Polizeirevier Davidswache
Polizeirevier Davidswache wurde am Sep.28, 2007, gepostet
Boh ich habe irgendwie etwas Heimweh.
Gestern blieb ich beim Herumzappen im Fernsehen (Internet ist ja gerade wie gesagt nicht) am Frühabend bei NDR 3 und dem Großstadtrevier hängen. Hamburg, Reeperbahn und immer Ecken, die man kennt.

Nun habe ich mich ja weite Teile meiner Abendbeschäftigungen in Hamburg auf und um der Reeeperbahn herumgetrieben. Vermutlich kenne ich 80 % aller Bars oder Kneipen, die es auf dem “Verwaltungsgebiet” dieses kleinsten Polizeireviers Deutschlands gibt.
Nun ist das “Großstadtrevier” im Fernsehen ja nicht die allseits bekannte Davidswache, aber hinter dem Großstadtrevier kam der schwarz-weiss Klassiker “Polizeirevier Davidswache” von Jürgen Roland. 1965 gedreht und doch noch so ähnlich wie heute.
Die Koberer gibt es immer noch, immer noch werden Touris mit unterschiedlichsten Preisen übers Ohr gehauen, immer noch finden dort hin und wieder eine Schlägerei statt, die Huren in der Herbertstrasse gibt es noch, natürlich die Davidswache und und und. Und immer noch ist der Ruf von St. Pauli viel Schlimmer als die Realität.
Auch wenn es die Bars von damals nicht mehr gibt, so entdeckt man doch immer wieder vertraute Ecken. Früher Wienerwald ist heute Burgerking etc. Ich mag die Reeperbahn.

Worauf ich aber eigentlich hinauswill: Der Film war in Schwarz-weiss und von 1965. Trotzdem gab es Gewalt, Huren, dumme Sprüche und gar Transvestiten im Film.
Eine Dame aus einem Etablissement wurde dort zur Wache genommen und sollte sich einer Leibesvisitation unterziehen. Ich denke noch (völlig ohne darüber nachzudenken, dass es vielleicht keine Frau sein könnte) “Die sieht aus wie :Olivia Jones: Nicht ganz so groß nicht so geschminkt aber irgendwie ist sie ihr ähnlich….
Perücke ab, BH aus und ja, es war ein Mann
Das soetwas schon 1965 im deutschen Fernsehen möglich war, das hätte ich nicht gedacht. Ob sich an der Stelle Bayern ausgeschaltet hätte?
Die Huren?
Die Huren? wurde am Jan.18, 2007, gepostet
Das Matt Wagners Rückseite der Reeperbahn Blog eines meiner liebsten Blogs ist, habe ich ja schon ein paarmal geschrieben. Treibe ich mich ja auch relativ häufig auf diesem kleinen von Kneipen, Pubs, Discos, Läden vollgestopften Areal herum.
Allen Nichtwissenden sei übrigens erklärt, dass das Areal rund um die Reeperbahn mitnichten ein Sündenbabel ist und nicht an jeder Ecke Huren oder Tabeldanceschuppen stehen. Man kann hier wunderbar feiern, irgendwelchen Kneipen versacken oder auch Livemusik hören, ohne mit der Sexindustrie in Kontakt zu kommen.

Egal, heute ist mir bei Matt ein etwas älterer Beitrag aufgefallen: Die Huren
Er handelt von den Huren, die in der Davidsstrasse stehen. Diese allesamt großartig aussehenden Mädels (er nannte es Million Dollar Babies) stehen wie eine Perlenkette ab der Herbertstrasse bis hin zur Reeperbahn. Wobei eine harte Hierarchie bestimmt, war wo (vor allem weiter vorne) stehen darf.
Diese Mädels haben auf jeden Spruch den besseren Konter, auf jede Abwehrhaltung die passende Antwort und gewinnen JEDES wirklich jedes Gespräch, das zustande kommen kann. Daher ist die einzige Möglichkeit, ihnen zu entkommen, einfach stoisch seinen Weg zu gehen, allerhöchstens noch “Nein Danke”, “Nein Danke”, “Nein Danke” zu brabbeln.
Die Eingeweihten wissen dieses im Voraus und wechseln einfach vorher die Straßenseite, lassen sich aber niemals auf ein Gespräch ein. Sehr gefährdet ist man(n) auf jeden Fall,wenn man alleine unterwegs ist. Wenn man zu zweit unterwegs ist, ändert sich die Situation enorm. Entweder man ist Luft (wenn die zweite Person weiblich ist) oder man ist nicht nur gefährdet, sondern regelrecht verloren, wenn beides Männer sind. Dann ist eine erstaunliche Kollegialität der Huren festzustellen, die sich dann zu zweit beide Männer greifen und sozusagen in den Schwitzkasten nehmen.

Wie schon gesagt, Eingeweihte wissen das, sind allerdings Machtlos. Ich hatte mal einen Bekannten, der bereits mehrere Jahre auf dem Kiez wohnte und folglich jeden Abend, teilweise auch mehrfach am Abend den Damen am Hans Albers Platz über den Weg lief und selbst nach Jahren noch jedes Mal angesprochen wurde. Naja nach dem etwa tausendsten Mal hat auch der letzte Mann so ein festes Fell, dass es ihm gleich war – gewundert hat es ihn indess schon.
Matt Wagner hat aber ein Geheimrezept herausgefunden.
Klopapier!

Klopapier hilft. Genaugenommen die Großpackung des dortigen Penny, die einen als St.Pauli-Anwohner kennzeichnet und so bei den Huren eine Verschonung erwirkt.
Wie hieß es schon im Anhalter durch die Galaxie St.Pauli so oder so ähnlich:
Das schreibt der Reiseführer “Per Anhalter durch St.Pauli” über die Bedeutung von Klopapier:
Klopapier ist so ungefähr das Nützlichste, was der Anhalter auf St.Pauli besitzen kann. Einmal ist es von großem praktischem Wert – man kann sich zum Wärmen darin einwickeln, wenn man um sieben Uhr morgens aus dem Windjammer geflogen ist; man kann es im Rochinsky nutzen, wenn wieder einmal das dort angestammte Klopapier aus ist; man kann es als Servierte nutzen, wenn der gerade gekaufte Döner doch nach mehr als einer Serviette schreit, und man kann jede gewünschte Toilette damit verstopfen (leider ein beliebtes Spiel); man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen – bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig); bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist.
Was jedoch noch wichtiger ist: Klopapier hat einen immensen psychologischen Wert. Wenn zum Beispiel eine Hure (Hure = Bordsteinschwalbe, Prostituierte) dahinter kommt, dass ein Anhalter Klopapier bei sich hat, wird sie automatisch annehmen, er besäße auch Zahnbürste, Waschlappen, Seife, Keksdose, Trinkflasche, Kompass, Landkarte, Bindfadenrolle, Insektenspray, Regenausrüstung, Raumanzug und vor allem eine auf St.Pauli ausgestellte Einwohnermeldebescheinigung. Und die Hure wird dann dem Anhalter keines Blickes würdigen und ihn unbehelligt ziehen lassen. Die Hure denkt natürlich, dass ein Mann, der auf St.Pauli wohnt, ein hartes Leben führt, in die dreckigsten Winkel kommt, gegen schreckliche Übermächte kämpft, sich schließlich an sein Ziel durchschlägt und trotzdem noch Klopapier bei sich trägt, eben ein Mann sein muss, der es verdient hat, unbehelligt passieren zu dürfen..
Naja im Anhalter handelte es von einem Handtuch, aber irgendwie konnte ich eine Gedankenverbindung von Handtuch zu Klopapier herstellen. Beides kommt immerhin im Bad vor und beides schützt offensichtlich.
Wobei ich allerdings glaube, dass Matt der kleine Absatz darunter viel eher geholfen haben möge: “Allerdings kann das Desinteresse der Koberer auch durch meine Begleiterin – Ms. Columbo – begünstigt worden sein, man weiß es nicht.” Wie schon gesagt, mit Frau ist man(n) Luft.
…Mir selber ist allerdings bei der Lektüre der Gedanke gekommen, dass es noch eine weitere Möglichkeit gibt, vollkommen unbehelligt als Mann und sogar mit mehreren Männern an den Huren vorbeizukommen. Als Transe gekleidet.
Wie schrieb ich noch vorige Woche über meinen Weg ebendiese Strasse entlang:
Der Weg führte uns über die Davidsstrasse und den dortigen Strassenstrich vorbei. Wer glaubt, dass man dort aufpassen muss, irrt sich. Ich kann mich nicht erinnern auf weniger Metern mehr Komplimente erhalten zu haben. Von “schön schlanke Beine†über “auf solchen Schuhen kann nicht mal ich laufen†kamen nur nette Worte, wie diesmal übrigens auf der Reeperbahn nicht überall…
Also Matt. mach Dir nicht so viele Umstände (Frauen, Klopapier etc.) etwas Farbe ins Gesicht, ein weiblicheres Äußeres undsowohl Huren als auch Koberer lassen Dich in Zukunft in Ruhe
Die Rückseite der Reeperbahn
Die Rückseite der Reeperbahn wurde am Mai.14, 2006, gepostet
Es gibt ja neben meinem Blog noch das ein oder andere lesenswerte Blog in der Deutschen Bloggingsphäre, in das ich ab und an reinlese.
Eines davon ist das Blog “Die Rückseite der Reeperbahn” in dem der Musikjournalist Matthias Wagner von seinem Leben und seinen Erlebnissen schreibt.
Ab und an werde ich ja mit meinem Blog mit verschiedenen Begriffen + Reeperbahn gefunden – und zumeist ist dann das hier genannte blog auch irgendwo bei Google zu dem Thema zu finden. Daher ist es mir schon häufig aufgefallen.
Da er direkt an der Reeperbahn wohnt trifft er schon mal per se die erstaunlichsten Gestalten, Exzentriker, Huren oder auch Transen sein Beruf als Musikjournalist erweitert diesen Kreis erstaunlicher Gestalten aber noch um ein vielfaches, denn wenn man im Monat etwa 587 Konzerte besucht, findet man dort nicht nur komische Situationen in abgeranzten Rockschuppen vor sondern ebenso viele kaputte wie interessante Gestalten. Darüber lässt sich dann vortrefflich und mit spitzer Zunge schreiben.
wie schrieb er irgendwann:
Im Foyer mache ich mir ein paar Notizen, und ein Typ Marke Banktresor – so hoch wie tief und breit – starrt mich dumpf an. Ich lächle, aber er verzieht keine Miene. Komisch. Draußen läuft ein Transvestit vorbei, schnappt sich einen der Große-Freiheit-36-Geburtstagsluftballons und bringt ihn zum Zerplatzen. Er lächelt beim Einbiegen in die Schmuckstraße. Ich frage mich seltsamerweise, was seine Eltern gerade über ihn denken. Und ob er manchmal darüber nachdenkt, was seine Eltern über ihn denken. Egal – Parallelwelten. So fern voneinander wie Erde und Mars.
Ja, das ist die Reeperbahn, obwohl wenn Schmuckstraße, dann wohl eher Transsexuell denn Transvestit, aber egal.
Dazu Matthias Wagner Zutritt zu wohl allen großartigen Konzerten in Hamburg. Das Konzert der Red Hot Chili Peppers vor 600 Menschen in den Fliegenden Bauten auf St. Pauli hätte wohl jeder gerne mitbekommen. NEID!
unbedingt mal reinlesen. Es lohnt sich.
Verwandte Tags
-->JessiLiu: Überredungskünste helfen immer
Edin DeSosa: Late Night Shopping von Schwarzer Reiter und Très Bonjour
Markus Merz | Hamburg St. Georg: CSD Hamburg 2010 Bilder
beautymaus: günstige künstliche Wimpern
j-p manner: La Bodeguita Del Medio – Mojito a la Hemingway
Zoe: Underground Catwalk
Anonymous: Way Out Club – London.
Petra Schoop: Lena Hoschek Modeschau
Diana: Cologne Pride
