Berlin Biennale Eröffnung im Kaufhaus Maassen
Berlin Biennale Eröffnung im Kaufhaus Maassen wurde am Jun.10, 2010, gepostet
Seit ich in Berlin Wohne – genaugenommen am Oranienplatz in Kreuzberg, schaue ich auf ein schönes altes, großes, imposantes, sechsstöckiges Gebäude, dass leider vollkommen leer steht. Seither frage ich mich, was es wohl mal war und warum es leer steht, ausserdem schwelge ich häufiger in Gedanken, was man daraus wohl machen könnte.
Zu iener Zeit, als die Oranienstrasse der Kurfürstendamm von Kreuzberg gewesen sein soll, war dieses Gebäude das Kaufhaus Maassen, das größtes Spezialhaus für Damenbekleidung in Deutschland. Nur wenige hundert Meter vom ersten WErtheim Kaufhaus, konnte die Dame von Welt hier alles nötige kaufen, seien es Pelze oder pariser Mode. Alles gab es im Kaufhaus Maassen. Irgendwann war es zu ende, der Krieg kam, das Haus verfiel und stand leer. Ende 2003 wurde das Haus vollständig renoviert – und steht seither wieder leer.
Die letzten Wochen konnte ich an einigen kleinen Merkmalen erkennen, dass sich daran etwas ändert, Ich sah Lichter, ich sah Arbeiter, die herein oder herauskamen. offensichtlich sollte das Kaufhaus Maassen aus dem lagen Winterschlaf erwachen. Heute war es so weit…. Am Seiteneingang standen große, breite Männer – Türsteher – und davor stand eine Schlange wartender Menschen…. Hmm eine Schlange… stell ich mich auch mal an.
Es stellte sich heraus, dass es sich um eine Eröffnungsveranstaltung der Berlin Biennale handelte und somit hinter den Mauern eine Vernissage zeitgenössischer Kunst durchgeführt wurde. Eintritt auf Einladung… Die hatte ich natürlich nicht, aber es fragte niemand nach diesen Einladungen und so wurde ich eingelassen.
Die großen Räume wurden mit verkleidetem Sperrholz in viele kleine Räume unterteilt, von denen viele als kleine Kinos für künstlerische Filmchen gebaut wurden. Längst nicht alle diese Filmchen habe ich verstanden, längst nicht alle erschlossen sich mir, aber ich glaube dass muss auch nicht so sein. Kunst ist ja immer das, was der Künstler als Kunst deklariert. Wenn sich über mehrere Minuten auf einer Leinwand nur verschieden farbige Rechtecke abwechseln, so ist das eben Kunst.
Generell war wohl Gesellschaftskritik ein Thema der Vernissage, so haben mich eher zwei Filme in den bann gezogen. Einer der Filme zeigte auf zwei Leinwänden Szenen von französischen Demonstrationen, Singende, tanzende und vor allem wütende Franzosen mit Sprüchen – oft offensichtlich gegen Sarkosis. Oft ein Vorsänger auf einer Leinwand und die laute Antwort auf der anderen. Auch wenn ich nichts verstanden habe, war es sehr powervoll.
Ein weiterer Film handelte von der DDR. Man sah Schüler, die sich über die Ausbeutung der (West)-Deutschen Arbeitnehmer unterhielten, um eine Französin, die bis zur Wende in Ostdeutschland Gesellschaftskunde studiert hat und sich dann in einer neuen Weltgesellschaft zurechtfinden musste, Um eine Lehrerin, die zur Wendezeit Fragen nicht beantworten konnte und man sah eine Leistungssportlerin, die erzählte, so spannend, dass ich den Film doppelt sah…
Ansonsten hat wohl am meisten Aufmerksamkeit ein nackter Mann in einem Glaskasten erzeugt, der über und über mit Krankheiten besäät äääh beschrieben war. Sicherlich das meistfotografierteste Objekt auf dieser Vernissage der Biennale. Zeitgenössische Kunst – wenn der Künstler das sagt, und sicherlich auch ein wenig ein Versuch, ein Bild in den Zeitungen zu erhaschen.
Mir hat diese Vernissage irgendwie schon gefallen, auch wenn vieles an mir vorbeiging, wie beispielsweise der stehende Stegosaurus im Hinterhof und der daneben liegende Elefant… oder sollte es ein Mammut sein? Ich weiss es nicht, aber für mich war eh der Star das Gebäude des Ex Kaufhaus Maassen.
Nur allzugerne hätte ich allerdings die Biennalen Eröffnungsparty im Kiki Blofeld besucht, hätte sich jemand gefunden, der mitkommen wollte.
Nocturnes – Fotografien aus dem Nachtleben Berlins
Nocturnes – Fotografien aus dem Nachtleben Berlins wurde am Feb.05, 2010, gepostet
Nocturnes – Nachtleben in Berlin

J.Jackie Baier – Cybersissy and Baby-Jane. Copyrignt J.Jackie Baier 2010. All rights reserved.
Heute möchte ich einmal auf eine Ausstellung hinweisen, die ziemlich interessant klingt. Die Fotografin sagt von sich selbst, sie sei 1993 als Transe nach Berlin gekommen. Ihre Bilder zeigen Drag Queens, den Transenstrich und andere weniger glamourösen Themen aus den letzten 17 Jahren Berlins. Klingt Interessant. Ausserdem arbeitet die Fotografin gerade an einem abendfüllenden Film über Chantals House of Shame. Man darf gespannt sein.
Nocturnes
Fotografien aus dem Nachtleben von J.Jackie Baier
“I’m doing more for the revolution by just walking down the street..”
Jackie Curtis – transsexual playwright, actor/actress, Warhol superstarKunstraum Richard Sorge freut sich die Ausstellung “Nocturnes” mit Fotografien aus dem Nachtleben von J.Jackie Baier präsentieren zu dürfen. Die umfangreiche Schau zeigt wichtige Arbeitsgruppen der Künstlerin, unter anderem auch ihr House of Shame Projekt.
Die Photographin J.Jackie Baier bewegt sich durch Berlin, vorwiegend bei Nacht, drinnen und draußen, in Bordellen, auf dem Transenstrich, auf Partys, in Bars. Das Berlin der J.Jackie Baier ist ein Loch, der “Hallraum” eines Untergrunds, in dem die Party der zwanziger Jahre, der notorische “Tanz auf dem Vulkan”, nie aufgehört hat.
Wer ihre Arbeiten betrachtet, wird allerdings kaum vermuten, an J.Jackie Baier sei eine “Party-Photographin” verloren gegangen. Ihr Blick bleibt nicht an der Oberfläche schöner Körper kleben, auch wenn die Menschen auf ihren Bildern Schönheit ausstrahlen – eine Schönheit, die in manchen Bildern das Schmerzhafte streift.“Ich bin als Transe nach Berlin gekommen, zu einer Zeit, als die ganze Stadt im Umbau war. Ich dachte: wo überall Löcher gegraben werden, kannst Du nicht falsch sein,” sagt die Wahl-Berlinerin, die seit 1997 auch offiziell als Frau lebt.
Themen und Modelle findet J.Jackie Baier im Nachtleben, an den Rändern oder ganz abseits der gesellschaftsfähigen Events und Paraden der “Neuen Mitte”. Die “misfits”, die transsexuellen Huren und die Drag Queens, die in betonierten Kellern auf morschen Brettern ihren Traum vom wahren Leben träumen, durchziehen ihre Bilder wie Treibgut.Eröffnung: Donnerstag 11. Februar 2010, 19 U.
Finissage: Donnerstag 4. März 2010, 19 U.Ausstellungsdauer: 12.02-03.03.2010
Öffnungszeiten: Freitag-Samstag 14-18 Uhr, Wochentags: nach Vereinbarung.Kunstraum Richard Sorge, Landsberger Allee 54, 10249 Berlin-Friedrichshain
Silvester Hafen Hamburg
Silvester Hafen Hamburg wurde am Jan.01, 2010, gepostet
igentlich wollte ich mit Freunden in Hamburg bei Raclette und hoch- sowie niedrigprozentigem feiern, aber kurzfristig wurde doch ein Ausflug zum Hafen Hamburg daraus, denn wenn irgendwo in Hamburg richtig Feuerwerk ist, dann dort.
Genaugenommen wollte Olli mein Nachbar in Hamburg dort zum Fotografieren hin und ich schloss mich ihm zum Schauen an. Zoe blieb dieses Silvester in Schrank, was auch besser war, denn selbst mit zwei Jacken war es am Hafen bitterkalt.
Weil es voll werden würde, wollte Olli bereits drei Stunden vorher auf der anderen Elbseite sein, den richtigen Kameraplatz einnehmen und die Kamera einrichten. Für mich bedeutete das, mitkommen, merken, dass es am Hafen Hamburg ilvester bitterkalt ist, und mich schnell wieder beim Silvesterradioprogramm und Heizung auf höchster Stufe in mein Auto zu verziehen. Immerhin das stand ob des frühen Zeitpunktes sehr nah.
Nicht so nah zwar wie der NDR, der mit Ü-Wagen, mehreren Funk-Kameras und einem 30 Meter Hubwagen mal mit ganz anderer Fotoausrüstung wie Olli am Start war… Jaja, Profis und Amateure
Trotzdem, die Kulisse des Hafens und die Feuerwerke über der ganzen Stadt von dortaus zu sehen, dazu die Schiffe auf der Elbe und deren Nebelhörner waren schon sehr eindrucksvoll.
Erstaunlich, da habe ich 31 Jahre in Hamburg gewohnt und das Feuerwerk zu Silvester am Hafen nie miterlebt…. Aber mir wird auch jetzt schon wieder kalt, wenn ich nur dran denke und drüber schreibe… Oder kommt das daher, dass ich gerade aus Hamburg nach Berlin zurückgekehrt bin und meine Wohnung einfach noch kalt ist??? Könnte auch sein.
Bin also wieder da und 2010 kann jetzt wirklich beginnen
Kuba Altstadt Havanna und kleine Rundreise
Kuba Altstadt Havanna und kleine Rundreise wurde am Nov.07, 2009, gepostet
20.10.2009 – Kuba – Havanna – Altstadt Havanna
Kuba Altstadt Havanna und kleine Rundreise
Ich werde nicht sterben, zumindest heute nicht. Heute morgen fürchtete ich noch, dass ich in Kuba elend zugrunde gehen werde, weil ich nicht herausfinde, wie ich etwas zu essen bekommen werde und ebenso nicht weiß, wie es mit der Flüssigkeitsaufnahme gestalten soll… Wasser aus dem Hahn??? Man(n) muss Immudium Akut ja nicht heraufbeschwören.
Stelzenläufer in Havanna Altstadt
Ich hatte heute morgen furchtbaren Hunger, den gesamten gestrigen Tag nur eine Tüte Bananenchips im Flugzeug gegessen und ich wäre am liebsten nicht aufgestanden, weil ich ehrlichgesagt etwas Angst vor dem Tag hatte..
Nun denn, ich bin aufgestanden und einfach einmal in Richtung Stadt gefahren. Die Idee von Sheila mit dem Straßenschild im Handy gestaltete sich hier allerdings schwierig… keine Straßenschilder in Kuba. Zumindest gaaaaanz wenige. Ich behalf mich mit einem markanten Haus, dass ich anstelle dessen fotografierte….
Dieses Haus in Havanna fand ich immer wieder
Zurück zum Hunger, in Havanna ging ich in eine Cafeteria und überwand mich und bestellte etwas und bekam es.. Klingt alles logisch und noch dazu super einfach… war es aber mitnichten. Mußte ich mir das doch mit dem spanisch dictionary zusammenstückeln.
Irgendwie bin ich für solche Dinge in fremder Sprache nicht geschaffen. Es ist aber unglaublich, welch Leben zurückkommen kann, durch ein schlechtes Schinkenbrot und eine Fanta… mein erster Einkauf in Kuba. Ich weiß nun auch welche Worte zusammengenommen verständlich ergeben, dass ich zahlen möchte.
Yo quisiera pagar.
Grammatikalisch sicher ungenügend, aber verständlich und das ist ja nötig. Verständlich ist auch das non gracias! das man genügend oft benötigt, nämlich immer dann, wenn einem jemand Zigarren anbietet, was sehr häufig vorkommt. Ebenso angebotene Pussys, die ich nicht suchte, als ich auf der Mauer des Malecon saß und auf die brandenden Wellen und das Castillo del Morro oder in die andere Richtung auf Havannas Altstadt schaute.
Schulkinder beim Steine “ditschen” am Malecon in Havanna
Ich las davon, dass dort Prostituierte ihre Dienste feilbieten, allerdings eher des Nachts. Nun, ich wollte keine Pussy und machte mich zu Fuß auf in die Altstadt oder was ich dafür hielt. „Verfallen“ ist wohl der richtige Ausdruck. Kuba ist an vielen Stellen einfach nur verfallen, die Straßen haben riesengroße Schlaglöcher und viele Häuser sind Ruinen oder auf dem besten Wege dorthin und den weg schon weit voran geschritten.
Etwas anders ist es tatsächlich in der Altstadt von Havanna, als ich sie denn gefunden habe. Dort gibt es tatsächlich viele renovierte Häuser. Manche davon großartig. Meistens Hotels oder Staatshäuser. Außerdem gibt es dort viel zu sehen. Museen, Kirchen, kleine Plätze mit Musik und – selbstverständlich nicht – zufällig dort sitzenden prachtvollen Personen mit – sicherlich auch nicht – echten Kubanischen Zigarren.
Mann mit Havanna vor der Kathedrale in der Altstadt
Ich besuchte eine Kirche, von der ich leider den Namen nicht weiß und bestieg dessen Turm mit einem knappen Blick auf das Fortaleza de San Carlos de la Cabana die größere der beiden Festungen am Eingang nach Havanna sowie einem schönen Blick auf Havannas Altstadt. Die Turmbesteigung kostet 1 CUC, was etwa 76 €-cent sind.
Blick von der Kathedrale auf Havannas Altstadt
Genauso viel kostet auch der Eintritt ins Castilla de la Real Fuerza… Havanna hat viele Festungen. Einen weiteren CUC kostet es dann übrigens, wenn man seine Kamera mitnehmen möchte. Ansonsten wird einem gerne erklärt, was man da gerade sieht. Viel Gold, viel Silber und viele spanische und Holländische Segelschiffe. Sextanten und Gallionsfiguren. Ca. 1.50 € sind da wirklich nicht zu viel verlangt.
Ein Einkauf einer Flasche TuKola (die kubanische Cola) sowie der Frage, ob ich Heinrich Böll kennen würde…Â machte ich mich auf, etwas weiter zu fahren. Okay, ich fand das Auto wieder, fuhr durch den Tunnel auf die andere Seite und weiter aus Havannas Innenstadt heraus.
Eine Autobahn, die wirklich wie die alten aus der DDR war führte mich an einem ziemlich verfallenen Sportzentrum entlang. War Kuba mal Olympiade Ausrichter? Auf jeden Fall hat Havanna ein Olympiastadtion, dass zwar ziemlich verfallen ist, aber offensichtlich noch genutzt wird, trainierten darum herum doch Sportler mit Cuba Trikots.
Überhaupt erinnert, wenn man herauskommt vieles an die DDR. Plattenbauten zum Beispiel, die es reichlich gibt. In Deutschland würde ich sagen „wie im real existierenden Sozialismus“ hier ist es genau das… Da sieht man schon einmal ein kleines, liebevoll renoviertes Haus und dahinter nur noch Plattenbauten. Nicht wirklich schön… Obwohl alles fast direkt am Wasser ist.
Dort ist allerdings eh kein Strand und so würde sich dahin weder Tourist noch Einheimischer Verirren. Korallengestein könnte es sein, umflankt von alten nicht mehr genutzten Bunkeranlagen. Keine Ahnung gegen wen gebaut, aber aus Beton, sicher also noch aus dem letzten Jahrhundert.
Bunkeranlagen an der Playa del Este
Überhaupt „Nicht mehr genutzt“ da gibt es vieles ein Paar Meter von Havanna entfernt. Man fährt auf einer Straße eine Brücke hoch und wird noch von einem zufällig dort sitzenden Menschen gewarnt. Wenige Meter später ist die Brücke gesperrt und man sieht große Löcher darin. Besser ist es also. Fehlende Baumaterialien nehme ich an. Sperren, statt instandsetzen ist die Devise oder eben verlassen statt instandsetzen. So konnte ich von eben dieser Brücke einen netten Blick auf ein schönes Haus weit weg nehmen und fuhr in dessen Richtung.
Dort angekommen sah ich, dass es wirklich schön war, also genau genommen wirklich war. Leider war auch dieses eine große – wenngleich schöne Ruine und der Platz sowie das Gebäude würde dem Gebäude sicher eine Vorzugs-Sanierung bringen, sollte mal Geld und Baumaterial im Land sein…
Von Nahem eine fensterlose, leere rote Ruine
Erstaunlich ist aber auch, dass zwischendurch immer mal wieder kleine top-sanierte Gebäude in Kuba herumstehen, so fand ich diesen 57er Chevrolet vor einer kleinen sanierten Villa. Der Besitzer auf dem Balkon war übrigens Deutscher. Mit Geld geht eben auch im Sozialismus alles. Tolles Auto, tolles Haus….
Chevrolet Classic Car in Havanna
Überhaupt Geld. In Miramar, einem wie mein Reiseführer berichtet, Diplomatenviertel fand ich ein Einkaufszentrum in dem es alles mögliche zu kaufen gab, selbst ein Adidas Store, High Heels oder französische Fariani Hemden. Ich kaufte eines, weil ich las, dass es für viele Abendveranstaltungen einen Dresscode gibt, der langärmlich vorschreibt… 31 CUC, etwa 23 €… Den Herren Diplomaten mangelt es dann eben doch an kaum etwas.
Das war mein erster wirklicher Kuba Tag und ich frage mich schon ein wenig, was ich hier mache. Ich glaube mehr als drei Tage gibt Havanna nicht an Spannung her
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