CSD Hamburg und Werbung

Bekanntermaßen muss sich jeder CSD, jede Gaypride Parade in Deutschland immer wieder dagegen wehren, dass ihr vorgeworfen wird, nur noch eine Party- und Kommerzveranstaltung zu sein.

Unter diesem Wissen sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass man immer wieder daran erinnert, dass es sich um eine Demonstration handelt – und genauso selbstverständlich sollte es eigentlich auch sein, dass man allzu plumpe Vereinnahmungen ablehnt. So wie dieses Jahr der Paraden-Beitrag von Citeecar.

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Mich hat das wirklich wütend gemacht – ich habe wirklich noch keine derartig plumpe Werbung auf einem der CSDs gesehen und ich habe nun schon viele Jahre mal drei bis vier Paraden miterlebt.

Was zum Teufel sollte das?
Fünf hintereinander fahrende Autos ´a vielleicht 4,50 Meter + 4 *3 Meter Abstand ohne irgendwelchen näheren Sinn – außer Werbung. Jeder konnte auf umgerechnet etwa 35 Meter Parade nicht viel mehr erfahren, außer dass man bei Citee Autos ab 1 € mieten könne…

So geht das nicht.

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Okay, ich habe schon andere Werbung auf den CSDs gesehen, aber zumeist versuchen die Firmen das irgendwie zu „verschleiern“ Mit Slogans, mit Regenbogen Fahnen oder mit etwas Musik. Einfach nur plumpe, unverschleierte Werbung allerdings, das ist neu. Ehrlich gesagt hat mich das wirklich geärgert.

Auf die Frage an einen der Fahrer, welche andere Message sie transportieren würden außer Werbung antwortete er mir ehrlich:
„Keine andere Message“;
„Das ist doch ganz schön frech, oder?“
„Sorry, ich habe mir das nicht ausgedacht“

Also Citeecar, wer von Euch hat sich das ausgedacht, und schämt ihr Euch wenigstens ein kleines bisschen?

Achja und Hamburg Pride, ich wünsche Euch etwas mehr Selbstwertgefühl, bei soetwas auch mal „Nein“ zu sagen. Schaut doch bitte in der Zukunft ein wenig auf die Wagen, dass zumindest ein Mindestmaß an Botschaft enthalten ist… Solch Teilnehmer solltet Ihr dringend absagen. Lieber eine Teilnehmergebühr weniger. Zumindest sah ich das so, und jene, mit denen ich mich darüber unterhielt, auch…

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Man muss den massigen Zweiflern ja nicht mutwillig Zündstoff bieten!

Und nein, nur weil der Slogan des CSD auf dem Dach steht (wo ihn nur ein Hubschrauber lesen kann) oder auf der Tür ein Hinnerk Schriftzug prangt wird aus einer Werbeaktion noch kein CSD-Beitrag!

FDP und CDU sollen ihre Beteiligung am Hamburger CSD überdenken

Finde ich schon mal sehr gut, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass es sowohl einen CDU sowie einen FDP Truck geben wird. Aber zumindest sicher auch Diskussionen darüber. Ich selber habe mich eigentlich immer gefragt, was diese Parteien dort wollen.

Aus einem offenen Brief von Hamburg Pride an die Antragssteller von Wagen und Ständen der FDP und der CDU auf dem Hamburger CSD.

Sehr geehrter Herr Kruse, lieber Burkhardt, lieber Christian,

Am 28. Juni haben die Bundestagsfraktionen Ihrer Parteien fast geschlossen gegen die eingereichten Anträge zur Öffnung der Ehe bzw. zur Gleichstellung der Eingetragenen Partnerschaft mit der Ehe gestimmt.

Nicht zuletzt aufgrund der z.T. öffentlichen Diskussion ist uns bewusst, dass es komplexe Gründe für das negative Abstimmungsverhalten gibt. Am Ende steht jedoch das Ergebnis: Homosexuelle werden weiter diskriminiert.

Ihre Parteien haben mit dem Abstimmungsverhalten gezeigt, dass sie nicht hinter dem Motto des diesjährigen Hamburger Christopher Street Day stehen: „Ehe 2.0 – Nach den Pflichten jetzt die Rechte“. Wir sind deshalb von mehreren Personen aufgefordert worden, Sie von der CSD-Demonstration und weiteren Pride-Veranstaltungen auszuschließen.

Hamburg Pride e.V. versteht sich als pluralistische Plattform für Kräfte, die sich für die Rechte von Homo-, Bi- und Transsexuellen einsetzen. Vor diesem Hintergrund schließen wir keine demokratischen Organisationen von den Veranstaltungen zum Hamburg Pride aus.

Wir fordern Sie aber ausdrücklich dazu auf, Ihre Teilnahme an der politischen Demonstration zum Christopher Street Day sowie am Straßenfest zu überdenken.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Lars Peters
Erster Vorsitzender Hamburg Pride e.V.

Ich hätte einen Brief bevorzugt, der die Parteien nicht ausschliesst, das Ergebnis aber als Absage der Parteien am CSD interpretiert, da das Motto des CSD offensichtlich dem Abstimmungsverahlten widerspricht. Sollte diese Abmeldung ein Missverständnis sein, freue man sich aber auf eine Rückmeldung der Partei.

CSD 2009 Hamburg Bilder

CSD 2009 Hamburg Bilder

CSD Hamburg
in CC 2.0 by King.Jabe

ich selber bin noch nicht so weit, aber das kommt noch. hier auf jeden Fall finden sich wieder alle Links, die ich so zum CSD Hamburg 2009 finden konnte.. Achja und wenn ihr noch Links kennt, nur her damit 🙂

Meine Bilder finden sich
Hier

und hier
und hier

Bilder meines gestrigen privatfotografs findet ihr hier:

Transfairdesign

Alle weitern CSD Bilder von Hamburg 2009 findet ihr hier:

K-HO
(Das muss einfach einen Dauerfaften Platz ganz oben auf der Liste geben)

CSD-Europe.com

Flickr CSD Hamburg 2009

Frank Brexel

Hamburg.de

Galleryme

Weblogyhamburg

Ritchys Tagebuch

meingartenundich

pro-wohnen.de

Gayhamburg.de

Quiddje Hamburg

Sankt-Georg.info

Partybilder.org

enchating Women

Mopo

Abendblatt Bilder Gallerie
(Hallo Abendblatt, warum macht ihr eine 98er CSD Gallerie, wenn ihr doch nur 40 Bilder von diesem Jahr einfügt. Olivia Jones war dieses Jahr nicht da, Ortwin Runde ist schon seit einer Ewigkeit nicht mehr Bürgermeister und Tatjana Taft ist zwar toll anzusehen, war aber sie hatte garantiert nur ein Outfit und nicht deren drei an…

Achja, ich soll noch auf die Flickr Gruppe CSD Hamburg hinweisen, wo gerne mehr der Bilder gepostet werden dürfen.

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CSD Opening Gala @ Fliegende Bauten

Puuh ich komme im Moment garnicht so richtig hinterher. Also, am letzten Samstag war in den Fliegenden Bauten die CSD Opening Gala Hamburg 2009 und ich war selbstverständlich da. Nachdem ich auch einen adäquarten Platz gefunden hatte, konnte die Show losgehen. Eine Show, die Höhen und Tiefen hatte, aber dazu mehr im Laufe des Artikels.. Über die kreative Designoffensive mit Herrn Steffen berichtete ich je bereits gestern..

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Bei einer Großen Gala erwartet man ja auch ein großes Programm, doch – muss ich gestehen – bislang weder von TJ-Wheels, noch von Wolfgang Trepper, Ina Z oder dem Chor Schola Cantorosa gehört zu haben. Kein Grund sich das allerdings nicht anzusehen, denn wer weiss, welche Perlen sich dort finden. Zumindest Orange Blue und Coco Lores waren mir bekannt – und selbstverständlich Kim Fischer und Sascha Korb.

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Es begann mit Ina Z, zu der die Welt wie folgt schrieb: …nachdem Chansonnier Ina Z mit wenig Stimme und flach gereimten Klischees die 400 Gäste auf die Geduldsprobe gestellt und viele Buhs geerntet hatte. Ich fand sie zwar nicht ganz so schlecht, aber doch bestenfalls beliebig. Aber es war ja auch erst der Anfang der Show. Steigerungspotential war also auf jeden Fall vorhanden. Und was die Stimme angeht, so gab es deutlich besseres auf der Bühne

Beispielsweise den Schwulenchor „Schola Cantorosa“. Schätzungsweise 25 Matrosen, die aus vollen Hälsen Lieder zum besten gaben, nicht allerdings Shanty-Songs, wie das Äussere vielleicht vermuten liess, sondern Schlager, witziges und urkomisches. „Ein rosarotes Risenraumschiff voll mit lauter Tunten war beispielsweise ein Song, großartig auch die Canons diversester Schlager, die man sich so vorstellen kann. An der Nordseeküste zusammen mit „In München steht ein Hofbräuhaus“, 7 Fässer Wein, Viva la mexico und und und. Großartig. Eine der beiden Acts, die richtig abgeräumt haben. so die einhellige Meinung.

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Auch der zweite Act, der richtig abgeräumt hat, hatte mit Schlagern zu tun. Kennt Ihr Wolfgang Trepper? Nein? Ich kannte ihn bisher auch nicht. Ein Comedian, wie man heute ja sagt, ein großartiger noch dazu. Merkt Euch den Namen. Wolfgang Trepper seziert Schlager auf seine Sinnhaftigkeit und erklärt sehr eindrucksvoll, was für ein Mist da zusammenmusiziert und getextet wird. Nehmen wir mal sein Beispiel des Michael Holm Klassikers „Auf der Strasse nach Mendocino“ Da nimmt also jemand ein Mädchen mit und fährt es – obwohl er nach San Fernando will – mal eben nach Mendocino. Das sind laut Google Maps 507 Meilen also 8 1/2 Stunden.

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Dabei ist der Typ so doof und fragt nichteinmal nach ihrem Namen… Drum fährt er in der Zukunft JEDEN Tag nach Mendocino…. 1000 Meilen jeden Tag… Und als sei das noch nicht genug hält er an jeder Tür auf dem Weg an und fragt nach seinem Girl aus Mendocino…. …Und jetzt kommts, in der Mitte beider Städte liegt San Francisco.. Jede Tür, Jeden Tag, 1000 Meilen… Oh Gott. Ich habe auf neben und unter dem Tisch gelegen. Der Mensch ist ein Genie und hat, wie Sascha Korb richtig feststellte, den Laden eben mal auf Links gedreht.

Das musste auch der Sänger von Orange Blue ganz am Ende feststellen, der völlig zu Recht feststellte, dass das Publikum bei dem Comedian eben viel besser mitgegangen sei. Stimmt, denn Orange Blue bestechen zwar mit einer tollen Stimme, auch mit tollen Songs, die man allerdings schon so oft gehört hat, dass sie nur so mittel mitreissen. Sorry Orange Blue, aber Wolfgang Trepper sowie die Schola Cantorosa wurden von den meisten Personen als Highlites genannt.

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Daneben gab es noch artistische Einlagen, Coco Lores, die nur mit Gesang weit weniger spannend als mit Moderation ist. (Da fehlt eben ihre Schlagfertigkeit) sowie je eien Nummer von Sascha Korb und Kim Fischer, die im übrigen auch eine wirklich tolle Stimme hat. Den Texas Lightning Klassiker „No No Never“ hätte Jane Comerford kaum besser bringen können.

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Insgesamt war es eine Gala mit Stärken und Schwächen aber auf jeden Fall ein kurzweiliger Abend, auch wenn ich mich der Meinung von Ricardo M anschliessen kann, der lieber mehr Hamburger Acts gesehen hätte. Aber letztendlich eine wirklich nette Show mit den fliegenden Bauten zum CSD Hamburg in einem tollen Ambiente.

100_0239mit Ricardo M