Einkaufen mit 75.000 Fussballfans

vfb.png

Der gemeine Fussballfan als solches ist einer Transe ja nicht unähnlich.

  • Beide legen sehr hohen Wert auf ihre Kleidung. (So muss es mindestens das Leibchen des präferierten Vereines sein.)
  • Beide legen sehr hohen Wert auf Marken. (Wenn der Verein in Adidas spielt, wird sich kaum einer die Blösse geben in einem nachgemachten Kleidungsstück herumzulaufen=
  • Beide legen viel Wert auf passende Accessoirs (ein schwarz / Gelber Fussballfan wird kaum mit einem blau-weissen Schalke-Schal gesehen werden)
  • Sie zanken sich hingebungsvoll mit anderen ihrer Art
  • Sie lachen, jammern, zetern, weinen gerne

Auf gut Deutsch: Der typische Fussballfan ist eine wirkliche Dramaqueen und in Rudeln genossen keine leichte Kost.

Das letzte Wochenende waren sie in großen Rudeln in Berlin. Die Franken (VFB Stuttgart) spielten gegen die Bayern (Nürnberg) und knapp 75.000 davon waren im Berliner Olympiastadion um zu sehen, wer nun den DFB-Pokal holt.

Daneben waren noch einmal bestimmt die gleiche Zahl dieser beiden Spezies für die Berliner Fanmeile in der Hauptstadt. – Und in de Stadt waren irgendwie alle davon, als ich auf dem Kudamm war, um nach Schuhen zu sehen. Einige Wochen vorher hatte ich dort Schuhe gesehen, die wunderbar zu meinem CSD Outfit gepasst hätten – hab sie aber nicht gekauft. Und da es kaum etwas dämlicheres gibt, als in einem Schuhladen als Mann Damenpumps anzuprobieren – und auch sonst – war ich natürlich als Zoe unterwegs.

kudamm.jpg
foto by scoobay

Glücklicherweise waren sie noch nicht besoffen, aber eben weiterhin Fussballfans, Männer in Rudeln, Dörfler und teilweise Bayern. Eine Transe hatten die wohl noch nie gesehen. So zumindest kam es mir vor. Erstaunlicherweise machte mir das nichts im Geringsten aus. Irgendwie scheint mein Fell doch schon arg dick zu sein. Ist das jetzt gut, oder eigentlich weniger?

Janka Croft, die mich als Mann bei Douglas ansprach wunderte sich auch, wie ich an einem Tag wie diesem mit lauter verrückten in der Stadt gedresst losgehen könnte. Nun Schuhkauf geht vor – das wird sie sicher verstehen. Das ich diese Schuhe dann doch wieder im Laden gelassen habe, ist ein anderes Thema…

Ich war in meinen Miniplatoe Peeptoes von Deichmann unterwegs, als mir im Europacenter in einem Gitter ein Placken unterm Absatz zerborste. Fuck.

Fupp (Plastikabsatz),
Klick (defekter Absatz),
Fupp (Plastikabsatz),
Klick (defekter Absatz),

Okay, die haben 19,90 € gekostet und im Tresor etwas gelitten, als ich im Dunkeln gegen Treppenstufen gerannt bin. Bevor ich sie also neu besohlen lasse, kaufe ich sie einfach neu. Mit einem defekten Absatz lief ich den Weg zum nächsten Deichmann um sie neu zu kaufen – Denkste ausverkauft. Ich könnte aber im KDW einen Mister Minit finden.

Die im KDW verzogen die Mundzüge. Sowas billiges lässt sich wohl in einem Edel-Kaufhaus nicht vertreten. Ich würde aber Bei Wertheim – an anderen Ende des Kudamm einen Mister Minit finden.

imgp0213.JPG

Fand ich dann auch – er hiess zwar picobello und nicht Mister Minit, war aber das Gleiche. Ich konnte/musste warten und zusehen, wie meine Deichmann Peeptoes durch die Arbeitsleistung und zwei neue Absatzplacken knapp die Hälfte an Wert zulegten. Verrückt, solche Schuhe neu besohlen zu lassen – Aber ich wollte ja schliesslich nach Hause.

Da musste ich dann allerdings an einem großen Beate Uhse Shop vorbei, vor dem wieder ein ganzer Pulk Von Fussballfans wartete und sich warm soff. Die Jungs boten mir, nicht wirklich uneigennützig, an, mir den Eintritt ins Sexkino zu bezahlen, aber ich lehnte dankend, bestimmt doch komischerweise noch immer freundlich ab.

Ab nach Hause und etwas vorschlafen für die After Aua am Abend.

Kitty Koks's Generation X

Eine weitere Berliner Cocktailbar.
img_0874.JPG

Das lange Wochenende zu Himmelfahrt war Berlin ausgebucht, trotzdem zog es mich wieder in die Hauptstadt. Es war aber praktisch nicht mehr möglich, eine Unterkunft für Samstags zu finden. Liebenswerterweise nahm mich an dem Tag mein Kollege Rik bei sich auf. Vielen Dank dafür.

An diesem Wochenende hatte Sheila mal wieder weiteren auswärtigen Besuch aufgegabelt. Nina war dieses Mal deshalb mit uns – und wir hatten wieder einiges vor.

Zuerst wollten wir Kitty Koks in ihrer Bar Generation X besuchen. Zum einen wollten wir das eh mal, zum anderen ist das ein weiterer Schritt im Test aller Berliner Cocktailbars. Nicht umsonst galt ich in meiner alten firma als Experte für Hamburger Cocktailbars. Hamburg ist durch, nun kommt Berlin dran…

Eine ganze Menge Cocktailbars habe ich da schon durch und die Getränkekarte kann es mit eigentlich allen anderen Bars locker aufnehmen. Selten habe ich eine umfangreichere Karte gesehen.

img_0873.JPG

Ob es nun unbedingt so wichtig ist, dass sie Kitty nur mit Bols mixt, weiss ich nicht, aber dass es hier „Russians“ in drei verschiedenen Farben (Red Russian, Black Russian und eben White Russian) gibt und dass es hier nicht nur Long Island Ice Tea sondern auch den doch eher seltenen Long Beach Ice Tea gibt, dass ist sicher eine Erwähnung wert.

Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob Kitty nicht den Cranberry Saft vergessen hat, denn als Uwe Christiansen ihn mir servierte, hatte er ein wenig mehr Farbe und sah nicht aus, als sei im Glas nur weisser Rum, Vodka und Tequila (was fraglos die Hauptbestandsteile sind). Egal, er schmeckte und hatte die erwartete durchschlagende Wirkung.

img_0872.JPG

Ansonsten war es eine kleine, nette Bar, irgendwo weit hinten in Friedrichshain mit guter Musik, bequemen Ledersesseln aber leider viel zu wenig Gästen. Für uns war das nur okay, denn so konnten sich sowohl Kitty als auch Cecile Celsius als auch Diana Frost um uns kümmern.

Irgendwann mussten wir uns bei den dreien aber verabschieden, um unsere nächste Station für diese Nacht aufzusuchen.

(irgandwie fehlen hier noch Fotos, die Sheila mir noch schuldet 😉 aber ich erreiche die gute nicht…

Wie deutsche Touristen im Ausland

GMF Club im Mandarin Kasino auf der Reeperbahn

Mandarin Kasino

Barbie BreakoutVor vielen Jahren war der Mojo Club mit seinem Mix aus Soul und Dancefloor Jazz eine der Größen in der Hamburger Clublandschaft. Durch die eigenwillige Musikmelange war es ausserdem eine Insel in der Hamburger Clublandschaft, die immerhin 13 Jahre bestand. (und das kann wohl kaum ein Club von sich behaupten)

Nach dieser langen Zeit, schloss der Mojo Club, denn das Bowling-Center, in dem er untergebracht war (auch bekannt als hässlicher seit vielen Jahren leerstehender Betonklotz am Eingang der Reeperbahn) sollte nach jahrelangem Hin und Her endlich abgerissen werden. Das war im April 2003 – also vor knapp vier Jahren.
Der hässliche Betonklotz steht noch immer und es werden darin seit einiger zeit wieder Parties gefeiert. Das ganze heisst nun zwar nicht mehr Mojo Club sondern Mandarin Kasino, aber generell wird hier noch etwas andere Musik gespielt und es werden andere Parties gefeiert, als anderswo.

Am letzten Mittwoch kam hier dann der berliner GMF Club unter, der einmal im Jahr aushäusig in Hamburg weilt. Mit 4 DJs (Maringo, Zoe, Barbie Breakout und Melli Magic), mindestens zwei Reisebussen und vielen Autos fielen daher die Berliner in Hamburg ein – und sie benahmen sich wie Touris im Ausland. Man erzählte mir, dass bereits im Bus ordentlich gebechert wurde.

melli-magic.jpgAls ich ankam musste ich verwundert feststellen, dass auch der GMF Club in Hamburg andere Spielregeln hat, als in Berlin. Eintritt und Schlange stehen – im GMF Berlin undenkbar – beim GMF in Hamburg leider Standard. (Kalt wars)

Es war aber viel besser besucht als ich erwartet habe. Hab ich doch auf den einschlägigen Parties in Hamburg nicht einen GMF-Flyer gesehen – und fast ein leeres Mandarin Kasino erwartet. Es hat sich jedoch rumgesprochen und zusammen mit den Berlinern war es wirklich voll.

Voll waren auch eine ganze Menge Personen, bereits um halb eins waren beipielsweise der Wasserspülkasten ab-getreten und alle Ledersofas und Ledersessel be-treten. Generell wurde die Location ziemlich runtergewohnt.

Schon beim ersten Umschauen kam mir Tatjana mit den Worten. „Hallo, heute sind ja alle da“ Nun alle nicht, aber doch eine ganze Reihe. Wie schon gesagt haben Barbie Breakout und Melli Magic aufgelegt, Tatjana war da, :Gloria Viagra:, Polla Disaster und zwei Mädels, die ich nicht kannte. Für Hamburg ist solch eine Ansammlung von Drags schon enorm und sicher nur vom CSD geschlagen. Hamburger Mädels habe ich leider nicht gesehen.

Nicht einmal :Valery Pearl:… Die gute Valery hat die Party zwar besucht, allerdings als Mann. Während ich sie natürlich nicht direkt erkannte, erkannte sie mich und sprach mich an.

„ich soll sie von Miss Pearl grüßen“
„wo ist sie denn?“
…genau geschaut
„Valery!!“

zoe_.jpgMensch Mensch Valery, hier bist Du doch die Königin. Als oberste Hamburger Drag solltest Du doch Deine Stadt nicht kampflos den berlinerinnen überlassen, sondern Flagge zeigen.

Tat sie aber nicht, stattdessen bleute sie mir ein, dass ich mich gefälligst monatlich zu Ihrer Pearls of the Night Party nach Hamburg zu begeben habe, wenn ich denn in Berlin wohne 😉 Mal sehen… Ich werde mit Sicherheit ab und an vorbeikommen um mal nach dem Rechten zu sehen.

Die Show von Barbie Breakout und Melli Magic an diesem Abend war einigermaßen beliebig und stiess irgendwie auf wenig Beachtung des Publikums. Nachdem ich doch mittlerweile die ein oder andere Show gesehen habe, muss ich zugeben, sie war okay, aber nicht berauschend. Obwohl Mellis Performance von Whitney Houston in Ihrer Zeit, als diese noch kein (oder zumindest nicht so schlimm wie heute) Drogenwrack war, war eigentlich ganz okay.

Apropos Drogen: Traurig, dass es immer wieder zu polladisaster.jpgDrogenopfern kommen muss, die sich nicht im Griff haben. So auch im Mandarin Kasino als Barbie kurz mit dem Mikro verkündete, dass Drogen wohl kein Berliner Problem seien, dass dort zwei Frauen lägen und die Security doch bitte diese beiden Drogenwracks entsorgen solle. Nicht dass es sie wirklich interessieren würde, aber es würde eben besser aussehen, wenn sie im Nachhinein gesagt würde, es hätte sie interessiert… Nicht nett – aber eben ehrlich.

Besser als die Show war die Party selber. Da sich je alle wie im Urlaub fühlten, kaum noch einer fahren durfte oder musste, und man ja im Urlaub gerne die Sau rauslässt, wurde ordentlich gefeiert.

Im großen Raum einigermaßen normal unter der Musik von Zoe (von der ich im Übrigen nochmal irgendwann ein Foto mit mir machen muss), im kleinen Raum dagegen deutlich ausgelassener zu den üblich verdächtigen Diven. Ich glaube ka.jpgirgendwann wurden drei Madonna-Titel in Folge gespielt (oder einfach ein langer Remix??).

Egal im Zuge der Party haben sich eigentlich fast immer irgendwelche Transen auf der Theke befunden. Ob nun der Show halber mit Ventilator dem fliegenden Haar zuliebe oder doch nur mit einem ordinären Bier ist dabei selbstverständlich egal gewesen. Es kam wie immer eigentlich nur darauf an, gesehen zu werden.

Ich habs gesehen, und der Rest der feiernden Meute auch.

Kennt jemand den Kerl rechts auf dem Bild? Ich gebe einen Tip. Am Lachen ist er zu erkennen. Mehr noch als durch das Tattoo, weniger allerdings als durch die Verona Poth Stimme 😉 die man auf dem Bild nicht hören kann…

val.jpg

Ansonsten gab es die übliche Fotografiererei, aus der ich mich dieses Mal ziemlich rausgehalten habe. es gibt nur ein Bild von mir, und auch das nur, weil ich darum gebeten wurde.

zoeui.jpg

Insgesamt war die Party okay, aber ganz schön seltsam. Anders als Berliner Parties und anders als Hamburger Parties – aber komischerweise weder so, noch so, noch dazwischen.

http://yumondo.com

Ich fühle mich diskriminiert.

logo1.jpgJaja, ich weiss, ich bin viel zu spät mit meinem Artikel, aber es gab in letzter Zeit einfach wichtigeres zu bloggen, als diese Geschichte, die ich dennoch nie vergessen habe. Ich wurde ja in der Vergangenheit schon von einem Rudel ausländischer Teenagemöchtegernmänner dumm angemacht und von einem besoffenen Idioten auf der Reeperbahn angespuckt, aber dieses ist doch eine Geschichte, die mich mitgenommen hat.

Mein Blog wurde sozusagen als unwichtig gebrandmarkt

Es gab da vor einem dreiviertelmonat einen kleinen Skandal in der Blocommunity, der sich um ein Web 2.0 Startup rankte. Das kleine Startup Yumondo hatte die derzeit nicht allzu seltene Idee, ein Internet-Startup zu gründen, auch die Idee, dieses als Comunity aufzuziehen ist so selten derzeit nicht. Selten jedoch, und ich meine selten dämlich, ist allerdings, wie sie das anstellen wollten.

Sie haben sich zwar viele Gedanken gemacht und viel recherchiert. Ihre durchaus guten Ergebnisse haben sie dabei in einem Wiki veröffentlicht und dieses dämlicherweise nicht geschlossen. Die Welt – sprich deutsche Blogger konnten also ungestört dort stöbern und herausfinden, wofür sie so eingeplant wurden. Wer sollte sich multiplizieren, wer sollte Content liefern, wer vielleicht sogar auf der hauseigenen Blogseite veröffentlichen, wer zu welchen Events eingeladen werden uswusf.
Diese kleine Firma kommt aus Berlin und sieht darin wohl auch ihren ersten Schwerpunkt. Daher haben sie offensichtlich jedes Blog aus der Blogscout Liste in ihre Blogger und andere Multiplikatoren-Liste aufgenommen, dessen Autor in der Lage ist, das Wort Berlin auch nur halbwegs richtig zu schreiben. Wenn man sich diese Liste der Blogger und Multiplikatoren einmal anschaut, dann findet man darauf fast alle wichtigen deutschen Blogger und daneben eben jedes Blog, dass auch nur ansatzweise irgendetwas mit Berlin zu tun haben könnte.

Wirklich jedes?
Nein!

Zwei Blogschreiberlinge, die eindeutig in diese Liste gehören haben die Jungs und Mädels von Yumondo sträflich übersehen

Sheila und mich

Okay, okay, während Sheilas Blog mit dem Satz „Sheila Wolf – Ein Blick hinter den Spiegel einer Berliner Tranny-Göre.“ doch ziemlich genau aussagt, dass es sich hierbei um ein Blog mit Berlin-Hintergrund handeln könnte, so muss ich zugeben, dass es bei mir nicht sofort auf den ersten Blick erkenntlich ist. Aber nicht umsonst ist mein Zweitgrößtes Stichwort in meiner Tagcloud mittlerweile „Berlin“.

Da blogge ich mir seit 2004 die Seele aus dem Leib, da schlage mir die Nächte vor meinem Laptop um die Ohren, da fahre jedes zweite Wochenende nach Berlin um über das dortige Nachtleben zu berichten, da schockiere ich meinen Chef mit meiner Kündigung um gänzlich nach Berlin ziehen zu können – und was ist? – Nix ist. Ich werde ebenfalls nicht in die große Liste der interessanten Berlin-Blogger aufgenommen…

Das ist hart. Die beiden wichtigsten Trannyblogs nicht aufgenommen, obwohl sie eine sehr große Berlin-Affinität haben. Ich vermutete böse Diskriminierung…

Jetzt hätte ich eigentlich gedacht, die mögen Transen nicht, wenn ich nicht aus spaß mir angeschaut hätte, was die Yumondos noch so ausgeheckt hätten. Dabei fand sich noch eine weitere Liste mit Multiplikatoren zu bestimmten Themen – Und siehe da, ich fand den Namen Zoe. Was meine 487 Blogpostings nicht erreicht haben, hab ich mit meinem kleinen Qype Profil und meinen paar (22) Beiträgen dort geschafft. Ich gelte als Multiplikator für sonstiges 🙂 Was auch immer sonstiges meint.

Besser als nichts zumindest. Aber da frage ich mich doch irgendwie, warum ich überhaupt blogge, wo 22 kleine Qype Beiträge scheinbar mehr Aufsehen bei anderen erregen…. Fuck!

Na egal, dann werde ich mal als Multiplikator für Sonstiges bei Yumondo anklopfen und um Einlass begehren. Mal sehen ob sie mich reinlassen. Ich mache ja echt bei jedem Internetstartup mit. 🙂