Gesellschaftliches Problem Homosexualität

Die CDU packt gesellschaftliche Probleme an:
Heute Homosexualität.

Es ist Wahlkampf und wie immer in Wahlkämpfen kommen Parteien mit komischen Ansichten, mit leeren Versprechungen und mit allerhand Dünnschiss. Dass sie dabei eher der eigentlichen Klientel verpflichtet sind, ist dabei klar. Bei der CDU bedeutet dieses konservative Personen. Teilweise sehr konservative. Und denen ist wohl immer noch alles suspekt, was sie nicht verstehen.

Nur so kann ich mir vorstellen, warum seit dem 22.04. ein Beitrag im CDU Diskussionsforum unter dem Titel: Neue Therapiemethoden verändern Homosexuelle zur Heterosexualität. stehen konnte, ohne dass sich daran jemand gestört hätte… Abgesehen davon dass ich eh glaube, dass ein wenig Bi in jedem Menschen steckt und es mir ziemlich Latz ist, was ein unwichtiges Mitglied einer mir unsympathischen Partei so meint, steht doch eigentlich schon alles wichtige dieses längeren Textes im ersten Satz.

Die Homosexualität als gesamtgesellschaftliches Problem könnte bald eingedämmt werden.

A-Ha. Gesamtgesellschaftliches Problem also? Mir leuchtet nicht wirklich ein, was genau das gesamtgesellschaftliche Problem von Homosexualität ist, vermutlich das Problem, dass diese komische Lebensanschauung nicht für Nachwuchs sorgt und somit die Alterspyramide verschlimmert. Wirklich schlimm.

Ich denke, wer solch einen Satz schreibt hat auch sonst im Leben so den einen oder anderen Vorbehalt. Schwule, Ausländer, Transvestiten, Frauen vielleicht. Man sollte ihnen alle Rechte entziehen, das Wahlrecht sowieso, die wählen ja eh nicht CDU…

Also der Verfasser schreibt von Therapiemethoden, die anschlagen. Homosexualität sei nicht etwa eine gleichberechtigte sexuelle Orientierung. Die Anzeichen würden sich stattdessen verdichten, dass es sich um eine Desorientierung mit vielfältigen Ursachen handele, es sei eben doch eine psychische Erkrankung. Eine Welt ohne Homosexualität sei daher keine Vision und keine Utopie mehr. Man müsse nur die Forschungen auf dem Gebiet vorantreiben und zwar frei von Ideologien….

….ob nun allerdings jeder kranke homosexuelle in ein Lager gesperrt und geheilt werden muss, darüber schrieb der Verfasser Jochen Trebmann nichts.Aber sicher ist Herr Trebmann auch der meinung, dass Trensvestitismus ebenso heilbar ist.

Mir kommt das irgendwie wie ein Brief aus längst vergangenen Tagen vor, wie ein alter böser Traum.

Traurig, dass dieses Geschreibsel sechs Tage auf der CDU Homepage ausgehalten hat, bis er gelöscht wurde…

Wer das nocheinmal lesen möchte. Bitte schön:

Amsterdam's Gay Christmas

Wenn das der Papst wüsste:

Nun ist ja “wir sind Papst” Benedikt XVI unlängst mit seinen Äusserungen Homosexuellen und Transsexuellen gegenüber negativ aufgefallen. Das gab zwar einen verständlicherweise großen Aufschrei der Entrüstung, es bedeutete aber nicht, dass die in der Rede behandelten nicht auch Weihnachten – sogar kirchliche Weihnachten – feiern würden.

So gibt es seit einigen Jahren in den Niederlanden die Amsterdam’s gay Christmas oder auch genannt die Pink Christmas. Sozusagen ein kleiner winterlicher CSD. Amsterdam hat sich irgendwann überlegt, dass es doch schön, wäre, sich ein wenig als City für Gays zu profilieren. Daher trägt auch die Kosten von 15.000 € die Stadt.

Und wie es sich gehört, gibt es auch für solch ein Event ein Bild, dass die Presse weiterleiten soll. In diesem Fall ist es das Bildnis der Jesusfamile. Ein Bild, dass so wohl kaum dem Papst gefallen würde.

Zeigt es doch das Jesuskind in den Armen von Maria, der Dragqueen Miss Wendy. Die Drei Weisen sowie Josef werden dabei von vier Homosexuellen dargestellt.

Man sollte dieses Bild Papst Benedikt XVI lieber nicht zeigen, sonst muss wieder ein neuer gewählt werden ;-)

Eurovision Song Contest ohne Schwule

Eurovision Song Contest ohne Schwule

Komische Ansichten hat der Moskauer Bürgermeister. Bei solchen Ansichten kann man wieder einmal froh sein in Deutschland zu wohnen. Und dort als hamburger deern als in Berlin beheimatet zu sein.

War Herr Luschkow eigentlich schon einmal in den Sündenpool-Städten Berlin oder Hamburg und hat er vielleicht gar schon einmal die sündigen Herren Wovereit oder von Beust getroffen? Auch wenn es mich so spontan und direkt nicht betrifft, was Juri Luschkow so von sich gibt, kann ich solche Intoleranz nicht ausstehen.

Das wird glaube ich noch einigen Wirbel zum nächsten Eurovision Song Contest geben….

So will es der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow, der erst letzte Woche wieder unangenehm schwulenfeindlich aufgefallen war, als er behauptete Schwule seien für die steigenden HIV-Infektionen in Russland verantwortlich.

Jetzt, bei der feierlichen Übergabe der Grand-Prix-Stafette durch Belgrad, legt er nach: “¾Die Zurschaustellung von Homosexualität wird auf den Straßen, Plätzen, bei Märschen und Demonstrationen nicht geduldet.”“ Zwar bemerkte er, dass er leider keine Möglichkeit mehr habe, Schwule und Lesben einzusperren, weil Homosexualität nicht mehr strafbar sei, dennoch seien sie in seiner Moskauer Gesellschaft nicht erwünscht.

via blu.fm

Da kann ich endlich mal ein Bild nehmen, dass ich schon lange auf der Platte habe und bei dem ich wusste, das ich es irgendwann mal gebrauchen kann. Es zeigt zwar intolerante Christen in den USA und nicht intolerante Bürgermeister in Russland, aber passend ist es trotzdem

CSD – Hass Du was dagegen

…natürlich ist der CSD eine politische Parade – und dass es längst nicht selbersverständlich ist, wie wir hier feiern können zeigte sich gerade auch wieder an diesem Wochenende im Ausland.

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Gut, in Berlin ist der CSD größtenteils eine große Party und daher gerät die Politik hinter dem Spass ins Hintertreffen, aber in anderen Ländern sieht es da anders aus, daher mal eine Meldung vom Wochenende:

Rechtsradikale haben am Samstag Teilnehmer der ersten größeren Homosexuellen-Paraden in Tschechiens und Bulgariens Geschichte attackiert. Die tschechische Nachrichtenagentur CTK berichtete von mindestens zwanzig Verletzten, nachdem die rund 500 Teilnehmer der angemeldeten «Regenbogenparade» in Brno (Brünn) mit Tränengas angegriffen worden seien. Auch in Sofia versuchten Rechtsradikale, die Schwulen-Parade zu stören. Die Polizei nahm 60 Skinheads fest.

In Brno wurden schon vor Beginn der Parade drei Menschen festgenommen, als Extremisten Feuerwerkskörper auf die sich versammelnden Schwulen und Lesben warfen. Noch am Mittwoch hatten die Behörden der zweitgrößten tschechischen Stadt Anträge von rechten Gruppierungen wie der «Nationalen Partei» und der «Nationalen Wiederauferstehung» zu Gegenveranstaltungen abgelehnt. Zu den Unterstützern der Parade gehörten die tschechische Ministerin für Menschenrechte und Minderheiten, Dzamila Stehlikova, und die Tennislegende Martina Navratilova. Bereits seit 2006 können tschechische Homosexuelle ihre Beziehung amtlich eintragen lassen. Die in Sofia Festgenommenen hätten versucht, die Veranstaltung in der Hauptstadt Sofia zu stören, teilte das Innenministerium mit. Ein großes Polizeiaufgebot an der «Brücke der Verliebten» am Kulturpalast trennte mehrere Dutzend Parade-Teilnehmer von ihren Gegnern aus nationalistischen Gruppen. Die Sicherheitskräfte verhinderten, dass sich die Kritiker dem Umzug durch die Innenstadt anschlossen. Als Protest warfen Gegendemonstranten Knallkörper.

Morddrohungen in Bulgarien
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte zuvor vor Ausschreitungen gewarnt. Zur Parade hatte die Schwulen- und Lesbenorganisation Gemini aufgerufen. Ihre Chefin, Aksinija Gentschewa, klagte kurz vor der Parade, sie habe Morddrohungen erhalten. Die christlich-orthodoxe Kirche sowie das Oberhaupt der bulgarischen Muslime hatten die Veranstaltung abgelehnt. Der Austragungsort wurde aus Gründen der Sicherheit und Moral gleich zweimal binnen 24 Stunden verlegt. Regierungschef Sergej Stanischew sagte, er sei tolerant gegenüber Menschen, die in religiöser, sozialer oder anderer Hinsicht anders seien, doch die «Demonstration dieser Ausrichtungen» gefalle ihm nicht.

so viel zu dem Thema politischer CSD. Ich habe riesigen Respekt vor den Personen, die dort auf die Strasse gehen und ich bin mir nicht sicher ob ich den Mut hätte. Ich habe es dann doch lieber so wie in Deutschland. Ein Land in dem Politiker wie Renate Künast selbstverständlich auf dem CSD zu sehen sind ist mir da doch viel sympathischer.

Kühnast

Wenn ich also solche Meldungen wie oben lese, dann bleibe ich bei meinem Statement vom letzten Jahr:

solange irgendwo noch Schwule Angst haben, sich zu outen oder solange noch irgendwo eine Transe zu Hause mit Angst zu Hause rumsitzt und sich nicht traut aus sich herauszukommen, weil sie Angst haben, was die Nachbarn, die Familie oder Arbeitskollegen denken,

solange es noch immer Personen gibt, die einen Beleidigen oder die vor einem ausspucken, oder gar tätlich werden,

solange ich Emails bekomme und sehe, dass alleine die öffentliche Präsenz anderen Personen hilft, aus sich herauszukommen und ihre Angst zu überwinden,

solange in anderen Ländern Homosexualität noch mit der Todesstrafe belohnt wird,

solange in anderen Ländern CSDs unter bedenkenswertem Polizei”schutz” stattfinden müssen,

solange in wiederum anderen Ländern diese CSDs ganz verboten werden,

solange ist und bleibt der CSD eine politische Veranstaltung.

Für mich ist wichtig, dabei zu sein,
Flagge zu zeigen,
zu zeigen, dass es uns gibt,
zu zeigen, dass wir viele sind,
zu zeigen, dass wir nicht beissen,
zu zeigen, dass wir keine perversen sind und
zu zeigen, dass wir in der Gesellschaft angekommen sind.

Das sollte man ruhig fröhlich feiern und zelebrieren dürfen – und eben gut aussehen
Opferrolle? Nein danke!

Hugh ich habe geprochen.

Und um den Politik-Teil abzuschliessen muss ich hier noch einmal die wichtigste politische Forderung dieses CSD zeigen.

Margot Schlönzke