Amy Winehouse @ Irrenhouse

Unter Strom im Irrenhouse.
Nina Queer im Irrenhouse

Am Wochenende bin ich mal wieder in die Heimat gefahren um ein pass zukunftsweisende Dinge zu klären und meine alten Winterreifen gegen meine in Hamburg lagernden Sommerreifen zu tauschen. Aber auch wenn es mich am Wochenende nach Hamburg führt komme ich nicht drumherum, an jedem dritten Samstag im Monat in Berlin zu sein, um die :Irrenhouse Party: von :Nina Queer: zu besuchen.

Also Mitfahrerinnen (erstmalig vier Frauen) eingepackt und rauf auf die Autobahn nach Berlin… Das ganze dauert natürlich immer etwas länger als gedacht und ab und an kommt auch noch ein wenig etwas dazwischen – naja auf jeden Fall kommt man meist später an als geplant. Bei mir war das etwas 22 Uhr… Essen, noch etwas entspannen, fertigmachen etc… Das schaffe ich nicht. Sheila angerufen “ich fahre heute selber” und langsam ans Werk gemacht.

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Irgendwo gegen 10 vor 1 bin ich dan los und prüfte als letzte Amtshandlung meine Digitalkamera. – leer – . Und zwar so leer dass sich nichts tat. Hmmmm Mist. Das letzte Mal Irrenhouse hatte ich meine Kamera noch nichtverstanden und so keine Videos, diesmal war sie leer. Ergo. es würde auch keine Videos geben…. Wenn nicht… Ja, wenn ich nicht eine Steckdose für mein Ladekabel finden würde.

Ich fand! Ganz hinten in einer Ecke im Irrenhouse in der Sitzecke gab es eine freie Steckdose, die ich in Beschlag nahm. Mit der festen Gewissheit “Bis die Show beginnt bewege ich mich keinen Zentimeter hier weg” saß ich dort also neben meiner gerade ladenden Kamera und langweilte mich. Nett, dass sich immer wieder Menschen um mich sorgten, ich aber mit Fug und recht behaupten konnte, dass mit mir alles okay sei und dass mir nichts fehlen würde – ausser eben ein Stündchen Strom für meine Kamera. Wie gesagt. Alle vergnügten sich, nur ich langweilte mich etwas.

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Aber was tut man nicht alles dafür, die Show in Bilder und auf Video zu bannen, denn tatsächlich gibt es jetzt die Premiere in diesem Blog. Irrenhouse Videos. …Jaja, ich weiss, dass man die bei Sheila schon lange bewundern kann. Aber hier ist es bene neu :) Diese Ankündigung bedeutet aber auch, dass mein langeweile Einsatz erfolgreich war. Die Kamera war gut genug aufgeladen am ende.

Kommen wir also zum Wesentlichen, der Show.

Wie sagte :Nina Queer: noch? “Mit dieser Frisur sei klar, was da auf uns kommen würde” Da war es, denn es war eine Amy Winehouse Frisur und folglich würde sie Amy Winehouse bringen. Ich mag ja die Musik von Amy Winehouse, schmissig, soulig irgendwie klasse – und sie selber ist natürlich auch eine – sagen wir mal spannende – Persönlichkeit, aber das ist Nina ja auch. Erst singend auf der Bühne, dann singend mit weisser Nase hinter Gittern. Ja, die Mädels suchen sich gerne die Härtefälle für ihre Darstellungen aus. Neulich Britney, heute Amy.. Wobei ich die beiden nicht wirklich vergleichen möchte. Das wäre ja, wie eine Schangeltranse mit Mataina zu vergleichen….

:Mataina Ah Wie Süß: kam nämlich danach und verzückte uns mit einer arabischen Nummer einem standesgemäßen Kopftuch und zweier sehr bärtiger Transen, die scheinbar lange lange keinen Rasierer mehr aus der Nähe gesehen hatten. Irgendein Ali, der mit seiner Mascha gerne würde, das dem Pascha aber nicht so recht gefällt und aus dem Bariton dann im Laufe des Liedes eher eine hohe Stimme wird. Eine Schere ist auch noch im Spiel… Meingott, wo gräbt die gute Mataina nur immer diese Lieder aus. Und wo hatte sie diese beiden bärtigen Transen nur her.. Irgendwie kamen die mir bekannt vor, nur die Bärte passten irgendwie nicht. hmmm schwer.

Keinerlei Erklärungsnöte gab es mit der nächsten Numer. Stella DeStroy ist nicht erklärungsbedürftig und auch das Lied Goldfinger aus James Bond sollte einem jeden ein Begriff sein. Stella hatte dazu ein großartiges goldschimmerndes Kleid an, um dass ich diverse Male im letzten Dezember herumgeschlichen war und es natürlich weg war, als ich mich dafür entschied. Jaja, ich weiss, Sheila sagt immer, “sofort kaufen”.. Es stimmt ja. Egal zurück zu Stella. Goldfinger also und das ganze gewohnt souverän abgespult. Mit durchaus einem Überraschungseffekt, der Youtube bestimmt dazu bringt, dieses Video zu sperren. Na mal sehen. Komisch, dass Nina solche Nummern zulässt. Ich hätte gewettet, sowas sei ihr auf ihrer Party vorbehalten ;-) Egal, es war ganz groß.

Groß ist dann auch die richtige Überleitung zur nächsten Nummer… aber ich glaube für heute reicht es erstmal mit Shownummern, morgen gibt es noch zwei.

… Als ich dann aber gestern so in meiner Ecke saß und meine Kamera auflud kam ein Typ zu mir und meinte, ob ich ihn noch kennen würde. Aus Frankfurt. …Da ich noch nie in Frankfurt war, verneinte ich das. Wir würden uns aber nicht aus Frankfurt kennen, sondern er sei aus Frankfurt… Des Rästels Lösung war, dass Babsi Heart der Job nach Berlin führte sie und diesen Abend mal als Man Berlin unsicher machte.

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Mal muss man ja auch aus Frankfurt raus kommen immerhin ist Frankfurt nicht gerade als Drag Hauptstadt bekannt. Da gäde es einfach keine Drags – schon gar keine Konkurrenz. Da wäre gerade noch Marlene Deluxe, aber die wäre eigentlich nur im Cocoon anzutreffen und das wäre es dann schon. Berlin bietet da wohl einiges mehr :)

Ein paar Häschen namens Babe

Vor Ostern im Irrenhouse

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Ostern naht und Janka hatte die Idee, dieses Mal als Häschen ins Irrehnouse zu gehen.

Gesagt – getan. Genaugenommen war noch ein wenig Vorbereitung nötig, denn solch eine Häschenkostüm wächst nun mal nicht auf den Bäumen. Also ab zu Deko Behrendt und ein Paar Häschenohren sowie einen Puschel gekauft. Dazu noch etwas Maraboufedern, um ein schwarzes Kleid etwas aufzupimpen…

Dass es danach dann aussah, wie ein Weihnachtsfrauenkostüm in der falschen Farbe ( schwarz statt Rot ) machte mir nichts, denn für mich war dieses ein Osterhäsinnenkostüm. Die Häschenohren und der Puschel bewiesen das. Punkt aus ende!

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Nun hatte Sheila an diesem Abend Geburtstag ( Geburtstagsgrüsse bitte hier ), trotzdem brachte ich nicht ihr, sondern Janka ein Paar Geschenke mit, nämlich all die Dinge, mit der Meine Wohnung aufgetranst wurde. Jetzt schaut meine Wohnung fast wieder aus wie vorher. Wir jedoch sahen wie gesagt Häschenartiger als sonst aus. Vier Bunny-Trannies (+ Mel, die schon da war) stürmten also ins Irrenhouse und direkt an Divatlantique, die gerade etwas zu beschäftigt war, um uns die obligatorischen Karten in die Hand zu drücken. Nun zur Not gehts auch ohne und :Nina Queer: durfte ein paar Cent sparen, die sie dann aber mit viel Zinsen und Zinseszinsen und Zinseszinszinsen und …aber lassen wir das. Naja auf jeden Fall in vielfacher Menge in Form einer Flasche Rotkäppchensekt, die sie zu Sheilas Ehrentag spendierte. Sehr nett.

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Das Motto des diesmaligen Irrenhouses war schweinisch…. Nein, es liefen keine Videos wie letztmalig, als Nina ihren Ruhm mehrte, sondern dieses mal hatte es tatsächlich mit Schweinen zu tun. Auf der Großen Leinwand lief das nieeeeeeedliche Schweinchen Babe entlang und auf allen anderen Projektionen gab es halbe Schweinehälften beim Schlachter in verschiedenen Bildern zu bestaunen, Auf der Toilette lief “Du musst ein Schwein sein” von den Prinzen und es gab Mettschnitten zum Nulltarif. Dazu lief Olga dieses mal statt mit Schlüppi-mit Schweinchenmaske herum. Es trieben sich also ein Paar Häschen und viel Schwein auf der diesmaligen Irrenhouse Party herum.

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Wir aber waren nicht nur hier um Geburtstag zu feiern sondern aus dem Grunde, aus dem ich schon zum 12. Mal innerhalb der letzten 13 Monate Zum Irrenhouse-Tag dort aufschlug – genau. Ich meine die Transenshow – dem Highlite einer jeden Party von Nina.

Hauptakteure dieses Mal :Ades Zabel:, :Mataina Ah Wie Süß: , Stella DeStroy und natürlich die Hausherrin selber. …Leider kann ich die Shows dieses Mal aber nur sehr ungenügend dokumentieren, da ich offensichtlich meine neue Digitalkamera noch nicht ganz verstanden habe und die Videos, die ich machte irgendwie den Ton an anderer Stelle der dazugehörigen Bilder ausgibt :( Da muss ich wohl noch etwas üben.

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Nun, ich muss mich daher vorerst mit Bildern vom Video ohne Ton begnügen.. grmpf. Alle vier begannen die Show mit einer netten Nummer, deren Name ich natürlich mal wieder nicht kenne, dessen Bilder aber mit vier andersfarbigen Schals, die sie durch die Luft wirbelten, hervorragend untermalt wurden. (Edit) es war der Grand Prix Song der No Angels, mit dem sie den diesjährigen Grand Prix natürlich gewinnen werden… Wenn nicht schicken wir diese 4 Mädels das nächste Mal. Drag Queens gehen immer, wie wir seit Verka Serduchka auf dem letzten Grand Prix wissen.

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Dem folgte Mataina in einem Nonnenkostüm, die darüber sang, was so einem kleinen armen unschuldigen Mädel bei einer katholischen Beichtabnahme so alles passieren kann. Anna Dutzinger heisst das Mädel, dem Mataina ihr Aussehen an diesem Abend lieh. Sehr nett von ihr, denn so kann die Anna anonym bleiben, was sicherlich in so einem typischen katholischen Bergdorf in dem ich das ganze erwartete, ganz gut so ist.

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Ihr folgte “Mutti” Adessa Zabel, die scheinbar an diesem Tag noch nichts zu essen bekommen hatte und sich so Würstchen und Joghurt und mächtig fetten Kartoffelsalat auf der Bühne reinstopfte. Dass die Reste, die dann durch die Gegend flogen unbedingt auf meine Pumps kleckerten mag ich ihr sogar vergeben.

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Das Highlite war dann aber der Auftritt von Stella, die die mir unbekannte Stefanie Heinzmann performte. Mittlerweile weiss ich, dass die Stefan Raabs Sängerwettstreit gewonnen hat. Eine tolle Stimme, aber Stellas Show war vieeeeel besser. Da gibt es garnichts dran zu deuteln.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=E51_nxC-xlc[/youtube]

Wenn Stella performt und Stefanie singt, dann könnte das auch bei Dieter Bohlen gefallen finden. Stella & Stefanie …. Aber nur, wenn die beiden küssenden Schweine im Hintergrund wieder dabei sind. Die sind eminent wichtig.

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Der Auftritt war klasse.

War sonst noch was? Ach Ja!

Pricilla und Mataina weisen darauf hin, dass die Scandal Party im Insomnia am am 21.03. unaufhaltsam näher kommt und man dort doch erscheinen könnte…. Mal schauen.

Ansonsten hab ich mal wieder ein Mädel in meiner “nie als Mann gesehen und deswegen nicht auf Anhieb erkannt” Liste abzustreichen. Christal Cokes. Als Sheila mich mit dem “Du hast es wieder nicht gemerkt Blick” ansah wurde es klar. Es wird auch immer einfacher, da es immer weniegr Möglichkeiten gibt :) Okay, aufgenommen und gemerkt.’

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Als letztes muss noch angemerkt werden, dass Mataina genau mit und ging und einen Parkplatz direkt am Irrenhouse hatte. Wie genial. Wir hingegen haben dieses mal so weit weg geparkt, wie glaube ich noch nie, das war aber nicht so schlimm, denn es wird langsam wärmer – zumindest irgendwie nicht mehr so eisig kalt wie in den letzten Monaten.

So, das war das Irrenhouse im März, wir verabschiedeten uns ins Felix… Wer hätte das gedacht.

Sarah und Polly und wir im Irrenhouse

aber nicht gerade die beste Party bisher dort.

Eigentlich war an diesem Wochenende das Schlampenfest in Nürnberg, aber wir haben uns entschieden, dass der Spaßzuwachs die Kosten nicht ganz aufwiegt zumal im Vornherein eine ganze Menge Personen abgesagt hatten. Drum blieben wir also in Berlin und haben lieber wieder einmal das Irrenhouse von :Nina Queer: besucht. Das ist ja immer eine sichere Sache.

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Das sahen scheinbar auch ein paar andere so, denn zum einen war Polly wieder in Berlin und gänzlich unerwartet stand Sarah-Maria auf einmal vor meiner Tür. Eigentlich erwartete ich Sheila, die mit dem dringenden Grund auf Toilette zu müssen diese Überraschung einleitete. Stattdessen schwächelte Janka an diesem Wochenende rum. Sie habe nichts anzuziehen !!! …Schon mal in deinen Kleiderschrank geschaut Janka? Na, sie kam trotzdem noch ins Irrenhouse, wenngleich in der Männlichen Form… (Nur mal formhalber – wenn ich jemanden bereits kenne, dann er-kenne ich ihn auch wieder ;-) )

 

Vor dem Irrenhouse wollten wir aber noch einen Abstecher im Ackerkeller zur Wigstöckel Loves You Soliparty, auf der sich zum Bleistift Chicago Rose und Chou Chou de Briquette die Ehre geben sollten. Nach einer schier endlosen Parkplatzsuche und einem gefühlt noch längerem Fuschmarsch in arktischer Kälte kamen wir endlich im Ackerkeller an – um dort an der Kasse zu erfahren, dass

a) Chicago abgesagt hätte und wohl bei ihrer Party im White Trash sei
b) dass die Show gerade beendet sei und
c) dass sie Eintritt haben wollten.

das war wie Kinderüberraschung, gleich drei Gründe auf einmal – nicht in den Ackerkeller zu gehen und an der Kasse kehrt zu machen und dene eben erwähnten Fussmarsch in Richtung auto wieder aufzunehmen. Irgendwie waren die Mädels an der Kasse dabei ziemlich patzig und pissed als wir auf dem Absatz kehrt machten. Ich kann mir nicht helfen, aber mit Wigstöckel-Veranstaltungen werde ich irgendwie nicht so recht warm…

Statt jetzt allerdings ins White Trash zu fahren, entschieden wir uns, bereits jetzt das Irrenhouse zu besuchen. Also holten wir uns bei Divatlantique eine nette Begrüssung und drei Freikarten ab und schritten die Treppen in die heiligen Hallen hinunter. ..Waren wir schon einmal so früh im Irrenhouse? Wenn, dann zumindest lange nicht. ZUmindest kann ich mich nicht erinnern, das Irrenhouse jemals so leer erlebt zu haben – dieser Umstand sollte sich aber noch arg ändern.

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Nun, wir schlossen sozusagen fast mit auf, der Laden war leer, auf der Leinwand nährte Nina Queer fleissig und in endlosunger Wiederholung ihren Ruf als weltgrößte Schwanzbläserin Berlins. Selber war sie allerdings noch nicht im House. Tatjana allerdings saß bereits fertig blond und glitzernd im Pop-Floor Raum und erzählte uns ein Paar weitere Anekdoten aus ihrem Buch Tatjana, Schicksalsjahre einer Königin. Mal sehen, wie es weitergeht. Während wir so warteten, dass das Irrenhouse voll wird, trudelten auch Stella DeStroy, Nina Queer und irgendwann dann auch Polly und Shanee, Janka und Mel in Männerkluft und Kitana ein. Besonders lieb war, das Krizzi mit ihrer Kamera kam, und das obwohl Berlin4Fun keine Fotos aus dem Geburtstaksklub mehr bringt. Sie war also vollständig nur unseretwegen da. Vielen Dank Krizzi.

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Gemeinschaftlich warteten wir auf das Mainevent, die Show, die sich aber hinzog. Die Damen liessen sich dieses Mal wirklich Zeit.

Anders als zumeist bedeutete diese Warterei jedoch leider deises Mal nciht, dass großartiges eben seine Zeit braucht, denn die Show war ziemlich enttäuschend. …Nun gut, man ist aus dem Irrenhouse eben großartiges gewohnt. Glitter, Galamour, Travestie vom Feinsten und so ist “Hausmannskost der Travestie” eben schon enttäuschend.

Nina Queer

Den Beginn machte Biggi van Blond mit einer, mir gänzlich unbekannten Nummer von etwa einer Minute länge. Man könnte auch sagen, dass die Nummer weniger lang gedauert hat, als Ninas Anmoderation. …Was war denn das Biggi? Ich könnte mir vorstellen, dass Ninas erschreckte Meinung, ob das schon alles gewesen sei durchaus ernst gemeint war, denn das fragten sich alle umherum – mir eingeschlossen. Polly meinte noch, dass Biggi doch eigentlich einen zu guten Namen hätte, um soetwas abzuliefern. Diesen Worten ist wenig hinzuzufügen. Biggi ist klasse. Dieser Auftritt war es ausnahmsweise mal nicht. Er hat nichteinmal lang genug gedauert um ein ordentliches Foto zu schiessen…

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Ihr folgte Tatjana, die Nina mit den Worten “Auf der Berlinale wird auch viel Scheisse gezeigt – Tatjana” ankündigte. Nicht gerade nett. Tatjana rachte ein deutsches Lied, dass davon handelte, dass ein kleiner Peitschenmann, sie auf der Bühne auspeitschen sollte. Zum Lied kam dann auch ein Mann auf die Bühne, der sie dann auch tatsächlich auspeitschte. Strange irgendwie. Aber zumindest von der Idee deutlich spannender als der erste Beitrag. Aber auch bei Tatjana muss ich gestehen, dass der Funken irgendwie nicht überspringen wollte. Tosender Applaus ist irgendwie etwas anderes. Nun auch Tatjana hat schon mehrfach gezeigt, dass sie es besser kann. Insofern hab ich da keine Angst.

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Der letzte – und in meinen Augen auch beste – Beitrag wurde dann von Stella DeStroy gegeben. Dessen Sinn ich zwar auch erst nach dem Auftritt verstand, als er mir erzählt wurde. Stell bekam ihre Tage. Warum lassen wir mal dahingestellt. Aber ihr weisses Satinkleidchen wurde in laufe des Auftrittes mit viel Ketchup äääh Blut ziemlich versaut und benötigt ganz dringend eine Reinigung. Der Auftritt war der beste von drei nicht berauschenden und alle mit denen ich mich so darüber unterhielt, waren eigentlich ziemlich enttäuscht.

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Nun, ich bin mir sicher, Nina wird das nächste Mal wieder Travestie vom feinsten aus der Perücke zaubern.

Was gibt es ansonsten zur Party zu sagen? Hmmm wenig. Polly und Shanee verzogen sich frühzeitig, eine ganze Menge typischer Personen waren dieses Mal nicht dort, der Raucherraum war extrem verqualmt (drum ist es ja der Raucherraum), ausserdem war es voll – uns etwas zu voll und so zogen wir mit sechs Personen und einem Mini weiter ins White Trash. Dazu aber morgen mehr.

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Tatjana, Schicksalsjahre einer Königin

Ein Standardwerk der berliner Transenszene?
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Tatjana
, ihreszeichens Berliner-CSD Hoheit von irgendwann bis keinerweisssorecht hat einen zweiten Teil ihres Werkes Tatjana, Schicksalsjahre einer Königin ins Netz gestellt.

Sie beschreibt darin ihre erfundene Geschichte in der berliner Dragzene, Ihr Eintauchen und ihre Zeit als CSD Hoheit

Hab ich auch den ersten Teil nicht mitbekommen, so ist der zweite auf jeden Fall köstlich. Auch wenn Tatjana “Ähnlichkeiten mit allen anderen Personen oder Geschehnissen in Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft” allenfalls als Zufall betitelt, so kann ich mich dem Umstand nicht entziehen, dass mir diverse der Geschichten, der Personen, Partys oder Gepflogenheiten durchaus nicht ganz als Zufall erscheinen. Noch dazu sind die meisten Personen auch noch gut getroffen. Okay okay, etwas überspitzt doch, aber im Großen und Ganzen nicht vollkommen falsch wiedergegeben worden.

Diese Geschichte könnte man allen Berliner Neutransen als den großen Transenalmanach mitgeben. Tatjana erzählt über das Schwuz, Wigstöckel, das Irrenhouse, das Kumplenest, das GMF, Das Bangaluu, den CSD, die unterschiedlichen Transenszenen in Kreuzberg und Mitte, in Ihrer Geschichte kommen so unterschiedliche Personen wie Kaey Tearing, Gérome Castell, Chicago Rose, :Mataina Ah wie Süß:, Barbie Breakout, Melli Magic, :Nina Queer:, Polla Disaster, Tilly Kreuzfeldt Jakob, Biggi van Blond, :Ades Zabel:, oder Daphne de Baakel.

Wer das gelesen hat, hat schon mal einen ersten Einblick in die Berliner Drag- und Transeszene. Ich bin gespannt auf Teil III

Ein paar Auszüge:

Die tief liegenden Augen hatte ich mit megalangen falschen Wimpern kaschiert, meine Lippen einfach schamlos übergemalt und die Augenbrauen einfach einige Zentimeter über die ursprünglichen, stark gestutzten gemalt. Nur die große Nase konnte ich mit kosmetischen Tricks nicht verbergen, und den Adamsapfel auch nicht.
Aber da ich ja auch als schwuler Mann auftrat, der eine Frau spielt, und keiner wusste, dass ich eine Frau war, die einen Mann spielt, der sich schwul stellt, um eine Transe zu spielen, war es auch nicht weiter schlimm.
Ich hatte sogar extra die Haare an den Oberarmen gelassen, die zwischen Handschuh und ärmellosem Abendkleid hervorguckten. Ich fand, das gab mir in diesen Kreisen so etwas Echtes.

Gérome hatte begonnen, sich ein wenig um mich zu kümmern.
“¾Weißte, Alte, wir Transen müssen zusammenhalten. Jede von uns hat hier Töchter und Schwestern, das System hab ich aus USA mitgebracht. Na, sonst ha`m wa doch keen! Und wer soll sich kümmern, wenn nich die Familie? Ebent! Du bist jetzt meine Tochter. Und für Dich hab ich auch schon eine; Deine Tochter heißt Frank!”
“Meine Tochter heißt Frank? Auf gar keinen Fall,” wehrte ich ab. “¾Ich kann selber nichts und habe gar nicht die Nerven, mich um so ein verlorenes Balg zu kümmern.”
“¾Frank ist kein Balg,” sagte Martina ah – wie – Süß, die mit uns am Tresen des Bangaluu`s stand. Martina war die einzig festangestellte Transe der ganzen Stadt. In diesem schicken Club in Mitte, den Kaey sicherlich nur tot betreten würde, war sie die vollendete Gastgeberin. Sie mochte jeden und jeder mochte sie.

Gérome hatte mir Melli Magic und Barbie Breakout am Tresen des GMF vorgestellt. Das GMF war ein schicker Club in Mitte, wo am Sonntagabend die jungen, hübschen und reichen Gays des Berliner Nachtleben das Wochenende ausklingen ließen.
Jetzt verstand ich auch Kaey´s abfällige Bemerkungen über “¾Mitte.” Die Transenszene in Berlin-Mitte unterschied sich offensichtlich sehr von der in Kreuzberg.
Barbie und Melli verkörperten Glamour pur.

Melanie, ein Lastwagenfahrer im Zebrakleid, der sicher 120 Kilo wog, aber trotzdem stolz bekannte, so jeden Tag zum Bäcker zu gehen und seine Abende im Internet zu verbringen, wo er sich als 47-Kilo-Schönheit vermarktet, oder Sieglinde, die sich nicht traute, ihren Vollbart abzunehmen und darauf Wert legte, sich weder als hetero- noch als homosexuell einordnen zu lassen, aber auch “¾Transmann” oder “¾multisexuell” schienen ihrer Identität zu enge Grenzen zu setzen.
“¾Ich bin einmalig, verstehst Du,” waren ihre Worte.
Mir schwirrte der Kopf. Wie einfach mein Leben doch war! Alles im Endeffekt Schauspielerei!

Nina Queer genoss es, alle Tabugrenzen zu durchbrechen und blieb so immer im Gespräch. Ähnlich exzessiv wie Barbie Breakout oder Gérome, war sie aber noch immer dabei eine clevere Geschäftsfrau, die sich vom Pommesverkäufer zur Partyveranstalterin und zur Besitzerin einer eigenen Kneipe hochgearbeitet hatte. Ihre Go-Go-Tänzer waren ein uraltes, schwabbeliges Ehepaar, die nackt tanzten, und in ihren Shows wurden Bananen ausgekotzt, Nutella verschmiert oder das Publikum mit Hackfleisch beworfen. Die Berliner liebten das.
Ich war bei meinen Auftritten auch immer völlig entfesselt, versaute mein Playback, verlor meine Perücke oder fiel gleich ganz von der Bühne. So erarbeitete ich mir einen soliden, guten Ruf.

Tatjanas Geschichte kommt mir wie ein Zeitraffer von einigen Jahren Berliner Partyszene vor und sie lohnt sich absolut mal zu lesen.

Tatjana, Schicksalsjahre einer Königin Teil II
Tatjana, Schicksalsjahre einer Königin Teil I