Verrückt geworden Burda? Bushido bekommt nen Bambi

Gelungenes Beispiel für Intergration???
Rosenstolz, Lady Gaga, sagt was!

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Der Bambi, deutschlands renommiertester Medienpreis hat ja schon paar Mal komische Preisträger hervorgebracht und damit für Aufsehen gesorgt, der bekennende Scientologe Tom Cruise war solch ein Beispiel, dass für etwas Stirnrunzeln gesorgt hat.

Dieses Mal allerdings scheint die Jury von Hubert Burda allerdings ihre Printerzeugnisse gerollt haben und damit komische weisse Puder geschnupft zu haben, denn sie kommt auf sehr kreative und seltsame Gedanken, was ihre Preisträger angeht. Damit meine ich selbstverständlich nicht Rosenstolz, denen man nur gratulieren kann. Ich meine die Preisvergabe an Bushido.

Ausgerechnet den „Integrationspreis“ bekommt Bushido von der Jury verpasst und die dazugehörige Pressemitteilung des Bambi enthält tatsächlich folgende Sätze als Erklärung:

„Er gilt als der erfolgreichste Rap-Musiker Deutschlands und ist ein hervorragendes Beispiel für gelungene Integration.

Bushido setzt sich ein gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft.

Wie ich im Titel bereits fragte: Verrückt geworden Burda? Ihr gebt einem frauenfeindlichen und homophoben Rapper einen „Intergrationspreis“. Das kann nicht Euer Ernst sein.

Nur als ein Beispiel von vielem, hier aus seinem Song „Berlin„:

Berlin wird wieder hart, denn wir verkloppen jede Schwuchtel

Berlin
Es ist meine Stadt, mein Bezirk
du Nutte kannst nach hause gehn, ab jetzt ist es Hardcore du Opfer
Berlin
Es ist meine Stadt, für euch gibts keine Party, hier darf keiner tanzen
meine Stadt ist jetzt Ghetto

Geh wohin du herkommst, mach dass du nicht wieder kommst
Tempelhof, Schöneberg, der, der deine Lieder bumst
meine Stadt ist der Panzer auf dem Feld
du kannst reden wie du willst, denn ich ficke deine Welt
die Party ist vorbei, Deutschland hat wieder ne Grenze
es ist ganz normal, Männer lutschen keine Schwänze
Rap hat keine Freunde, Rap ist auch nicht kunterbunt
bring mir deine Gang und ich fick euch in den Muttermund
ihr seid behindert, ich mach das alles gut ist

Wenn diese Aussagen Aufforderungen „gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander“ darstellen, dann habe entweder ich oder ihr diese nicht verstanden. Ehrlichgesagt bin ich mir sicher, nicht ich sondern IHR habt da etwas extrem missverstanden… Wenn das ein Beispiel für eine „gelungene Integration“ ist, dann möchte ich eine misslungene Integration nicht sehen.

Um die anrollende Protestwelle abzumildern erklärt ihr doch allen ernstes für Eure Entscheidung:

Musik ist eine Kunstform, der bewusste Tabubruch ein Stilmittel des Raps – ob es einem gefällt oder nicht.

Aha, sind dann die Aufforderungen, Schwule zu töten bei „Künstlern wie Beenie Man oder Silla“ des Dancehall und Ragga auch als „bewusster Tabubruch und Stilmittel okay? Und was ist der genaue Unterschied, wenn eine Rechtsrockband von „Juden vergasen“ singt oder wenn Bushido singt: „Ihr Tunten werdet vergast“. Ich erkenne den Unterschied oder irgendeine wie auch immer geartete Ironie nicht und ich bin sicher, die Hörer beider Musiken auch nicht. es wäre schön, wenn der Laudator dieses erklärt.

Ehrlichgesagt, das ist großer Bullshit.

Glücklicherweise bewegt das nicht nur mich sondern tausende andere und es bewegt sich einiges im Netz vorzugsweise auf den Fanpages der Preisträger wie Gwyneth Paltrow, Justin Bieber, Lady Gaga und Rosenstolz. Und auch, wenn auch alle auf eine Antwort von Lady Gaga hoffen, so bin ich mir sogar sehr sicher, dass Rosenstolz bei ihrer Dankesrede deutliche Worte fallen lassen.

Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

Hallo Mercedes-Benz Fashion Week Berlin,

mercedes benz Fashion Week Berlin

ein schönes Geschäftsmodell habt ihr Euch da ausgedacht. Ich kann ja verstehen, dass es in der Zeit der Wirtschaftskrise und der leeren Kassen nützlich bis sinnvoll ist, sich nach anderen Einnahmequellen, als den üblichen Gebühren umzusehen, aber irgendwie finde ich Euer Geschäftsmodell doch ein wenig eigenartig.

Nehmen wir einmal an, die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin wäre ein Club, sicher ein angesagter Club, vielleicht gar ein Nobelclub, dem daran gelegen ist, dass nur die reichsten und einflussreichsten Gäste anwesend sind, sowie die schönsten Frauen, die dem ganzen Club das gute Image und die überhöhte Aura des „da will ich hin“ geben.

Okay, Mercedes-Benz Fashion Week Berlin,das kann ich sogar verstehen und solch ein Club wird sicher einen Eintritt nehmen, der sich gewaschen hat… Ich meine, die Gäste sollen ja auch etwas auf der hohen Kante haben und nicht nur Wasser aus dem Hahn trinken. Und die Türsteher werden rigoros nach Gesichtskontrolle aussieben. Auch das ist klar so weit.

Doch, liebe Mercedes-Benz Fashion Week Berlin, irgendwie läuft das mit dem Nobelclub dann doch etwas anders:

Ich komme an die Tür, und der Türsteher lässt mich rein, dann komme ich an die Kasse und zahle meinen Obolus… Sie liebe Mercedes-Benz Fashion Week Berlin drehen den Spieß aber herum. Um mich für eine Akkreditierung zur Fashion Week Berlin zu akkreditieren, muss ich 20 € per Kreditkarte zahlen. Erst dann fängt ihr „Türsteher“ an, mich zu mustern – und ggf. abzulehnen oder anzunehmen.

So kam ich nach einigem Warten und nachdem ich 20 € bezahlt habe nun folgende Mail.

Vielen Dank für Ihr Interesse an einer Akkreditierung für die MercedesBenz Fashion Week Berlin Spring/Summer 2011.

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Sie nicht akkreditiert werden konnten. Durch die hohe Nachfrage seitens der Presse für die MercedesBenz Fashion Week Berlin Spring/Summer 2011 und das Press Book akkreditiert zu werden, waren wir leider gezwungen, die Anzahl der akkreditierten Pressevertreter zu beschränken.

Wir möchten Sie jedoch ermutigen, sich erneut für die MercedesBenz Fashion Week Berlin Autumn/Winter 2011 zu registrieren.

Wenn Sie sich in der folgenden Saison im Januar 2011 registrieren möchten, sollten Sie uns dann so viele Informationen wie möglich bzgl. Ihrer Mode-Berichterstattung beifügen. Das Komitee prüft alle Informationen, die der Bewerbung beigefügt sind und ist sehr interessiert zu sehen, wie Sie über die Shows berichten.

Mit freundlichen Grüßen
IMG Fashion, Europe

…ÄÄÄäh mein Kollege würde dieses mit den Worten „Kommunikationsgau“ bezeichnen. Die Leistung, Damen und Herren von der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin, die Sie für die 20 € erbringen, sind eine Ablehnungs-Standard Mail.

Und der Knüller daran ist nicht, dass die Auswahl undurchsichtig ist, sondern, dass Sie mich „ermutigen“ es in der nächsten Saison wieder zu versuchen….und nett über das Event, dass man ja nicht besuchen kann zu berichten.

Man stelle sich folgendes Gespräch vor:

Ich: Guten Tag, ich möchte bitte die ausgestellte A-Klasse da hinten kaufen
Mercedes-Händler: Das kostet 25.000 €, die sie bitte jetzt bezahlen müssen
Ich: gesagt getan
Mercedes Händler: Tut mir leid, ich verkaufe Ihnen das Auto nicht, aber sie können gerne morgen wiederkommen und es probieren. Wir freuen uns ausserdem wenn Sie Ihren Freunden erzählen, was für ein tolles Auto die A-Klasse ist.

irgendwie nicht so richtig vorstellbar, oder?

Nun, liebe Mercedes-Benz Fashion Week Berlin, ich werde berichten, da mich einzelne Designer direkt eingeladen haben. So werde ich die Lena Hoschek Show und den Underground Catwalk besuchen, wie im übrigen nicht das erste Mal…