20er Jahre Mode

Recession by Marla – 20er Jahre Mode

Immer großartig, tolle Tips zu bekommen. So hab ich mich auf dem großartigen Boss Hoss Konzert eine ganze Weile mit Swanee unterhalten und wir kamen irgendwie auf das Thema 20er Jahre Mode, zu den Veranstaltungen Swing Royal und Boheme Sauvage ja durchaus nötig.

Eine Freundin von ihr, Marla in Hamburg hätte nämlich einen kleinen Laden im Hamburger Karoviertel, wo sie unter dem Label Recession by Marla solche anbietet, die sie natürlich selber gefertigt hätte. Wenn ich mal in Hamburg sein sollte, solle ich da dringend einmal vorbeischauen. Die Webseite schickte mir Swanee per Email.

Nun ich war am Wochenende in Hamburg, da ein guter Freund von mir Freitag Geburtstag hatte, bot sich die Chance Marla einmal einen Besuch abzustatten. Ich fuhr also los und suchte über mein Handy heraus, wo ich denn wohl hinmüsse… Glashüttenstraße 8 (Ecke Marktstraße / Karoviertel)…

Hehe wo auch sonst. Hab ich doch bereits im Dezember über die Marktstrasse geschrieben. Herr von Eden, Jungbluth Design und viele andere tolle Läden befinden sich dort. Und Recession by Marla nur einen Steinwurf entfernt in einer Seitenstrasse. Eine modisch sehr kreative Szene dort, wie ich auch in noch weiteren tollen Modeshops eine weitere Strasse weiter feststellen konnte.

Marla hat einen kleinen Laden, der tatsächlich in den roaring twenties schon so ausgesehen haben mag. Eine große hölzerne Kasse und einige Ständer mit toller 20er Jahre Mode für Herren und Damen und natürlich auch das ein oder andere Kleid, dass ich liebend gerne mitgenommen hätte. Zum beispiel dieses ausgestellte schöne goldene Kleid.

Tolle Qualität, Handgemacht und sicher 245€ wert. Allerdings überlegte ich kurz und musste einsehen, dass dieser Betrag doch eine vergleichsweise zu hohe Ausgabe darstellt, dafür dass man dieses Kleid eben doch nur an wenigern Events trägt. Der Vergleich (ein Jungbluth Outfit) gewinnt da eben. Ist aber ja auch keine 20er Jahre Mode. Klar.

Wer sich also wirklich stilvoll in Mode der 20er kleiden möchte, kommt an einem Besuch bei Marla im Karoviertel kaum herum oder zumindes um einen Besuch in ihrem Shop… Doch achtung Dort finden sich nicht alle ihre Kleider.

20er Jahre Party im Leydicke

(K)ein Geburtstag zur Boheme Sauvage im Leydicke

20er Jahre Party Berlin

Nach der letzten (unserer ersten) Boheme Sauvage im Oxymoron im letzten Monat war eigentlich klar, dass man uns da nun sicherlich häufiger sehen würde.

So hieß es also auch letzten Samstag wieder, die 20er Jahre Kleidung aus dem Kleiderschrank zu holen, die Stola sowie den Kopfschmuck aufzusetzen und ins Leydicke zu fahren. Immerhin hatte uns Else Edelstahl einige freie Plätze auf ihrer dieses mal nicht so großen Gästeliste freigehalten. Vielen dank dafür. Wir wissen das wirklich zu schätzen. Vor allem wenn bei schon generell wenig Gästen zu dieser 20er Jahre Party eben noch welche frei reinwollen.

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Es wäre nämlich auch ein leichtes gewesen, diese Plätze gegen Geld an den Mann oder die Dame zu bringen, denn diese Party war bereits einige Tage vor Start restlos ausverkauft. Man könnte auch sagen – bis auf den letzten Platz.

Das nämlich merkte man deutlich im Leydicke, das allerhöchstens ein viertel so groß wie das Oxymoron ist, denn es war auf engstem Raum sehr voll. Um seine Jacken abzugeben, musste man sich beispielsweise dem Black-Jack Geber fast auf den Schoss setzen und die Tanzfläche war schon zwangsläufig gut gefüllt, da die Leute ja irgendwohin ausweichen mussten.

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Das ganze tat der Party allerdings nicht im geringsten einen Abbruch sondern machte das ganze fast familiär. Ob mit Else, Coco, Cloe oder mit irgendwelchen Gästen, man kam ins Gespräch und man konnte sich bei gewohnt guter Musik mit allen unterhalten. Im Oxymoron war das so kaum möglich, hier konnte (und wollte) man sich dagegen nicht wehren. Dazu erkannte man Gäste von der vorherigen Party und sogar von anderen Veranstaltungen wieder. Irgendwie eine große Familie.

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Überhaupt das Leydicke: irgendwie hat diese Kneipe einen ganz besonderen Charme, der aber vermutlich ohne die Personen der Party nur halb so groß wäre. Dazu ein uriges Ambiente und eine Tafel, die über eine vergangene 100 Jahr-Feier informierte… Dabei liess sich beim besten Willen nicht erkennen, wann diese Tafel angestellt wurde. 2008 oder doch vielleicht 1945 oder 1897, niemand weiss es genau. Aber man kann davon ausgehen, dass das Leydicke in über 100 Jahren schon das eine oder andere erlebt hat und dass irgendwann vor vielen Jahren vielleicht schon einmal in ähnlicher Kleidung gefeiert wurde.

Miss Julietta

Das Preisgefüge scheint sich seither auch nicht sonderlich geändert zu haben – so gibt es wohl kaum eine Party, auf der man einen Absynth mit Anis und brennendem Zuckerstück für 2 lächerliche Euros erhalten kann. Das nennt man dann wohl Selbstkostenpreis. Der großartige Kirschwein war nur unwesentlich teurer und damit absolut auch als günstig zu bezeichnen. Ich erhielt ihn sogar gratis als Reaktion auf meine verlorene Kamera auf der Rocky Horror Party….. Da fehlen mir echt die lobenden Worte.

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Wenn man eine Sache dem Fräulein Edelstahl nicht vorwerfen kann, dann ist es auf jeden Fall ein extremes Gewinnstreben. Die Party war liebevoll organisiert, die Getränke wie schon benannt, wirklich günstig, ein kleines Kuchenbuffet war gratis und die Garderobe kostete ebenfalls nicht und jeder Gast bekam an der Kasse ein Los ausgehändigt mit dem er auf jeden Fall bei der späteren Tombola gewann.

Richtig! Eine Tombola, in der jedes Los gewann. Es gab Bücher, 20er Jahre Party CDs, Freikarten für die nächste Boheme Sauvage und und und. Ich glaube solch ein unterdurchschnittliches Gewinnstreben gab es bestimmt nicht mehr seit… naja bestimmt seit den 20er Jahren nicht mehr. Ganz großes Lob.

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Diese nette Atmosphäre setzte sich sogar bis zum Black-Jack geber durch, der seinen Mitspielern schon einmal ihre Karten erklärte und sie dazu anhielt doch lieber keine Karte mehr zu nehmen, und ob er ihm erzählen solle, was da so liegen würde… Sein Mitspieler erkannte die 20 Punkte und befolgte diesen Ratschlag – und gewann folglich. Ich nehme an, in einem Spielkasino kann solch ein Croupier mit der Kündigung rechnen.

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Was soll ich sagen, ich fand die Party sehr persönlich und sehr nett. Das Oxymoron ist schöner aber diese Party war irgendwie noch liebevoller.

Nur eine Sache trügte meine Stimmung ein gaaanz gaaaanz kleines bisschen… wie hatte ich auf der vorherigen Boheme Sauvage noch von einem Geburtstag meiner Gesprächspartnerin Frl. Marcella auf dieser Party vernommen…. Nun da wollte ich doch glatt frei nach dem alten Yes Torty Werbespruch „eine Torte statt großer Worte“ mit einem Schoko-Muffin mit Geburtstagskerze gratulieren – leider jedoch entschied sie sich an diesem Abend gegen diese Party und für eine andere Beschäftigung. Schade! Aber wofür gibt es Emails. Wenngleich das Bild einer brennenden Kerze auf einem Muffin kaum mit einer brennenden Kerze auf einem muffin gleichzusetzen ist, oder 😉

Geburtstagsmuffin

Boheme Sauvage

Boheme Sauvage – Die 20er Jahre leben.

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Der Abend war angerichtet und die die richtigen Accessoires waren gekauft. Die Boheme Sauvage konnte starten. Bis 23:59 mussten wir im Oxymoron ankommen, sollten unsere Gästelistenplätze nicht verfallen.

Als wir nach wenig suchen kurz vor 12 am Oxymoron ankamen fanden wir eine nicht unerhebliche Schlange vor. Anstehen hätte uns für uns deutlich nach 12 bedeutet, ausserdem standen unsere Namen ja auf der. Zwei Gründe um die Schlange und die dort drauf gerichtete Fernsehkamera zu umrunden und direkt um Einlass zu bitten. – Und wir wurden in die 20er Jahre der Bohéme Sauvage eingelassen.

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Schwierig, soetwas zu sagen, wenn man 1976 geboren ist, aber so in etwa stellt sich die spätgeborene das mondäne Partyleben der 20er Jahre vor – lassen wir mal das Elend, dass es in den 20er Jahren natürlich reichlich gab ausser Acht.

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Der strikte Dresscode sei Dank waren hier nur Personen anwesend, die sich wirklich Gedanken zu ihrem Äusseren gemacht haben. Frauen im Anzug mit Wasserwelle, Abendkleid und Federboa, Bob, Stirnband, Strapsen und zumeist ziemlich dunkel geschminkten Augen, Männer in Nadelstreifen oder Frack, Gutbehütet oder mit Zylinder, Gehstock, Hosenträgern, Fliege oder Schal, Mafiosi, leichte Mädchen, Zigarettenspitzen und und und.

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Dabei kann ich mich nicht erinnern jemals eine Party mit so unterschiedlichen Altersstufen gesehen zu haben. Von Teens bis locker 60 jährigen waren hier alle Menschen willkommen – zumindest, wenn der Dresscode stimmte. Andere wurden rigoros an der Kasse nach Hause geschickt. Mein Großer Respekt dafür.

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Voll war es – und heiss. Nicht eben wegen aufgeladener Atmosphäre sondern eher wegen der Massen im Oxymoron. Irgendwer gab uns aber den Tipp bei der Bauchladenverküferin vorbeizuschauen, die Fächer verkaufen würde… Janka, Sheila und ich, das machte ihre letzten drei Fächer. Wir hätten sie mit viel gewinn verkaufen können. Einkauf: Fächer für 5 €, Verkauf: einige Millionen (Reichsmark), die wir am Roulette, Pokern oder Black Jack vermehren hätten können.

boheme sauvage Roulette

Ich hoffte dieses Geld bei Marcella, einem Mädel, mit dem ich mich eine ganze Weile sehr nett unterhielt beim Black Jack auf den Kopp hauen zu können – aber irgendwie hab ich das verpasst. Zumindest konnte ich sie später noch vor einem ungewollten Tanzerlebnis erretten. Und ich weiss nun, wann sie Geburtstag hat. Auf der nächsten Boheme Sauvage für alle, die sie kennen und das nicht wussten.

boheme sauvage Marcella

Aber zur Party selber. Die Musik war nicht in jedem Fall original 20er Jahre aber selbst, wenn ein Lied eigentlich von Pink war und von einer CD abgespielt wurde, hatte es an diesem Abend den richtigen 20er Jahre Sound. Dazu gab es verschiedene Livemusik im Stile von Max Rabe, die die ganze Veranstaltung stimmungsvoll und einzigartig machten. Ein Charleston-Tanzkurs (naja eher eine Einführung) rundeten das Ganze ab. Ich glaube eine vergleichbare Anzahl an dem Anlass entsprechenden großartigen Kostümen habe ich bisher nur auf dem German Fetish Ball gesehen.

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Interessant war, dass es in den 20er Jahren offensichtlich noch kein Raucherschutzgesetz gab, denn hier wurde geraucht und das war auch richtig, denn wie sollte man sonst seine Zigarettenspitzen ausführen, wenn man keine Zigarette anzünden dürfte. Nun bin ich ja als Nichtraucher bekannt, aber um meine Zigarettenspitze zu füllen musste dieses Mal auch eine Zigarette geraucht werden. 🙂 Selten habe ich eine stilvollere Party erlebt…. Vermutlich nie.

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Zwischendurch besuchten wir noch für einen kurzen Besuch das Schwuz, aber relativ schnell zog es uns wieder ins Oxymoron

Ich war sicher nicht zum letzten Mal auf der Boheme Sauvage und die nächste ist fest eingeplant, denn ich muss unbedingt zu einem Geburtstag gratulieren. Ausserdem habe ich noch 30 Millionen Reichsmark auf den Kopf zu hauen. Soweit ich weiss, hat Sheila bereits für Gästelistenplätze gesorgt.

Klasse!

ein sehr schöner Fernsehartikel zur Boheme Sauvage.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=uGzbnV80cMs[/youtube]

Apropos Fernsehartikel. Später interviewte man uns noch für Spiegel TV (nein, nicht das mit Günter Jauch), aber irgendwie haben wir uns da mal wieder selber ein Bein gestellt. Vermutlich gibt es einen Schwenk von uns, aber wohl kaum das Interview 😉

Bohème Sauvage

!update! ich konnte mal wieder die Daten nicht lesen, daher ist am Wochenende nicht die Boheme Sauvage sondern die Boheme Noir

20er Jahre Kleidung – was und woher?

Sheila schickte mir heute einen Link zu einer klasse Party am nächsten Wochenende, die mich ziemlich in die Bredouille bringt.

Die gesellschaft für mondäne Unterhaltung veranstaltet eine monatliche Bohème Sauvage mit Tanzmusik der 20er bis 40er, mit Glücksspiel, Kleinkunst, Absinth und Amusements. Das alles in verruchtem Ambiente und vor allem mit einem STRIKTEN Dresscode.

Diese Bohème Sauvage klingt einfach klasse und die Bilder lassen versprechen viel. Vor allem endlich einmal eine Party, auf der tatsächlich Wert auf die Einhaltung des vorgegebenen Dresscodes gelegt wird, der im Übrigengroßartig klingt.

Dresscode: STRICTLY Bohèmian, Burlesque, Cabaret, Cancan, Dandy, Decadent, Diva, Gala, Ganove, Gauner, Gigolo, Glamour, Glitter, Mafiosi, Moilin Rouge, Roaring Twenties, Varieté, Vaudeville etc.

Nach dem ich mich nun auf der Webseite informiert habe, weiss ich zwar die Emailadresse, mit der ich ermässigten Eintritt erhalte, jedoch beim besten Wissen, nicht was genau für ein Outfit her muss.

Es blieb also ein Blick auf: http://www.zwanziger-jahre.de, der mir aber nur unwesentlich weiterhalf. Ich weiss jetzt, dass lange Haare verpöhnt waren, dass Perlenketten in waren und das Charleston getanzt wurde, jedoch habe ich weder eine kurze Perücke, noch eine Perlenkette oder ein Charlestonkleid.

Die einzigen Charlestionkleider, die ich im Internet fand, waren jedoch bei irgendwelchen Faschingkostüm-Shops, deren „großartige“ Qualität ja beinahe legendär ist.

Es bleibt also mal wieder einiges zu tun und viel zu wenig Zeit.

Aber ich glaube, diese Party könnte es Wert sein.

Zumindest hab ich eine kurze Einleitung in ein 20er Jahre Makeup gefunden, oder ein Marlene Dietrich Makeup

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