Kino International

Das Kino International bzw der Klub International.

Mehrfach habe ich ihn ja bereits verpasst und immer hat mir die gute Mrs Wolf danach euphorisiert berichtet. Nun gut. Heute sollte also ein weiteres Häkchen auf der „gesehen“ Liste der berliner Clubs bei mir gemacht werden.

Nun ja, das Kino International, mittlerweile verstehe ich, warum sich der GMF Club zur Hamburg Party das alte Mandarin Kasino ausgesucht hat. Ist es doch genauso, wie das Cafe Moskau oder eben das kino International. – Ein großer, leicht abgewrackter, Bau im 60er Jahre stil. Wer sich in einer der Locations wohl fühlt, der kann davon ausgehen, dass auch die anderen beiden sein Gutwollen abbekommen. Ich selber mag solche Läden.

Doch vorher war eine Fahrt mit Sheila in Formel 1 Geschwindigkeit zu überleben. Die leisen Hinweise von Nina hinten, dass die Geschwindigkeit nicht nötig sei, bügelte die gute Sheila aber mit einem Tritt auf Gaspedal ihres 175 PS Mini galant ab. Hinterm Steuer wird die gute zum Tier….

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Und zwar zum bissigen Tier.

Wider erwarten kamen wir heil und unverletzt am kino International an und die dame war, kaum vom Steuer weg, wieder lieb. Das hat etwas von Jeckyll und Hide.

Egal. Kino International.

Erster Eindruck. Ziemlich gut gefüllt
Zweiter Eindruck. Ziemlich abgewrackt.

Kaum vorstellbar, dass dieses Kino vor nichteinmal 9 Jahren DAS Premierenkino der DDR gewesen sein sollte. Aus dem unteren hard-housigen Floor, auf dem wir Kitty Koks mal wieder als Mann unterwegs trafen, zogen wir ziemlich schnell ganz nach oben.

Wow, was für ein Treppenhaus. Wohl kein Quadratzentimeter, der nicht irgendein Grafitti trägt. Wir kamen hinauf in die Honecker Lounge, in der Stella Destroy auflegte. Hier blätterte der Putz von der Decke, zumindest dort, wo nicht noch etwas Tapete an der Wand hing. Etwas surreal, wenn man bedenkt, dass hier vor 9 Jahren Honni gesessen haben soll. Der bröckelnde Putz könnte aber auch mit der extremen Luftfeuchtigkeit zu tun gehabt haben.

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unscharf – mist! Ich brauch ne neue Kamera

Draußen extrem heiss, drinnen mit vielen tanzenden Menschen noch viel heisser. Stella legte hier bewährtes und bestes aus der Black und House und Partykiste auf und besonders DeeeLite mit Grove is in the heart ist mir im Gedächtnis geblieben.

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Nicht nur, weil ich das Lied immer schon klasse fand, sondern, weil das Kleid im Video doch ähnlich psychedelisch wie meines an diesem Tag war.

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scharf – mist. ich brauche Puder!

Zwar hat Stella gute Musik gemacht, aber die Temperaturen waren doch zu heftig und so zog es uns in die weniger heisse Panorama Lounge, die unter anderem von Biggy van Blond beschallt wurde. Girlie Pop und Mika. Gwen Stefani, Spice Girls, Kylie Minogue und Madonna.

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Biggy van Blond – wie gesagt, scheiss Kamera

Apropos Madonna, die haben wir auf allen drei Floors gehört. War hier vielleicht doch die Madonnamania und nicht der Klub International? Madonna ist eben Gott, wie :Nina Queer: schon richtig sagte. Btw. das bringt mich zu der Frage, was es bedeutet, wenn Madonna Gott ist… aber dazu ein andernmal.

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Heute hatten wir auf jeden Fall nicht mit Gott, sondern mit einer wichtigen anderen Person zu tun. Einem Kinosaalbewacher….

Der Kinosaal, den es tatsächlich noch gibt, ist im Kino International nicht geschlossen, wird aber von einem rigorosen Kinosaalbewacher bewacht. Dieser, verweigerte aber drei bittenden Transen die gewünschten zwei Fotos im leeren Saal leider. Nicht nett, das.

Aber wir kommen wieder.

Nummer drei meiner gefürchteten Überleitungen an diesem Wochenende. „Wiederkommen“.

Wir werden sicher auch wieder ins Kino International kommen, wenn es das nächste Mal angesagt ist, aber für heute verliessen wir es in gemässigterer Fahrt ins Roses, eine kleine Bar, die mein lieber Exkollege Rik uns als die „Kitschigste Bar der Welt“ angepriesen hat.

Apropos Rik, wo war der eigentlich heute?

By the Way, irgendwer erzählte uns etwas von einem Garten, den wir aber trotz intensiver Suche nicht finden konnten…. Weiss da jemand mehr?

Haus B

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Cher in Berlin

Nachdem ich also eine Stadtrundfahrt durch Berlin bei Nacht hinter mir hatte, mein Domizil mit Blick über das nächtliche Berlin bezogen hatte und mich schlußendlich auch endlich im Spiegel ansehnlich fand, kamen wir dann tatsächlich noch los.

Bis einige Tage vor Berlin war ich mir nicht so ganz recht sicher, ob ich tatsächlich bereits freitags fahren sollte und wenn ja, wo es uns in Berlin wohl hinführen sollte. Aber irgendwann sagte Sheila Haus B hört sich in der Zeitung wirklich gut an, und Pricilla wird auch da sein„.

…Wenn Pricilla da ist, dann spricht es dafür, dass diese Disco lohnenswert ist, denn wenn sich jemand in Berlins Transenszene auskennt, dann wohl sie.

Also nicht lange überlegt, die Adresse in Sheilas Navi eingegeben und losgedüst um nicht allzuviel später nach einigen Biep Biep Bieep Bieeep Bieeeeps von ihrer Einparkhilfe knapp vorm Haus B zu parken.

Wie es sich gehört, kamen wir auch im Haus B gratis rein. Wir bekamen noch die letzten Lieder der Cher-Performance von Yvonne Abèl mit. Schon erstaunlich, sie sang nicht nur wie Cher sondern sah auch aus, wie eine jüngere Ausgabe von ihr. Und eben nicht so durch Schönheits-OPs verschlimmbessert.

Wie fragten mich zwei Mädels:

Sie: Du schaust so aus, als würdest Du Dich damit auskennen, ist das da oben auf der Bühne ein Mann oder eine Frau?
Ich: Das ist ein Mann.
Sie: Sicher?
Ich: Ja, ganz bestimmt.
Sie: Und Du bist auch ein Mann, oder?
Ich: Ja, ich bin auch ein Mann.
Sie: Aber sehr sexy.

Okay, okay, Yvonne Abèl ist kein Mann, das sehe ich ein, aber dort war ich mich nicht wirklich sicher. Man sollte echten Frauen verbieten, Perücken zu tragen, wenn sie dann von handelsüblichen, wenngleich wirklich guten Drag Queens nicht mehr zu unterscheiden sind 😉

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Ansonsten hatte das Haus B aber alles, was man von einer Mallorca-Disco erwartet. Viele Spiegel und Lieder, die ich seit meinem letzten Mallorca Urlaub vor 6-8 Jahren nicht mehr gehört habe. Mr. Vain, Capt. Hollywood und ähnlich schlimme Musik. Es war schon okay, das so lange nicht gehört haben zu müssen. Trotzdem war die Musik zumindest so gut, um auf der Bühne tanzend und singend über dem gesamten weiteren Partyvolk zu thronen.

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Irgendwann verloren wir aber den Spaß am Haus B und es zog uns mal wieder zum insomina.

Btw:
Es ist mittlerweile ganz schön hart, wenn in der Schlange vor der Garderobe ein Typ im Abi 2006 T-Shirt vor einem steht 😉