Jay, Kay, Ray – ein bisschen Bi schadet Nie

Die ganze Travestiegemeinde und ganz Deutschland schaut gebannt auf die Flimmerkiste und fragt sich seit mindestens einem Tag ob der F-Promi Jay aus dem Dschungelcamp wohl nun schwul oder hetero sein mag.

2feffa4487

Welch ein Aufhebens daraus gemacht wird. Ich meine, da sagt irgendwer über irgendwen irgendwas und alle interessiert es – offensichtlich sogar mich, denn immerhin schreibe ich hier darüber. Dabei ist das doch alles vollkommen unwichtig ausserdem könnte es ja auch sein, dass der Kerl einfach bi ist. Das kommt ja in den besten Familien vor und auch bei Personen, bei denen man nie und nimmer damit gerechnet hätte.

Wie komme ich da nun drauf? Nun ich las gestern, dass sich offensichtlich noch jemand entgegen seinem Image mal anders umschaut. Und im Gegensatz zum Dschungelcamp da auch was gutes bei rauskommt.

Gratulation: Kay Ray wird Papa

Kay Ray, Grundentwurf einer Tunte, ehemaliger Friseur, heutzutage Deutschlands schwulster Entertainer in grellem Outfit, ebenso greller Schminke und ebendiesen Haaren, mit scharfzünglichen Kommentaren, die dem gesamten Dschungelcamp zu aller Ehren gereichten würden, hat herausgefunden, dass er mit seiner besten Freundin, die er seit irgendwie immer kennt, ein perfektes Paar abgeben würde. Die folge ist, dass das glückliche Paar nun im Sommer Töchterschen Valentina erwarten. Das hätte nun niemand erwartet:

Selbst die Mitarbeiter der Kiezbühnen, die viel Schräges gewohnt sind, staunten nicht schlecht, als sie von der freudigen Nachricht erfuhren. Schmidt-Hausherr Corny Littmann war für einen Moment sprachlos. Mirko Bott, Programmchef und guter Freund des Entertainers, erfuhr es als Erster: „Es gibt wenig Anrufe von Künstlern, die einen nach den ganzen Jahren noch umhauen, aber als Kay mir das erzählte, ist mir fast der Hörer aus der Hand gefallen. Er ist so glücklich – und es freut mich, wenn seine kleine Familie mal ein bisschen Ruhe in Kays unbändigen Arbeitsdrang bringt. Das wird ihm gut tun! Wir freuen uns mit Vanessa und Kay!“
(Hinnerk)

Da hats gefunkt und es ist was draus geworden. Da ist so eine echte Nachricht vom Kay doch viel interessanter als vom Jay. Und viel freudiger.

Die Grünen feiern 10 Jahre Hamburger Ehe

Jubiläumsveranstaltung 10 Jahre Hamburger Ehe

102_0113

So sollten politische Veranstaltungen immer aussehen, dann wäre die Politikverdrossenheit geringer…. 10 Jahre ist es her, dass die Grünen in Hambureg die „Hamburger Ehe“ – den vorgänger der eingetragenen Partnerschaft – im damaligen rot-grünen Senat durchgedrückt haben. Damals so unerhört, dass aus Bayern gewettert wurde, man könne ja auch gleich einen Pakt mit dem Teufel eingehen.

102_0133

Egal, dieser Pakt wurde eingegangen und daraufhin diverse Partnerschaften, bis dann dieser Vorgänger durch die eingetragene Partnerschaft abgelöst wurde… Das Ganze ist jetzt 10 Jahre her und ein guter Grund zu feiern und eine ganze Menge Strassenbäume in Hamburg Mitte mit Plakaten für diese Veranstaltung schon mal zu besetzen um sie danach mit dem Konterfei von Direktkandidat Farid Müller auszutauschen. Geschickt eingefädelt.

102_0168

Nein, der Grund zu feiern ist ein wichtiger und die Veranstaltung im Schmidt Theater sollte eine gute werden… Das ganze hätte man auch eine „grüne best of Schmidt Theater Show“ nennen können, denn es waren ausschliesslich Künstler auf der Bühne, die sehr mit dem Schmidt Theater verbunden sind, dort groß wurden oder zumindest tolle Zeiten dort verbracht haben… und sie waren wie Corny Littmann alle heterosexuell… also zumindest so heterosexuell wie er selber….

102_0155

So stockheterosexuelle Künstler wie Kay Ray, wie Lilo Wanders, Frau Emmi und Herr Willnowsky und der Scwulenchor Schola Cantorosa und noch einige andere. Moderiert wurde das ganze vom Ehepaar Corny Littmann und Valery Pearl, die vorher doch einigen Bammel davor hatte. Nicht weil sie Angst vor Menschen hätte, aber auf der Bühne des Schmidt Theaters noch dazu in einer politischen Veranstaltung war ihr doch etwas too much… Hat sie aber doch gut hinbekommen.

102_0094

Die Show begann mit Frau Emmi und Herrn Willnowsky und gerade Frau Emmi war an diesem Abend großartig ausfgelegt. Das merkte man weniger an ihrem eigentlichen Programm, dass natürlich großartig war, aber dieses jedoch natürlich immer ist. Es kommt immer darauf an, was passiert, wenn etwas eben nicht geplant ist, so in dem Fall, wenn irgendwer aus dem Publikum immer etwas dazwischensabbelt… Da spielt sich die Schlagfertigkeit der beiden aus, nun wurde aber Frau Emmi noch einige Male auf die Bühne gerufen und war immer ein Gewinn.

Doch war das ganze ja auch eine politische Veranstaltung und so erzählte Krista Sager ein Paar Worte zu der Situation damals, den ersten Paaren und der Anekdote, als schwarz / dunkelschwarz in Hamburg die Wahl gewannen und jemand zu ihr meinte „das haben sie nun davon, sie mit ihren Schwulen“… mit dem Gedanken, sie würde sich noch wundern, was sie für einen Bürgermeister bekäme… 🙂 Das war interessant, bewegend allerdings war, als eines der ersten Paare erzählten, sie waren vor 10 Jahren bereits über 28 Jahre zusammen und lebten schon unerhört offen mit beiden Namen am Klingelschild zusammen.

Den beiden Männer folgten einige mehr. Der Schwulenchor Schola Cantorosa,der ja bereits auf der CSD Opening Gala abgeräumt hat, schaffte es auch hier, das Publikum zu begeistern. Das Programm war zwar identisch zum Sonnabend vorher, aber das machte nichts, denn soetwas kann man sich auch gerne ein zweites Mal anhören und ansehen.

Ebenfalls ein zweites Mal innerhalb weniger Tage sah ich danach den Justizsenatpr Till Steffen auf der Bühne. Hatte ich seine Eingangsrede zum CSD noch wirklich komisch gefunden, fand ich ihn dieses Mal wirklich gut auf der Bühne. Trotzdem ihm Corny Littmann mit wirklich fiesen Fragen löcherte blieb er erstaunlich gelassen. „Was wäre denn, wenn ein Knacki und ein Vollzugsbeamter zusammen ein Kind adoptieren würden“ und muss man eigentlich als Gleichstellungsbeauftragter Wissen, wovon man redet, also die Frage, habe er in seiner Jugend homosexuelle Erfahrungen gamcht… Und dann kam auch noch Frau Emmi auf die Bühne und wollt eine Beziehung zu ihm eingehen, dann müsse jedoch das Kind noch an ein nettes homosexuelles Pärchen veradoptiert werden… Das wollte er dann doch nicht. Aber er hat auf der Bühne gute Miene zum bösen spiel gemacht und sich beachtlich aus der Affäre gezogen. Den Eindruck der Opening Gala hat er hier positiv wieder vollkommen wettgemacht.

Apropos beachtlich. Danach kam eine weniger wichtige Einlage aus „Hossa“ , dann jedoch ein Säger, den Cory Littmann nicht ohne Grund als „Besten Sänger auf der Bühne des Schmidt Theaters“ ankündigte. Leider weiss ich den Namen nicht, aber er hatte eine gigantische Stimme, die zwar schon bei der ersten Nummer auffiel, dann allerdings bei Prince’s Purple Rain richtig zur Geltung kam. Mitreissend.

purple Rain

Und weil auf etwas tolles ja meist etwas weniger großartiges folgt, folgte das Interview mit Direkkandidat Farid Müller, dass ein doch schon etwas angeschickerter Corny Littman etwas wirr führte und in dem Farid Müller mit Politiker Marketingsprech antwortete. „Warum willst Du nach Berlin“ „Weil ich finde, dass mal Zeit für einen Wechsel ist.“ Ähhh ja. Aha.

Aber auch hier rettete Frau Emmi aus dem Schlamassel, indem sie trotz bestellt und nicht abgeholt iren Senf dazu gab, ein wenig über das Einheitswahlrecht, über Berlin und noch ein wenig über den justizsenator fabulierte. Wie gesagt, Frau Emmi war großartig drauf an diesem Abend.

Danach folgten – um die best of Schmidt-Theater Schow zu komplettieren noch Lilo Wanders, die ihren CSD Song zum besten Gab und Kay Ray der ebenfalls noch einige Stücke aus seinem Repertoire brachte, und dieses an diesem Abend ganz ohne Flasche Vodka, die ihm ja zumeist geschenkt wird, auf die Reihe brachte.

102_0139

Insgesamt ein sehr gelungener Abend für ein schönes Jubiläum. So sollten Parteiveranstaltungen immer aussehen, dann würde auch die Politikverdrossenheit sinken. Schön wenn eine Partei mal so daran erinnern kann, was sie geleistet hat und man darauf auch uneingeschränkt stolz sein kann.

102_0120

Kay Ray im BKA

Vor einiger Zeit besuchten Nina, Sheila und ich ja den guten Kay Ray in den Wühlmäusen und waren restlos begeistert. Als er dann später noch in die Bar kam um ein paar Fotos machen zu lassen und ein paar seiner Autogramme zu verteilen, lud er uns in seine Late Night ein.

416623873_0bf5625897_o.gif

Die erste verpassten wir leider, aber die am letzten Wochenende wollten wir doch zusehen. Eine Mail und schwupps stand mein Name auf der Gästeliste. Sheila hat gleichzeitig dafür gesorgt, dass Janka und Mel ebenfalls noch einen Platz fanden und Nina hatte ja noch die direkte Handyleitung zu Kay.

Es war also angetan, wir mussten nur noch ankommen. Natürlich haben sich die drei Mädels bei Janka etwas mehr zeit als nötig gelassen und wir kamen erst nach dem offiziellen Start der Show bei Janka los.

Was solls, dann haben wir eben unseren Auftritt. Fünf Mädels, die irgendwann in der Show reinkommen erregen sicher mehr Aufmerksamkeit als fünf Mädels, die normal in der Masse den Raum stürmen – haben wir uns gedacht. Nicht bedachtz haben wir allerdings, dass wir es mit jemandem zu tun haben, der noch viel mehr Wert auf seinen Auftritt legt. Kay Ray selber.

imgp0017-1.JPG

Als wir also knapp 20 nach 12 am KGB? BKA? NSA? Naja an diesem Theater, das nach irgendsoeinem Geheimdienst benannt wurde ankamen, standen sich noch die Massen die Beine vor der Kasse in den Bauch.

Wir stöckelten einfach nach vorne und es ist immer wieder erstaunlich wie leicht man an einer Schlange vorbeikommt, wenn man es als das selbstverständlichste der Welt ansieht. Ich meine wir wollten ja nicht bezahlen sondern nur unsere Namen sagen und reinkommen.

Sheila + 2? steht hier, Haken
Zoe? steht hier, Haken
Nina? Nina? Finde ich nicht.

Naja, Nina wäre die einzige gewesen, die es hätte beweisen können. Per SMS auf dem Handy – brauchte sie aber nicht, denn sie wurde auch so reingelassen.

kayray1.gifNachdem wir also zu spät aber drin waren, unsere Plätze eingenommen hatten und Nachos mit Selter bestellt haben fing mit 35 Minütiger Verspätung die Show an. Die Show war wieder großartig. Natürlich kannte man den einen oder anderen Gag schon aus seiner Show, aber das machte nichts, denn die Late Night besteht offensichtlich zum Großteil aus Improvisation. Kay brachte also immer zwischendurch etwas neues auf die Bühne.

Beispielsweise hatte er zwei Gogo-Barmixer, die ihre eigene Theke mitgebracht hatten und Gästen nette Cocktails credenzten. Ich dachte ja, dass die beiden, die nach vorne kamen auch irgendwann wieder Platz für die nächsten machen würden – machten sie aber nicht 🙁 Merken: nächstes Mal gleich nach vorne stürmen und Cocktails abstauben 😉

Egal, die beiden Showbarmixer waren auf jeden Fall große klasse. Später zeigten sie noch ihre Show. Soe sprangen umher, warfen umher jonglierten mit allem was runder als ein Quadrat war und mixten dabei einige Cocktails. Gaaanz großes Kino.

Eher ein Horrorfilm war allerdings die Person, die zu Kays Frisörstunde auf die Bühne kam. Sie hielt in etwas so still, wie der Zappelphilipp und war in etwas so vorlaut, wie… wie… Tut mir leid mir fällt nichts vergleichbares ein. Egal, was die auf der bühne wollte, das wusste ich nicht und ich bin mir sicher, dass ihr dieses Verhalten nicht eben die beste aller möglichen Frisuren eingebracht hat…

Ansonsten tat Kay Ray das, was er am besten kann, sich selbst und andere auf die Schippe zu nehmen, zu singen und Witze zu erzählen. Beispielsweise den des Fukspruchs zwischen Flugzeugträger und Leuchtturm.

Während sich der Rest der Baggage schon mal ins Kino International aufmachte, lauschten Nina und ich dem guten Kay noch bis zum Ende seiner Show und gingen dann auch tanzen.

Wieder beendete er seine Show mit dem netten Lied von Lucy van org Lied für meine Feinde. Ob Kay so viele Feinde hat?

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=MC18FQHo0Kk[/youtube]

Also: wieder ein sehr vergnüglicher Abend mit Kay Ray und herzlichen Dank für den Platz auf der Gästeliste.

Kay Ray in den Wühlmäusen

Es ist schon lange her, aber endlich komme ich mal dazu, alte Geschichten und Erlebnisse aufzuarbeiten und irgendwie habe ich den Besuch des Bühnenprogramms von Kay Ray vollständig vergessen.

imgp1701.JPG

Sheila hatte vor einiger Zeit die Idee, zu Kay Ray zu gehen. Natürlich kam ich gerne mit, allerdings war meine Erwartungshaltung eher gering. Das vor allem, weil ich eigentlich garnicht so recht wusste, was Kay Ray eigentlich ist… Sänger, Comedian oder eben doch nur ein Kobold ohne wirkliches Können? Und wenn er wirklich etwas kann, warum kennt man dann nichts von ihm???

In Hamburg hätte ich ihn mehrfach im Monat sehen können, aber es trieb mich nichts hin. Diesmal bin ich aber gerne mitgekommen und ich muss zugeben, ich war am Ende restlos begeistert. Kay Ray ist von allem ein bisschen. Moderator, Sänger, Comedian und unangepasster Paradiesvogel mit teilweise ziemlich derben Zoten. Vermutlich ist diese Mischung einfach nicht dafür geeignet im deutschen Fernsehen stattzufinden, vielleicht ist es auch einfach nicht richtig ihn in irgendeine Schublade zu stecken, da er mehr ist… (Schubladendenken ist eh nicht mein Fall. Kay Ray ist schlicht und ergreifend ein Entertainer.

[youtube]http://youtube.com/watch?v=KL_2Daxm_3Q[/youtube]

Wir kamen knapp 15 Minuten oder sogar etwas länger zu spät, liessen uns aber von der Anweiserdame nicht dazu überreden oben auf den Rang Platz zu nehmen. Stattdessen stolzierten wir demnach direkt in die Mitte des Saales. Vorne, hinten, links, rechts etwa gleich viel Platz und unsere Plätze vollständig in der Mitte eines ausverkauften Saals. Eben unsere Chance nochmal richtig aufzufallen und alle Menschen bis zur Mitte darum zu bitten, aufzustehen und uns durchzulassen. Während wir uns also langsam zu unseren Plätzen durchschlugen spielte Herr Ray ungerührt sein Programm ab und liess sich von uns nicht stören.

Am besten ist Kay immer dann, wenn er über 1. Lesben, 2. Tunten, 3. Frisöre und 4. sich selber Witze reisst. Wobei er natürlich 2-4 selber ist und es so darf. Und ausserdem hat schon Harald schmist gesagt, dass jede Randgruppe das recht darauf hat, dass über sie witze gerissen würden. Das macht kay.

Dazu versteht er es hervorragend auf zufällige Begebenheiten einzugehen. Wenngleich sicher das ein oder andere scheinbar ungeplante doch geplant war, konnte er zumindest die nervende Motte auf der Bühne kaum geplant haben. Trotzdem schaffte er es, bestimmt 10 Minuten äusserst amüsant das fliegende Ungeziefer in sein Programm einzubinden.

Insgesamt spielte Kay über drei Stunden effektiv. Selten habe ich Eintritt so genussvoll eingesetzt, denn wie bereits erwähnt hat er mich ziemlich begeistert. Nun will ich mehr von Kay Ray.

kayr.jpg

Und mehr soll es geben, denn der gute hat uns auf dem Aftershow-Meeting im Forier auf sein nächstes Event in Berlin eingeladen. Gratis natürlich auf seinr Gästeliste. Vielen Dank dafür, das werden wir gerne annehmen.

6.Oktober ist seine nächste Latenight im BKA-Theater und wir werden da sein, wenn er Wort hält und uns einlädt. Da bin ich aber sehr zuversichtlich.

Ausserdem habe ich gelesen, dass Kay zu jeder Latenight einem Gast eine neue Frisur verpasst. da hab ich mich doch gleich mal beworben. Mal sehen ob er auch mit Kunsfasern zurechtkommt 😉

Kay ich will ein Kind ne Frisur von Dir