Knutschen gegen Homophobie
Knutschen gegen Homophobie wurde am Mai.09, 2009, gepostet
Knutschen gegen Homophobie.
Bild by Sebastian Goldhagen
Generell habe ich immer eine kleines Problem damit, laut aufzuschreien, wenn irgendwo etwas passiert ist, von dem ich nur eine Seite der Medaille kenne… Nun hat ein schöneberger Eiscafebesitzer zwei Lesben des Laden verwiesen. Diese schreien “Homophobie” er sagt bestreitet den Rausschmiss nicht sondern erklärt dieses mit einigen anderen Dingen. Die Wahrheit – liegt vielleicht wie so oft irgendwo dazwischen. Zumindest sagt die Pizzerei daneben, sie hätten auch immer Probleme mit dem Eiscafeinhaber und sie würden sich davon distanzieren…. Offensichtlich scheint es sich also bei dem Besitzer des Cafes tatsächlich um eine schwierige Person zu handeln… Laut Maneo war das ganze wohl auch kein Einzelfall, inofern ist ein Protest durchaus angemessen. Aggressiven Protest lehne ich zwar ab. Kreativen, positiven Protest unterstütze ich allerdings vorbehaltlos. Und diesen gab es in diesem Falle.
Bild by Sebastian Goldhagen
Unter dem Motto “DOLCE FREDDO – JETZT WIRD GEKNUTSCHT” sollte die Schwule Community zeigen, was sie davon hält. Nämlich nix. Dabei das nützliche (auf Homophobie hinweisen und dagegen zu demonstrieren) mit dem angenehmen (hemmungsloses Knutschen) zu verbinden. Klasse Idee und viel aufmerksamkeitsstärker als einfach nur “Homophobie” zu schreien und ein Eis weniger zu schlecken.
Das sollte man da aber eh nicht, denn laut Morgendpost gab es da folgendes Mikrobiologische Ergebnis: Höchstwert an coliformen Keimen überschritten…. In doppelten Sinne ist da also der Verzehr des Eises nicht zu empfehlen.
Und wenn man die Bilder sieht, dann war das eine sehr erfolgreiche Aktion, die ich nur unterstützen kann. Und gerüchteweise gab es sogar eine natürliche Regenbogenflagge am Himmel im Rahmen dieser Aktion. Hut ab!
Bild by DJ Divinity
GinTonik feat. infekt – Emotional (EMO-DISS!)
GinTonik feat. infekt – Emotional (EMO-DISS!) wurde am Aug.21, 2008, gepostet
Emo-Diss! GinTonik fest infekt – Emotional
gestern ist mir irgendwo und irgendwann der Song Emotional von GinTonik feat. Infekt im Internet über den Weg gelaufen. Diese – mir gänzlich unbekannte – Rapgruppe singt über “Transvestitengesindel mit Eye-Linern” und “SchwuchÂÂteln im Drag-Queen-Dress”… Das sei Stress in den Augen. Idiotische Texte und ein großer Schuss Homophobie.
Nun geht es hier nicht um Drag Queens sondern um Emos und in dem Bereich kenne ich mich ehrlichgesagt nicht aus. Ich kenne die Musik nicht und ich weiss nicht was einen Emo ausmacht. Muss ich aber auch nicht, um zu erkennen, dass dieser “Emotional” Text von GinTonik reichlich schwachsinnig ist.
Ich brauche allerdings nicht lange überlegen, dass diese Teeny-Rapper sicherlich auch das was ich so treibe nicht sonderlich gutheissen würden. Aber das ist mir generell ja auch ziemlich latz.
Ich habe eine Weile überlegt, ob ich dazu etwas schreiben soll, habe mich dann aber entschieden, dass mir solch ein Song von einer Band, die ich nicht kenne, deren Hasstriaden mich nichteinmal direkt betreffen, so egal ist, ihn nicht weiter zu kommentieren.
Dann fand ich allerdings, als ich mir den Song mal bei Youtube anhörte einen Film, der als Antwort zu diesem EMO-DISS gilt und den finde ich ziemlich gut gemacht. Etwas Selbstironie, etwas Verarschung dieser Rap Gruppe und generell bessere Musik als im ersten Song.
Eine gute Antwort auf einen dämlichen Song
CSD – Hass Du was dagegen
CSD – Hass Du was dagegen wurde am Jun.29, 2008, gepostet
…natürlich ist der CSD eine politische Parade – und dass es längst nicht selbersverständlich ist, wie wir hier feiern können zeigte sich gerade auch wieder an diesem Wochenende im Ausland.

Gut, in Berlin ist der CSD größtenteils eine große Party und daher gerät die Politik hinter dem Spass ins Hintertreffen, aber in anderen Ländern sieht es da anders aus, daher mal eine Meldung vom Wochenende:
Rechtsradikale haben am Samstag Teilnehmer der ersten größeren Homosexuellen-Paraden in Tschechiens und Bulgariens Geschichte attackiert. Die tschechische Nachrichtenagentur CTK berichtete von mindestens zwanzig Verletzten, nachdem die rund 500 Teilnehmer der angemeldeten «Regenbogenparade» in Brno (Brünn) mit Tränengas angegriffen worden seien. Auch in Sofia versuchten Rechtsradikale, die Schwulen-Parade zu stören. Die Polizei nahm 60 Skinheads fest.
In Brno wurden schon vor Beginn der Parade drei Menschen festgenommen, als Extremisten Feuerwerkskörper auf die sich versammelnden Schwulen und Lesben warfen. Noch am Mittwoch hatten die Behörden der zweitgrößten tschechischen Stadt Anträge von rechten Gruppierungen wie der «Nationalen Partei» und der «Nationalen Wiederauferstehung» zu Gegenveranstaltungen abgelehnt. Zu den Unterstützern der Parade gehörten die tschechische Ministerin für Menschenrechte und Minderheiten, Dzamila Stehlikova, und die Tennislegende Martina Navratilova. Bereits seit 2006 können tschechische Homosexuelle ihre Beziehung amtlich eintragen lassen. Die in Sofia Festgenommenen hätten versucht, die Veranstaltung in der Hauptstadt Sofia zu stören, teilte das Innenministerium mit. Ein großes Polizeiaufgebot an der «Brücke der Verliebten» am Kulturpalast trennte mehrere Dutzend Parade-Teilnehmer von ihren Gegnern aus nationalistischen Gruppen. Die Sicherheitskräfte verhinderten, dass sich die Kritiker dem Umzug durch die Innenstadt anschlossen. Als Protest warfen Gegendemonstranten Knallkörper.
Morddrohungen in Bulgarien
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte zuvor vor Ausschreitungen gewarnt. Zur Parade hatte die Schwulen- und Lesbenorganisation Gemini aufgerufen. Ihre Chefin, Aksinija Gentschewa, klagte kurz vor der Parade, sie habe Morddrohungen erhalten. Die christlich-orthodoxe Kirche sowie das Oberhaupt der bulgarischen Muslime hatten die Veranstaltung abgelehnt. Der Austragungsort wurde aus Gründen der Sicherheit und Moral gleich zweimal binnen 24 Stunden verlegt. Regierungschef Sergej Stanischew sagte, er sei tolerant gegenüber Menschen, die in religiöser, sozialer oder anderer Hinsicht anders seien, doch die «Demonstration dieser Ausrichtungen» gefalle ihm nicht.
so viel zu dem Thema politischer CSD. Ich habe riesigen Respekt vor den Personen, die dort auf die Strasse gehen und ich bin mir nicht sicher ob ich den Mut hätte. Ich habe es dann doch lieber so wie in Deutschland. Ein Land in dem Politiker wie Renate Künast selbstverständlich auf dem CSD zu sehen sind ist mir da doch viel sympathischer.
Wenn ich also solche Meldungen wie oben lese, dann bleibe ich bei meinem Statement vom letzten Jahr:
solange irgendwo noch Schwule Angst haben, sich zu outen oder solange noch irgendwo eine Transe zu Hause mit Angst zu Hause rumsitzt und sich nicht traut aus sich herauszukommen, weil sie Angst haben, was die Nachbarn, die Familie oder Arbeitskollegen denken,
solange es noch immer Personen gibt, die einen Beleidigen oder die vor einem ausspucken, oder gar tätlich werden,
solange ich Emails bekomme und sehe, dass alleine die öffentliche Präsenz anderen Personen hilft, aus sich herauszukommen und ihre Angst zu überwinden,
solange in anderen Ländern Homosexualität noch mit der Todesstrafe belohnt wird,
solange in anderen Ländern CSDs unter bedenkenswertem Polizeiâ€Âschutz†stattfinden müssen,
solange in wiederum anderen Ländern diese CSDs ganz verboten werden,
solange ist und bleibt der CSD eine politische Veranstaltung.
Für mich ist wichtig, dabei zu sein,
Flagge zu zeigen,
zu zeigen, dass es uns gibt,
zu zeigen, dass wir viele sind,
zu zeigen, dass wir nicht beissen,
zu zeigen, dass wir keine perversen sind und
zu zeigen, dass wir in der Gesellschaft angekommen sind.Das sollte man ruhig fröhlich feiern und zelebrieren dürfen – und eben gut aussehen
Opferrolle? Nein danke!Hugh ich habe geprochen.
Und um den Politik-Teil abzuschliessen muss ich hier noch einmal die wichtigste politische Forderung dieses CSD zeigen.
Ist Kreuzberg homophob?
Ist Kreuzberg homophob? wurde am Jun.10, 2008, gepostet
Zahlenspiele in Kreuzberg
was musste ich kürzlich unter der Überschrift Homophober Angriff in Kreuzberg lesen?
In der Nacht vom 07. zum 08. fand das Dragfestival im SO36 statt. Als die letzten Gäste gingen und das SO36 schon am schliessen war, wurde eine Gruppe Frauen/Lesben am Heinrichplatz von mehreren Männern, die aus 3 vorbeifahrenden Autos sprangen, zusammengeschlagen. Einer der Wagen hatte einen Aufkleber der faschistischen “Grauen Wölfe” am Heck kleben. Die Frauen/Lesben wurden niedergeschlagen und am Boden weitergetreten. Dann sind die Angreifen zurück in die Autos und fuhren weg. Die Betroffenen trugen Verletzungen davon, eine war ca. 5 Minuten bewußtlos. In den letzten Tagen häufen sich verbale und/oder körperliche Angriffe auf homosexuelle/queere/linke Menschen.
..also weiter nur Party machen?
Abgesehen davon dass dieser Artikel von indymedia stammt, denen ich in etwa eine solch meinungsfreie Berichterstattung wie irgendeiner NPD-Gazette zurechne – nur eben andersherum muss ich mal eine kleine Brücke für Kreuzberg schlagen.
Ich war nicht dabei, daher kann ich zu der aktion selber nichts sagen, aber ich wohne keine 300 Meter vom SO36 entfernt und wurde selber noch nicht über Gebühr angemacht. Es ist also nicht generell gefährlich durch Kreuzberg zu ziehen. Sicher! Einige Stellen sollte man vielleicht nicht täglich aufsuchen und eine gesunde Portion vorsicht sollte man jederzeit – nicht nur in Kreuzberg – haben. Aber generell ist Kreuzberg durchaus nicht gefährlich. Das SO36 ist anscheinend ein Urgestein der Schwulen Kultur in Berlin, Möbel Olfe oder das Roses gehören zu der Kultur und direkt unter meiner Firma ist ein schwules Cafe. Dazu gehört auch der Stadtteil, in dem das Schwuz oder das Schwule Museum sind zu Kreuzberg.
Insofern. Achtung und Vorsicht! Immer und überall in Berlin – Angst nein! Auch nicht in Kreuzberg.
Spannend ist dann aber auch, dass gerade in Kreuzberg sich dann auch etwas danach tut. So gab es gestern eine spontane Demonstration gegen diesen Vorfall und auch wenn die Zahlen dort arg auseinandergehen (berliner Morgenpost sagt 150 Demonstranten, :Gloria Viagra: spricht in ihrem Myspace Bullettin von 3000 Personen. Ist es doch schön zu sehen, dass Kreuzberg eben dann auch ein Stadtteil ist,d er soetwas nicht toleriert.
Meine 2 Cent zum Thema
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