Zoe Delay » Admiralspalast

Zoe Delay

Dragqueen und Partygirl in Berlin

Mary Christmas @ Admiralspalast

Mary Christmas @ Admiralspalast wurde am Nov.13, 2009, gepostet


Mary Christmas Premiere im Admiralspalast

Mary ChristmasDanke an Sheila

Es ist ja immer etwas schwierig, wenn man Personen erlebt, die einen Idolstatus haben oder mal hatten. Es gibt vermutlich genau drei Möglichkeiten, die sich dort ergeben können

Mary Morgan

(1) Die Person ist genauso, wie immer vorgestellt und das Idol ist ab jetzt ein Super-Idol
(2) Die Person ist nicht genauso und man ist enttäuscht. Das Idol fällt dann ein wenig herunter vom großen Himmel

Gestern war es eher etwas vom zweiten Part, denn gestern waren wir bei der Berlinpremiete der Weihnachstsshow Mary Christmas im Admiralspalast.

Zoe Delay

Mary Morgan war ein solches Idol seit eigentlich immer. Ich glaube, Mary dürfte meine allererste Begegnung mit Travestie. Zumindest kann ich mich sogar noch daran erinnern, als ich Mary das erste Mal im Fernsehen sah.  Ich war noch unglaublich klein, es war ein Familienfernsehabend, mein Opa war zugegen und der ist schon wirklich lange tot… Mary ist wirklich schon lange im Showbusiness…

100_1394

Das merkte man leider gestern im Admiralspalast überdeutlich, nicht unbedingt an Mary selber, die selberstverständlich großartig aussah. Eher an ihrem Publikum, dass offensichtlich mit ihr gealtert ist, sich allerdings deutlich nicht so gut gehalten hat, wie die Meisterin selber.  Die weiss ja aber auch schon seit 1975, wie Man(n) ein Gesicht modelliert und dabei jung und frisch und schön bleibt.

Apropos schön, ich glaube, ich habe den ganzen Abend weniger Mary ins Gesicht gesehen, als meinen Blick auf ihren grandiosen Outfits gelassen. *glitzer-glitter-blink* WAS FÜR KLEIDER. Ich liebte sie alle und ich hätte wohl für jedes von ihnen getötet. Korsagenkleider, deren Glamour großartig davon ablenkte, wie steif sie eigentlich gewesen sein müssen um diese Figur zu erzeugen. Ein großartiges Weiss-Rosa Abendkleid, ein sexy kurzes Silberglitzerndes, ein extrem glimmerndes goldenes Kleid und noch eines in rot. All die Weihnachtsfarben. Immerhin war es Mary Christmas.

100_1390

Irgendwie schon strange im ersten Drittel des Novembers Weihnachten zu feiern, aber das war schon okay. Wobei vieles von Marys Programm mit Weihnachten nicht viel zu tun hat.  Es gibt Politik in ihrem Programm, übelste Zoten, bissige Themen, sie lästert über Prominente, ihr Publikum und viel auch über sich selber.

Genauso unterschiedlich ist dann auch der Erfolg in meinen Augen. Wenn sie die Geschichte einer palästinensischen und einer israelischen Mutter erzählt, die ihre Kinder bei einem Selbstmordattentat verloren haben, war sicher gut, aber nicht passend, die Geschichte über eine “Pennerin” mit der sie diverse Weihnachten gefeiert hätte, fühlte sich, selbst wenn sie stimmen sollte, ausgedacht und anmaßend an. Meiner Meinung nach, hätte es Mary in meinen Augen – und in meinem Ideal – besser getan, diese beiden Nummern zu lassen.

blog_marychristmas06

Differenziert sehe ich die witze auf Kosten ihres Publikums, mal großartig, andererseits ab und an arg unter die Gürtellinie, als wenn dort gerade Desiree Nick auf der Bühne stände.

Zu Höchstleistungen lief Mary immer dann auf, wenn sie sich selber in bester Weise auf die Schippe nahm, wenn sie wahre Travestie machte oder sich einfach selber in sich badete. Dann war Mary die Mary, die ich aus dem früheren Fernsehen kannte und für die ich sie – auch nachdem ich etwas von der Show enttäuscht war – immer noch sehr bewundere. Mary ist und bleibt für mich Deutschlands größter Travestiestar.

Daher blieb ich selbstverständlich auch zu Marys Abschminkverwandlung in Georg Preusse anwesend, die ich sehr ergreifend fand. Anders als Janka und Sheila, die sich diese Illusionsberaubung nicht antun wollten, gehörte dieses für mich dazu. Ausserdem ist “so leb Dein Leben” wunderbar. Gänsehaut. Für mich das ergreifenste der ganzen Show.

Wer sich diese Illusionsberaubung  nicht antun möchte, der darf dieses im Netz gefundene Video nicht ansehen. Ich selber finde es aber ganz groß.



Frühling für Hitler Musical – Kritik

Frühling für Hitler Musical – Kritik wurde am Mai.19, 2009, gepostet


The Producers Premiere im Admiralspalast

Franz Liebkind

Es steht ja immer noch die Kritik zum Musical “The Producers – Frühling für Hitler aus” und bevor ich irgendetwas schreibe habe ich eines bekanntzugeben. Sie fällt positiv aus.

Ich habe in meinem Leben einige Musicals gesehen und ich hatte bei genau zweien das Bedürfnis, sie mehr als einmal anzusehen. Zum einen häten wir da “Tanz der Vampire, zum anderen die Rocky Horror Picture Show. Beides Musicals, die wohl als unumstritten gut gelten dürften. Seit dem letzten Sonntag ist mit “Frühling für Hitler” ein weiteres Musical hinzugekommen, bei dem es nicht bei einem Mal ansehen bleiben wird.

Die Geschichte ist eigentlich schnell erzählt. Eine ehemals sehr erfolgreicher Broadway Producers hat gerade einen – nicht den ersten – Flop gelandet und ein neurotischer Rechnungsprüfer erkennt, beim Buchprüfen, dass ein – nicht ganz ehrlicher – Producer mehr Geld mit einem Flop verdienen kann, als mit einem Hit. Allerdings nur, wenn das Stück so mies ist, dass es so sehr floppt, dass niemand es sehen möchte und es sofort abgesetzt wird. Wenn dann die angegebenen Produktionskosten die echten um ein Vielfaches übersteigen, kann der Producer mit dem Restgeld nach Rio gehen. Dafür benötigt man das mieseste Musical aller Zeiten und das findet man in “Frühling für Hitler”.

Die beiden Producer Leo Bloom und Max Bialystock

Wie die beiden Producer dem deutschtümelnden Bayern mit Stahlhelm Franz Liebkind dieses Stück abkaufen und dafür den Siegfried-Eid sowie einige andere politisch sehr unkorrekte Szenen durchstehen müssen, ist ganz großes Kino bei dem man ausserdem noch erfährt, welche – eher unbekannten – Vornamen Adolf sonst noch so trug und welcher langen Ahnenreihe er so entstammt. Das schlechte Stück hätten sie dann also fehlen noch schlechte Schauspieler…. Einfach ist es mit der Hauptdarstellerin, die sie in dem etwas naiven aber doch sehr “anpackendem” lebendem schwedischen Blondinenwitz Ulla finden. Die lang-beinige, allerdings beim besten Willen nicht lang-weilige dralle Blondine sorgt für viel Spaß auf der Bühne. Damit aber nicht genug, in einem Führercasting wird der rechte Hitler gesucht. “Die singenden Hitler nach Rechts und die tanzenden Hitler nach Links”. Es wird selbstverständich ein Darsteller gefunden, nur ein Regisseur fehlt noch, doch da findet sich auch jemand, die sehr sehr warme Tunte Roger De Bris mit einem Mitarbeiterstaat, der direkt von den Village People abstammen konnte, schickt sich an Frühling für Hitler, mit dem Leitspruch “Mach es warm, mach es Warm, mach es warm” zu inszenieren…. Geld wird eingesammelt und das Musical im Musical steht.  …Natürlich geht der Plan grandios schief und am Ende finden sich die beiden Producer im Gefängnis wieder – oder vielleicht doch nicht?

Das Stück ist auf jeden Fall großartig und man kann dem Admiralspalast nur wünschen, dass es ein großer Erfolg wird. Wenn ein tuniger Hitler mit einem drallen Blondinenwitz zusammen in einem lebenden Hakenkreuz tanzt, dann überlegt das Publukum kurz ob es stocken oder lachen soll. Es gab dann Szenenapplaus – wie im übrigen oft – und sehr verdient.

In jeder Szene gab es irgendwo noch den gewissen Pluspunkt, der sie noch besser machte. Brieftauben, die die rechten Flügel im Takt heben, eine Gefängniszelle aus der eine Broadwaybühne wird, ein Büro, dass seine Farbe wechselt, dazu gab es großartige Übergänge und die Darsteller waren allesamt großartig.

Schon in der Pause war ich begeistert und am Ende gab es – sehr verdiente und sehr ernstgemeinte – Standing Ovations und jeder mit dem ich sprach fand es großartig – mir wie gesagt inklusive.

“Ulla” nicht mehr ganz so blond wie auf der Bühne

In der Werbung hiess es

Wer Musicals nicht mag oder nicht ausstehen kann, der sollte sich The Producers Frühling für Hitler dringend ansehen.

Genau, der – und alle anderen auch. Wer es nicht mag hat wohl keinen Humor… oder den sprichwörtlichen Stock im Arsch.



Roter Teppich und Rote Brezelbinden

Roter Teppich und Rote Brezelbinden wurde am Mai.19, 2009, gepostet


Der Rote Teppich zu ehren des Führer Musicals

Brezelfahne und Brezelbinde

Es war mal wieder ein roter Teppich vorm Admiralspalast ausgerollt und wenn das passiert, dann ist Gremierenzeit im Admiralspalast. Die Galapremiere des wohl mit am meisten Spannung erwarteten Musicals des Jahres. The Producers – Frühling für Hitler. Das Musical, das vorgibt einen Flop zu produzieren und dass damit zum erfolgreichten Musical überhaupt wurde ist nach einer Zwischenstation in Wien dort angekommen, wo es hin gehört in Berlin.

Die beste Kopfbedeckung des Abends

Schon Harald Schmidt sagte:

The Producers in Berlin, da fügt sich zusammen, was zusammen gehört – Heute schon Karten für die Führerloge sichern.

Nun, ich weiss nicht ob es die Loge ist, aber in der Ehrenloge saß uns Wowi. Ein schwuler berliner Bürgermeister auf seinem Sessel und dann auch noch in einem solchen Stück… Adolfs Knochen werden sich im Grabe umdrehen. Hoffentlich mit viel Schmerz und Pein.

Brezelhalstuch

Aber es sollte ja auch ein vergnüglicher Abend werden, der für uns etwas schleppend begann. So fanden sich irgendwie unter “S” wie Sheila noch unter “W” wie Wolf die erwarteten Karten und nur der Trouble Counter konnte uns helfen, an die begehrten und heisserwarteten Tickets zu kommen, denn nur so konnten wir in die Vorstellung kommen und – was fast ebenso wichtig ist auch auf und neben den roten Teppich… mit den anderen Stars und Sternchen.

Tim Fischer

Der Wowereit war da und Wolfgang Joop, Cinema Bizarre mal wieder und Romy Haag, der Sänger der Prinzen mit einem St. Pauli Cap, Tim Fischer, viele Leute, die ich nicht kannte, die aber alle ganz toll wichtig waren, dazu massig nette Personen, denen wir auf jeder zweiten Party über den Weg laufen und eine der besten Lästerzungen Deutschlands. Oliver Kalkofe, der sich auch nicht lumpen liess und für ein Foto zur Verfügung zu stehen.


Romy Haag

So mag ich das, also steiften wir mit Prosecco auf Eis, ner Laugenbrezel im Arm und ner Brezelbinde am Arm durch die Massen, sprachen mal mit diesem und jenen und freuten uns auf das Musical, dessen baldiger Beginn dieses Mal nicht mit Glöckchen sondern per Luftschutzsirene angekündigt wurde.

Wie fragte die eine Reporterin auf dem roten Teppich noch immer: Kann man über Hitler lachen? Man kann, man muss und wer in dieses Musical geht, der wird auch, aber dazu kommen wir morgen :)

Ah sieh an, den Joop im Hintergrund hab ich auch fotografiert



Mit rechtem Flügelschlag

Mit rechtem Flügelschlag wurde am Mai.18, 2009, gepostet


The Producers Premiere

gestern waren wir ja auch der Premiere des Musicals The Producers – Frühling für Hitler. Da kommen heute und morgen noch eine ganze Menge Bilder und natürlich eine – im übrigen sehr gute – Kritik. Dazu aber später mehr.

Der Rote Teppich hat uns da übrigens ein nettes Bild mit Tim Fischer auf der Online-Ausgabe des Tagesspiegel beschert. Dieses schon einmal im Vorherein. Mehr dazu später.




ANZEIGE

Verwandte Tags

-->


Neueste Beiträge

Freunde & Bekannte