Das (Queer) Boot 2013

Queerboot 2013

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Nachdem ich ja nun schon einige Jahre auf dem Queerboot zugegen war, bringt es glaube ich kaum etwas, noch zu erklären, wobei es sich da handelt. Fahrgastschiff, Spree, Transen, Bässe, viele Menschen…

DSC05251Obwohl mir auffällt, dass ich von Jahr zu Jahr weniger Menschen dort kenne, waren dieses Jahr auch wieder einige, mit denen man sich klasse unterhalten konnte. Mit Lena beispielsweise über das Für und Wieder, das Ja und Nein zu großen Frauen. Ergebnis: Große Frauen waren für mich noch nie ein Problem. Aber hey, trotz geringerer Absätze ist die Lena größer als ich.. Eine wirklich große Frau.

DSC05247Noch eine ganze Ecke größer hingegen ist allerdings Jurassica Parker, die die Gloria Viagra auf dem unteren Vorderdeck machen sollte, dieses allerdings nicht tat, da das Mischpult etwas dagegen hatte und Musik höchstens in homöopatischen Dosen in deutlich unterster Zimmerlautstärke spielte. Kein Vorderdeck eh, was Jurassica sicher recht war, denn stehen war für sie da vorne eh nicht wirklich möglich.

DSC05250Stattdessen sonnte sie sich lieber am Oberdeck und unterhielt sich… mit mir, mit Daggi und Diana, die auch wieder zugegen waren und wem auch immer. Mir war die Sonne auf die Dauer ein wenig zu viel. Sonne und Fahrtwind… und ständig Haare im Gesicht. Ich glaube ich bin dafür nicht gemacht.

DSC05245Ab ins Unterdeck, da wehte zumindest kein Fahrtwind und meine Haare blieben am Platz. Ausserdem konnte man mit Denise einen Wodka trinken. Und ja, es war russischer Wodka. da wir uns Jägermeister nicht antun wollten, tranken wir ihn unter Protest … aber wir tranken ihn…Gott, sind wir prinzipienfrei. Ich schäme mich etwas ;) Aber dass die Herren und Damen auf dem Schiff das nächste Mal bitte keinen russischen mehr bestellen. Wir würden ihn nicht mehr trinken… oder eben nur unter Protest  ;)

DSC05253Der Protest kommt dann am nächsten Wochenende zur Enough is enough – Open your Mouth Demo vom Kudamm zur russischen Botschaft. Hoffentlich wirds voll. Vielleicht kommen ja auch ein Paar Personen der knapp 200 Queerboot-Gästen.

DSC05265Btw. Denise hat mir gestern mal erzählt, was der Kahn so kostet und wenn man sich das mal ausrechnet, dann ist das eine ganze Menge des Eintrittspreises und da ist Technik, DJs und sonstiges noch nicht eingerechnet.. Falls also irgendwer irgendwas nörgeln will, wie es ja immer bei solchen Parties der Fall ist, möge er / sie sich gehackt legen.

DSC05256Danach gings mit der gesamten Mischpoke ins Kit Kat. Eigentlich wollte ich danach noch weiter, aber irgendwie quatschte ich mich fest über nicht funktionierende Handys, kaputte Absätze, gebrochene Herzen, nicht funktionierenden Videoschnitt und noch mehr kaputte und nicht funktionierende Dinge und Menschen… Eigentlich wars wieder nett, dieses Jahr.

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2. CSD Gala im Friedrichstadt Palast

Gestern war die 2. CSD Gala im Friedrichstadt Palast und durch ein groß promotetes Drag Queen Casting für einen ebenso groß angekündigten Drag Catwalk wurde auch alles dazu getan, dass auch wirklich jeder davon mitbekommt.

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Sheila Wolf, Tara La Luna, Zoe Delay
Foto: Eventpress Herrmann

So versammelte sich also am gestrigen Abend alles was Rang und Namen oder auch weder Rang noch Namen hatte im Friedrichstadt Palast um die 2. CSD Gala unter dem Motto “CSD meets Show Me – Glamour is Back” zu genießen und über den pinken Teppich oder gar die große Bühne zu laufen.

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Foto: Eventpress Herrmann

Knapp 2000. Gäste sollen dagewesen sein und der Palast war ziemlich ausgefüllt um ein homosexualisiertes “Best of Show Me” zu bewundern, in dem zusätzlich zur eigentlichen Show einige kleine Elemente eingebunden wurden, die besonders gut passten, da wurde eine Dame an der Poledance Stange gegen einen jungen talentierten Mann ausgetauscht oder es gab einige Küsse auf der Bühne zu sehen, die es wohl sonst nicht gab.

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Foto: Eventpress Herrmann

Auch der gut aussehende Sänger des Finales war an diesem Abend eine noch viel besser aussehende Dragqueen. Hey er sollte immer so auf der Bühne stehen. Das sah wirklich gut aus und singend ist er eh über jeden Zweifel erhaben.

Aber die CSD Gala ist ja nicht nur ein Spaß. So zeigte sich in den ersten Bildern gleich schon, dass es mehr ist – und immer mehre wird. Ein Einspieler vom letzten CSD Berlin ergab spontanen Szenenapplaus, als Bilder gegen Homophobie und die damals schon deutlich sichtbaren Anzeichen in Russland gezeigt wurden… Aber dazu werde ich sicher in den nächsten Tagen noch was schreiben. Irgendwie hat die ganze Welt nämlich zur Zeit ganz gehörig einen an der Macke. Und das ist nett ausgedrückt.. Aber zurück zur CSD Gala.

Unbenannt

Es hatte noch einiges an Politik dort, denn drei Zivilcourage Preise wurden vergeben. Einen bekam das Land Argentinien für ein enorm fortschrittliches Gesetz dass es jedem Argentinier erlaubt, sein gefühltes Geschlecht vollkommen leben zu können und anerkannt zu bekommen. Wow. In Zeiten von Rückwärtsgewandtheit ein klasse Zeichen – Absolut Ehrenwert – aber für mich eigentlich unter dem Stichwort “Zivilcourage” nicht ganz richtig eingeordnet.

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Foto: Eventpress Herrmann

Da passt schon eher der zweite Preisträger Dirk Siegfried, ein Rechtsanwalt, der seit vielen Jahren die Bundesgerichte vor sich hertreibt um nach und nach wichtige Entscheidungen zu erkämpfen, Ehegattensplitting, Hinterbliebenenversorgung und und und. Klingt erstmal nicht Sexy ist es aber, weil es bedeutet Gleichstellung – und darum gehts ja. Vermutlich ist er eine Person non Grata auf jedem CSU/CDU/FDP Fest. Insofern war auch seine Spitze gegen Dirk Niebel sehr sehr verständlich die in etwa hieß “Interessant, dass sich die FDP auf solchen Veranstaltungen als toll auszeichnet und dann doch als Schwarz/Gelb anders entscheidet.

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Foto: AEDT – Am Ende Des Tages

Recht hat er. Denn Dirk Niebel hatte direkt davor Kasha Nabagesera ausgezeichnet. Eine ugandische Menschenrechtsaktivistin und Gründerin der Organisation Freedom and Roam Uganda (FARUG), die sich für die Rechte Homosexueller in Uganda einsetzt.. Für mich der – nicht nur – emotionale Höhepunkt der Veranstaltung.

In einem Land, in dem sich solch ein Einsatz gerne mit Ermordung rächt, in einem Land in dem sich Aktivisten wie sie nicht frei bewegen können und keinen festen Wohnsitz haben können ist solch ein Einsatz gar nicht hoch genug zu bewerten. Das ist Zivilcourage – nein, das ist viel mehr als das. Und das Publikum goutierte das mit dem spontanen Erheben von den Stühlen (okay, das tat es später auch noch 2x aber da eher von einigen, die aufstanden aufgezwungen) der nicht endende Applaus für Kasha Nabagesera hingegen war deutlich länger, heftiger und vermutlich auch ehrlicher. Solche Menschen sind Helden und ich bin echt nicht nah am Wasser gebaut, aber das rang mir fast ein Tränchen ab. Ich hoffe der Preis hilft ihr in irgendeiner Art und Weise bei der Arbeit und ist nicht nur ein Preis fürs Regal.

Kasha Nabagesera

Kasha Nabagesera
Foto: Eventpress Herrmann

Ansonsten gab es wie gesagt ein Best of Show Me zu sehen, aber da schaut Ihr lieber in meinen Beitrag über Show me. Tolle Glitzerkostüme, tolle Korper, Frauen und Männer und der tolle Glitzerwasserfall.

cr francisca Urio

Aber den Abend machten die Besucher aus. Außer auf der tatsächlichen CSD Parade habe ich noch nie eine solche derartige Dichte an berliner Drags gesehen. Leichter ist fast, aufzuzählen, wer nicht da war, als andersherum. Jurassica Parker bezeichnete es als großes Familientreffen… Und irgendwie hatte sie recht. Aber schon am nächsten Samstag sehen sich ja alle zur Parade wieder.

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Foto: Eventpress Herrmann

Zum großen Abschluss, dem Drag Catwalk möchte ich nicht allzuviele Worte verlieren. Nur so viel, ich hatte mir da einiges mehr vorgestellt und das ging einigen so. Choreo? Kostüme? Es gab da sicher das ein oder andere Fragezeichen auf der Bühne… Aber schaut selber:

Jemand sagte, dass sich da sicher mehr machen liesse, aber dann müsse man die jeweiligen Damen wohl einladen und sich nicht drauf verlassen, dass sie schon zum Casting kämen…

Freak Burlesque Circus Bassy

Ich bin in der letzten zeit viel zu selten herausgekommen, drum freute mich, dass an diesem Wochenende gleich zwei altbekannte und altbewährte Festivitäten auf dem Zettel standen. Zum einen das Irrenhouse und der freak burlesque Circus im Bassy.

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Was hat man da nicht schon alles gesehen, klassisches Burlesque, abgefahrenes Burlesque, Fetisch und Dragperformances, Musik, Clownerie und manch abgefahrene Dinge, die man nur in Berlin und dort finden kann. Ein Grund, dem Ganzen auch dieses Mal wieder einen Besuch abzustatten. Dass Sheila und Jurassica Parker dort auftreten sollten hatte natürlich auch damit zu tun. Ansonsten würden wir uns diesen Kopfsteinpflasterweg wohl kaum zumuten.

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Ich würde jetzt gerne tolle Videos der Nummern zeigen, Leider allerdings bemerkte ich – erst im Roadrunners Paradise –  dass beide Speicherkarten meiner Digitalkamera offensichjtlich das Zeitliche gesegnet hatten und nicht mehr einsatzfähig waren… Der Abend bedeutete also “Fotos” mit dem Internen Speicher bzw. Knipsen. sichten, wenn nicht gut löschen, knipsen, sichten… und und und. Na Ihr versteht schon.

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So 9habe ich dann zwer mehr von den Nummern mitbekommen als sonst, ab er weniger Erinnerungsstücke. Zum Beispiel von einer tollen Trapeznummer oder der po-burlesque Nummer von Fräulein Rot, Von der Mana Mana nummer … oder oder. Doof, aber eben nicht zu Ändern, da Tanken eben keine Speichgerkarten verkaufen und mal eben nach Hause zu fahren dann eben doch zu weit ist. Ausserdem hätte ich dann ja noch mehr verpasst… und wir kamen doch eh erst zum zweiten Showblock…

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Machte aber nichts, denn Sheila und Jurassica sahen wir auf der Bühne in einer doch ziemlich deutlich improvisierten Nummer der zweitgrößten Drag Berlins. Das geht sicher noch besser. Irgendwann mal :) Man darf gespannt sein, aber es war ja auch das erste Mal, soweit ich mitbekommen habe.

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Sicher nicht zum ersten Mal war die Dame auf der Burlesque Bühne, die laut Sandy aus Tokio kam und bei der nicht nur ich rätselte, ob sie wohl von Geburt an weiblich war. Aber letztendlich verwarf ich den Gedanken, denn das ist ja eigentlich auch ziemlich egal. Zudem bei einer Veranstaltung wie dem Freak Burlesque Circus.

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Weniger “egal” ist mir, wenn mich ein Typ dumm mit den Worten “Ey was guckst Du so blöd” anmacht.. obwohl ich doch eigentlich nur an ihm vorbeigeschaut habe… Genaugenommen ist er mir erst aufgefallen, als er mich anblaffte. Tja schatzi mit soetwas wie mir musst du auf solch einer Veranstaltung rechnen. Wenn ich dir nicht passe, musst du woanders deine Zeit vertreiben. idiot.

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Da vergnügt man sich doch lieber seine Zeit mit netten Personen jeglicher Coleur, die auf dieser Veranstaltung zu Hauf anwesend sind.

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