Shenzhen – auf der Suche nach einer Tasche

Ich musste ja noch einmal in das Luohu commercial Center in Shenzhen zurückkehren um mein Businesskostüm abzuholen.

Dabei wurde mir von bkannter und vertrauer Seite eine Aufgabe gestellt, der ich mich mit ganzem Ehrgeiz und Eifer stellen sollte. Schon vor meiner Abfahrt hatte ich eine statusmeldung in meinem Facebook Account, die aber scheinbar eher aus Spaß aussagte, “ Bringst Du mir eine schöne Handtasche mit“

Als ich dann von meinem Besuch in Shenzhen erzählte und auch sagte, dass ich da noch einmal hinmüsste, wurde die bitte spezialisiert. „Kannst Du mal schauen, ob sie diese Tasche haben? Bis zu 40 € dürfe sie kosten…

louis vuitton

Hmm Louis Vuitton und weder in Material, von in Farbe das Standard braun-goldene Modell. Das könnte schwer werden, aber fragen kostet ja nichts – ausser Nerven, denn so einfach ist fragen im Shenzhen – Luohu Commercial Center nicht, damit begibt man sich mehr oder weniger in die Hände der jeweiligen Verkäuferin, die einen erst dann aus dem Laden lässt, wenn man etwas gekauft hat…

Im allerersten von vielleicht hundert Taschenläden in diesem Center – in das ich mich bereitwillig reinziehen liess, gab es diese Tasche nicht. Zumindest nicht sichtbar, aber im Zweiten von zwei großen Koffern voller Lookbooks fand sich diese Tasche – und Large, Medium und small… Einige Telefonate mit irgendwem zeigte, es gibt diese Taschen irgendwo hier… Nun ich wurde nicht eher aus dem Laden gelassen, als dass ich Lagre und Medium mir anschaute und in Augenschein nehmen konnte, dass es wirklich „best quality“ sei. Das Warten auf diese Taschen, die aus irgendeinem Keller geholt wurden dauerte etwa 10 Minuten weitere 5 Minuten das Gefeilsche um den Preis.

Okay, keine Standardtasche und daher 1690 Yuan etwa 181 € aber sie könne mir ein tolles angebot machen 1500…. F-O-R-G-E-T – I-T. ich hätte nun auch einen anderen Preis in den Taschenrechner eingeben zu können, aber was ist ein regulärer Preis für eine irreguläre Tasche ich hatte keine Ahnung… drum fragte ich weiter.

Erstaunlich, je weiter ich fragte, desto mehr ging es mit dem Preis bergab. 1200, 860, 700, 640. ich nehme an, dass am anderen Ende der Telefonleitung eh immer die gleiche Person saß… Mit 640 war dann auch das ende für eine Feilschunbedarfte Person wie mich erreicht.

Ich verliess dann noch den Laden debattierte ohne Ende rum, warf 400 Yuan in den Ring und liess es noch eine ganze Weile köcheln. Um den Preis hochzuhandeln musste ich sie noch genau anschauen und mir wurden die unterschiede zu einer schlechten Fälschung – die es auch gab gezeigt… aber unter 480 yuan war da nichts zu machen.

Ich kaufte nicht, da der mir vorgegebene Preis von 40 € nicht erreicht wurde. Und ich mit China Mobile auch nicht telefonieren konnte. Doof irgendwie! ….Und das kostete mich nun bestimmt drei Stunden.

Spannend aber, dass es zwischendurch eine viertelstunde gab, bei dem jeder Laden, den ich besuchte auf einem Male keine Markentschen mehr hatte… Und die, die auslagen, wurden schleunigst weggeräumt. Ich solle in 10 Minuten noch einmal wiederkommen… Irgendwo lief da wohl Polizei durchs Center… Ich habe sie nicht gesehen, aber das Lauffeuer hat sich schnell verbreitet.

Ach ja und einweiteres Fitting für das Kostüm wäre gut gewesen, nun, das lasse ich nun in Berlin machen.

Shenzhen – Luohu Commercial Center

Ein Irrenhaus in der Stadt der Frauen

Ich habe im Lonely Planet Hong Kong & Macao gelesen, dass ein Ausflugstipp Shenzhen sein sollte, da könne man wunderbar einkaufen, zwar sei dort nahezu nichts original, aber schnäppchen könne man dort trotzdem machen.

Shenzhen - Luohu Commercial Center

Shenzhen ist eine Sonderverwaltungszone vor den Toren Hong Kongs und gilt als das Einkaufszentrum von Hong Kong. Insofern machte auch ich mich auf, einmal Shenzhen zu besuchen.

Einen Artikel über Shenzhen auf Spiegel Online habe ich leider erst danach gesehen. 13 Mio Personen sollen im Bezirk Shenzhen leben und davon 75 % weiblich sein. Wanderarbeiterinnen, die von überall in China verstoßen wurden und hier gebraucht werden.

Shenzhen Nagelstudios
Bis zum Horizont ein Nagelstudio neben dem anderen

In Nagelstudios, in Massagestudios, als Verkäuferinnen 7 Tage die Woche zum Hungerlohn. Wir würden es Sklavenarbeit nennen für die Mädels scheint Shenzhen aber das gelobte Land zu sein. Das gibt einem zu denken und sollte ich noch einmal dort hinkommen, zeige ich mich für ein gutes essen, oder eine nette Bedienung generöser oder lasse mich doch zu einer Kopfmassage überreden.

Beispielsweise im Luohu Commercial Center, einem Irrenhaus feinster güte, wie ich es bisher noch nicht gesehen habe. Es erinnerte mich ein wenig an den Tower aus Asterix und Obelix, in dem sie von einer ecke zur nächsten kommen und kaum heraus kommen.

Shenzhen Visa Vergabe
Shenzhen Visa Vergabe
Fotos selbstverständlich verboten

Doch vor dem Shoppen hat der chinesische Staat ersteinmal die Grenzen gesetzt. Bis zur Grenze ist alles ganz einfach, man setzt sich direkt in hong Kong Kowloon in die U-Bahn und wird für wirklich wenig Geld etwa eine halbe Stunde bis zum Grenzübergang nach Shenzhen gefahren, ab dann gehen für die Besucher die Probleme los.

Wohin muss ich, wohin darf ich, wo reise ich aus Hong Kong aus, wo reise ich in hong Kong ein, wie ist das mit den Visa, wie geht es weiter… dabei ist eigentlich alles ganz einfach.

shenzhen shopping mall
Hong Konger in Richtung Shenzhen zum Einkaufen

Man komme aus der Bahn gehe einfach gerade aus, gehe durch die erste Sperre einfach durch gehe weiter, fülle ein Ausreiseformular aus, gehe weiter zum Ausreiseschalter, passiere die Grenze, gehe weiter bis zum nächsten Kontrollpunkt, gehe die Treppen hoch, wechsele HK$ ín 160 Yuan, fülle ein Visaantrag aus, stelle sich an die Schlange zur Visaabfertigung an, gebe Visaantrag, Reisepass und 160 Yuan ab, warte dann bis man aufgerufen wird, hole den Reisepass mit Visum ab, gehe weiter zur nächsten Kontrolle, fülle ein Eineiseantrag aus, gehe weiter zur Kontrolle, lasse sich genau ansehen und prüfen, gehe weiter, lasse das Gepäck prüfen und reise nach Shenzhen ein.

Das Procedere hat mich etwa anderthalb Stunden gekostet, beim zweiten Mal allerdings nur 20 Minuten.

Louboutins Shenzhen - Luohu Commercial Center
Louboutins in Shenzhen. Zumindest stehts drauf

Dann ist man im Reich der Mitte. Zumindest in der Sonderverwaltungszone Shenzhen und man merkt den Unterschied sofort. Wärend Hong Kong westlich ist, alles in englisch dort ansteht und jeder englisch kann, ist man hier in China. Englisch gibt es nur bröckchenweise, eben genausoviel wie eben zum Verkauf nötig ist.

Beispielsweise eben im Luohu Commercial Center, das direkt hinter der Grenze ist und eine 5 Stöckige Shoppingmall mit 700 Läden ist, die alles und nichts anbieten. Vorzugsweise, Mode, Elektronik und Schmuck….und Massagesalons und Nagelstudios noch und nöcher. Alle Läden sind eher Parzellen von 10² -25m² und vor jedem steht mindestens eine Person, die dir „DVD, mp3, Rolex, good Tailors, Handbags – What do you searching for“ anbietet. Ein wenig wie der Strassenstrich Davindstrasse in Hamburg…. als alleingehender Mann.

Louis Vuitton - Shenzhen - Luohu Commercial Center
Auch mit der Echtheit dieser Louis Vuitton Tasche wäre ich vorsichtig

Dabei gibt es da alles an Marken, was man so kennt. Nicht alles liegt aus, aber auf Anfrage holt jede Verküferin aus ihrem Riesenstapel an Büchern das aktuelle Louis Vuitton, Miu Miu, Prada, Chanel, Gucci (bitte diese Liste wahllos weiter führen) Lookbook irgendwoher und man kann wählen… Oder doch lieber Schuhe? Louboutins, Alexander McQueen, Salvatore Ferragamo, Kate Spade, Baldinini … oder oder oder.

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Wie gesagt, die wenigsten Dinge liegen aus, denn Fälschungen sind auch hier offiziell nicht erlaubt. Aber wenn man fragt, geht irgendwer irgendwohin und kommt mit einer unverfänglichen Tüte und dem Teil zurück… Den Keller, in dem das alles lagert, würde ich gerne mal sehen.

Auf jeden Fall ist man als Tourist hier total verloren. Interessiert einen ein Laden, so findet man den später eh nicht wieder, sollte man ihn einmal verlassen haben. Ich stieg im 5. Stock aus dem Lift und da haben wir fast einen ganzen Stock nur mit Schneidern, Maßschneider, die einem alles schneider, was man gerne hätte. Such dir einen Look aus einem Buch aus, und sie machen dieses binnen zwei Tagen.

Maßanzüge Shenzhen
einer von sicher 100 Schneidern

Es wunderte die Scneiderein, zwar, dass ich (offensichtlich Mann) ein Businesskostüm für Frauen mit meinen Maßen haben wollte. Nun, ich hate mein Netbook dabei und ein Bild kann Wunder wirken. Das gab dann zwar einen kleinen Stoff Aufschlag, aber 50 € für ein Nadelstreifen-Maßkostüm mit Jackett und Rock sowie einer Blouse ist dann wohl nicht zu viel verlangt… mehr kaufte ich, total überwältigt tatsächlich nicht. aber ich musste ja nocheinmal kommen um das Maßkostüm abzuholen.

Creative Commons und tschüss

In Hamburg sagt man tschüss. – In Berlin auch.

Kampusch Die Meute und das Mädchen  Gesellschaft  ZEIT ONLINE 23.03.2010 000735

Bisher war ich eine ziemliche Verfechterin des Creative Commons Gedanken. Ich überlegte sogar schon einmal, ein Kostüm für den CSD mit dem Creative Commons Zeichen zu veredeln um – von wem auch immer geschossene Bilder – sozusagen durch mich – allen zugänglich zu machen.. Machte ich natürlich nie. Allerdings liess ich meinen Flickr Account auf „nichtkommerziell + Namensnennung“ … folglich durfte man meine Bilder nutzen.

Damit ist seit wenigen Minuten Schluss, wie mit meiner Einstellung gegenüber Creative Commons.

Sicher, es war klar, dass die Nutzung meiner Bilder dann auch mal aus dem Zusammenhang gerissen angezeigt werden kann, wie jedoch genau, das hat meine Fantasie mir nicht gesagt…

Eben habe ich ein Bild von mir auf einer kirchlichen Webseite gefunden…. Die Seite theologisch.com hat einen Beitrag über Natascha Kampusch mit mir bebildert.

Glücklicherweise war ich nie in einem Kellerverliess eingesperrt, glücklicherweise hat sich niemand an mir vergangen und glücklicherweise hatte ich eine glückliche Kindheit

Tja, ich habe heute tatsächlich gemerkt, dass es tatsächlich noch bereich gibt, in denen ich mein Bild nicht sehen möchte. Und Inzest gehört dazu.

Leider durften die Theologen mein Bild tatsächlich nehmen, sodenn sie – wie getan – meinen Namen nennen. Diese Erlaubnis ist jetzt entzogen.

Kuba – Zigarren kaufen

29.10.2009 Cayo Largo Del Sur –
Zigarren kaufen…

kuba-zigarren

mein vorletzter Urlaubstag, den ich nicht weitesgehend mit fliegen in die Heimat verbringe war vor allem mit entspannen verbunden. Schlafen, essen, Sonnen, mein Buch zu Ende lesen, essen, im Schatten liegen, schwimmen, bloggen, Mojito trinken.

Ich habe gemerkt, dass die Mojitos hier ganz passabel sind, wenn man sie sin aromatic bitter bestellt …und das tat ich reichhaltig zusammen mit zwei Mädels aus Süddeutschland (Namen und Heimatstadt tut hier nichts zur Sache), die schon mit mir nach Cayo Largo del Sur geflogen waren und die vorher ebenfalls in Havanna waren….

Dort, erzählten sie mir, hätten sie zu einem klasse Preis echte Zigarren gekauft. Dazu waren sie zu irgendwem in die Wohnung gegangen und da waren sie tatsächlich vieeel billiger als in der Fabrik, wo sie ja extrem teuer gewesen seien.

….In jedem Havanna Reiseführer steht ziemlich klar, eindeutig und deutlich, dass man keinem der vielen netten Menschen folgen soll, die einem auf der Strasse echte Havannas anbieten… im besten Falle seien die nämlich aus irgendeiner Zigarrenfabrik gestohlen, im Normalfall aber aus Tabakresten von Laien zusammengeschusterte Tabakdinger, die mit echten Havannas in etwa so viel zu tun haben, wie die meisten Louis Vuitton Handtaschen auf einem Markt in Ankara mit echten – nix nämlich.

Nun, ich fragte mich die ganze Zeit, wer denn so dämlich sei, auf irgendwelche Strassenhändler reinzufallen, die „echte Havannas“ verkaufen und mir wurden so oft kubanische Zigarren angeboten, dass ich mich die ganze Zeit fragte, wie die Händler – die ja eigentlich auch nur Vermittler sind, überhaupt überleben… Nun, es gibt diese Touristen tatsächlich, die genau das tun, was der Reiseführer verbietet.

Aber ihr Argument, dass sie selber nicht rauchen und die Freunde, denen sie die schenken wollen, eh den Unterschied nicht bemerken, war schon stichhaltig… Wie Janka schon sagte, wenn die Repliken von Louboutins so gut sind, dass eh keiner den Unterschied sieht, was ist dann schlecht daran… Ich weiss natürlich, dass Frau Wolf das im Zuge der oben genannten Taschen gänzlich anders sieht.

Nur die Idee, eine der beiden Zigarrenkisten, die die beiden gekauft haben über Ebay zu verkaufen und so mehr als den eigentlichen Preis wieder hereinzuholen, halte ich für ein gewagtes Unterfangen, denn Havanna Fakes bleiben eben Havanna Fakes, auch wenn ein echtes Cohiba drauf steht.