Ray Collins' Hot Club

Swing’n’Jive Easter Ballroom III: Ray Collins‘ Hot Club
100_04751.jpg

In der Ankündigung des Swing’n’Jive Easter Ballroom stand:

Admiralspalast „Swing Royal“ präsentiert: Swing’n’Jive Easter Ballroom. Mit den Londoner Puppini Sisters und Ray Collins‘ Hot Club legt die Admiralspalast SWING ROYAL Veranstaltungsreihe zwei Superstars der Swing’n’Jive Szene ins Osterkörbchen. Ray Collins‘ Hot Club werden als eine der weltweit besten Jive Bands gehandelt. Ihr extrem tanzbarer Sound ist eine Mischung aus spätem Swing und frühem Rock’n’Roll, bestens geeignet für Jitterbug und Lindy Hop.

….Ich bin sicher die falsche Person, um zu entscheiden, ob der Ray Collins‘ Hot Club tatsächlich als Superstar der Swing’n’Jive Szene gilt. und auch von Jitterburg und Lindy Hop hab ich noch nie etwas gehört. Fakt ist, mir hat gut gefallen, was die 10 Mann auf der Bühne fabriziert haben. Wie gesagt, das alleine hat noch nichts zu sagen, da sich meine Vorbildung in den Bereichen Jive und Swing und Rock’n’Roll eher auf niedrigem, denn mittleren Level befindet.

100_0494.JPG

Doch halte ich es in solchen Situationen immer mit den Worten eines Sommeliers, mit dem ich mich mal unterhielt. Der sagte mi: Ein Wein ist immer so gut, wie er Ihnen schmeckt. Folglich war der Ray Collins‘ Hot Club so gut, wie er mir gefiel. Und er gefiel mir gut, also war es gut. Offensichtlich war der Rest der Besucher im Admiralpalast gleicher Meinung, denn die Musik und die Show auf der Bühne sorgten für ziemliche Begeisterung und eine gefüllte und schnell bewegte Tanzfläche.

Während ich aber nicht einmal einen Anfänger-Tanzkursus hinter mir hatte, waren dort doch Personen, die über die fortgeschrittenen-Kurse nur müde lächeln. So konnte man von oben mehrfach erkennen, dass einzelne Pärchen zu tanzen begannen und sich relativ schnell freie Flächen auf der eigentlich vollen Tanzfläche bildeten, in denen dann mal gezeigt wurde, wie man RICHTIG tanzt. Mit Rolle über den Rücken und so. Das war sehr erstaunlich anzusehen.

100_0489.JPG

Aber auch weniger professionelle Tänzer hatten an diesem Abend ihren Spaß und selbst diejenigen wie eben meine Wenigkeit, die Tanzen eher vom ansehen kannten, kamen auf ihre Kosten und konnten sich überlegen, ob ein Tanzkurs nicht doch mal sinnvoll wäre. …Wäre er, aber nicht etwa der Kurs mit Walzer und Foxtrott und so. Ist das eigentlich Basiswissen, oder kann man den direkt überspringen. Dann wäre das durchaus eine Idee wert. Fortan begnüge ich mich aber ersteinmal im Zusehen…

100_04921.JPG

…Zusehen mussten wir dann auch. Nämlich, dass wir loskamen und zwar ins KI, denn dort sollte gegen halb 3 zur Hasenjagd Nina Queer auf der Bühne stehen… Das wollten wir nicht verpassen. Also versuchten wir uns zu verabschieden, scheiterten darin kläglich und suchten das Weite… Dazu aber morgen mehr.

Herr Von Eden

Modenschau im Admiralspalast
Herr Von Eden

Wie ich schon sagte, der Swing’n’Jive Easter Ballroom war weitaus mehr als nur ein Konzert der Puppini Sisters.

Wie bereits erwähnt folgte dem Ganzen unter anderem Eine Modeschau von Herr von Eden.

100_0469.jpg

Wie, ihr kennt Herr von Eden nicht? …Das ging mir bis vor etwa 2 Jahren genauso. Aber ich habe einen Freund, dessen Lieblingsdesigner eben nicht Armani, Lagerfeld, Boss oder sonstirgendein Designer fast von der Stange, sondern eben jener Herr von Eden ist, dessen Mode hier nun vorgeführt wurde.

Nun ist dieser oben genannte Freund nicht irgendein 0815 Typ sondern so ziemlich einer der coolsten Menschen, die ich so kenne, das fängt an bei seinem Namen, der Cool ausgesprochen nur in anderer Schreibweise ist, sondern als Gesamtperson einfach etwas anders ist, als der meiste Rest der Personen, die ich so kenne. Wobei „anders“ hier keinesfalls despektierlich sondern absolut wohlwollend, vielleicht gar etwas bewundernd gemeint ist. K. Cool ist einfach mit dem bisschen mehr an Charme und dem etwas mehr an Stil ausgestattet und vor allem der ganz eigenen, persönlichen Note, den es braucht, um stilvoll und eben nicht nur teuer zu sein. So wie K. Cool sind dann auch die Kleidungsstücke seines Lieblingsdesigners Herr von Eden… Achja und die Koffer aus diesem kleinen Filmchen könnten auch aus K. Cools umfangreicher Sammlung alter Koffer stammen, die nach Größe sortiert bis fast an seine Zimmerdecke reichen.

Ja, die Anzüge sind teuer. Keine Frage – zumindest gegenüber Stangenanzügen. Wenn man allerdings weiss, dass es handgefertigte Anzüge sind und es von jedem Stück der Kollektion gerade mal 15-20 Stück gibt, dann lassen sich die Preise ab 490 € doch gerade noch verschmerzen. Zumindest kann man sich ziemlich sicher sein, dass man mit einem Herr von Eden Anzug selten eine Person trifft, die ebendiesen trägt – und wenn, dann kann man sich auch noch ziemlich sicher sein, dass dieses ebenso eine ziemlich coole Person sein muss, wie man selber wohl eine ist.

Jan Delay hat es mal so bezeichnet. „Da trägt man Herzblut am Körper“. So ist es wohl.

Um nochmal auf den Vergleich Armani – HvE zurückzukommen. Ein Anzug von Armani ist da die neue S-Klasse von Mercedes und der Anzug von Herrn von Eden ist dann der „Jaguar SS 100 von 1936 in British Racing Green“. Und wenn beide an der Ampel stehen schaut nur der Narr auf den Mercedes.

Ausserdem möchte man sich mit dem Jaguar-Fahrer viel lieber auf einer Party unterhalten.

The Puppini Sisters

Eine Zeitreise in die 20er Jahre mit den Puppini Sisters
The Puppini Sisters

Wie geil war das denn? Vor schon ziemlich langer Zeit fragte Sheila mich, ob ich mit zu den Puppini Sisters möchte. Puppini Sisters? Nie gehört… Egal, ich bin dabei

Rock’N’Roll sei angesagt. Kein Problem, das Pettiecoatkleidchen herausgeholt und mir gedanken über das Styling gemacht. Dabei noch einmal auf Sheilas Blog geschaut… Puppini Sisters seien die legitimen Nachfolger der Andrews Sisters? Waren die nicht eher 20er Jahre statt 60er? Pettiecoatkleidchen eingepackt und was anderes herausgeholt. …Das ganze dauerte natürlich etwas länger, aber Sheila kam eh viel zu spät und ich war fertig, als sie klingelte. Ab zum Admiralspalast. …Zumindest drei Querstrassen weiter, denn ein Parkplatz war nicht aufzutreiben.

Im Admiralspalast tauchten wir dann in die Welt des Swing ein. Hier war wirklich jeder in der Zeitperiode von 20er bis 50er Jahren gekleidet, es gab einen großen Saal und einen kleinen, es wurde gepokert und neben der Garderobe wurden für zur Not noch Krawatten und ähnliche Utensilien verkauft. – und voll was es. Sozusagen eine große Boheme Sauvage, nur eben mit noch mehr Leuten und in größerem Ambiente. Aber eigentlich war es nicht nur wie eine Boheme Sauvage sondern es war eine. Denn wir konnten einige der Gäste und Gastgeber von dort wiedertreffen. Es war also mehr als ein Konzert, der Puppini Sisters – viel mehr. Hier haben sich einige Leute richtig viel Mühe gegeben.

100_04371.JPG

Aber zu Konzert selber. Die Puppini Sisters sind in der Tat irgendwie die Nachfolger der Andrews Sisters. Dreifacher Gesang mit einer Band im Rücken und im großen und ganzen dem besten aus knapp 90 Jahren Musikgeschichte. Zur Einstimmung und zum Eisbrechen etwas, das alle kannten „Bei Mir Bist Du Schoen“. Ein Klassiker, wenn es um deutsche Swing Musik geht – so denke ich mit meinem beschränkten Wissen, dass sich aus dem Film Swing Kids zusammensetzt.

Swing Kids, ein Film, nachdem ich damals, als ich ihn sah, mehr als nur angefixt war. Leider gab es eine solche Szene damals in Hamburg nicht und so wurde nichts draus, das zu vertiefen. Ansonsten hätte ich vielleicht auch tatsächlich irgendwann mal einen Tanzkurs belegt. Denn gestern war ich ziemlich unglücklich, nicht tanzen zu können, als ich sah, was manche so drauf hatten. – aber auch dazu später noch einmal.

100_0440.JPG

Ich schweife ab. also zurück zu den Puppini Sisters. Schrieb ich vorhin, dass alle das Lied bei mir Bist Du schön kannten, so kannten viele der anderen Lieder. Mich haben die Damen auf der Bühne spätestens überzeugt, als sie „It Don’t Mean A Thing“ spielten, nicht umsonst der Grund, warum ich mir einmal eine Swing-Platte kaufte. Vor langer, langer Zeit.

Was soll ich sagen, ich war ziemlich begeistert und etwas verwundert, dass mir Marcella „die kleene mit dem zylinder von der letzten boheme sauvage“ erklärte, dass nach Hause gehen, jetzt falsch sei, da noch zwei burleske Tänzerinnen auftreten würden und noch eine Modenschau von Herr von Eden achja und noch eine Dessousschau von Blush Lingerie folgen würde.

100_0426.JPG

Das meiste davon habe ich allerdings verpasst, da ich mich festgequatscht habe. Egal, das alles für paarundzwanzig Euros. Besser anlegen kann man sein Geld eigentlich kaum… Nur – aber auch dazu komme ich eher morgen als heute noch.

Ich wage jedenfalls zu behaupten, dass die Puppini Sisters nicht jeden Abend eine solch passende Audience geniessen können.

100_0467.JPG