Show Me – Friedrichstadt-Palast

Friedrichstadt-Palast, Du hast mich mit Show Me verzaubert
Aber Du hattest einige Mühe dabei.

Shine | Kostüme: Christian Lacroix | Foto: Robert Grischek

Die großartige Show Yma im Friedrichstadt-Palast ist ausgelaufen und war wohl ein großer erfolg, wie ich bestätigen kann. Nun hingen schon seit längerer Zeit neue Plakate in der ganzen Stadt, die auf die neue Show “Show Me” hinwiesen. Noch einmal teurer, noch einmal größer noch einmal einfach mehr. Und Yma musste sich vorm Broadway, Las Vegas und dem Cirque Du Solei wahrlich nicht verstecken.

Friedrichstadt-Palast | Foto: Götz Schleser

Was genau Show Me aber sein sollte, wurde mir erst gewahr, als ich das Programmheft durchblätterte. Offensichtlich sollten sich alle Nummern an Varietés, Shows und Filmen der Vergangenheit anlehnen und mal schauen, wie die in der heutigen Zeit Adaptiert werden können. Großartiges der Vergangenheit in die heutige Zeit transportiert.

Ein herer Versuch, der Show Me nicht nur gut tat. So fehlte ob der doch sehr unterschiedlichen Nummern ein roter Faden, der wohl jedem fehlte, der eben nicht vorher das Programmheft durchgegangen war. Der einzige Faden waren drei schwarz/weisse Personen, die immer mal wieder auftauchten – jedoch in ihrer Farbe blieben.

Waterburst | Kostüme: Uta Loher, Conny Lüders | Foto: Robert Grischek

Mir plätscherte Show Me anfangs etwas beliebig dahin – was daran liegen konnte, dass ich “mein linker linker Platz ist leer, ich wünsche mir…” spielte und noch nicht so recht aufmerksam war… Ich glaube aber eher, dass Show Me anfangs tatsächlich etwas beliebig war. Die erste Nummer beispielsweise erinnerte mich in der Art an Tropicana aus Havanna – und es kam nicht dran. Auch danach hatte man schon so einiges gesehen, wenn man sich ab und an mal Shows ansieht. Tanz, nette Kostüme, Akrobatik an Seilen von der Decke, einen Seifenblasenkönner. Okay, selbstverständlich waren es alles Könner und demnach großartig, aber wie gesagt, alles schon mal gesehen.

Einen ersten Hinweis, dass mehr geboten würde, zeigten 13 langbeinige Rothaarige mit Tanz und Stühlen durchaus sexy in einer großen Sandkiste. Meine Aufmerksamkeit war geweckt und kurze Zeit später stellten sich erstmalig meine Härchen am Arm auf – Gänsehaut bei einer Nummer, bei der Schaum genutzt wird. Okay, da geht wohl doch etwas – neues.

The Inner Light | Kostüme: Uta Loher, Conny Lüders | Foto: Robert Grischek

So auch bei der letzten Nummer vor der Pause, die mich spontan an Daft Punk erinnerte. Roboter bzw unterschiedlich leuchtende Menschen mit Helmen. So etwas hatte ich dann tatsächlich noch nicht gesehen, Mal schauen, was nach der pause noch so geht – und das war einiges. Mittlerweile erreichte mich auch eine SMS ob des leeren Platzes, die mich dem Rest beruhigt folgen liess… Und eigentlich ging es jetzt richtig los.

The Beauties | Kostüme: Uta Loher, Conny Lüders | Foto: Robert Grischek

Es begann mit wundervollen Kleidern, die einer jeden Drag den Mund wässrig werden ließen, es folgten tolle artistische Nummern und einige Männer, die wirklich großartig im Wasser spielten – als aber ein viele-Meter hoher Wasserfall von der decke des Friedrichstadt-Palast Herunter schoss hatte die Show mich vollends – und als dieser dann auch noch zu glitzern begann verzauberte Show Me mich gänzlich.

Splash! | Kostüme: Uta Loher, Conny Lüders | Foto: Robert Grischek

Es folgte eine klassische Burlesque Nummer und eine – so noch nie gesehene Burlesque Nummer… eine schwarze Wand, Tänzerinnen im wohl schwarzen Ganzkörpercatsuit und Kleidung in Neonfarbe, deren sie sich entledigten um am Ende eine gänzlich entkleidete aber schwarze Wand zu sehen… Großartig, wie auch das Balett von nun 32 rothaarigen Betty Dynamites…

Wie gesagt, Show Me hat einige Zeit gebraucht, um mich richtig zu haben und zu verzaubern, aber es hat doch geklappt und ich kann jedem nur raten, in den Friedrichstadt-Palast zu gehen und sich Show Me anzuschauen. Es soll ja ein Erfolg,. werden, denn wir alle wollen ja noch viele Shows wie Yma und Show Me sehen…

“Erstmal ‘ne Molle und ‘nen Korn”

“Erstmal ‘ne Molle und ‘nen Korn”

Das war ja fast wie früher – und genau so sollte es auch sein. Steinreich und Heroine Artists luden zur Veranstaltung “Erstmal ‘ne Molle und ‘nen Korn” ein. Was genau das sein sollte, war mir vorher nicht ganz klar, aber irgendwo im gentrifizierten Prenzlberg Ecke Pankow genaugenommen bei Konoppkes Imbiss sollte ein alter Biergarten aus einer anderen Zeit auferstehen…

Und es ist wirklich interessant, dass es dort noch solche Ecken gibt. Brauner, nicht ganz sauberer Backstein, ein Hinterhof mit einem leeren alten Konsum und alles sehr rustikal. Dort aufgebaut einige der üblich verdächtigen “Vintage” und Kleidungsstände, Redcat 7 und Fräulein Glitter, ein super leckeres Spanferkel, Soleier und ein Stand mit interessanten Bieren und eben Steinreich Korn.

Auf einer kleinen Bühne spielten zwei Bands und performten HayDee Sparks und Marlene von Steenvag. Auch wenn ich Marlene verpasste, so war Haydee gut wie immer und viele waren von ihrer Feuernummer beeindruckt. Selbstverständlich. Ich habe sie eher bedauert, dass sie sich bei der Kälte entkleiden musste, aber sie meinte, das sei nicht so schlimm gewesen. ich glaube ihr da mal, freute mich aber selber über die feurigen Mülltonnen, die die Menschen wärmten und zusammenrücken liessen.

Überhaupt machte das Publikum diesen urigen Hinterhof erst so besonders, es war eine wirklich tolle Atmosphäre mit tollen Personen, mit denen man sich einfach einmal nett unterhalten konnte. Zora beispielsweise, mit der ich mich über ihren neuen Laden unterhielt und wir herausfanden, dass wir eigentlich ziemlich nah beisammen wohnen – uns also mal auf einen Kaffee treffen können, oder die ganzen Damen von Heroine Artists…

Oder eben einen Ex-kollegen von mir, der vollkommen zufällig dort auftauchte, weil seine Freundin sah, dass da irgendetwas auf dem hinterhof los ist und einfach mal schauen wollte. Spannend, was er so jetzt selbstständig macht und was da so rauskommen soll.. ich bin sehr gespannt… Glaube aber nicht wirklich daran…Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren…

Auf jeden Fall war “Erstmal ‘ne Molle und ‘nen Korn” eine wirklich nette, kleine Veranstaltung, die unbedingt eine Fortsetung erfahjren muss :)

Der Zirkus war in der Stadt

Alle Paar Monate ist mal wieder der Zirkus in der Stadt. Genaugenommen der Rock’N'Roll Freak Burlesque Circus und mit Stadt ist eigentlich das Roadrunners Paradise gemeint. So nämlich gestern Abend.

Die Vöglein zwitscherten diesen Termin schon lange, sprich man wurde mit Hinweisen, dass dieser Termin kommen würde gar überfrachtet. Soll heissen: mit den richtigen Personen in der Facebook Timeline war es unmöglich, diesen Termin zu verpassen ;)

Das hatte wohl auch damit zu tun, dass unglücklicherweise der Freak Burlesque Circus im Roadrunners Paradise auf den gleichen Tag der Fête Fatale im nur wenig hundert Meter entfernten Bassy fiel. Beides doch eher Veranstaltungen, die ein ähnliches Publikum anziehen… nunja, und da erhofft mehr Werbung eben auch mehr Gäste. Bei mir hat es gewirkt, ich war nicht im Bassy sondern bei den Freaks…

Obwohl Freaks gibt es da eigentlich kaum noch, Zirkus allerdings eine ganze Menge, so beispielsweise Lola Promilla mit ihrem Flohzirkus. Ob der Floh tatsächlich einmal durch den großen Reifen gesprungen ist, oder wie er dann tatsächlich in Ihr Korsett gekommen ist, dem sie sich schlagartig entladen musste, weiss ich zwar nicht, aber gut wars.

Klasse war auch Nelly Farouche, die sich in den letzten Jahren wirklich enorm entwickelt hat. Man möchte ihr zwar immer noch etwas zu Essen in die Hand drücken um etwas gegen die Dreieinigkeit “Haut – Knochen – Muskeln” zu tun, aber ihre Nummern haben sich wirklich klasse entwickelt. Sie war an diesen Abend mit einer artistischen Burlesque-Entkleidungsnummer am Ring in der Luft zu sehen und hat mich ziemlich beeindruckt.

Beeindruckt hat mich auch Pepper, bei der ich leider kein Bild habe, aber deren Nummer ich wirklich gut fand. Mit der Musik irgendwie anders als typische Burlesque Nummern, mit gutem Kostüm und netter Geschichte. Fand ich gut und hat mir wirklich gefallen. :)

Dazu gab es die typischen mitwirkenden einer solchen Show. Die Teaserettes, die Teasers, einige Artisten, die man, wenn man in Berlin ab und an ähnliche Shows anschaut, schon mal gesehen hat. ausserdem Sheila mit einer neuen Nummer, zumindest einer die ich bisdato nicht kannte….

Ein Bügeleisen, diverse Post-its und die Frage

“sag mal brennt es da wirklich”?
“Hmmm, ich weiss nicht, es riecht komisch, aber da der Stecker des Bügeleisens mich in der Steckdose ist, wage ich das zu bezweifeln” :)

Etwas gewundert hat mich, als ich Nicole an der Bar sah, meinte ich doch, sie würde da nicht mehr arbeiten… Sie belehrte mich aber, dass sie das mehr oder weniger von der  jeweiligen Party abhängig machen würde. Und bei solch einer würde sie dann eben doch wieder dort an der Theke stehen.

Insgesamt war es ein kuzweiliger Abend im Roadrunners, der aber auch ziemlich schnell nach der letzten Nummer beendet war. Nadine mit Kopfschmerzen, ich hatte auch genug vom Abend … Schade irgendwei, denn wenn man Betty Glauben schenken darf, hatte zumindest sie wohl noch viel Spaß…

 …Ich allerdings hätte da keinen Spaß mehr gehabt, denn mir vor allem die Füße weh. Soetwas hatte ich lange nicht. Es ging so weit, dass ich sogar mit Nadine die Schuhe tauschte, hatte ich offenbar eine kleine 41 hatte sie eine große 40 an.. Zusätzlich als Peeptoe half das tatsächlich, dieses auszuhalten.

Trotzdem meine Schuhe natürlich viel schöner sind ;) , habe ich sie später aber ohne Murren wiederbekommen… Größer war das Murren bei einen Paar anderen Schuhen, die ich ihr zwar kurz zeigte, dann aber – böse, böse, wegnahm. Die gibt es irgendwann anders mal ;-)

 

Fotoshooting am Hafen für Sahneschnitte

Vor einem Jahr zur Obsession hat mir Karin von Sahneschnitte ein wunderbares rotes, samtiges Kleid auf den Leib geschneidert. Aber irgendwie fehlte immer noch, dazu ein paar schöne Bilder für ihre Homepages zu schiessen. Da ich gerade Urlaub habe, traf sich das hervorragend, mal nach Hamburg zu fahren und am Hafen diese Bilder einmal zu schiessen.

Karin hatte sich eigentlich den alten Kohledampfer “Anna” ausgeguckt, dort stellte sich bei einer Probebegehung mit ihrem Fotografen allerdings heraus, dass das Schiff nicht groß genug ist, um mich insgesamt von den Schuhen bis zum Kopf auf ein Bild zu bekommen.. Da Kleid hätte zwar noch gerade gepasst aber ohne Beine und Kopf… nene, das wär nichts gewesen.

Trotzdem trafen wir uns unten am Museumshafen Övelgönne, um mal zu schauen, welche Bilderwelten noch so infrage kämen. Ein Schiff selber leider nicht, so bleiben meine Bilder auf der Rickmer Rickmers einzigartig, aber ein kleines bisschen Fernweh kommt am Ende sicher noch rüber, Leider habe ich erst 4 unbearbeitete Bilder bekommen, aber kommt zeit, kommen Bilder und da kommt noch etwas hinterher…

Etwas komisch haben die Menschen da zwar geschaut, die auf die Hadag Fähren warteten oder von ebendiesen kamen, aber gestört gefühlt hat sich von uns niemand… Eher andersherum. So kam eine Fähre mit einer Schulklasse auf Schulausflug an, die sich kaum von uns losreissen konnten, bis die Lehrerin etwas rabiater wurde und die Jungs und Mädels zum “mitkommen” abkommandierte.

Vorher musste ich noch einige der üblichen Fragen beantworten, warum ich denn so rumliefe (Fotos fürs Kleid), ob es schwer sei auf den Schuhen zu laufen (mit etwas Übung nicht) und warum ich denn eine Frau sein will (will ich garnicht) … vor allem die Antwort auf die letzte Frage fand ich erstaunlich… die bestand nämlich aus einem einfachen “OK” ohne weitere Fragen..

Als ich mich dann in einer windgeschützten Ecke neben einer Telefonzelle (was hat die eigentlich auf diesem Ponton im Museumshafen zu suchen) vom Federkleid in ein einfaches Kleid umzog, rauschte gerade eine weitere Fähre mit vollbesetztem Oberdeck an… Man man, ich muss auch überall Aufsehen erregen :-)

Auf jeden Fall machten wir noch eben mit meiner kleinen Knipse ein Bild, dass mich am Hafen mit einem “Hamburg Süd” Containerschiff zeigt. Die fahren ja nun nicht auf der Spree, sie tragen das Wort “Hamburg” in sich und schlussendlich, ist mein Vater für die Reederei mal gefahren… Lang her allerdings.

Dann ging es weiter nach Borghorst zur Nina…