Rezession auf dem Hamburger Christopher Street Day.

Dykes on Tretroller – Rufschädigung für die Dykes on Bikes
Die weltweit wirtschaftlich schweren Zeiten gehen auch am Christopher Street Day in Hamburg nicht spurlos vorbei, wie ich am letzten Wochenende in der langen Reihe feststellen musste. Es gab eine neue Schlichtheit und es wurde an allen Ecken und Enden gespart. Die Dykes on Bikes führten statt auf schweren Maschinen wie sonst dieses Jahr die Parade auf Vespa und Tretrollern an. (Das ist ja schon fast Rufschädigend), Olivia Jones sparte sich selber gleich ganz ein und ich überzeugte mit stilvoller Eleganz und weniger Stoff als diesem Navy Outfit eigentlich zugewiesen ist.

Dieses Mal zeige ich die beiden… Hab ich sie doch letztes Jahr vergessen.
Statt dem Supergirl-Outfit entschied ich mich – da alleine und in Hamburg unterwegs – für mein Navykleid von Stop Staring. Doch kurz nachdem ich meine Wohnung verliess und in die Sonne kam, war mir eindeutig klar, dass es zu heiss für ein Langes Kleid sei und ich dringend etwas tun müsste…. Folglich legte ich einen Zwischenstop bei meiner bevorzugten hamburger Änderungsschneiderei ein, die es binnnen 10 Minuten dafür sorgte, dass ich gleich noch ein wenig Stoff einsparte. As I said, es musste gespart werden.

Dass das Kleid am Ende die falsche Wahl war, musste ich dann auf dem Christopher Street Day ziemlich schnell einsehen, merkte ich doch eigentlich sofort, dass die Fotografenschar auf mich nicht wie gewohnt reagierten… Es ging sogar so weit, dass einige Fotografen – während ich an ihnen vorbeistöckelte – an ihren Kameras rumhantierten, damit diese bei der nächsten interessanten Person – die ich offensichtlich nicht war – vollkommen einsatzbereit ist. Somit habe ich den Fotografen also Speicherkartenplatz gespart. Hmpf. Das wäre mir mit dem Zönix letztes Jahr nicht passiert – und es wird mir im nächsten Jahr auch nicht noch einmal passieren. Das schwöre ich.

Und weil wir mit dem Sparen schon so weit sind, wurde mit nochetwas gespart, und zwar mit Zuschauern. Also, wenn die Veranstalter und die Polizei irgendwie andere Zahlen ermittelten, fand mein subjektives Bauchgefühl heraus, dass ein Paar Zuschauer weniger entlang der Strecke unterwegs waren… Und wer jetzt meint, dass das eben nur mein subjektives Bauchgefühl war, dem sei gesagt, dass die anderen Leute, denen ich dieselbe Frage stellte, ebenso mit ihrem subjektiven Bauchgefühl antworteten… Es muss wohl etwas dran gewesen sein.

Aber ehrlichgesagt wundert mich das auch nicht. So gab es mit dem Christopher Street Day in Mannheim noch einen größeren Gaypride am anderen Ende der Republik, so war das Wetter so großartig, dass die Ostsee, die Nordsee, Freibäder und Badeseen lockten und schlussendlich war noch der Welt-Astra-Tag. Genügend Gründe der Parade fernzubleiben. Aber dafür war es wirklich gut gefüllt.

Und wer jetzt meint, dass ich diesen Gaypride Hamburg schrecklich fand, der liegt vollkommen falsch, denn ich habe den Tag genossen und ich werde Hamburg auch die nächsten Jahre wieder geniessen, denn Hamburg hat immer großartiges Wetter, nette Leute und ein smoothe Stimmung. Ein anderes Outfit und alles wird gut, das nächste Mal.

Alle Bilder by Oliver Schulz