Korsett Berlin: Wo kaufen?

Manche Dinge gestalten sich schwerer, als man es gemeinhin glauben mag.

Korsett Berlin

Sol stellte sich mir neulich die Frage, „Wo kaufe ich ein Überbrust-Korsett? Berlin sollte dabei allerdings der Verkaufsort sein, denn solche Sachen probiere ich gerne an, um die richtige Größe zu testen und auch zu wissen, die dieses dann letztendlich geschnürt passt. Da ich schon lange einen Bustle Skirt in rotem Satin mit schwarzer Spitze bei mir herumliegen hatte, war klar, dass zu meinem geplanten La Fete Fatale Outfit ein ebensolches Satinkorsett in Rot / Schwarz dazugehören sollte.

Soweit so gut, jetzt musste ich nur noch eines kaufen und man möchte ja glauben, dass rote Korsetts in Berlin an jeder Ecke verkauft würden. Nur wo? In Hamburg wäre das soweit klar. Dort gibt es rund um die Reeperbahn diverseste Läden und alleine bei Hustler gibt es das ganze Sortiment vom billigen Unterbrustkorsett für 49 € bis zum Revanche de la Femme Designerstück. Da ich in der Woche vor dem CSD Hamburg als ich da war, aber noch nicht wusste, wie der  Rock in Natura aussehen würde, liess ich sie hängen und musste eben in der hauptstadt einkaufen gehen.

Ab ins Internet: „Korsett Berlin“ eingegeben und mal geschaut, was es da so gibt… Viel auf den ersten Blick, aber die Preise von TO.mto oder Agent Provocateur zahle ich dann doch lieber, wenn ich ein wirklich ausgefallenes Korsett suche. Ein rotes aus Satin sollte man auch zu einem bezahlbaren Preis finden…

Dann fand ich den Laden „Zugeschnürt“ mit einem guten Beitrag in Qype. Die Kategorie sollte Dessousgeschäfte in Wilmersdorf sein… Uhlandstrasse! Wo auch sonst. Leider war mein Handy leer und so musste ich mir die Adresse merken. … Dort angekommen fand ich NIX… Kein Dessousgeschäft, keine angekündigten „hochwertigen Korsetts und Corsagen“ und erst recht keine „umfangreiche und qualifizierte Kundenbetreuung“…

Nun denke ich ja in solchen Situationen an einen Fehler meinerseits und suchte so das nächstbeste Internetcafe auf… Bevor ihc nach Berlin zog, konnte ich die wittern, dieses Mal allerdings suchte ich bestimmt 20 Minuten bevor ich entnervt zum Bahnhof Zoo fuhr, weil da eines sicher war. Einen Euro un d5 Minuten später fuhr oich ein weiteres Mal zu der angegebenen Adresses, nun wissend, dass ich diese bei Qype richtig abschrieb… Trotzdem nix…Es kannte das Geschäft auch niemand vor Ort

Nun auch einem Qype kann man nicht trauen. Das Geschäft kann ja umgezogen sein, also zurück zum Internetcafe um zu schauen, ob der Laden wohl umgezogen sei. Also auf zugeschnürt.de gegangen und nachgesehen. Nein, dort stand im Impressum die gleiche Adresse. Vermutlich ein Onlineshop, der sich bei Qype einen guten Link und einen vorderen Platz bei Google erschleichen wollte… Ist zwar nicht erlaubt, klappt aber… Doof, wenn man vor Ort stand und nix findet. Nun allerdings stand ich am Bahnhof Zoo und überlegte, wo ich wohl sonst in Berlin ein Kosrsett kaufen könnte…

„ich will ja nix besonderes vielleicht gibt es soetwas gar bei Beate Uhse“ das war ja nur 100 Meter entfernt, ein Blick kann also nicht schaden, und es gab sogar rote Korsetts… in XL, aber da hätte ich doppelt reingepasst, ausserdem, bei Beate Uhse kaufen???? Nein nein. Nächster Versuch war dann Vampiria im Europacenter. Na klar gab es da rote Satinkorsetts. Leider nur als Unterbrustkorsetts. Auch nicht das, was ich suchte, also weiter im Programm.

Ich gestehe, schon zu diesem Zeitpunkt keine Lust mehr gehabt zu haben, also fuhr ich dahin, wo ich wusste, dass ich sicher das gesuchte finden würde – zum dritten Mal an diesem Tag – in die Uhlandstrasse zu Hautnah…. Okay, selbstverständlich hatte Hautnah das gesuchte Korsett, sogar in verschiedenen Ausführungen… eines passte wie angegossen und sollte die süße Summe von etwa über 300 € kosten. Schluck… da sind wir dann doch im To.mto Preis… Ähh für ein normales Satinkorsett ausserhalb meines gewünschten Preisrahmen. Da kann ich ja auch gleich zu Revanche de la Femme fahren, die – wen wunderts – in der Uhlandstrasse einen Laden haben.

Und genau das tat ich dann auch, ich fuhr etwas weiter die Strasse entlang um einmal mehr ein Ladengschäft dort zu suchen, denn wenn der Preis schon dementsprechend ist kann man ja auch gleich beim Original kaufen… Das tat ich dann aber nicht, da drei Frauen vor mir bedient werden wollten. Drum machte ich ebenso – soll heissen bedient – kehrt und verliess den Laden um mir Gedanken zu machen, was ich denn nun so zu dem Bustle Skirt tragen sollte…

Glücklicherweise fiel mir dann noch der Laden Plaste + Elaste in der Bergmannstrasse ein, der auf den ersten Blick ein identisches Korsett wie Hautnah zu etwa einem Drittel des Preises anbot, dass ich dann tatsächlich auch glücklich kaufte.

Man man man, ich habe insgesamt sieben verschiedene Versuche gebraucht, um in Berlin ein einfaches Satinkorsett zu kaufen. Das nächste kaufe ich dann doch wieder im Internet… Oder ich fahre nach hamburg, da weiss ich, wo ich welche finde….

Einkaufen mit 75.000 Fussballfans

vfb.png

Der gemeine Fussballfan als solches ist einer Transe ja nicht unähnlich.

  • Beide legen sehr hohen Wert auf ihre Kleidung. (So muss es mindestens das Leibchen des präferierten Vereines sein.)
  • Beide legen sehr hohen Wert auf Marken. (Wenn der Verein in Adidas spielt, wird sich kaum einer die Blösse geben in einem nachgemachten Kleidungsstück herumzulaufen=
  • Beide legen viel Wert auf passende Accessoirs (ein schwarz / Gelber Fussballfan wird kaum mit einem blau-weissen Schalke-Schal gesehen werden)
  • Sie zanken sich hingebungsvoll mit anderen ihrer Art
  • Sie lachen, jammern, zetern, weinen gerne

Auf gut Deutsch: Der typische Fussballfan ist eine wirkliche Dramaqueen und in Rudeln genossen keine leichte Kost.

Das letzte Wochenende waren sie in großen Rudeln in Berlin. Die Franken (VFB Stuttgart) spielten gegen die Bayern (Nürnberg) und knapp 75.000 davon waren im Berliner Olympiastadion um zu sehen, wer nun den DFB-Pokal holt.

Daneben waren noch einmal bestimmt die gleiche Zahl dieser beiden Spezies für die Berliner Fanmeile in der Hauptstadt. – Und in de Stadt waren irgendwie alle davon, als ich auf dem Kudamm war, um nach Schuhen zu sehen. Einige Wochen vorher hatte ich dort Schuhe gesehen, die wunderbar zu meinem CSD Outfit gepasst hätten – hab sie aber nicht gekauft. Und da es kaum etwas dämlicheres gibt, als in einem Schuhladen als Mann Damenpumps anzuprobieren – und auch sonst – war ich natürlich als Zoe unterwegs.

kudamm.jpg
foto by scoobay

Glücklicherweise waren sie noch nicht besoffen, aber eben weiterhin Fussballfans, Männer in Rudeln, Dörfler und teilweise Bayern. Eine Transe hatten die wohl noch nie gesehen. So zumindest kam es mir vor. Erstaunlicherweise machte mir das nichts im Geringsten aus. Irgendwie scheint mein Fell doch schon arg dick zu sein. Ist das jetzt gut, oder eigentlich weniger?

Janka Croft, die mich als Mann bei Douglas ansprach wunderte sich auch, wie ich an einem Tag wie diesem mit lauter verrückten in der Stadt gedresst losgehen könnte. Nun Schuhkauf geht vor – das wird sie sicher verstehen. Das ich diese Schuhe dann doch wieder im Laden gelassen habe, ist ein anderes Thema…

Ich war in meinen Miniplatoe Peeptoes von Deichmann unterwegs, als mir im Europacenter in einem Gitter ein Placken unterm Absatz zerborste. Fuck.

Fupp (Plastikabsatz),
Klick (defekter Absatz),
Fupp (Plastikabsatz),
Klick (defekter Absatz),

Okay, die haben 19,90 € gekostet und im Tresor etwas gelitten, als ich im Dunkeln gegen Treppenstufen gerannt bin. Bevor ich sie also neu besohlen lasse, kaufe ich sie einfach neu. Mit einem defekten Absatz lief ich den Weg zum nächsten Deichmann um sie neu zu kaufen – Denkste ausverkauft. Ich könnte aber im KDW einen Mister Minit finden.

Die im KDW verzogen die Mundzüge. Sowas billiges lässt sich wohl in einem Edel-Kaufhaus nicht vertreten. Ich würde aber Bei Wertheim – an anderen Ende des Kudamm einen Mister Minit finden.

imgp0213.JPG

Fand ich dann auch – er hiess zwar picobello und nicht Mister Minit, war aber das Gleiche. Ich konnte/musste warten und zusehen, wie meine Deichmann Peeptoes durch die Arbeitsleistung und zwei neue Absatzplacken knapp die Hälfte an Wert zulegten. Verrückt, solche Schuhe neu besohlen zu lassen – Aber ich wollte ja schliesslich nach Hause.

Da musste ich dann allerdings an einem großen Beate Uhse Shop vorbei, vor dem wieder ein ganzer Pulk Von Fussballfans wartete und sich warm soff. Die Jungs boten mir, nicht wirklich uneigennützig, an, mir den Eintritt ins Sexkino zu bezahlen, aber ich lehnte dankend, bestimmt doch komischerweise noch immer freundlich ab.

Ab nach Hause und etwas vorschlafen für die After Aua am Abend.