Kim Petras singt nun.

Etwa zweieinhalb Jahre ist es her, da ich über Kim Petras unter dem Titel: Transgender Kinder. Damals war Kim 13 und ein transsexuelles junges Mädchen, dessen Schicksal diverses Medienecho, einige Stern TV Auftritte und sogar einen Wikipedia-Eintrag erzeugte. (warum hab ich eigentlich noch keinen?) ….Und offensichtlich auch etwas Ruhm für sie – den sie offensichtlich ganz clever ausnutzt..

kim-petras

Kim, zwischenzeitlich 16 Jahre und mittlerweile auch körperlich ganz Frau singt nämlich heutzutage und das offensichtlich einigermaßen erfolgreich. Bereits 2008 brachte sie zwei Singles vor allem auf Myspace heraus und ihre letzte brachte es immerhin dort auf 250.000 Hits. Nun will sie das allerdings profesionell machen , mit Plattenfirma und allem was dazugehört… Beispielsweise Artikeln in der Bild, der Sun, bei Blick in der Schweiz und wer weiss noch woüberall.

Damals habe ich diesen Presserummel ja etwas zwiespältig gesehen. In diesem Falle scheine ich mich allerdings geirrt zu haben. Schön, dass sie sich gefunden hat und offensichtlich alles so in ihrem Leben läuft, wie sie sich das vorstellt.

Oberlippenbärte im Kim

Strange Leute im KIM

Am letzten Wochenende hatte ich Besuch aus Hamburg. Jens und Annika kamen, weil sie zu einer Überraschungsparty nach Berlin eingeladen wurden. Ein Freund von ihnen rundete und wurde aus Bielefeld nach Berlin gekarrt – und allerhand Freunde aus dem Bundesgebiet kamen eben.

Doch bevor es losging mussten wir noch etwas essen. Annika schlug Currywurst vor und da kam ich auf das Curry 36 am Mehringdamm, die wohl bekannteste Currybude in Berlin – wenn nicht gar Deutschland. Irgendwas muss ja dran sein, an dieser Bude, denn wenn man morgens um 2 auf dem Weg in Schwuz an Curry 36 vorbeikommt ist es genauso volle, wie wenn man um halb sieben wieder fährt..

curry.jpg

Dreimal Currywurst ohne Darm mit Pommes, dazu ein Becks, ein Becks Gold und ein Becks Green Lemon.

Okay es war eine Currywurst, aber eine wie man sie in tausenden anderen Buden auch bekommt. Das ganze hat mich darin bestätigt, was ich schon immer vermute. Curry 36 ist das vermutlich am meisten gehypteste Fastfood-Ding in ganz Berlin… Da lobe ich mir das Hühnerhaus an der Skarlitzer Strasse.

Egal, wir waren gestärkt, der Abend konnte beginnen. Ich gab mein Bier in Jens’s treue Hände, denn mit bier am Steuer ist nicht so mein Ding und wir fuhren zurück zu mir um per Ubahn nach Mitte zu fahren.

Das Kim in der Brunnenstrasse in Berlin Mitte war das Ziel, doch dieses Ziel zu finden war nicht so einfach, denn klugerweise haben die Besitzer des Kim vergessen, ihrem Namen einen Namenszug zu verpassen. So weiss also nur derjenige, dass dieser Laden Kim heisst, der ihn a) gefunden hat und zusätzlich b) des Laden dem Namen auch zuordnen kann.

Wir konnten nicht und landesten nach dem Kim in einer waschechten Punkerkneipe. Ich kam mir vor wie im Onkel Otto vor 10 Jahren als die Hafenstrasse noch die alte war… Naja dort waren wir falsch un fanden heraus, dass das Kim eben doch der andere Laden sei.

Das Kim ist ein grauweisser Raum mit einer Theke und einem Mischpult mit dazugehöriger Anlage. Das Ganze hat in etwa das Flair einer Kellerparty, wie sie früher auf Geburtstagen gefeiert wurde. Mit zwei Unterschieden. Der Raum war voller und die Getränke mussten bezahlt werden.

Die vielen anwesenden Gäste waren durch die Bank weg gut gelaunt, die Getränke billig und die Musik tanzbar bis sehr gut – und doch wunderte mich etwas. Die teilweise strangen Typen dort.

Ich meine, ich bin eine Transe und kenne viele strange Typen, aber dass es anscheinend in ist, Oberlippenbärte und Wollpullunder zu tragen, das will doch nicht in meinen Kopf. Erst dachten wir, die müssen eine Mission haben. Das sind bestimmt Mitglieder der Band, die heute gespielt haben.

0102063554700.jpg

Weit gefehlt! Wir wurden aufgeklärt, dass die das ernst meinen. Also, lasst es Euch auf der Zunge zergehen. Es gibt Leute in Berlin, die Tragen Wollpullunder und Oberlippenbärte FREIWILLIG ohne dazu gezwungen worden zu sein.

Kurzfristig überlegte ich noch ob das jetzt besonders cool oder besonders dämlich aussieht, doch nach kürzestem Grübeln hab ich mich dafür entschieden, dass es keinen Grund geben kann, einen Oberlippenbart zu tragen, ausser man heisst Thomas Magnum und fährt auf Hawaii mit einem Ferrari durch die Gegend. Dann – aber nur dann – ist ein Oberlippenbart okay.

magnum.jpg

Die Jungs sahen aber nicht aus, als hätten sie einen Ferrari sondern nur so als seien sie in der Schule regelmäßig verhauen worden. Das ging garnicht.

Einer der Bartträger meinte zu mir noch, ich sei ja neu in Berlin und er gebe mir noch zwei Monate, dann hätte ich auch einen Oberlippenbart…. Vergiss es Junge, ich bin in einer anderen Subkultur zu Hause und in mein Gesicht kommt viel, aber ganz sicher kein Oberlippenbart.

Auf den Schrecken brauchte ich einige Cuba Libre und Vodka Redbull um das zu ertragen. Und irgendwie war der letzte wohl schlecht. Auf jeden Fall hatte ich am nächsten Tag keine Lust auf Alkohol…

Valery Pearls of the Night Extended

Berlin Calling

Das hat es die gute :Valery Pearl: doch tatsächlich geschafft…. Nachdem seit etwa einem halben Jahr die Prinzenbar bei ihren Parties jeweils aus allen Nähten platzt, hat sie sich für ihre Valery Pearls of the Night Extended am großen Docks (oder wie es heute heißt D-Club) versucht.

Eine Party, die das Docks füllt will schon etwas heissen und Valery hat es tatsächlich geschafft.

Valery Pearls of the Night Extended

Das Docks war voll – und sie mittendrin. Für ihre erste wirklich große Party hat sie sich zwei der resident DJs :Superzandy: und Maringo aus dem GMF Club in Berlin und mit dem großartigen Tom Shark zu einer großartigen Mischung vermischt und ordentlich getrommelt. – Und es hat sich gelohnt – denn es war eine klasse Party.

Die gute Valery muss vor Stolz fast geplatzt sein, aber da sie eigentlich immer strahlt konnte man kaum einen Unterschied zu anderen ihrer Parties erkennen. An ihr hatte sich alerdings etwas geändert.

Valery Pearl mit Afro

Buchstäblich übernacht ist ihr ein hellbrauner Afro gewachsen, der ihre sonst blonden Zweithaare überwucherte bzw. ersetzte. Für Ihre Besucher bedutete dieses, dass die blonde Transe in dem schwarz-weissen Kleid wohl Valery sein müsste. Mindestens fünf Mal wurde ich angesprochen oder ans Händchen genommen – und zumeist folgten ein verdutztes Gesicht und Worte wie

Hallo…. Oh Äh Du bis ja garnicht…
Nein Valery ist der Braune Afro da hinten …

Ansonsten waren fast alle wichtigen Hamburger Sternchen da und feierten mit. Katharina vom Familienkombinat beispielsweise, die mir zum bestimmt 899sten Mal einen Flyer in die Hände drückte. Generell würde ich ja mal wieder gerne dorthin gehen aber ich finde die SM-Bar nicht so prickelnd und ich kann mich einfach nicht damit abfinden, im Familienkombinat Eintritt bezahlen zu müssen ;). Da besuche ich dann meistens doch wieder Valerys Parties oder fahre mal wieder nach Berlin.

imgp0180.JPG

Ansonsten hab ich mal wieder Kim und Chantal getroffen, die ich auch wirklich lange nicht gesehen habe. Während die beiden mit dem Türsteher noch um freien Eintritt diskutieren mussten war mir das klar und durch mein selbstbewusstes auftreten war dem Türsteher wohl auch klar, dass dieses so richtig sei (oder er hatte einfach keine Lust mehr auf weitere Diskussionen 😉 ) Egal, sonst hätte mich Valery eben auf einige Drinks einladen müsen.

kim-chantal.jpg
dieses ist ein Platzhalter, da ich noch auf das Original von Christopher Schmidt hoffe.

Übrigens waren auch Die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz zu Hamburg (SPI Hamburg) auf der Party, das Hamburger Schwesternhaus des Ordens in Berlin. Ich beneide die Damen ja für ihre Schminkkunst, bleibe aber doch irgendwie lieber Transe als dass ich Schwester werden wollte. Trotzdem verdienen sie meinen ganzen Respekt. Valery hatte es da einfacher, die ist nämlich neben Lilo Wanders oder Tatjana Taft Ehrenmitglied und Ordensdame im Hamburger Schwesternhaus.

imgp0185.JPG
Mutter Madonna Erotica von Bitch & Virgin S.P.I. und
Novizin zur Schwester Inari Edna Mana Glamour S.P.I.

Was gibt es sonst noch zu sagen?
Wenig, ausser dass diese „Berlin Party“ ein großartiger Abschluss eines großartigen Berliner Partywochenendes.

Hamburger Tuntenball oder die große Langeweile

Wie gesagt, für dieses Wochenende hab ich meine Termine total durcheinander bekommen. Eigentlich hab ich für eine Party in Berlin zugesagt, aber gleichzeitig war auch der Hamburger Tuntenball im Elysée Hotel Hamburg.

Was tut man also, wenn man zwei Termine hat, die 280 Kilometer auseinanderliegen?

Genau!, richtig geraten, man verbringt viel Zeit auf der Autobahn und wenig auf den Partys. Hmmm hätte man nicht auch viel Zeit auf einer Party verbringen können und dafür den langen Weg einfach mal lassen können??? Ja klar, aber wenn die erste Party langweilig ist, dann hält einen dort wenig.

Elysée Hotel Hamburg, Tuntenball. Das klingt glamourös und da ich ja seit zwei Tagen ein maßgeschneidertes Abendkleid mein Eigen nannte, mußte dieses natürlich auch ausgeführt werden. Keine Frage. Natürlich bot sich hierfür der Tuntenball an und ich ging dort hin.

Im letzten Jahr war der Tuntenball im Schmidts Tivoli und man hat eigentlich nur gutes darüber gehört. Moderation von Olivia Jones und sicherlich hatte das Schmidts ebenso die Finger bei Künstlern und Buffet im Spiel… Dazu natürlich die Reeperbahn. Was genau kann es besseres geben?

Egal auf jeden Fall geht es schlechter. Dieses Jahr beispielsweise.

Wie erwartet war der Eintritt wirklich wirklich extrem teuer. (Glücklicherweise hab ich den Preis verdrängt) Dafür wurde aber auch extrem ääääh wenig geboten. Der große Festsaal im Elysée Hotel hat Wartehallen-Charme, das Buffet extrem langweilig die Stargäste kannte ich nicht und der Ball war generell so dröge, wie es wohl nur Hambrger in einem hamburgischen 5 Sterne-Hotel schaffen können. Sarah würde es vermutlich „fischig“ nennen, ich nenne soetwas sterbenslangweilig.

Schon als ich hereinkam (also genaugenommen etwa 10 Sekunden nach dem Bezahlvorgang an der Kasse) war mir ziemlich klar: Hier bleibe ich nicht allzulange… Ich blieb daher bei Selter und schaute mal nach Bekannten. Ich fand sogar ein paar, beispielsweise Kim und Chantal, die ich bereits neulich auf dem Royal Chicken Club kennengelernt habe.

Tuntenball Hamburg

Ich hielt mich an einigen Wassern fest, schnackte mit einigen Personen und schaute mir ansonsten die teilweise wirklich großartigen Kostüme an… Das Gros der zeit verbrachte ich übrigens vor dem Saal in der großen Empfangshalle, in der sich nahezu alle Kostüme versammelten und auf die Prämierung warteten.

Der Veranstalter sagte dann aber (zu seinem eigenen Pech“, „Halbe Stunde, Pause, ein weiterer Gast und dann die Kostümprämierung) Das war sein Fehler, denn auf eine wei

tere Stunde Langeweile hatte ich echt keine Lust. Kim und Chantal machten sich auch auf den Weg und meinten noch, man sähe sich sicher am nächsten Tag zum Tanz in den Mai im Byblos.

Leider nicht, denn ich machte mich gegen 0:40 auf den Weg nach Berlin.