Idole?

Ein Zitat als ich vor einiger zeit mit einem Mädel chattete:

Schön mal mit einem Idol geschnackt zu haben.

…Damit war ich gemeint? urgs. Idol? Ich? Ähm. Ich war eine Weile sprachlos und fragte mich, was wohl in diesem Falle zu diesem Titel geführt haben möge…

  • Ich bin nicht schöner als alle anderen.
    (zumindest fallen mir spontan diverse viel größere Schönheiten oder zumindest natülichere Schönheiten ein)
  • Ich eigne mich nicht gerade als Makeupartist, sondern stümpere mir dort eher etwas zurecht.
    (Es hat einen Grund, dass Annabelle immer länger braucht und der ebsteht nicht darin, dass ich einfach schneller bin)
  • Ich bin nicht die freundlichste Person in der Transenwelt, sondern irgendwas zwischen Abweisend, unnahbar und eingebildet.
    Annabelle wird angesprochen, Sarah hat immer Gesprächpartner nur ich bin wohl etwas (wie Sarah sagt) fischig.
  • Ich kenne nicht die meisten Personen
    Seien es Lydia, Jessica Spirit, Monique Dumont um mal ein paar aus dem großen Who is Who der Trannyszene zu nennen. All diese Mädels kenne ich a) garnicht oder b) nicht wirklich Mails oder Messenger
  • Ich bin nicht seit immer dabei
    (nichteinmal 2 1/2 Jahre)
  • Ich bin keine große Partyveranstalterin
    (Der einzige Versuch endete im Debakel)
  • Ich bin nicht auf jedem Fest zu Hause
    (Schlampenfest, ab und an mal in Recklinghausen, Berlin oder Hamburg. Das war es)

Es muss also irgendwie dann doch daran liegen, daß ich aufschreibe, was ich erlebe, was mich bewegt und vor allem auch, was mir so mißlingt. Der aufmerksame Besucher wird feststellen, daß mein Blog mehr oder weniger eine lose Zusammenreihung von Pleiten, Pech und Pannen ist.

Ob ich nun 9 Stunden nach Recklinghausen fahre, weil ich zu blöde bin eine Stadtkarte zu kaufen, ob ich in einen Jeansladen gehe und Ohrringe kaufen möchte, weil ich mich in der Tür geirrt habe und der Trannyshop nebenan ist, ob ich mit völlig falschem Schuhwerk
durch die Kölner Innenstadt
stöckelte, weil ich ja resistent gegen gute Ratschläge war oder im Abendkleid nach Berlin fuhr, weil die Patry in Hamburg doch langweiliger als erwartet war, oder oder oder.
Wikipedia betitelt ein Idol wie folgt:

Ein Vorbild ist eine zum Nachahmen einladende oder zwingende Erscheinungsform von Personen oder Objekten.
Kennzeichen eines Vorbilds sind die positiven und die negativen Eigenschaften (gutes und schlechtes Vorbild).

Kaum etwas, das ich tue ist wirklich zur Nachahmung empfohlen und wirklich zwingend bin ich auch nicht, viele meiner Eigenschaften sind eher negativ. Ich glaube, ich bin kein Idol.

Als ich dann aber mal wirklich darüber nachdachte, wen ich so als Idol ansehen würde, musste ich passen.. Natürlich gab es mal Idole, es gab Mädels, die einfach so schillernd im Internet waren, daß sie meine Idole waren. Von Jessica Spirit über Monique Dumont bis hin zu Daniela Detmers und ja auch Kerstin Black. Irgendwie waren das schon Idole, weil ich ihre Bilder bewunderte und zu diesen Zeiten selber noch als bildloser Mitchatter oder zumindest als kopfloses Ungeheuer durch die Chaträume wanderte
Heute haben all diese Mädels den Idolstatus verloren. Generell gebe ich beispielsweise nur noch etwas darauf, wenn ich Personen live gesehen habe, da ich die Kraft, die in Bildern stecken kann mittlerweile kenne. Fast jedes Mädel kann zu Elli Hunter gehen und sich zu einem Elli Girl stylen lassen. Die sehen dann zwar alle irgendwie gleich aus, aber mit Sicherheit zumindest viel besser als in freier Wildbahn. Ich präferiere daher Personen, die ich live gesehen habe und die ich mag. Kerstin Black (Bild unten) ist so eine Person. Schaut auch live klasse aus, ist super nett, abeer sicher kein Idol mehr.

Statt Idolen habe ich eher Personen die ich für bestimmte Eigenschaften bewundere.

Beispiele gefälligst?

Becky Enverité

Becky ist Die Trannybloggerin und auch, wenn ich leider aus ihrer Blogroll entfernt wurde bleibt sie für ihren Blog ein Idol. Was blogging angeht, so macht ihr niemand etwas vor. sie hat immer Themen, sie hat immer etwas zu schreiben und sie hat viel Witz. Ihr Blog ist Lektüre und Ansporn für mich und sicherlich ein Grund, warum dieses Blog so ist, wie es ist.

Svenja

Svenja ist klasse, frei von allen Trannyklüngeln zieht sie ihr Ding durch, hat Spaß und backt sich ein Ei darauf, was andere von ihr denken. Das hat klasse.

RuPaul

Bevor ich jetzt Olivia oder Valery oder irgendeine Berliner Draggröße nenne, nehme ich bei dem Thema lieber die einzig wahre, die fantastische, die großartige RuPaul. Bei dem Anblick muss ich leider weinen.

Babsy

Ich erinnere mich an eine Fernsehsendung als irgendein Comedian über Didi Hallervorden folgenden Satz sagte: „Didi Hallervorden ist klasse, der ist ja eigentlich auch schon seit immer da. Ich glaube er hat mit Rudi Carell zusammen den Witz erfunden“. Ähnlich ist es mit Babsy. Sie war schon immer da, hat das Transentum wohl miterfunden, ist die rosa Eminenz und die Wächterin der Weiblichkeit. Wenn Babsy sagt, eine Party ist gut dann darf man ihr sicher glauben.
Es gibt sicher noch die ein oder andere weitere Person, für die ich durchaus Bewunderung hege.

…aber ich fürchte Idole hab ich keine mehr

tarnen, täuschen, tricksen

tarnen, täuschen, tricksen
Die Kunst zu gefallen, ist die Kunst zu täuschen.
Luc de Clapiers Vauvenargues (1715 – 1747)

Bekanntermaßen trickst nicht nur Sonja Kraus sondern eigentlich täuschen und tricksen fast alle frauen irgendwie ein wenig (und sei es nur das Makeup am Morgen). Ebenso tut eine jede Transe, die etwas auf sich hält. Meine Tricks haben sich bisher auf etwas Makeup, eine Perücke und das hier beschränkt. Darüber hinaus schaut das wissende Mädel bei Jessica vorbei und beherzigt Ihre Tricks. Mit diesem Wissen kommt man schon ganz schön weit.

Es soll aber auch Personen geben, denen diese kleinen Tricks nicht ausreichen und die ihre Fotos im Nachhinein bearbeiten. In wieweit das okay ist, mögen andere beurteilen. Ich halte es dabei nach Daniela Detmers, die sich für ihre sehr hervorragenden Bilderserien einige Regeln aufgelegt hat.

…Ich verschönere niemals mein Gesicht oder meine Figur nachträglich in der Bildbearbeitung. Die Kunst meiner fotografischen Arbeit besteht darin, durch gutes Schminken, vorteilhafte Posen und schmeichelndes Licht genügend ausgezeichnetes Bildmaterial zu bekommen, aus dem ich gezielt auswählen kann. Die technischen Gegebenheiten meiner Fotografie habe ich im Text „The Big Picture – Die Bilderwerkstatt“ dargelegt. Das Handwerk besteht darin, hunderte von Fotos zu schießen. Die Kunst besteht darin, die richtigen auszuwählen.

Kein Foto verlässt meinen Computer, ohne dass ich die Farben und Kontraste richtig eingestellt habe. Ich werfe ein gutes Bild nicht in den Mülleimer, nur weil es etwas zu dunkel geraten ist oder einen Gelbstich hat. ….

…genaugenommen muss ich es genauso halten, denn weder kann ich so gut fotografieren, noch beherrsche ich Photoshop so wie Daniela. Insofern kann ich mich nicht wirklich verschönern – also muss auch ich versuchen, aus vielen Bildern die schönsten herauszusuchen und den Rest in den Giftschrank wandern lassen. (ich schmeiße keine Bilder mehr weg, da ich mich heute schon ärgere, dass meine ersten Bilder für immer und ewig verloren sind und ich also nie die gesamte Entwicklung dokumentieren kann)…… Ab und zu fällt dann sogar mal ein Bild wie dieses (Bild nicht mehr auf der Seite, daher kein Link mehr) ab, auf das ich regelrecht ein wenig stolz bin…

…aber warum schreibe ich das alles?

Nun, Sarah kann das, was ich nicht kann – nämlich Photoshop richtig bedienen. Und sie hat sich an einigen meiner Bilder von vor einigen Tagen versucht.

Eigentlich wollte sie nur aus meinen typischen roten Albinoaugen wieder normale machen, dann hat sie aber noch weichgezeichnet, gestempelt, Grübchen und Augenbrauen entfernt, am Hinter- und Vordergrund am Licht und einigen anderen Dingen gedreht und dabei ganze Arbeit geleistet. Herausgekommen ist dabei folgendes:

Original

Fälschung

Mensch, ich kann richtig gut aussehen Nicht falsch verstehen bitte, mir gefallen die Bilder sehr sehr gut und auch das Passbild in meiner Galerie ist großartig geworden. Aber da ich es eh nie so hinbekomme sollte ich mit dem arbeiten, was ich tatsächlich bin. Also bleiben wir dabei.Viele Fotos machen, auf den Glücksschnappschuss hoffen, etwas weichzeichnen und das Licht ändern. Das muss reichen. So, wem diese beiden Bilder nun gefallen haben, der findet in meiner Galerie (unten Links auf das kleine Bild klicken und den neuesten ordner auswählen) noch ein paar Bilder mehr. (ebenfalls zumeist in 2-facher Ausfertigung)

Achja und an alle meine Zweifler. JA, ich habe tatsächlich selber gelächelt, das ist echt und nicht von Sarah retuschiert worden.