Zoe's Geburtstag

Geburtstag
Ich werde noch geboren, jeder Tag ist mein Geburtstag.
© Dr. phil. Manfred Hinrich (*1926)

Digitalfotografie
Was wäre die Transgenderwelt ohne die Digitalkameratechnik ! Ich bin mir sicher, dass der Erfinder dieser Kameras bestimmt auch Trannie gewesen ist
Lady Annabelle

Ausnahmsweise beginne ich einen Tagebucheintrag mit zwei Zitaten. Das hat den Grund, dass zum einen ein Ereignis, zum anderen aber auch ein Tag der Inhalt dieses Eintrages ist. Zudem ist es eine kleine Hommage an eine Person, die ich letzte Woche kennenlernen durfte.

Vor einiger Zeit las ich in einem Forum einen Thread mit folgendem Thema Wo hört das DWT sein auf oder besser, ab wann ist man TV? Generell eine schwere Frage und sicherlich für jede Person unterschiedlich zu beantworten. Ich für meinen Teil habe einen Zeitpunkt den ich für mich als diesen Übergang definiere. Genau am 29.05. des letzten Jahres habe ich meine erste Digitalcamera gekauft und dieser Kauf hat eine Kettenreaktion und einen Wandel hervorgerufen.

tja, und einen Wandel hab ich schon durchgemacht und begonnen habe ich als DWT (wobei ich damals den Ausdruck noch nicht kannte)

Nein, wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich mit einem paar schwarzer Lackpumps in Größe 40 begonnen, die ich in einem Schuhladen heruntergesetzt auf 10 DM sah und unbedingt kaufen musste.

Dass mir diese Schuhe niemals passen würden habe ich wohl schon gewußt, aber in dem Moment war das unwichtig. Ich wollte diese Schuhe einfach haben.
Schuhe = haben wollen = kaufen
(derjenige, der mein Blog ein wenig verfolgt, wird das sicher schon mitbekommen haben)

Ich habe wohl also als Schuhfetischist angefangen. Später hat mich dann geärgert, dass mir diese Schuhe nicht passten und ich mich auch beim besten Willen da nicht reinzwängen konnte. Ich kaufte ein zweites Paar in meiner Größe allerdings nicht ganz so hoch und trug es.

Irgendwann kaufte ich dann hier und da etwas Kleidung, die ich dazu anzog. Makeup oder gar eine Perücke wollte ich aber weder nutzen noch überhaupt haben, da es mir einfach zu heavy war. (ich war also ein ungeschminkter Mann in Damenkleidung)

So ging es sicher 2 Jahre oder so. in der Zeit war ich einer der stillen Leser ohne Bild im Trannynet oder dem Spinchat, kaufte mir dann aber irgendwann eine (grausame) Perücke beim nächstbesten Africa-Shop, die mittlerweile bereits lange in einem Mülleimer gelandet ist.

Am 29.05.2004 (ein Glück, dass ich den Kassenbon wegen der Garantie behalten musste) legte ich mir eine Digitalkamera zu und sah zum ersten Mal ein Bild von mir (ungeschminkt mit übler Perücke). Dieses hat mich mehr erschreckt als dass ich davon angetan gewesen wäre… Da ich aber die diversen Bilder bei Trannynet gesehen hatte, wußte ich „es geht auch anders“ und habe den Entschluß gefasst, dass ich da etwas tun muss….

Dieser 29.05. letzten Jahres dürfte dann sozusagen der Geburtstag von Zoe gewesen sein und wenn man es so will der Schritt vom DWT ohne Außendarstellung zu einem TV, der sich zeigt (und sei es anfangs auch nur in einem Trannynet-Profil)

Eine neue Perücke, einige Schminkselbstversuche und viele Fotos später, begann ich im Juni mein Weblog . Am 20.11. bin ich erstmals raus gegangen (TGCP in Hamburg). Dort wurde ich, knapp bevor ich nach einer Viertelstunde schon am Gehen war glücklicherweise von Llaura erkannt und angesprochen. An dem Abend habe ich dann noch ein paar Mädels kennengelernt und blieb doch noch… bis heute.

Seither habe ich viele nette Leute kennen und ich habe ein paar Menschen kennengelernt, die ganz gehörig einen an der Klatsche haben. Es gab viele tolle, einige dämliche und auch mal spannende Situationen – ebensolche Reaktionen im Übrigen auch. In diesem Jahr hat sich ein Teil meines Kleiderschranks ziemlich breit gemacht und ich weiß nicht mehr wo ich mit meinen Schuhen hin soll. Ich habe viele Fotos gemacht, von denen der größte Teil für immer im „Giftschrank“ bleiben wird 🙂 Alles in Allem will ich das Jahr nicht missen.

Ich denke, ich habe den Weg gefunden, der für mich okay ist. Gerne Tranny, gerne zeitweise einen Abend als Frau gedressed unterwegs, ansonsten aber als Mann sehr zufrieden.

 

Fotosession im Hafen

Reinfall
Rein|fall [m. 2; ugs.] Misserfolg, üble Überraschung
Wörterbuch der deutschen Sprache
Als Misserfolg oder üble Überraschung definiert der Duden das Wort „Reinfall“. Das kann ich nur unterschreiben und ein Reinfall was auch eines meiner Wochenenderlebnisse.

Am Donnerstag chattete ich mit einem Hamburger Mädel und über ihre Bilder, die sich seit ich sie das erste Mal im Internet erblickte, deutlich verbessert haben. Sie erzählte, dass sie bald vorhabe, neue zu machen und zwar im alten Elbtunnel. Sie würde sich nur nicht so recht trauen und wisse nicht, wie das wohl wäre wenn sie dann mit ihrem Stativ herumhantiere….

Alter Elbtunnel? Da war doch was. Ich habe etwas in meinem Kopf herumgekramt und dabei mir dieses Bild wieder in Erinnerung gerufen, das ich irgendwann mal bei Heelscity.com gesehen habe. „Stylisch und große Klasse! dachte ich damals und „soeines mache ich irgendwann auch einmal“. Natürlich hatte ich es lange vergessen und so hab ich spontan gesagt, dass ich mitkomme. Wir seien dann schon zu zweit und sollte jemand vorbeikommen, dann sei das nicht so schlimm. Also verabredeten wir uns zu Samstag Nacht 1:00 am Elbtunnel auf der anderen Seite der Elbe.

Nach einigen Stunden Grand-Prix schauen und einem kurzen Telefonat um 0:00 fuhr ich mit der festen Vorgabe ein paar nette Fotos zu schiessen und dem Wissen, dass Gracia beim Grand Prix nicht nur nicht den ersten – sondern den allerletzten Platz gemacht hat, los. Vorher hab ich noch eben geschaut, wie ich wohl fahren muß. >>Veddel ab, in Richtung Hafen und später den „König der Löwen-Schildern“ gefolgt.<< Alles kein Problem. In einer Stunde ist das locker zu schaffen.

Falsch

An der Stelle wo ich lang fahren wollte war zwar eine vollständige Straße, dazwischen war aber ein großer Zaun, der erklärte, dass dort das Hafengebiet sei und Normalsterbliche dort nicht durch dürfen…. Daher fuhr ich auf gut Glück in Richtung Hafen ich fand Stellen, von denen ich zu Träumen bisher nicht gewagt habe (und von denen ich ansonsten auch nur Albträume bekäme), und stand einmal auf einer kleinen Straße, auf der mich nur ein Schlagbaum vor der Autobahn stoppte. Ich fuhr insgesamt 5 Mal über die Elbbrücken und 4 Mal über die Köhlbrandbrücke – Kurzum, ich habe mich heillos verfahren.

Dann wurde noch der „ziemlich neue BMW“ vor mir von der Polizei rausgewunken und ich musste ersteinmal sehen, ob nicht vielleicht ich gemeint war. … Egal. Das wäre dann bereits das dritte mal, dass die Polizei mich so anhalten würde. Da die Polizei aber auch damals freundlich war, als ich mich selber beim im Spiegel anschauen, noch gegruselt habe, hatte ich davor auch keine Angst…. nur war ich eh schon etwas sehr spät. Egal, sie meinten nicht mich und ich durfte weiterfahren

Irgendwann wurde ich dann völlig entnervt von meiner Begleitung am einen Ende der Köhlbrandbrücke abgeholt und wir fuhren zum Elbtunnel.

Leider wurde an diesem Abend das Große Grand-Prix Finale auf dem Spielbudenplatz übertragen und einige Personen haben wohl Gracias vier Punkte etwas zu gut gefeiert. Es streunerten also am Elbtunnel 3 Betrunkene und ein Pärchen rum, die auf den Bus warteten. Mir war das absolut egal, aber meiner Begleitung war das nicht ganz geheuer. Die Bilder im Elbtunnel wurden somit kurzerhand abgesagt. Mist.

Sie schlug dann noch vor zum Kreuzfahrtterminal zu fahren und dort ein paar Bilder zu machen. Ich willigte ein, musste aber erkennen, dass dieser Platz für anspruchsvolle Bilder leider vollkommen ungeeignet ist.

Von den insgesamt nur 7 Fotos von mir ist dieses das am wenigsten schlechte und wäre normal nicht einmal in die engere Auswahl veröffentlichungswürdiger Fotos gekommen. (ich habe als Krönung nämlich auch noch die falsche, weil dunkle Perücke mitgenommen… Dunkle Haare in der Nacht …. Tolle Idee!

Eigentlich hatte ich mir noch vorgenommen danach ins Roxx zur Kinky Planet Party zu gehen, da aber mittlerweile war halb 4 und ich genervt. Keine Lust mehr. Ab nach Hause.

Der Abend war gelaufen. Und dafür hab ich nun einen Samstag Abend sausen lassen und die sündhaft teuren Nahtstrümpfe ausgepackt… nur um sehen zu müssen, dass a) mein Kopf nicht auf dem einzigen Bild ist und b) die Naht nichteinmal gerade ist. grummel.

und wo bekomme ich nun Bilder von mir im Elbtunnel her??

tarnen, täuschen, tricksen

tarnen, täuschen, tricksen
Die Kunst zu gefallen, ist die Kunst zu täuschen.
Luc de Clapiers Vauvenargues (1715 – 1747)

Bekanntermaßen trickst nicht nur Sonja Kraus sondern eigentlich täuschen und tricksen fast alle frauen irgendwie ein wenig (und sei es nur das Makeup am Morgen). Ebenso tut eine jede Transe, die etwas auf sich hält. Meine Tricks haben sich bisher auf etwas Makeup, eine Perücke und das hier beschränkt. Darüber hinaus schaut das wissende Mädel bei Jessica vorbei und beherzigt Ihre Tricks. Mit diesem Wissen kommt man schon ganz schön weit.

Es soll aber auch Personen geben, denen diese kleinen Tricks nicht ausreichen und die ihre Fotos im Nachhinein bearbeiten. In wieweit das okay ist, mögen andere beurteilen. Ich halte es dabei nach Daniela Detmers, die sich für ihre sehr hervorragenden Bilderserien einige Regeln aufgelegt hat.

…Ich verschönere niemals mein Gesicht oder meine Figur nachträglich in der Bildbearbeitung. Die Kunst meiner fotografischen Arbeit besteht darin, durch gutes Schminken, vorteilhafte Posen und schmeichelndes Licht genügend ausgezeichnetes Bildmaterial zu bekommen, aus dem ich gezielt auswählen kann. Die technischen Gegebenheiten meiner Fotografie habe ich im Text „The Big Picture – Die Bilderwerkstatt“ dargelegt. Das Handwerk besteht darin, hunderte von Fotos zu schießen. Die Kunst besteht darin, die richtigen auszuwählen.

Kein Foto verlässt meinen Computer, ohne dass ich die Farben und Kontraste richtig eingestellt habe. Ich werfe ein gutes Bild nicht in den Mülleimer, nur weil es etwas zu dunkel geraten ist oder einen Gelbstich hat. ….

…genaugenommen muss ich es genauso halten, denn weder kann ich so gut fotografieren, noch beherrsche ich Photoshop so wie Daniela. Insofern kann ich mich nicht wirklich verschönern – also muss auch ich versuchen, aus vielen Bildern die schönsten herauszusuchen und den Rest in den Giftschrank wandern lassen. (ich schmeiße keine Bilder mehr weg, da ich mich heute schon ärgere, dass meine ersten Bilder für immer und ewig verloren sind und ich also nie die gesamte Entwicklung dokumentieren kann)…… Ab und zu fällt dann sogar mal ein Bild wie dieses (Bild nicht mehr auf der Seite, daher kein Link mehr) ab, auf das ich regelrecht ein wenig stolz bin…

…aber warum schreibe ich das alles?

Nun, Sarah kann das, was ich nicht kann – nämlich Photoshop richtig bedienen. Und sie hat sich an einigen meiner Bilder von vor einigen Tagen versucht.

Eigentlich wollte sie nur aus meinen typischen roten Albinoaugen wieder normale machen, dann hat sie aber noch weichgezeichnet, gestempelt, Grübchen und Augenbrauen entfernt, am Hinter- und Vordergrund am Licht und einigen anderen Dingen gedreht und dabei ganze Arbeit geleistet. Herausgekommen ist dabei folgendes:

Original

Fälschung

Mensch, ich kann richtig gut aussehen Nicht falsch verstehen bitte, mir gefallen die Bilder sehr sehr gut und auch das Passbild in meiner Galerie ist großartig geworden. Aber da ich es eh nie so hinbekomme sollte ich mit dem arbeiten, was ich tatsächlich bin. Also bleiben wir dabei.Viele Fotos machen, auf den Glücksschnappschuss hoffen, etwas weichzeichnen und das Licht ändern. Das muss reichen. So, wem diese beiden Bilder nun gefallen haben, der findet in meiner Galerie (unten Links auf das kleine Bild klicken und den neuesten ordner auswählen) noch ein paar Bilder mehr. (ebenfalls zumeist in 2-facher Ausfertigung)

Achja und an alle meine Zweifler. JA, ich habe tatsächlich selber gelächelt, das ist echt und nicht von Sarah retuschiert worden.

Lächeln

Lächeln
Das Lächeln, das er hatte unterdrücken wollen, machte sich selbständig und glitt über sein Gesicht.
© Roger Pfaff (*1974), deutscher Aphoristiker

Liebe Zoe, also Du bist schon eine hübsche, aber was mir immer auffällt Du lachst nie auf Deinen Bildern. Denke dass würde Dir enorm stehen. – LARA

Tja, Recht hat sie natürlich… Wenn ich mal hier hereinschaue, dann sehe ich tatsächlich nur ein Bild, auf dem ich lächele.

Es ist eine kurze Distanz zwischen einem „netten Lächeln“ und einem „debilen Grinsen“. Wenn ich meine Bilder ansehe, dann finde ich selten ein Bild, das mir gefällt UND auf dem ich lächele. Erfahrungsgemäß sehen das irgendwie alle anderen anders….

Man sollte es kaum glauben, aber es gibt 2-3 Bilder, die selbst mir gefallen. Keine ganz neuen, aber ich habe mal geschaut und veröffentliche daher heute eines. Ein zweites gibt es hier im Blog schon.
http://www.myblog.de/comment.php?blog=zoe-hh&id=552255