GMF – Drag Queen Contest

GMF – Drag Queen Contest

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Einmal im Jahr gibt es in der Berliner Heimat aller Drags, dem GMF einen GMF Drag Contest. Ich bin mir nicht sicher, ob schon vor Ru Pauls Drag Race, aber auf jedem fall ganz lange vor dem deutschen Ableger, dessen großer Ankündigung schon lange keine große Meldung gekommen ist… Manch einer spricht über Ru Pauls Drag Race Germany schon von einem totgeborenen Kind. Schade wäres.

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Aber wie dem auch sei, gestern Nacht sollte im GMF eine Drag gekürt werden. Und es hätte so schön werden können. Es war eigentlich alles gegeben. Das GMF platzte gestern vor Drags aus allen Nähten. Da kann sich der Berliner CSD fast eine Scheibe von abschneiden.

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Nicky Dynamite, Lady Bob, Janka

Dazu eine wirklich hochkarätige Jury bestehend aus Schauspielerin und Burlesque Actor Sandy Beach für die Performance, aus Michael Michalsky zuständig für die Kostüme und aus Barbie Breakout, ihreszeichens Drag Queen und Makeup Artist, zuständig für das Make Up der Damen auf der Bühne. Was will man mehr von einer Jury.

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Neun Damen wurden von der Jury ausgewählt, mitzumachen, plus eine Wildcard für die Vorjahressiegerin.. Und auch wenn man sie des öfteren fragte, weigerte sich Janka beharrlich dort mitzumachen, sie können nichts außer „Aussehen“…

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Aber viel mehr hätte es auch nicht gebraucht, um mitzumachen. …außer vielleicht etwas Stressresistenz, denn irgendwie war das nichts, mit diesem Contest. Die ersten beiden Runden bestanden aus Fragen – hatten dabei allerdings das große Problem technischer Unverständlichkeit.

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Genaugenommen war die Anlage so, dass die Bühne die Fragen der Jury nur schwerlich verstehen konnte und die Jury alle Probleme hatte, zu verstehen, was die Mädels auf der Bühne antworteten.. Dadurch wurde das alles etwas chaotisch.

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Dazu wunderte ich mich ein wenig über die Entscheidungen der Jury, denn ich zumindest hätte Nicky Dynamite auf jeden Fall in die Endrunde gevoted, hätte man mich gefragt. Haare, Makeup, Glitzerfummel und überhaupt.. Nicht nur ich hatte sie weiter am Ende erwartet.

DSC05664Ades war das Showprogramm

Übrigens Ruda auch. Ruda Puda, hat eine Bewerbung bei Ru Pauls Drag Race abgegeben und die ist eindrucksvoll. Schön Ruda zu treffen und kennenzulernen.

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Es gewann eine Bitch… zumindest war das ihr Nachname. Ich habe leider ihren Vornamen vergessen, bzw mir nicht gemerkt, aber das macht ja nix.

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Geburtstagssause im Geburtstagsklub

Acht Jahre Irrenhouse

Jedes Jahr im August gibt es das Geburtstagsirrenhouse im Geburtstagsklub. Das heisst, dass Nina Queer ein weiteres Jahr Bestehen ihrer Party feiert. Im Normalfall bedeutet das eine tolle Show, und aufgrund unglaublicher Fülle eine ebenso unglaubliche Temperatur.

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Sobald man in den Geburtstagsklub eintrat fing man übelst an zu schwitzen – wie stark verdeutlicht vermutlich nur der Hinweis, dass ich bei Ashna, die im übrigen schon wieder die Bar wechselte einfach nur WASSER bestellte. Ein absolutes Novum. Da hab ich sie in mühevoller Bestellarbeit soweit bekommen, dass ich nur schauen brauche und schon ein Becks Lemon hingeschoben bekomme und dann das. Ein Wasser – und dabei blieb ich. Hätte ich nicht vorher schon den einen oder anderen Vodka Energy getrunken, hätte man glatt denken können, ich wollte mich Nina (Petite nicht Queer) und Jankas trinkgewohnheiten anschliessen und fortan antialkoholisch durch die Welt ziehen. Denkste…

Aber wasser war dringend nötig und es gab noch Meerwasser äääh Mehr Wasser an diesem Abend und zwar wärend der Show. Glücklicherweise warnte uns Stella Destroy zum Beginn der Show voch eben vor übermäßigem Wassereinsatz, der sich schlecht auf die Performance der Kamera auswirken könnte, daher heute einmal die Videos nicht von vorne sondern eher von der Seite. Macht aber nichts. der Inhalt zählt ja und der hatte es in sich.

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Schön war dabei das Wiedersehen von Tatjana auf der Bühne des Irrenhouse. Ich schrieb vor langer Zeit ja über Tatjana „je mehr Zuckerwatte, desto Tatjana“ doch diese Perücken hat sie schon lange nicht mehr. Ausgefallen indess darf es bei ihr bleiben und so kam sie dieses Mal mit einer Tina Turner Mähne auf die Bühne und sang mit der richtigen Tina Turner Rocklänge – na was wohl? Ein Medley der ältestens Dame im Showbiz, bei der ein Minirock genehm ist. Tina eben. Und etwas haben Tina Turner und Tatjana gemeinsam… Nicht nur das „T“ im Namen… Nein. War Tina zu ihrer Ike & Tina Zeit eigentlich nur mit einem Vornamen gesehnet, wurde sie dann mit Nachnamen richtig bekannt… und Tatjana heisst offensichtlich seit dem Wochenende Tatjana Berlin. Vielleicht geht die Karriere dann jetzt richtig los…

Aber ich wollte ja von Wasser reden und das kam mit Ades Zabel auf die Bühne. Ades brachte Nina einen Blumenstrauss mit und es sollte sich um die Bumen der Liebe handeln, die ein wenig Wasser gebraucht haben, damit sie nicht vergehen. Also liefen Mataina und Tatjana los und holten Wasser dass sie dann auch großflächig auf die Blumen, auf Ades, die Bühne und die vorderen Zuschauer verteilten. Ganz großes Kino und ich weiss dass die Mädels schon viel auf der Bühne gemacht haben, aber so viel Wasser haben sie sicher noch nicht verschüttet.

Ades war danach sicher nicht mehr heiss, mir schon, daher bewegte ich mich den weiteren Abend nicht mehr aus dem Raucherraum heraus, denn dieser hat zwar den großen Nachteil, dass er verraucht ist, aber eben auch den großen Vorteil, dass er kühler ist – und das war an diesem Abend deutlich wertvoller. Ausserdem ist es dort ruhiger und so konnte man noch den einen oder anderen Plausch halten, bis es dann nach hause ging.

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Irrenhouse ist immer toll, aber bei solchen Temperaturen nur schwer zu ertragen. Aber ich will nicht meckern, ich mag den sommer – und da ist es eben auch im Irrenhouse heiss 🙂

Edith Schröder strippt

Letzten Freitag führte es mich ja ins Roadrunners Paradise zur Teaserama Show der Teaserettes und wer die kennt, der weiss, dass es sich bei einem großteil der Zeit um burlesquens Striptease handelt. Allerdings immer mit der kleinen Einschränkung, dass da immer noch ein kleines Höschen und ein Paar Pasties an der Frau. Dieses Mal war das anders, es wurde alles gezeigt und zwar von einem wirklichen berliner Original…

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Edith Schröder, Neuköllns bekannteste Harz-4 Empfängerin stand auf der Bühne und zeigte, was sie den anderen Damen auf der Bühne abgeschaut hat. Ihr Striptease war einmalig – zumindest an diesem Abend, kam sie doch ohne Pasties und ohne Höschen aus. Aber schaut selber.

…Wobei ich mir bei Edith Schröder nicht helfen kann, ihre Nase erinnert mich irgendwie immer an Ades Zabel.

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Romy Haag in Berlin

Als Romy Haag Berlin verzauberte.

Ich bin ja eher eine Person, die versucht, nie zu viel zu erwarten und die sich daher gerne einmal positiv überraschen lässt. So geschehen diesen Montag in den Wühlmäusen auf dem Romy Haag Konzert.

Dabei muss ich gestehen, dass ich erst sehr zurückhaltend war, als Sheila mich fragte, ob ich mit zu Romy Haag in die Wühlmäuse kommen würde… Den Namen hatte ich zwar schon mal gehört, aber ausser dem Status als wohl bekannteste Transsexuelle Deutschlands und der Liaison mit David Bowie vor immerhin 33 Jahren ist mir absolut nichts zu ihr eingefallen. ..Eine Person also, die vor 30 Jahren mit nem Star angebändelt hat. Das wäre in etwa so, als wenn eine Katie Price anfängt zu singen und in 20 Jahren auftritt….. So dachte ich zumindest. Ich hatte mir sogar schon – wie ich zugeben muss despektierliche Bezeichnungen – wie „Omi Haag“ oder „Kaffe Haag“  zurechtgelegt und muss nun kräftig zurückrudern. Selten irrte ich mich so.

Nundenn es liegt sicher auch an meiner Generation, denn zu der Zeit, als Roy Haag Berlin mit David Bowie unsicher machte und mit Udo Lindenberg Auf Tour ging, wurde ich gerade geboren… Als ich dann meine Musikalische sozialisierung erfuhr war dann die Musik von ihr nicht gerade en vouge und hat mich so nie erreicht. Daher meine vorherige Meinung.

Man muss auch mal zugeben, wenn man sich geirrt hat. Romy Haag ist eine bewundernswerte Persönlichkeit mit einer starken Aura und einer großartigen Stimme, die ich ihr niemals zugetraut hätte. Dazu schaut sie fabelhaft aus…. Dass ich vorher keinen ihrer Songs kannte, tat der ganzen Sache keinerlei Abbruch, denn sie sang neben eigenen Stücken viele der Musikgeschichte, von denen auch ich viele kannte. Sweet Dreams beispielsweise, bei der ich beim besten Willen Annie Lennox nicht vermisste oder am Ende My Way von Frank Sinatra. Dazwischen Lieder von Brecht, was ich zwar wegen Unwissenheit nicht bestätigen kann, jedoch habe ich keinen Grund an ihren Worten zu zweifeln. Letztendlich sang sie noch viele eigene Lieder, von denen einige wie beispielsweise das „Berlin“ Lied einfach großartig waren.

Ich hatte mehrfach in diesem Konzert Gänsehaut und das ist in der Regel ein sehr guter Indikator, dass mich ein Konzert, Musik oder eine Stimme bewegen. In diesem Falle war wohl alles drei der Auslöser. Fest steht, ich war sehr positiv überrascht und ziemlich begeistert. Romy Haag ist in der Tat eine große Künstlerin. Und offensichtlich sang sie bereits mit anderen großen Künstlern und Künstlerinnen, wie ihre Anekdoten zwischen den Liedern erzählten. Eartha Kitt, Grace Jones, Marianne Faithfull und sicher noch viele andere Stars kreuzten ihre Duettwege. Wenn also Romy Haag Berlin mal wieder mit ihrer Anwesenheit verzaubert, bin ich bestimmt wieder da.

Apropos da gewesen. Insgesamt konnte man sagen, dass Sheila und ich den Altersdurchschnitt eher nach unten schoben, aber das machte nix. Dafür waren etwas Prominenz anwesend. Beispielsweise kamen wir zu einem Foto mit Lilo Wanders, mal wieder zu einem netten Gespräch mit Gabi Decker ach und Ades Zabel war als Mann auch da und begrüsste uns mit den Worten „Hach solch ein Aufwand“.. Egal, er hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Übrigens habe ich noch etwas wirklich wichtiges in diesem Konzert gelernt. So sang Romy Haag in einem Stück „Jesus war eine Transe und kam aus Peru“…. Das sind Dinge, von denen die Bibel nicht erzählt. 🙂