“Erstmal ‘ne Molle und ‘nen Korn”

“Erstmal ‘ne Molle und ‘nen Korn”

Das war ja fast wie früher – und genau so sollte es auch sein. Steinreich und Heroine Artists luden zur Veranstaltung “Erstmal ‘ne Molle und ‘nen Korn” ein. Was genau das sein sollte, war mir vorher nicht ganz klar, aber irgendwo im gentrifizierten Prenzlberg Ecke Pankow genaugenommen bei Konoppkes Imbiss sollte ein alter Biergarten aus einer anderen Zeit auferstehen…

Und es ist wirklich interessant, dass es dort noch solche Ecken gibt. Brauner, nicht ganz sauberer Backstein, ein Hinterhof mit einem leeren alten Konsum und alles sehr rustikal. Dort aufgebaut einige der üblich verdächtigen “Vintage” und Kleidungsstände, Redcat 7 und Fräulein Glitter, ein super leckeres Spanferkel, Soleier und ein Stand mit interessanten Bieren und eben Steinreich Korn.

Auf einer kleinen Bühne spielten zwei Bands und performten HayDee Sparks und Marlene von Steenvag. Auch wenn ich Marlene verpasste, so war Haydee gut wie immer und viele waren von ihrer Feuernummer beeindruckt. Selbstverständlich. Ich habe sie eher bedauert, dass sie sich bei der Kälte entkleiden musste, aber sie meinte, das sei nicht so schlimm gewesen. ich glaube ihr da mal, freute mich aber selber über die feurigen Mülltonnen, die die Menschen wärmten und zusammenrücken liessen.

Überhaupt machte das Publikum diesen urigen Hinterhof erst so besonders, es war eine wirklich tolle Atmosphäre mit tollen Personen, mit denen man sich einfach einmal nett unterhalten konnte. Zora beispielsweise, mit der ich mich über ihren neuen Laden unterhielt und wir herausfanden, dass wir eigentlich ziemlich nah beisammen wohnen – uns also mal auf einen Kaffee treffen können, oder die ganzen Damen von Heroine Artists…

Oder eben einen Ex-kollegen von mir, der vollkommen zufällig dort auftauchte, weil seine Freundin sah, dass da irgendetwas auf dem hinterhof los ist und einfach mal schauen wollte. Spannend, was er so jetzt selbstständig macht und was da so rauskommen soll.. ich bin sehr gespannt… Glaube aber nicht wirklich daran…Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren…

Auf jeden Fall war “Erstmal ‘ne Molle und ‘nen Korn” eine wirklich nette, kleine Veranstaltung, die unbedingt eine Fortsetung erfahjren muss :)

Der Zirkus war in der Stadt

Alle Paar Monate ist mal wieder der Zirkus in der Stadt. Genaugenommen der Rock’N'Roll Freak Burlesque Circus und mit Stadt ist eigentlich das Roadrunners Paradise gemeint. So nämlich gestern Abend.

Die Vöglein zwitscherten diesen Termin schon lange, sprich man wurde mit Hinweisen, dass dieser Termin kommen würde gar überfrachtet. Soll heissen: mit den richtigen Personen in der Facebook Timeline war es unmöglich, diesen Termin zu verpassen ;)

Das hatte wohl auch damit zu tun, dass unglücklicherweise der Freak Burlesque Circus im Roadrunners Paradise auf den gleichen Tag der Fête Fatale im nur wenig hundert Meter entfernten Bassy fiel. Beides doch eher Veranstaltungen, die ein ähnliches Publikum anziehen… nunja, und da erhofft mehr Werbung eben auch mehr Gäste. Bei mir hat es gewirkt, ich war nicht im Bassy sondern bei den Freaks…

Obwohl Freaks gibt es da eigentlich kaum noch, Zirkus allerdings eine ganze Menge, so beispielsweise Lola Promilla mit ihrem Flohzirkus. Ob der Floh tatsächlich einmal durch den großen Reifen gesprungen ist, oder wie er dann tatsächlich in Ihr Korsett gekommen ist, dem sie sich schlagartig entladen musste, weiss ich zwar nicht, aber gut wars.

Klasse war auch Nelly Farouche, die sich in den letzten Jahren wirklich enorm entwickelt hat. Man möchte ihr zwar immer noch etwas zu Essen in die Hand drücken um etwas gegen die Dreieinigkeit “Haut – Knochen – Muskeln” zu tun, aber ihre Nummern haben sich wirklich klasse entwickelt. Sie war an diesen Abend mit einer artistischen Burlesque-Entkleidungsnummer am Ring in der Luft zu sehen und hat mich ziemlich beeindruckt.

Beeindruckt hat mich auch Pepper, bei der ich leider kein Bild habe, aber deren Nummer ich wirklich gut fand. Mit der Musik irgendwie anders als typische Burlesque Nummern, mit gutem Kostüm und netter Geschichte. Fand ich gut und hat mir wirklich gefallen. :)

Dazu gab es die typischen mitwirkenden einer solchen Show. Die Teaserettes, die Teasers, einige Artisten, die man, wenn man in Berlin ab und an ähnliche Shows anschaut, schon mal gesehen hat. ausserdem Sheila mit einer neuen Nummer, zumindest einer die ich bisdato nicht kannte….

Ein Bügeleisen, diverse Post-its und die Frage

“sag mal brennt es da wirklich”?
“Hmmm, ich weiss nicht, es riecht komisch, aber da der Stecker des Bügeleisens mich in der Steckdose ist, wage ich das zu bezweifeln” :)

Etwas gewundert hat mich, als ich Nicole an der Bar sah, meinte ich doch, sie würde da nicht mehr arbeiten… Sie belehrte mich aber, dass sie das mehr oder weniger von der  jeweiligen Party abhängig machen würde. Und bei solch einer würde sie dann eben doch wieder dort an der Theke stehen.

Insgesamt war es ein kuzweiliger Abend im Roadrunners, der aber auch ziemlich schnell nach der letzten Nummer beendet war. Nadine mit Kopfschmerzen, ich hatte auch genug vom Abend … Schade irgendwei, denn wenn man Betty Glauben schenken darf, hatte zumindest sie wohl noch viel Spaß…

 …Ich allerdings hätte da keinen Spaß mehr gehabt, denn mir vor allem die Füße weh. Soetwas hatte ich lange nicht. Es ging so weit, dass ich sogar mit Nadine die Schuhe tauschte, hatte ich offenbar eine kleine 41 hatte sie eine große 40 an.. Zusätzlich als Peeptoe half das tatsächlich, dieses auszuhalten.

Trotzdem meine Schuhe natürlich viel schöner sind ;) , habe ich sie später aber ohne Murren wiederbekommen… Größer war das Murren bei einen Paar anderen Schuhen, die ich ihr zwar kurz zeigte, dann aber – böse, böse, wegnahm. Die gibt es irgendwann anders mal ;-)

 

Angermeier Trachten-Nacht @ Hofbräu Berlin

Angermeier Trachten-Nacht @ Hofbräu Berlin
oder
Türsteher-Macht @ Hofbräu Berlin

Seit einiger Zeit hat die Firma Angermeier eine kleine Filliale im Hofbräu Berlin mit wirklich tollen, zum Teil ausgefallenen Dirndln. Angermeier ist sicherlich eine der ersten Anlaufstellen, wenn man in Berlin ein Dirndl kaufen möchte, selbst, wenn ich neulich in einem kleinen Laden am Alex eines kaufte.

Pink / Weiss – kariert mit grüner Schürze, wirklich toll… einzig das Event zum tragen fehlte mir, das Oktoberfest in München ist immer noch ein fernes Ziel, welches beizeiten besucht werden muss.. doch es kommt ja immer so zufällig wie Weihnachten oder Silvester und eigentlich muss man jetzt schon buchen um ein Hotelzimmer zu erreichen… Und selbt dann steht man doof vorm Zelt.

Gut – Oktoberfest steht also ersteinmal nicht an, stattdessen klang die Angermeier Trachten-Nacht im Hofbräu Berlin als eine gute alternative, das Dirndl – eines meiner mittlerweile dreien – auszuführen und mal zu schauen, ob Sheila das dort gerade stattfindende Dirndl-Mädel Casting gewinnt. Kann man mal anschauen, zumal mit Tara, Lola, Diana etc. für gute Begleitung gesorgt war.

Also packte ich Nadine ein und wir brachen auf ins Hofbräu, wo ersteinmal überhauptnichts auf eine besondere Veranstaltung hinwies. Eine typische Bierzelt-Band und einige – nicht allzuviele Gäste und nahezu keine Trachten… Dass es noch ein “oben” gabe, erfuhren wir von einer Kellnerin…

Ich könnte wetten, “oben” fanden auch andere nicht, denn die Veranstaltung war gelinde gesagt mässig besucht und noch dazu zweigeteilt. Eine Hälfte des eher leeren Raumes war öffentlicher Raum, die andere Hälfte war der durch mehrere stämmige security gesicherter VIP-Gästelisten-Bereich.

Okay, wir standen auf keiner Gästeliste – folglich wurden wir nicht eingelassen und sahen so von weitem auf den Tisch mit all den Bekannten und konnten gerade noch so eben mitanschauen, wie Sheila den eindeutig stärksten Applaus bekam.

Wenn die nicht schummeln, müsste Sheila eigentlich gewonnen haben.

Hat sie nicht – und wir beschlossen dieser Veranstaltung nicht länger beizuwohnen, da man uns mittlerweile an zwei Stellen das stehen untersagte und wir keien Lust hatten, uns stattdessen zu setzen…

So gingen wir lieber nach unten, um noch eine halbe Mass Radler bei deutlich besserer Musik zu trinken. Da trafen wir dann auch den einzigen freundlichen Security Menschen, der sich tatsächlich ein Lächeln abringen konnte, als Nadine ihm sagte, er möge nicht so böse schauen…

Diese folgenden drei waren das übrigens nicht, die sorgten zu dritt gerade, dass ein Gast das heruntergefallene Glas aufkehrte… Seltsame Sitten. Ich glaube im Hofbräu habe ich die größte Ansammlung an Ordnungskräften seit dem 1. Mai in Kreuzberg gesehen. Nur, dass die meisten Polizisten dort freundlicher waren…

Uns zog es dann noch auf einen alkoholfreien Cocktail ins MIO, wo ich bislang geheim gehaltene Reisepläne kundgab, was einerseits okay ist, abererseits aber somit total unüberraschend ist….

Der Typ oben rechts sagt genau das aus, was wir vom Hofbräu gehalten haben…

Irrenhouse Comet Club Berlin

Irrenhouse nun im Comet Club in Kreuzberg
Bleibt alles anders

Wie hab ich neulich auf einer Klowand gelesen? “Friedrichshain stinkt und Kreuzberg lässt nach” … Irgendwie ist das nicht ganz von der Hand zu weisen… Nachdem Prenzlauer Berg vollkommen gentrifiziert ist, passiert ebenjenes seit mindestens zwei Jahren ebenfalls in Friedrichshain. Dort wo früher Bars mit launchiger Musik waren gibt es heute Bioläden und dort wo coole Clubs waren gibt es heute – nichts.

Ein Club nach dem anderen macht dicht, da meistens ein (zugezogener) Anwohner dagegen klagt und gewinnt und folglich ein seit jeher dort ansässiger Club schliessen muss. So zum beispiel der Geburtstagsklub in Friedrichshain und mit ihm eben auch Nina Queers Irrenhouse… Das Irrenhouse war der Grund, warum ich im Juli 2005 das erste Mal nach Berlin gekommen bin und es war eine Offenbarung damals für mich.

Solch eine Offenbarung, dass ich gleich darauf wieder nach Berlin fuhr um 4 Jahre Irrenhouse mitzufeiern… Trotz Gentrifizierung und Clubverlust sowie vieler Jahre, die ins Land gingen, gibt es die Party noch immer und feierte nun 11 jahre Irrenhouse im neuen Comet Club in Kreuzberg … Ein guter Grund, mal wieder bei Nina vorbeizuschauen und einmal zu gucken, was sich verändert hat.

Garnichts – und doch alles.

Es bleibt viel gleich. Nina Queer, Mataina ah Wie Süß, Stella DeStroy und die chronisch verspätete Dragshow um “irgendwas nach zwei Uhr”, dazu Teile der Tresenengel und selbstverständlich die üblichen DJs and DJanes, aber irgendwie ist es doch anders.

Es ist ein bisschen so wie damals mit dem GMF, das vom Cafe Moskau ins Weekend umziehen musste.. der vorherige Club war nicht schön, ein Loch, Underground aber mit einem gewissen Flair – der neue Club ist ein … ja ein Club eben, eine typische Disco. Der Flair des alten Berlins ist dort etwas verloren gegangen.

Nina selber wird das nicht stören. Der neue Standort in Kreuzberg an der Oberbaumbrücke spült neben den Stammgästen eine ganze Menge Touristen in den Club, der Raum ist größer und genauso voll wie vorher und die Party steht vor weiteren 11 Irrenhouse Jahren im Comet Club Kreuzberg. Dafür viel Erfolg.