Kurz vor Weihnachten war ich im Rahmen einer Spenden-Aktion, an der ich mich ein wenig beteiligte im Gebäude der Berliner Aidshilfe. Eigentlich müsste für solch eine Aktion nicht Weihnachten sein, aber da sammelt es sich eben doch leichter.
Egal, in den Räumen der Aidshilfe fielen mir diverse Transen Bilder an den Wänden auf, bei denen es sich nach näherer Nachfrage um eine Dauerausstellung des berliner Malers Egon Rathke handelt.
Dabei sind die Bilder nicht geschönt sondern zeigen ganz klar die Transvestiten, die Tunte, die Dragqueen in der für sie ureigenen Schönheiten oder eben gerade Nicht-Schönheiten.
Dabei habe ich mich gerade bei der heutigen Dr. Sketchy Einladung gefragt, was wohl wäre, wenn dort mal eine Drag Queen angefragt würde, für die Dr Sketchy Zeichner Model zu stehen, ich denke es dürfte ziemlich schwer sein, einen Mann zu zeichnen, der eben gerade wenigstmöglich den Mann verkörpert.
Eben keine Frau zu malen sondern bei einer Drag das vielelict doch noch leicht sichtbar Männliche herauszuarbeiten und sie doch eben echt zu malen und eben nicht “runtermalen” oder gar lächerlich machen. Schwer und für viele Zeichner sicher unmöglich. Egon Rathke zeigt ganz klar auf diesen Bildern keine Frauen sondern eben die gedressten Männer – und das ist eben nicht immer schön.
Soweit ich weiss handelt es sich bei diesen Bildern übrigens um tatsächlich Berliner Persönlichkeiten.
25.10.2009 – Kuba – Havanna
Dragqueen Show, Havanna
Marta, meine Hausherrin war etwas enttäuscht, als ich ihr erzählte, dass ich zwar eine Travestieshow gesehen hätte, aber Rafael nicht getroffen hätte, Und so machte sie am Samstag noch ein zweites Treffen mit ihm aus. Wieder am Cine Yara und wieder zum gleichen Zeitpunkt.
Auch wenn mir diverse Kubaner helfen wollten und mich dahin führen wollten, um den einen opder anderen peso zu verdienen, wartete ich am Eingang des Kinos auf Rafael, der dann auch tatsächlich kam. Da er auch meinen Namen kannte, wusste ich auch, dass es Rafael war und nicht irgendeine Person, die vorgab, rafael zu sein… Gott ich werde paranoid…
Egal, ich hatte ob des hohen Taxipreises von zwei Tagen dieses Mal vorgesorgt und Marta hatte mir bei einer Stadtführung am Tage gezeigt wo das Cine Yara sei. Drum fuhr ich dieses Mal selber. Billiger und ich kann entscheiden, wann ich gehe…
Ich hatte dann aber auf einem Male nicht nur Rafael sondern auch drei andere Personen im Auto, was mir ja immer nicht so recht behagt. Aber Rafael wirkte sehr vernünftig und hatte eine gewisse Autorität. Ich verstand zwar kein Wort, aber irgendwie hatte er die anderem im Griff und einer von ihnen spreach gutes Englisch, was die Sache sehr erleichterte.
Die gesparten Pesos investierte ich in einen Tisch für vier Personen incl Havanna Club und Flasche Kaltgetränk. Es kamen dann aber alle fünf aus dem Auto rein… Genaugenommen muss ich gestehen, gab ich vor nur 23 zu haben und zwei müssten die anderen aufbringen. Ich fand das aber okay, es half mir, nicht angehauen zu werden, als die getränke alle waren und immerhin brachte ich ihnen eine Flasche Rum und einen guten Platz.
Ich suchte mir aber einen besseren um die Show mehr von vorne sehen zu können und Rafael kam mehrfach vorbei um mir ein Getränk vorbeizubringen. Wirklich nett, aber mehr als zwei Gläser Rum Lemon wollte ich dann doch nicht, da ich ja noch fahren musste. Vorerst musste ich aber erstmal filmen.
Alle Dragqueens waren gut, einige waren besser. Vor allem zwei sind mir im Gedächtnis geblieben. Ein Mädel gleich zu Beginn gab Amy Winehouse zum besten und sah tatsächlich so aus… Also nicht mit einer Amy Winehouse Perücke wie es Nina Queer mal gebracht hat, sondern mich Echthaar. Und Cher hat sie dann auch später noch ziemlich überzeugend gebracht.
Zum Anderen gefiel mir sehr gut eine blonde Drag, die zwar ausserhalb der Bühne etwas hochnäsig wirkte, auf den Brettern, die die Travstie in Kuba bedeuten, aber großartig war… Und was das hochnäsig angeht, sind das ja auch die deutschen Drags bisweilen, wenn irgendwer, den sie nicht kennen, auf einem Male vor ihnen steht und sie nervt um ein Foto zu bekommen.
Überhaupt ist es auf Kuba genau das gleiche, wie irgendwo anders auf dieser Welt, als Dragqueen genießt man offensichtlich auch in Havanna ein Standing, dass irgendwie höher ist, als dass eines typischen Besuchers einer Gayveranstaltung, das konnte ich deutlich sehen. Schon meine kleinen Moo Cards, die wie Panini Bilder gesammelt wurden, zeigte das deutlich.
Überhaupt… Ich… ich hatte Travestiestau, Wie gerne wäre ich selber als Zoe gekommen, aber irgendwie traurte ich mich dass dann doch nicht. Ich hatte gesehen, mit welchem Respekt die Drags am Malecon den Ordnungshütern gegenüberstanden und ich kenne ja, die durchaus schwierigen Blicke, die eine Drag einer unbekannten anderen bisweilen zuwirft, egal, ob in Deutschland, London, Miami oder eben vermutlich hier. Zu zweit hätte ich es gemacht, aber alleine… Mist… Zu gerne….
Es ist wirklich hart als Mann unterwegs zu sein und gleichzeitig zu wissen, dass Zoe nur einen Koffer weit weg ist, denn anders als eigentlichg geplant, hatte ich die gesamte Ausrüstung die volle Reise und somit eben auch in Havanna dabei…
Heute, da ich das schreibe, im Bus von Cayo Largo zum Hotel Nacional de Cuba, ist gerade wieder Freitag und ich könnte.. Ich kenne den Weg und ich bin gleich zu Hause, aber … nein…. Ich bin eine Memme.
Okay, ich hatte Freitag bereits die Drag Show in der Palace Bar gesehen, aber das hielt mich beim besten Willen nicht davon ab, dass ich mir auch die Samstägliche Show anschaue. Sie sollte unter der Überschrift “Drags Gone Wild” stattfinden, was ja genaugenommen schon einmal eine klasse Überschrift ist und eine gute Travestieshow zu werden versprach.
Da ich diesen Abend danach aber auch ausgehen wollte und mich noch fertigmachen musste, kam ich etwas später als geplant zur Palace Bar. Normalerweise macht das ja nichts aus, denn eine jede Drag Queen fängt ihre Show später an, als geplant… Doof nur, wenn die schon früher geplant ist und so auch später dann eben doch irgendwie früher ist
Als ich ankam war also alles schon in vollem Gange, doch fand ich gleich einen Platz und bekam auch sofort nen Mojito und kurze Zeit später auch etwas zu essen… Dabei mußte ich mir die frage stellen, ob ich den Burger und die Fritten wirklich zu mir nehmen wollte, denn was ich sah, liess mich zweifeln. Ich sage mal so, nicht gerade Janka, der das nichts ausmacht, sondern etwa zweiundeinbisschen mal Janka in einem Körper… Zu viel Burger und Fritten. würde ich sagen.
Aber ganz Ehrlich, dies liess mich nur kurz Zweifeln, denn kurze Zeit später blieb mir einfach die Luft weg, denn die Dame zeigte einiges und beanspruchte ihre schwarzen Lackstiefel in einer Weise, die ich ihr beim besten Willen nichtzugetraut hätte. Wie genau schaut ihr aber besser selber.
Aber wer geglaubt hat, dass diese Nummer schon cool sei, der schaue auf den nächsten Film.
Ansehen, Das ist ein Befehl
Das ist mal genial und ich frage mich seither, warum Beyonce “The Butt” genannte wird, sie würde im Boden versinken, wenn sie diese Performance ihrer eigenen Nummer sieht. Das Publikum war auf jedem Fall aus dem Häuschen und ich allerspätestens nach etwa 4 1/2 minuten vollkommen überzeugt. Nein, eigentlich viel früher.
Tja, Miami Dragqueens scheinen etwas griffiger zu sein, als die Damen auf der Restwelt. Interessant bei dieser Gelegenheit, dass die ganze Show über zwei Polizisten nichts anders zu tun hatten, als sofort, wenn eine der Drags den Ocean Drive betrat – und das geschieht da ja regelmäßig – die Fahrbahn zu beiden Seiten abzusperren.
Drags haben vor der Palace Bar eindeutig Vorfahrt und das sogar polizeilich geregelt. Dabei war ich wirklich nicht sicher, wer da vor wem geschützt werden musste. Die Dragqueens vor den Autos oder eher die Autos vor den Dragqueens… Ich sage mal so, bei Kollissionen hätte es ordentlich Beulen geben können – vor allem in den Autos. Wenn ich mir “The Real Butt” anschaue, dann hätte da schon ein Hummer dem Ocean drive entlangkommen müssen, damit das fürs Auto glimpflich ausgeht, aber auch die Fahren da ja entlang….
Auf jeden Fall sind die Girls große klasse. und Girls wanna have Fun.
Whitney Houston KANN nicht mehr singen, Melli Magic BRAUCHT es nicht, Kermit knutscht schon wieder fremd und die Glocken von Rom werden mit Bratpfannen geläutet und Fotografen, die sich gegenseitig erzählen, dass ihre Bilder so nicht okay sind…. Anders gesagt: ein ganz normaler Abend in Nina Queers Irrenhouse.
Nach zwei kleinen Appetizern zum Warmwerden folgte das Irrenhouse, kulturelles Highlight an jedem dritten Samstag im Monat und seit jeher ein Pflichttermin… Jemand muss das Geschehen dort ja dokumentieren und obwohl wir nicht allzulange dort waren, passierte trotzdem einiges. Schon auf dem Hinweg trafen wir auf zwei Mädels, die mit den Worten, “oh da kommen ja noch zwei” ihr Verzücken Ausdruck verleihen wollten.. Keine Ahnung, wer da vor und gekommen war… Tatjana auf jeden Fall nicht, denn die führte undressed 10 Hetero-Zivis ins Irrenhouse, die allerdings nicht wussten, dass sie jemandem folgten, der dort schon häufig auf der Bühne gestanden hat… So blieben sie in ihren Ecken und schauten ängstlich dem bösen schwulen Treiben auf und vor der Bühne zu.
Und das hatte es mal wieder in sich und stand ein wenig im Zeichen der MTV VMA’s von neulich und man mag es kaum glauben, aber der Star von dort war an diesem Abend dabei. Kermit! Knutschte er dort noch mit Lady Gaga rum, hatte er dieses Mal seinene Spaß mit Gloria Viagra, die mit Zwangsjacke, Bootsy Collins Sternenbrille und Kunstblut ein Medley von ihr brachte. Ich denke schon, dass Kermit gemerkt haben wird, dass das nicht Lady Gaga war, egal war es ihm trotzdem.
Nicht egal war danach Stella DeStroy, dass der falsche Song angespielt wurde.. Passte eben nicht zur Performance. Machte aber nichts, denn der richtige Ton wurde noch getroffen und sollte Just a little Pill von Pink sein. Jaja, die Pillen… treue kleine Begleiter vieler Personen im Nachtleben. Glücklicherweise nicht meines, denn sonst hätte ich das Online Formular zur USA Reise nicht wahrheitsgetreu ausfüllen können. Aber zurück zu Stella. Mit modischer Kurzhaarfrisur ihrer echten Haare konnte beim Radschlagen kein Debakel passieren…. zumindest keines mit einer fallenden Perücke… Einem missglückten Radschlag war sie aber nicht gefeit.
Doch wo wir gerade bei Pillen waren. Danach kam Melli Magic und brachte das Drogenwrack schlechthin. Haben wir doch gerade alle mitbekommen, das Whitney Houstons Stimme noch nicht wieder dort ist, wo man sie eigentlich erwarten würde, trotzdem sie doch ihre Drogensucht laut eigenen Worten bei Ophra weggebetet hat… Na ob wir das glauben wollen…? Egal vom Band ist ihre Stimme noch immer grandios und Melli Magic als größter Whitney Houston Impersonator ist eh über jeden Zweifel erhaben… Glamourfaktor hoch.
Trashfaktor hoch kam danach noch ein wenig mit den Glocken von Rom. Gloria, Nina und Stella läuteten die Glocken von Rom in eher griechischen Outfit mit Bratpfanne und Kelle. Hätte ich das vorher gewusst, wäre meine Kamera glaube ich vollständig auf Stella gerichtet gewesen. Zumindest rate ich jedem, das ein oder andere Auge auf sie zu richten. Teilweise urkomisch…
Urkomisch sind auch Fotografen manchmal… nicht gerade, wenn sie vor mir stehen und ihre Kamera ins Bild halten, weil sie wieder das beste bild haben wollen. Aber dann, wenn sie sich gegenseitig fotografieren und kritisieren, weil das Bild nicht ganz so ist, wie sie es von sich gewohnt sind. Zu dunkel, zu hell, Überbelichtet, Unterbelichtet und überhaupt… Einem Fotografen ein Bild schmackhaft zu machen, auf dem er drauf ist, scheint schwieriger zu sein, als eine Transe mit einem Schnappschuss zufriedenzustellen
War sonst noch was? Krankheitsbedingte Personalwechseln an Kasse, Schwanzbingo, fehlende Barkeeperinnen, eine begeisterte Frau, die dringend mein Kleid und Sheilas Gürtel kaufen wollte und Stellen an denen man aus einem Augenwinkel einen Kindertrickfilm und aus dem anderen Augenwinkel einen Hardcore-Pornofilm schauen konnte. Ein vollkommen üblicher Irrenhouse-Abend also ….