Rock The Ballet @ Admiralspalast

Mehr zufällig führte es mich gestern in den Admiralspalast zu Rock The Ballet und obwohl der Admiralspalast als Location in jeglicher Hinsicht über jeden Zweifel erhaben ist, kann einem dort mehr oder weniger alles passieren. Großartige Events mit Standing Ovation wie The Producers, die Rocky Horror Picture Show oder Pam Ann ebenso, wie Moulin Roge, ein Musical, das so mies war, dass sich bereits zur Pause das Publikum halbiert hatte.

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© Oliver Fantitsch

Jetzt war ich zu Rock The Ballet eingeladen, einer Ballett Show von Rasta Thomas, mit Musik der 80er, 90er und dem Besten von heute, wie es die Radiosender so schön benennen. …Ballett… Nicht gerade meine bevorzugte Kunstform, wie ich gestehen muss.

Allerdings in dieser Form muss ich das korrigieren.

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© Herbert Schulze

Sechs Tänzer und eine Tänzerin, die zu zeitgenössischer Musik Ballett tanzen. Das passt und hat nichts vom angestaubten Charme, den alleine das Wort Ballett verströmt. Großartige Musik von Coldplay bis Queen und wirklich tolle Bilderwelten im Hintergrund, die unterstützen, aber nicht von den großartigen Tänzern ablenken.

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© Oliver Fantitsch

Letztendlich ist es aber auch nur zum Teil klassisches Ballett, dass von den “Bad Boys Of Dance” dargeboten wird. Es ist die Grundzutat, die mit allerlei Tanz, Streetdance und Breakdance angereichert wird und so eine sehr mitreißende und kurzweilige Mischung ergeben.

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© Oliver Fantitsch

Ich selber habe nicht viel erwartet bin aber überzeugt von Rock The Ballet nach Hause gegangen.

Btw. und alle Frauen waren auch sehr überzeugt, spätestens, als im letzten Drittel sich die Tänzer sich ihrer Shirts entledigten und ihre Six-Packs die Mädels ziemlich ausflippen liessen. Man konnte denken, dort standen die Chippendales auf der Bühne… Aber die tanzen nicht so gut :)

 

Pam Ann – Flugbegleiterin out of Hell

Von Pam Ann hatte ich schon einiges gehört. Und nur gutes. Die Dame soll derbe witzig sein. ….Soll heissen Derbe und witzig. Als Flugbegleiterin tourt sie durch die Welt mit ihrem Program, welches sie selbst ist. Pam Ann.

Neulich machte sie einen Zwischenstopp im Admiralspalast in Berlin und für mich war das Grund genug der Sache mal auf den Grund –  und vor allem dahin zu gehen, um mir Pam Ann mal anzuschauen. Und: es lohnt sich.

Die Fans der Dame lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen. Gays und “Saftschubbsen” ;-) wobei das durchaus auch mal überlappen kann.

Auch wenn mir natürlich klart ist, dass vermutlich alles einen festen Konzept folgt, scheint die Show größtenteils spontan zu sein. Pam Ann steht auf der Bühne und hat Spaß mit ihrem Publikum, dass – wie schon gesagt, aus einem großen Teil an Fluglinien-Angestellten besteht. Je nachdem wo diese gerade ihren Dienst tun. Ändert sich der Inhalt der Show. Vermutlich zu jeder Fluggesellschaft dieser Welt hat Pam Ann eine oder mehrere Geschichten und Sprüche parat.. Und nicht jede Fluggesellschaft kommt Glimpflich davon.

Soll heissen, wenn man Pam Ann Sagt, dass man bei der Lufthansa arbeitet kommt man besser durch den Abend, als wenn man zufälligerweise bei Germanwings arbeitet.. Dann meldet man sich lieber nicht.

Übrigens hat sie auch über Tegel und Schönefeld so einiges zu berichten und selbst über den Hustler Ball in Berlin

Das Gute bei Pam Ann ist aber, dass sie a) sich auch selber auf den Arm nimmt und b) vor allem, dass man jederzeit merkt, dass sie selber Spaß hat und die Beleidigungen auch nicht ganz so ernst nimmt, die sie dort im Stakkato-Stil rausfeuert… Wer dort hingeht wird danach auf jeden Fall einige neue Schimpfwörter auf englisch mitnehmen… Und einen Heidenspass haben… Zumindest dann, wenn sie einen nicht im Visier hat.. obwohl auch dann, wenn Gäste typische Flugliniensprüche für einen Flug nach Berlin aufsagen oder mit ihr den Gangman Style tanzen müssen.

Mich würde mal interessieren, wie das ist, wenn sie sich bei einem Flug als Pam Ann outet. Ich bin mir sicher, die Fluggesellschaft würde sie dann am liebsten aus dem Flugzeug werfen, während die Flugbegleiter alles dafür tun, um sie möglichst schnell upzugraden :)

Insgesamt kann ich Pam Ann für einen kurzweiligen Abend nur empfehlen.

Grease @ Admiralspalast Berlin

Grease Musical.
Fliegende Tellerröcke, Rock’N'Roll und etwa eine Minute Daniela Katzenberger

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Man sah es schon lange auf Plakaten in der Hauptstadt: Grease würde im Admiralspalast aufgeführt werden. Nicht als Eigenproduktion des Admiralspalast sondern ein fahrendes Musical, dass nach etwa einem Monat im Admiralspalast zur nächsten Location weiterzieht.

grease musical admiralspalast

Daran wollen wir aber nicht denken, denn jetzt war erst einmal die Premierenveranstaltung und zu der hatte ich zwei Karten. Ein guter Anlass mal meine Ex-Kollegin Andrea auf einen Musicalbesuch einzuladen, für den sie sich extra noch ein schwarz weiss gepunktetes Kleid kaufte. Dass wir dann beide ebenso gepunktet unterwegs waren, war dabei aber weder abgesprochen noch geplant. Obwohl es war ja bei mir kein Kleid, sondern nur ein wunderbarer Rock von Redcat 7.

DSC00902mein Rock ist von Redcat 7

Aber zum Musical… Ich denke zu Grease braucht man generell wenig zu sagen. Den Film sollte jeder schon einmal gesehen haben, dass dort John Travolta und Olivia Newton-John den Begriffen “Pomade” und “Tellerock” ein Denkmal gesetzt haben. Ein Musicalfilm mit großartiger Musik und viel Tanz.

grease musical

Selbstverständlich gehört solch ein Film auch auf die Bühne. Und diese war in diesem Fall der Admiralspalast. Leider gibt es bei reisenden Musicals ja immer das Problem, dass die Bühnen und Kulissen eben für jede Bühne funktionieren müssen und so eben nicht auf eine besondere Bühne zugeschnitten sein, aber von Mama Mia weiss man ja, dass auch einfache Kulissen funktionieren können, wenn der Gesang nur stimmt.

grease

Und der stimmte – und der Tanz auch – und im Gegensatz zum vor langer Zeit mal als fahrendes Musical gesehenem Musical “Moulin Rouge” absolut auch die Kleidung… Die allerdings hätte ich mir beim Publikum etwas ausgefeilter gewünscht. Es war immerhin eine Premiere doch leider zeigte das Publikum dieses nicht unbedingt. Keine 50er, keine 60er kein nix. Schade!

DSC00904…Sheilas Kleid auch ist ebenfalls von Redcat 7

Insgesamt war Grease im Admiralspalast eine ziemlich kurzweilige Angelegenheit… Apropos kurz. Man las im Vorweg der Premiere davon, dass Daniela Katzenberger eine Rolle im Musical übernehmen würde. Eine Lehrerin mit etwa 3-5 Sätzen und einer Länge von vielleicht 2 Minuten….. Wirklich keine Rolle, die das Musicalgenre von Grund auf verändern würde und trotzdem ein Grund, sie zum Verneigen vollständig in die Mitte zu nehmen… Hmmm

daniela Katzenberger Grease

Da hätte ich die beiden Hauptdarsteller erwartet von denen ich mir die ganze Zeit überlegte: woher kenne ich die Sandy nur… Irgendwo meinte ich die schon einmal gesehen – wir allem aber gehört zu haben. Dem Begleitheft entnahm ich, sie war in Tanz der Vampire in Berlin dabei.. und ich möchte wetten, dass ich sie daher kannte. Erstaunlich. Stimmen kann ich wiedererkennen, Personen nicht.

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So erkannte Sheila auf der Aftershow Party irgendwelche Schauspieler, die ich noch nie gesehen habe, Andrea erkannte das halbe GZSZ Ensemble und ich erkannte mal wieder überhaupt niemanden, aber so ist es eben. Es war trotzdem ein sehr netter Abend mit Grease im Admiralspalast und ich freue mich jetzt schon diebisch auf die Rocky Horror Show , die zum Jahresende wieder im Admiralspalast aufgeführt wird, denn letztes Mal war sie wirklich wirklich gut

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Mary Christmas @ Admiralspalast

Mary Christmas Premiere im Admiralspalast

Mary ChristmasDanke an Sheila

Es ist ja immer etwas schwierig, wenn man Personen erlebt, die einen Idolstatus haben oder mal hatten. Es gibt vermutlich genau drei Möglichkeiten, die sich dort ergeben können

Mary Morgan

(1) Die Person ist genauso, wie immer vorgestellt und das Idol ist ab jetzt ein Super-Idol
(2) Die Person ist nicht genauso und man ist enttäuscht. Das Idol fällt dann ein wenig herunter vom großen Himmel

Gestern war es eher etwas vom zweiten Part, denn gestern waren wir bei der Berlinpremiete der Weihnachstsshow Mary Christmas im Admiralspalast.

Zoe Delay

Mary Morgan war ein solches Idol seit eigentlich immer. Ich glaube, Mary dürfte meine allererste Begegnung mit Travestie. Zumindest kann ich mich sogar noch daran erinnern, als ich Mary das erste Mal im Fernsehen sah.  Ich war noch unglaublich klein, es war ein Familienfernsehabend, mein Opa war zugegen und der ist schon wirklich lange tot… Mary ist wirklich schon lange im Showbusiness…

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Das merkte man leider gestern im Admiralspalast überdeutlich, nicht unbedingt an Mary selber, die selberstverständlich großartig aussah. Eher an ihrem Publikum, dass offensichtlich mit ihr gealtert ist, sich allerdings deutlich nicht so gut gehalten hat, wie die Meisterin selber.  Die weiss ja aber auch schon seit 1975, wie Man(n) ein Gesicht modelliert und dabei jung und frisch und schön bleibt.

Apropos schön, ich glaube, ich habe den ganzen Abend weniger Mary ins Gesicht gesehen, als meinen Blick auf ihren grandiosen Outfits gelassen. *glitzer-glitter-blink* WAS FÜR KLEIDER. Ich liebte sie alle und ich hätte wohl für jedes von ihnen getötet. Korsagenkleider, deren Glamour großartig davon ablenkte, wie steif sie eigentlich gewesen sein müssen um diese Figur zu erzeugen. Ein großartiges Weiss-Rosa Abendkleid, ein sexy kurzes Silberglitzerndes, ein extrem glimmerndes goldenes Kleid und noch eines in rot. All die Weihnachtsfarben. Immerhin war es Mary Christmas.

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Irgendwie schon strange im ersten Drittel des Novembers Weihnachten zu feiern, aber das war schon okay. Wobei vieles von Marys Programm mit Weihnachten nicht viel zu tun hat.  Es gibt Politik in ihrem Programm, übelste Zoten, bissige Themen, sie lästert über Prominente, ihr Publikum und viel auch über sich selber.

Genauso unterschiedlich ist dann auch der Erfolg in meinen Augen. Wenn sie die Geschichte einer palästinensischen und einer israelischen Mutter erzählt, die ihre Kinder bei einem Selbstmordattentat verloren haben, war sicher gut, aber nicht passend, die Geschichte über eine “Pennerin” mit der sie diverse Weihnachten gefeiert hätte, fühlte sich, selbst wenn sie stimmen sollte, ausgedacht und anmaßend an. Meiner Meinung nach, hätte es Mary in meinen Augen – und in meinem Ideal – besser getan, diese beiden Nummern zu lassen.

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Differenziert sehe ich die witze auf Kosten ihres Publikums, mal großartig, andererseits ab und an arg unter die Gürtellinie, als wenn dort gerade Desiree Nick auf der Bühne stände.

Zu Höchstleistungen lief Mary immer dann auf, wenn sie sich selber in bester Weise auf die Schippe nahm, wenn sie wahre Travestie machte oder sich einfach selber in sich badete. Dann war Mary die Mary, die ich aus dem früheren Fernsehen kannte und für die ich sie – auch nachdem ich etwas von der Show enttäuscht war – immer noch sehr bewundere. Mary ist und bleibt für mich Deutschlands größter Travestiestar.

Daher blieb ich selbstverständlich auch zu Marys Abschminkverwandlung in Georg Preusse anwesend, die ich sehr ergreifend fand. Anders als Janka und Sheila, die sich diese Illusionsberaubung nicht antun wollten, gehörte dieses für mich dazu. Ausserdem ist “so leb Dein Leben” wunderbar. Gänsehaut. Für mich das ergreifenste der ganzen Show.

Wer sich diese Illusionsberaubung  nicht antun möchte, der darf dieses im Netz gefundene Video nicht ansehen. Ich selber finde es aber ganz groß.