Ankündigung: CSD Berlin Party 2010

CSD Berlin Party 2010

Seit heute sind mein Blog und ich im CSD Berlin Fieber…. Auch wenn morgen noch die deutsche Nationalmannschaft spielt, geht es nun um den Berliner Christopher Street Day, Vor-Veranstaltung in der Galeries Lafayette, die Parade am Samstag und selbstverständlich die Partys am Abend…

CSD Berlin Party 2010

Nun hat eine CSD Party ja meist den typischen „Silvester-Charakter“. Extrem Voll und alle erwarten wasweissich tolles und letztendlich ist es doch nur eine „normale“ Party, doch machen es ja immer die vielen Auswärtigen besonders. Und damit diese Herren udn Damen auch wisen, was sie zu besuchen haben, gibt es diesen Artikel. (Und weil das Video von Nina col ist)

Wie die letzten Jahre gibt es eigentlich nur zwei Partys, die zum Berliner CSD zu besuchen sind:

1. Irrenhouse & Klub International im Kino International

Die vermutlich größte Gayparty Berlins findet auch dieses Jahr wieder im Kino International in der Karl Marx Allee statt. Wie auch die letzten Jahre tun sich dafür wieder der Klub International und das Irrenhouse zusammen um unter dem Motto „Welcome to the Circus“ ordentlich zu feiern. Drei Liveacts in der Panoramabar (Nina Queer, Stella Destroy und Dudel Disco Team) und insgesamt sieben DJs ( Nina Queer, Gina Tonic, Maarten Clark, Bürger P., K-Jell und Alpha_Nerd werden die Party antreiben. Das Kino International ist für eine CSD Berlin Party immer ein Besuch wert…

2. GMF @ Weekend

…Wer dazu aber keine lust hat, besucht dann eben die vermutlich bekannteste, zumindest aber älteste Gayparty in Berlin. Bob Youngs GMF. Bob weiss, wie man eine ordentliche Party feiert und das GMF im Weekend wird wohl dieses Jahr auch wieder aus allen Nähten platzen, denn immerhin hat Bob Young ordentlich aufgefahren. Auf 2 Floors plus Dachterasse sind insgesamt sechs DJs gebucht, die dann den weiteren Rest der Berliner Gayszene darstellen ( Superzandy, Maringo, Zoe, Chris Bekker, Barbie Breakout, Gloria Viagra ).

Da bleibt dann wenig offen, ausser wirklich die offizielle CSD Berlin Party im Dice Club mit Mataina Ah Wie Süß, Polla Disaster und Kaspar Kamäleon…

Artikel 3 GG – was steht denn nun drin?

Flotter dreier fürs Grundgesetz…. Und was bedeutet des nun?

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er war der erste, der wusste, was der Art. 3 GG aussagt.

Man liest und hört es jedes Jahr und es sind immer die gleichen Meinungen.

Die CSDs sind vollkommene Fun-Veranstaltungen geworden, es geht nur um Party, es hat keinen politischen Charakter mehr und überhaupt die Medien knipsen immer nur die Freaks und die Transen, die sowieso der politschen Sache extrem abdienlich sind.

Tja, die Paraden sollen politischer werden und meiner meinung nach war der Hamburger Christopher Street Day tatsächlich politischer, als man es von anderen kennt. Man sah Plakate und Botschaften überall und der Slogan „Flotter Dreier fürs Grundgesetz“ war ebenfalls überall zu lesen…. Aber was bedeutet das nun genau? Was hat es denn mit diesem Slogan so auf sich?

Okay, ich habe mich da informiert, was der CSD Hamburg so proklamiert: Es geht um den Artikel 3 des Grundgesetzes, der folgendes aussagt:

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Es geht also um den Gleichheitsgrundasatz und der Artikel 3 Absatz 3 soll eben auf sexuelle Neigungen bzw. Identitäten ausgeweitet werden…. Dieses erzählte mir das Internet.

Doch wen sollte man fragen, wenn man es eben nicht weiss? Politiker oder vielleicht doch lieber die Transen???

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Es gab leider keine Chance Herrn von Beust zu fragen

Nun ich fragte ersteinmal beim ersten politischen Truck nach, worum es denn beim Slogan „Flotter dreier fürs Grundgesetz“ geht. …Ich habe da natürlich nicht erwartet, dass man mir den gesamten Artikel 3 runterbetet, aber die Worte „Gleichheitsgrundsatz sowie Diskriminierungsverbote“ hätte ich schon erwartet, zumal dort sogar Flyer mit der Überschrift “ gleiche Rechte  für gleiche Liebe verteilt wurden…
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nett war er, aber er hatte leider keine Ahnung

Die erste Person im Bannkreis des Politik-Trucks, die ich fragte, konnte mir leider garnicht erklären, was es mit diesem Slogan auf sich hatte (6 setzen), also zog ich weiter zum nächsten Flyer-Verteiler. Er wusste etwas mehr, nämlich, dass die Schwulen und Lesben in den Artikel drei mit aufgenommen werden sollen. Als ich ihn dann allerdings fragte, was der denn überhaupt aussagen würde, erwischte ich ihn auf dem falschen Fuß und er musste zugeben, dass er keinerlei Ahnung habe und überhaupt sei er noch nicht so lange in der Partei… (Mut zur Lücke aufgedeckt 4-) ..

Doch immerhin zeigte er mir einen Menschen, der es wissen müsste. Und… Er wusste es. Es ginge dort um den Gleichheitsgrundsatz, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich seien, er konnte mir von den Diskriminierungsverboten berichten und erzählen, wie er erweitert werden sollte. (sehr gut. 1)

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leider vergaß ich, Claudia Roth zu fragen

Kaum erstaunlich ist übrigens, dass sich hierbei sowohl die Schwusos als auch die Grünen nicht mit Ruhm bekleckerten – und ganz sicher hätten dieses auch die CDU’ler, oder FDPer sowie die Linken nicht.

Ich fand genau einen Grünen und einen Schwuso, die sich beide deutlich für ihre Mitstreier schämten.

Und um diesem Artikel einen weiteren Sinn zu geben fand ich selbstverständlich (ausser mir, die es ja im Internet recherchierte) eine Drag, die es ebenso wusste. Tatjana Taft hatte sich informiert und glänzte mit politischem Wissen.

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Tatjana Taft hatte sich gut vorbereitet.

Dann hätten wir zwei wissende Politiker und zwei wissende Drags. Unentschieden….!

Christopher Street Day

Rezession auf dem Hamburger Christopher Street Day.

Dykes on Tretroller
Dykes on Tretroller – Rufschädigung für die Dykes on Bikes

Die weltweit wirtschaftlich schweren Zeiten gehen auch am Christopher Street Day in Hamburg nicht spurlos vorbei, wie ich am letzten Wochenende in der langen Reihe feststellen musste. Es gab eine neue Schlichtheit und es wurde an allen Ecken und Enden gespart. Die Dykes on Bikes führten statt auf schweren Maschinen wie sonst dieses Jahr die Parade auf Vespa und Tretrollern an. (Das ist ja schon fast Rufschädigend), Olivia Jones sparte sich selber gleich ganz ein und ich überzeugte mit stilvoller Eleganz und weniger Stoff als diesem Navy Outfit eigentlich zugewiesen ist.

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Dieses Mal zeige ich die beiden… Hab ich sie doch letztes Jahr vergessen.

Statt dem Supergirl-Outfit entschied ich mich – da alleine und in Hamburg unterwegs – für mein Navykleid von Stop Staring. Doch kurz nachdem ich meine Wohnung verliess und in die Sonne kam, war mir eindeutig klar, dass es zu heiss für ein Langes Kleid sei und ich dringend etwas tun müsste…. Folglich legte ich einen Zwischenstop bei meiner bevorzugten hamburger Änderungsschneiderei ein, die es binnnen 10 Minuten dafür sorgte, dass ich gleich noch ein wenig Stoff einsparte. Wie gesagt, es musste gespart werden.

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Dass das Kleid am Ende die falsche Wahl war, musste ich dann auf dem Christopher Street Day ziemlich schnell einsehen, merkte ich doch eigentlich sofort, dass die Fotografenschar auf mich nicht wie gewohnt reagierten… Es ging sogar so weit, dass einige Fotografen – während ich an ihnen vorbeistöckelte – an ihren Kameras rumhantierten, damit diese bei der nächsten interessanten Person – die ich offensichtlich nicht war – vollkommen einsatzbereit ist. Somit habe ich den Fotografen also Speicherkartenplatz gespart. Hmpf. Das wäre mir mit dem Zönix letztes Jahr nicht passiert – und es wird mir im nächsten Jahr auch nicht noch einmal passieren. Das schwöre ich.

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Und weil wir mit dem Sparen schon so weit sind, wurde mit nochetwas gespart, und zwar mit Zuschauern. Auch, wenn die Veranstalter und die Polizei irgendwie andere Zahlen ermittelten, fand mein subjektives Bauchgefühl heraus, dass ein Paar Zuschauer weniger entlang der Strecke unterwegs waren… Und wer jetzt meint, dass das eben nur mein subjektives Bauchgefühl war, dem sei gesagt, dass die anderen Leute, denen ich dieselbe Frage stellte, ebenso mit ihrem subjektiven Bauchgefühl antworteten… Es muss wohl etwas dran gewesen sein.

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Aber ehrlichgesagt wundert mich das auch nicht. So gab es mit dem Christopher Street Day in Mannheim noch einen größeren CSD am anderen Ende der Republik, so war das Wetter so großartig, dass die Ostsee, die Nordsee, Freibäder und Badeseen lockten und schlussendlich war noch der Welt-Astra-Tag. Genügend Gründe der Parade fernzubleiben. Aber dafür war es wirklich gut gefüllt.

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Und wer jetzt meint, dass ich diesen CSD Hamburg schrecklich fand, der liegt vollkommen falsch, denn ich habe den Tag genossen und ich werde Hamburg auch die nächsten Jahre wieder geniessen, denn Hamburg hat immer großartiges Wetter, nette Leute und ein smoothe Stimmung. Ein anderes Outfit und alles wird gut, das nächste Mal.

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Alle Bilder by Oliver Schulz

Liebe CSD-Truck Fahrer

Liebe CSD-Truck Fahrer und liebes Security Personal.

Okay, okay, ich gebe ja zu, dass man, wenn man einen 30 Tonner unter sich hat und einige Meter über der Strasse thront, der King der Landstrasse – im CSD Hamburg Fall – Der King der Hamburger Innenstadt ist. Dass man dieses auch bei Tempo ganz ganz wenig unter Beweis stellen möchte, kann ich auch irgendwie verstehen, aber man kann es wirklich auch etwas übertreiben.

Dummerweise ist mir das erst im Nachhinein eingefallen, aber diese Information hätte ich am Samstag im Nachhinein gerne getwittert:

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Hab ich aber nicht. Schade.

Nun denn, der oben genannte Truckfahrer scheint den CSD irgendwie nicht ganz verstanden zu haben und sein ärgstes Bedürfnis war wohl, möglichst schnell nach Hause zu kommen…

Im Normalfall fahren Trucks auf den CSDs immer so, dass dazwischen immer noch Platz für laufende Teilnehmer der CSD Parade bleibt. Je mehr Personen dazwischen laufen und je schriller diese sind, desto häufiger erscheint dann übrigens auch der Truck auf den zahlreichen Bildern.

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Normalerweise wird man dann irgendwann durch die Truck-Security zum weitergehen aufgefordert, wenn man durch übermäßige Fotografie-Arien eine zu große Lücke entsteht. Die Definition von „zu groß“ ist dabei übrigens ziemlich fliessend und wird unterschiedlich hart ausgelegt.

Aber liebe CSD-Truck Fahrer:
Wenn noch keine 15 Meter Platz zwischen dem letzten Truck und der Person vor Euch ist und diese Lücke binnen weniger Sekunden aufzuholen ist, dann ist drängeln nicht notwendig, vor allem dann, wenn wenige Minuten später der ganze Zug sowieso mal wieder steht. Ehrlichgesagt nervt das dann nur.

Aber selbst diese beispielsweise angenommenen 15 Meter fand oben genannter Truckfahrer viel viel viel zu viel und liess – trotz Personen in der Mitte – zwischen seiner und der vorherigen Begleitsecurity ungelogene zwei Meter Platz.

Die anderen Personen flüchteten schnell, ich hielt es demonstrativ noch ein Paar Minuten aus, nachdenkend, ob ich mich wohl einfach auf die Straße setzen sollte, bis der Truck vom Cafe Gnosa zumindest 10 Meter weit weg wäre… Vermutlich hätte mich dann der Truckfahrer aber einfach überfahren. Das war mir der Demonstraionscharakter dann aber doch nicht wert.

IMG_4659-1Zwei Meter Platz für Läufer auf dem CSD Hamburg

Stattdessen ärgerte ich mich noch ein Paar Minuten über den Truckfahrer, liess noch ein Foto machen, das die Zwei Meter verdeutlichte und verzog mich fluchend ebenfalls in eine andere Lücke.