3 Jahre Jurassica Parka Latenight @ BKA Theater

Silvester ist knapp durch und jeder hat seine Vorsätze vermutlich schon wieder in den Mülleimer gekloppt. Ich habe dieses Jahr sogar viere die alle noch gelten.

Einer ist: mal wieder zu bloggen. Der wird sich vermutlich als erstes als erfolglos zeigen, genau wie 2017 und 2016 und…. schon seit vielen Jahren – leider.

Sei es drum, dieses ist mein Versuch. Und er handelt von Jurassics Parka, bzw ihrer drei Jahres – Latenight-Show „Pailette geht immer“. Dieses Mal war unter anderem Sheila als einer der Showacts geladen drum hab ich mir überlegt, ob ich mir die Show vielleicht mal anschauen sollte….. Doch so richtig groß war meine Lust nicht, da ich alleine irgendwie dann doch nicht wollte und eigentlich auch gar nicht so recht wusste, was ich bei Jurassicas Late Night Show eigentlich zu erwarte hätte.

Zwar lebe ich im Internet und Social Media ist eines meiner Hauptaugenmerke, ich muss allerdings gestehen, dass mich das Euvre der Transen und Dragkultur bislang gänzlich uninteressiert zurückgelassen hat. Ich habe daher noch nicht eines der vielen Filmchen von Jurassica gesehen und kannte sie bisher nur im persönlichen Austausch, nicht allerdings auf der Bühne.

Als ich mich also mich schon entschieden hatte, dass ich nicht weiss was ich erwartet und so unglaublich wichtig mir das ganze auch nicht wirklich ist.. ich mich also bereits entschieden hatte, den Abend mit Netflix im Bett zu verbringen, schaute ich in Facebook herein und sah Jacky eine Begleitung suchen. Okay, zu zweit ist besser als alleine. Also doch.

Und ich wurde nicht enttäuscht. Genau genommen war ich positiv überrascht, denn es war eine sehr kurzweilige Veranstaltung und Jurassica ist wirklich wortgewandt, schlagfertig und kann tolle Grimassen schneiden 🙂 Vor allem wenn sie mit Klammer im Mund versucht, Begriffe zu sagen, die man bei Ihr kaum erraten kann.

Bob Bahn

Keine Ahnung, wie man daraus Rharbarber Barbara erkennen sollte und konnte, das muss eindeutig gefaked worden sein 😉 Aber selbst wenn man das fast erkennen konnte. Ihr Bob Bahn war eindeutig uneindeutig und niemals nicht erkennbar. Wobei es auch wenig half, dass sie statt deutlicher eher lauter wurde. Ein großer Spaß, wie die gesamte Show.

Witziger Stargast war der sehr heterosexuelle Mateo Jaschik von Culcha Candela, der jeden Spaß mit machte und sich zur zweiten Hälfte sogar ein Zweithaar auf den kopf setzte. Ein cooler Typ, der auch einiges zu erzählen hatte.

Zum Beispiel über Bushido & Dieter Bohlen im Besonderen und über Musik und Castingshows im Allgemenein, zu denen auch Jade Pearl Baker und Ryan Stecken etwas zu sagen hatten, als sie im Showprogramm drankamen.

Jade Pearl Baker mit The Voice in diesem Jahr und Ryan Stecken mit diversen Auftritten bei DSDS – und offenbar Auftritten bei so etwa 50% von Jurassicas Latenight. Sozusagen immer wenn kein besserer Showact zu finden ist – wie Jurassica sagt.

Gut Sheilas Nummer hab ich ja nun doch schon das ein oder andere Mal gesehen. Ich bin gespannt auf die neue Nummer. Die wird mir auch noch über den Weg laufen.

Fangirl Jacky und Weinhaus Jacky auf einem Bild.

Und wenn sie schon mal da ist, kann Jade auch gleich zwei Auftritte hinlegen.

Für mich das Highlight war aber das Musik Comedy Duo „Kaiser und Plain“ die sich die jetzt kommende Woche mit ihrem Programm „Liebe in Zeiten von so lala“ im BKA in Berlin auftreten. Nach nur zwei Nummern kenn ich sagen, dass sich die beiden unbedingt lohnen. Hin da, ich schau sie mir am Donnerstag an. Virginia Plain, was eine coole Wuchtbrumme im positivsten Sinne gemeint.

Ob ich da wohl mein rotes Pailetten-Kleid da tragen sollte? Immerhin ist ja im BKA bekannt:

Pailette geht immer.

Und wenn ich schon mal im BKA bin und danach gegen halb 4 die Schlange vor Mustafas Gemüse Kebap gerade mal <= 10 Personen ist, muss ich doch mal ausprobieren, was so unglaublich großartig an diesem Döner Stand ist, dass sich da Leute stundenlang anstellen.

Ganz ehrlich: Ich habe nicht den Hauch einer Idee.

Ich konnte jetzt keinen sonderlichen Unterschied zu anderen der besseren Döner-Läden der Hauptstadt erkennen, bei denen ich höchstens mal einen bis zwei Leute in der Schlange habe. Das brauchts genauso wenig wie Curry 36 knapp daneben.

 

Dragqueens, Transen, Tunten im Schwuz

schwuzEigentlich schaue ich mir den Newsletter des Schwuz fast nie mehr an, aber dieses Mal schien es interessant zu werden. Er versprach eine Podiumsdiskussion

Überbau im Unterrock. Der Mann im Kleid
Ist die Tunte eine aussterbende Erscheinung?
Podiumsdiskussion: High-Gloss vs. Hinterhof, Polit vs. Glamour, Mainstream vs. Underground – Ist die Tunte tot?

zum 20-jährigen Todestag von Melitta Sundström, Pepsi Boston und Jürgen Baldiga sollte den Tunten gedacht werden, die Berlin in den 80er Jahren politisch bewegt haben. Ausserdem sollte nach vorne geblickt werden: Was ist und macht die Tunte heute?

Diskutieren sollten Jurassica Parka, Toni Transit und Moritz von den Kingz of Berlin, Charlet Crackhouse, Patsy l’Amour laLove, Gloria Viagra, Kaey, Barbie Breakout und Vera Titanic. Charlet war nicht da, stattdessen kam Margot Schlönzke auf die Bühne, die zu diesem Thema auch viel besser passte.

Damit war also alles, was die vielschichtige Szene so hergibt auf der Bühne. Die typischen Drag Queens, Tunten, Transen, mit Kaey eine Transsexuelle, Drag Kings und alles dazwischen. Es konnte also spannend – oder zumindest interessant.

Klar ist, dass es alleine bei der Definition der Begriffe Transe, Tunte, Drag Queen bei neun Personen vermutlich 25 Definitionen gibt und das zeigte sich ziemlich schnell. Es gab dafür auch einige Einspieler von Popkicker-Gästen, die diese Begriffe mal erklären sollten… Erstaunlich interessante und extrem unterschiedliche Antworten kamen da bei raus.

Ich denke, dass diese Begriffe eh immer reine Selbstdefinition sind. Die Übergänge sind aber fliessend und wie man von anderen wahrgenommen oder genannt wird, darauf hat man eh keine wirkliche Deutungshoheit

Eine Barbie Breakout sieht sich nicht als Tunte und würde wohl auch von kaum jemandem so bezeichnet werden. Klar sie ist eine Dragqueen. Gloria Viagra hingegen kann sowohl als Tunte, wie als Dragqueen durchgehen, eine Margot Schlönzke mag eine Tunte sein, ein Travestieschlachtross 😉 , aber wenn sie will, kann sie auch jederzeit eine Dragqueen sein… Und wenn man eine Tatjana Taft fragt, gibt es in Berlin eh nur „Transen“. Also Who cares, was wer genau ist? Und wenn es schon in einer so kleinen „Gemeinschaft“ so viele Meinungen gibt, wie soll das ein Außenstehender verstehen – und eigentlich ist es auch vollkommen egal. Jeder ist das, was er gerade für sich einnimmt oder sein will.

Schön der Einspieler eines popkicker Gastes: „Ich bin keine Transe, ich bin ganz normaler Mensch“ 🙂

Allgemeiner Konsens war, dass die Tunte immer auch etwas politisches an sich hat, was aber eben nicht bedeutet, dass ein politischer Mann in Frauenkleidern generell eine Tunte ist, wie man ja bei Barbie seit einiger Zeit sehen kann.

Diese zitierte auch Ru Paul, welche sinngemäß sagte „wenn ich mit meinen langen Wimpern die aufschlage, ist es ein politisches Statement“ … da ist es denn auch egal, ob man gerade Glamour Transe ist oder sich extra schangelig gibt. Erstaunlicherweise sagte dass mit anderen Worten auch beispielsweise Kaey für die in einer patriachalen Welt es per se politisch ist, wenn ein Mann Frauenkleider trägt. ich spüre Konsens.

Sicherlich ist das eher die unterste Art der Politik, klar aber meiner Meinung nach ist das vollkommen richtig. Ich würde allerdings noch einen Punkt hinzunehmen, der noch die Sichtbarkeit hinein nimmt. Sicherlich ist es ein anderer Akt, beispielsweise im Schwuz ein Kleid anzuziehen oder so auch noch in die Öffentlichkeit herauszugehen…

Das sagten auch viele bei den Schlussworten „es müsste viel mehr auf die Strasse gebracht werden – egal ob beim Einkaufen oder Klauen bei Karstadt oder sonstwo… Aber wenn ich mir überlege, wen ich ausserhalb des Mehringdamms, Gayparties, CSDs und dem CSD Strassenfest bereits „ungebucht“ gesehen habe, dann müssten sich dort einige an die eigene Nase fassen. Ausser Kaey, die ja nun als Frau lebt und Gloria, habe ich die Damen bisher nicht sonderlich in der Öffentlichkeit gesehen…

Aber es zeigte sich mal wieder, dass es immer schwierig ist, so viele so extrovertierte Gäste auf einem Haufen zu haben, die unterhalten sich nämlich eigen- und selbständig. Da brauchts dann mehr Mikrophone als zugegen sind und Moderatoren stören die dann eigentlich nur noch beim Schlagaustauchsch.. Obwohl die beiden Herrn Moderatoren waren ziemlich gut.

Einig waren die Damen auch bei den Getränken – Zu wenig und ständig alle.
„Barbie wolltest Du was sagen?“
„Nein, ich winke nur nach dem Alkohol“

In diesem Sinne.

Das war dann wohl das letzte Mal im alten Schwuz, das ja nun bald in Richtung Neukölln verschwindet und dem Mehringdamm den Rücken kehrt. schade eigentlich. Ob sie das Melitta Sundström Bild von der Tanzfläche dann wohl mitnehmen?