Dragqueen Show Havanna

25.10.2009 – Kuba – Havanna
Dragqueen Show, Havanna

Dragqueen Show Havanna

Marta, meine Hausherrin war etwas enttäuscht, als ich ihr erzählte, dass ich zwar eine Travestieshow gesehen hätte, aber Rafael nicht getroffen hätte, Und so machte sie am Samstag noch ein zweites Treffen mit ihm aus. Wieder am Cine Yara und wieder zum gleichen Zeitpunkt.

Auch wenn mir diverse Kubaner helfen wollten und mich dahin führen wollten, um den einen opder anderen peso zu verdienen, wartete ich am Eingang des Kinos auf Rafael, der dann auch tatsächlich kam. Da er auch meinen Namen kannte, wusste ich auch, dass es Rafael war und nicht irgendeine Person, die vorgab, rafael zu sein… Gott ich werde paranoid…

Egal, ich hatte ob des hohen Taxipreises von zwei Tagen dieses Mal vorgesorgt und Marta hatte mir bei einer Stadtführung am Tage gezeigt wo das Cine Yara sei. Drum fuhr ich dieses Mal selber. Billiger und ich kann entscheiden, wann ich gehe…

Ich hatte dann aber auf einem Male nicht nur Rafael sondern auch drei andere Personen im Auto, was mir ja immer nicht so recht behagt. Aber Rafael wirkte sehr vernünftig und hatte eine gewisse Autorität. Ich verstand zwar kein Wort, aber irgendwie hatte er die anderem im Griff und einer von ihnen spreach gutes Englisch, was die Sache sehr erleichterte.

Dragqueens Havanna

Die gesparten Pesos investierte ich in einen Tisch für vier Personen incl Havanna Club und Flasche Kaltgetränk. Es kamen dann aber alle fünf aus dem Auto rein… Genaugenommen muss ich gestehen, gab ich vor nur 23 zu haben und zwei müssten die anderen aufbringen. Ich fand das aber okay, es half mir, nicht angehauen zu werden, als die getränke alle waren und immerhin brachte ich ihnen eine Flasche Rum und einen guten Platz.

Ich suchte mir aber einen besseren um die Show mehr von vorne sehen zu können und Rafael kam mehrfach vorbei um mir ein Getränk vorbeizubringen. Wirklich nett, aber mehr als zwei Gläser Rum Lemon wollte ich dann doch nicht, da ich ja noch fahren musste. Vorerst musste ich aber erstmal filmen.

Alle Dragqueens waren gut, einige waren besser. Vor allem zwei sind mir im Gedächtnis geblieben. Ein Mädel gleich zu Beginn gab Amy Winehouse zum besten und sah tatsächlich so aus… Also nicht mit einer Amy Winehouse Perücke wie es Nina Queer mal gebracht hat, sondern mich Echthaar. Und Cher hat sie dann auch später noch ziemlich überzeugend gebracht.

Zum Anderen gefiel mir sehr gut eine blonde Drag, die zwar ausserhalb der Bühne etwas hochnäsig wirkte, auf den Brettern, die die Travstie in Kuba bedeuten, aber großartig war… Und was das hochnäsig angeht, sind das ja auch die deutschen Drags bisweilen, wenn irgendwer, den sie nicht kennen, auf einem Male vor ihnen steht und sie nervt um ein Foto zu bekommen.

havanna drag queens

Überhaupt ist es auf Kuba genau das gleiche, wie irgendwo anders auf dieser Welt, als Dragqueen genießt man offensichtlich auch in Havanna ein Standing, dass irgendwie höher ist, als dass eines typischen Besuchers einer Gayveranstaltung, das konnte ich deutlich sehen. Schon meine kleinen Moo Cards, die wie Panini Bilder gesammelt wurden, zeigte das deutlich.

Überhaupt… Ich… ich hatte Travestiestau, Wie gerne wäre ich selber als Zoe gekommen, aber irgendwie traurte ich mich dass dann doch nicht. Ich hatte gesehen, mit welchem Respekt die Drags am Malecon den Ordnungshütern gegenüberstanden und ich kenne ja, die durchaus schwierigen Blicke, die eine Drag einer unbekannten anderen bisweilen zuwirft, egal, ob in Deutschland, London, Miami oder eben vermutlich hier. Zu zweit hätte ich es gemacht, aber alleine… Mist… Zu gerne….

Es ist wirklich hart als Mann unterwegs zu sein und gleichzeitig zu wissen, dass Zoe  nur einen Koffer weit weg ist, denn anders als eigentlichg geplant, hatte ich die gesamte Ausrüstung die volle Reise und somit eben auch in Havanna dabei…

Heute, da ich das schreibe, im Bus von Cayo Largo zum Hotel Nacional de Cuba, ist gerade wieder Freitag und ich könnte.. Ich kenne den Weg und ich bin gleich zu Hause, aber … nein…. Ich bin eine Memme.

Gay Kuba

Palace Bar Miami – 1200 Ocean drive

Palace Bar Miami – 1200 Ocean drive

Palace Bar Miami

Das Palace ist eine kleine Bar direkt am Ocean Drive. Vor der Tür hängt eine Regenbogenflagge und der Leitspruch des Palace ist:

Palace – Every Queen needs a Place.

Hier sollen laut Webseite die besten Drag Shows von Miami Beach, Miami und überhaupt von Florida stattfinden. Selbstverständlich ist das der Platz, den ich in Miami auf keinen Fall verpassen wollte. Genau genommen habe ich zuerst das Palace im Internet gefunden und mir dann das passende Hotel Ocean Reef Suites nur ein paar hundert Meter weiter gesucht. Zum Nach Hause torkeln

So habe ich mir Freitag nichts vorgenommen und wollte die Drag Show anschauen… Mal sehen, was die Drag Queens in Miami so zu bieten haben, was man nicht auch aus dem Irrenhouse kennt. Gegen halb acht dachte ich, dass es Sinn machen würde, mal zu schauen, wann es überhaupt beginnt…

Uuups um sieben Uhr… Also fix auf den Weg gemacht und gefreut, dasds es nahezu nebenan ist. Als ich ankam, fand ich keine Show. Und damit hätten wir dann schon einmal die erste Gemeinsamkeit mit dem Irrenhouse. Drag Queen Shows beginnen grundsätzlich zu spät. In diesem Fall etwa eine dreiviertel Stunde. Da habe ich also Glück gehabt.

Die Show selber war schon ziemlich unterschiedlich zu einer Drag Show im Irrenhouse. Weniger Choreographie, mehr Platz, denn eine Show im Palace Miami Beach findet nicht auf einer kleinen Bühne Platz sondern auf der Terasse des Palace, auf dem Gehweg davor und auf dem Ocean Drive.

TP Lords @ Palace Bar, miami

Drei Drags in jeweils drei Shows plus eine gemeinsame Nummer und damit hätten wir den nächsten Unterschied zu einer Irrenhouse Drag Show. Weniger Disco, mehr Show und für mich das Problem, wie soll ich zehn Nummern sinnvoll in einen Beitrag unterbringen…

Wie gesagt, eine Dragshow im Palace beinhaltet keine Choreographie sondern vor allem die spontane Einbindung der Touristen, die dort gerade herumlaufen und staunend auf das Spektakel schauen, dass sich gerade vor ihren Augen abspielt. Die meisten Zuschauer scheinen mit Drags allerdings weniger Berührungspunkte haben. „Welcome to Disneyland“ Die Mädels schaffen es aber tatsächlich während der Show alle Plätze zu besetzen. Vermutlich das erste und letzte Mal, dass die meisten Zuschauer einer Gaybar näher kommen als an diesem Abend.

Aber wenn die Show stimmt, dann kann man solche Konventionen schon einmal über den Haufen werfen – und ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, was die Mädels ihren Zuschauern einbläuten. Man wird nicht automatisch Schwul, wenn man eine Dragshow ansieht und auch nicht, wenn man eine Drag Queen berührt. Und das kann sehr gut vorkommen, wenn man gerade zu einer Drag Show an der 1200 Ocean Drive Palace Bar vorbeigeht. Da ist man schneller in der Show als einem vielleicht Lieb ist.

Sasha Sky - Palace Bar

Wunderbar! Drag Queen Contest

Wunderbar! Endlich Drag Queens in Hamburg

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Was geht den da ab. Drag Queens in Hamburg, und gleich mehrere davon?… sieben um genau zu sein…

Nun kennt man die Zahl sieben ja als eine wichtige, eine Zahl die nicht allzuviel klingt, aber doch eine ganze Menge sein kann, die sieben Plagen haben eine ganze Menge Zeit gedauert, sieben jahre im genau zu sein, dann gibt es noch die sieben Zwerge und die sieben Todsünden, die sieben Weltwunder und nicht zu vergessen, die sieben Tage, die Gott gebraucht haben soll, die Erde zu erschaffen. Was für eine Zahl und in diesem Fall bedeutete sie einen besonderen Punkt in Hamburgs Drag Szene?

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Hamburgs Drag Szene????… wird sich nun mancheiner – mich eingeschlossen – fragen. Gibt es die???

Nun, ganz offensichtlich bewegt sich in meiner Heimatstadt etwas. Bestand die Hamburger Drag Queen Szene in den letzten jahren doch vor allem aus dem Namen Valery Pearl, dann lange nichts und dann ebenfalls lange nichts und nun kamen gleich sieben Mädels zu einem Drag Contest in die Wunderbar.

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Das ganze wurde von Valery Pearl moderiert, es fanden sich also gleich acht Drags in der Wunderbar ein. Bisher hatte ich das in etwa als die Zahl gedacht, die Hamburg insgesamt an Drags aufzubieten hat. Offensichtlich habe ich mich geirrt. Schön.

Leider kenne ich keines der Mädels persönlich und auch die Siegerin Niccy Dynamite ist mir unbekannt, aber zumindest das Mädel in Rot schaut auch so klasse aus, die sah ich nämlich auf dem CSD Hamburg im letzten Jahr bereits.

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Ich glaube zwar, dass ein gewisser Trash-Faktor dieser Veranstaltung nicht abzusprechen ist, aber vielleicht bekommt Hamburg ja doch noch irgendwann eine Drag Queen Szene. Schauen wir mal ob beim CSD 2010 in Hamburg mehr davon zu sehen ist. Ich wünsche es mir.

Gossip Girl Stella Destroy

Gossip Girls, irgendwas in der Luft und ein Fehler im Bild.

Dritter Samstag im Monat und somit ein Irrenhouse-Samstag. Aber irgendwie war an diesem Wochenende „nur“ Irrenhouse und da das irrenhouse ja erst um zwei zur Transenshow richtig interessant wird, mussten wir uns vorher noch etwas einfallen lassen. Ein Essen im Sage Restaurant, zu dem ich aber morgen erst komme.
Heute ist ersteinmal das Irrenhoue und da es dieses Mal mit Stella Destroy und Heavy Cross von Gossip eine der besten Performances auf die Bühne brachte, die ich jemals im Irrenhouse gesehen habe, ist das auch wirklich sinnvoll.

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Überhaupt war das Irrenhouse dieses mal etwas komisch, irgendwie waren die Personen dort dieses Mal aufgekratzter als sonst, so als schwebten irgendwelche Drogen – also mehr als sonst – in der Luft… ber aufgekratztheit ist ja generell ersteinmal eine gute Vorgabe für eine Pary. Dazu mit Superzandy eine der besten DJ-Persönlichkeiten der Stadt…, die den eigentlichen House-Floor in einen grandiosen Pop-Floor verwandelte. Normalerweise bleibe ich nicht allzulange auf dem House-Floor, aber dieses Mal erreichten Zandy mich mit der Musik vollkommen und ich tanzte sogar, was eher selten vorkommt, aber vielleicht auch mit den oben genannten Drogen zu tun haben mag.

Gossip GirlsTransenauflauf – Einfach Käse drüberschütten

Und es trafen sich alle. Stella mit einem Rückenausschnitt so tief wie eben noch möglich, Mataina, Zandy, und wir, ein ganzer Transenauflauf. Wie Janka schon ganz richtig erkannte. Einfach nur noch Käse drüberschütten und wir haben einen Transenauflauf…. Wie wahr, wie wahr. Und der wäre geschmolzen, denn es wurde wieder einmal heiß im Irrenhouse, wobei ich feststellen musste, dass die dort ausliegenden Flyern in ihrer Vielzahl auch nicht mehr das, was sie mal waren. Irgendwie weniger steif.

Und wie es bei heissen Temperaturen so ist, man braucht etwas zu trinken also ab zur Bar um dort zu erkennen, dass irgendwas anders war… So war dann auch der erste Satz, den ich hörte „Hallo – Ashna ist übrigens an der anderen Bar“… „ääääh bekomme ich denn trotzdem etwas zu trinken?“ Ich bekam… und sogar ohne Bestellung genau das richtige. Gut, wenn man Stammgast ist. Aber ich wurde später noch dazu überredet, statt meines Becks Lemon doch einmal ein Schöfferhofer Weizen zu probieren, dessen Hälfte dann jedoch im Irrenhouse verblieb. Nächstes Mal dann doch wieder Becks Lemon. Man sollte bei dem bleiben, was man mag und was sich bewährt hat.

102_0120Finde den Fehler in diesem Bild.

So dachte wohl auch Nina Queer, die viele Leute bei Deko Behrendt Bananen kaufen sahen. Das bedeutete Zwei Apfelsinen im Haar und an der Hüfte Bananen – nicht zum ersten Mal, wie bekannt war. Macht aber nichts, denn die Nummer bleibt ja gut, und wurde lange nicht von ihr gebracht. Folglich sollte man sich nicht beschweren. Doch wirklich um einiges spannender war Stellas Show. Der Song je eh schon mit seinen Geschwindigkeits- und Lautstärkewechsel großartig wurde durch verschiedene Lichtwechsel noch eindrucksvoller, Dunkel, Strobo, Taschenlampe. Ziemlich großartig gemacht.

wie allerdings der derzeitige Lieblingssong scheinbar aller Drag Queens „Fuck U!“ von Lily Allen. Ich mag es ja immer, wenn mehrere DRags auf der Bühne stehen, und auch wenn Schilder mit Botschaften sowie viele Luftballons im Zuschauerraum schon häufiger vorgekommen sind, verfehlt dieses doch den Zweck nicht. Schon garnicht, wenn das Publikum gut mitgeht, und das tat es auch dieses Mal wieder.

Karla Gerfeld, Modeschöpferin im Irrenhouse
KarLa Gerfeld, Modeschöpferin

Apropos war dieses Mal im Irrenhouse Prominenz anwesend, Nicht etwa Lady Gaga oder Bono von U2 die jeweils Konzerte in Berlin an diesem Abend spielten, sondern KarLa Gerfeld, die berühmte Mode-Designerin, die Fächerbewaffnet nicht über die Beständigkeit von Flyern mäkelte, aber zu diversen Modesünden des Abends eine Meinung hatte – und selbstverständlich nicht immer eine gute, wie zum beispiel zu Maria und Marianne Hellweg, die sich offensichtlich ins Irrenhouse verliefen. Mit einer der beiden hatte ich dann noch ein komisches Gespräch.

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Dirndl im Juli

Ich: Wie kommt es, dass Du im Dirndl hier bist, Oktoberfest ist doch noch eine Weile hin?
Sie: Nun ich komme von da.
Ich: Ah Du wohnst also in München oder Umgebung?
Sie: Nein, ich lebe in Berlin.
Ich: Äh. und was ist nun der Grund, warum Du hier im Dirndl herkommst?
Sie: Das ist er (zeigt auf ihren Freund)

102_0060Alle Irre.

…Das war der Grund, wo mir dieses Gespräch zu anstrengend wurde und ich mehr dann doch nicht mehr wissen wollte und wieder daran dachte, dass wohl doch drogen in der luft seien… Das half mir dann aber nicht mehr noch zu erfahren, dass das Mädel schwierigkeiten hätte, lange Wimpern anzukleben und dass das mit dem Lidstrich auch nicht so einfach sei… AAhja, ich glaube ich muss dann mal….

Nächsten Monat gehts weiter.