber auch fast das spannendste des Propaganda Ausflugs, denn die Party selber war – zwar gut besucht – doch eher langweilig. Wenig Personen, die wir kannten und dieses Mal auch kein Popfloor gab es dieses Mal im Goya…

Fast alle Partyfotografen trieben sich dort herum, wir jedoch nur bis um halb Zwei, denn das Irrenhouse wartete auf uns.

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