Impressionen von St. Pauli

Ich war ja am Wochenende allerhand auf St. Pauli unterwegs und habe den Besuch in der Heimatstadt für einen ausgedehnten Kiezbummel genutzt. Dabei sind mir ein paar mehr oder weniger skurille Motive aufgefallen, die ich nur sinnvoll in einem eigenen Beitrag unterbringen kann.

Abraham Lincoln

Quer gegenüber beim Queen Calavera ist das Peggy Sue’s eine meist bis zum Brechen volle Musikbar mit vielen, meist gutgelaunten Leuten. Die Bar liegt etwas oberhalb der Strasse und bei gutem Wetter ist die große Fensterfront geöffnet und sorgt dafür, dass man Atmen kann. In dieser Fensterfront stand dann ein Typ, der etwas – sagen wir mal skurill – gekleidet war.

Mein erster Gedanke war „Abraham Lincoln“. Wie einfach man durch einen Zylinder und einen Bart doch eine Assoziation bekommt. Obwohl Abraham Lincoln sicherlich meistens etwas mehr gekleidet war und sein Zylinder doch eher schwarz und nicht grün war… Und ich nehme an, sein Bart war echt.. Und trug er wohl Adidas Schuhe? Hmm eher auch nicht… Hmm also im Peggy Sue’s stand ein fast unbekleideter Typ mit Zylinder und Vollbart und feierte… Verrückt!

Fritz Kola

Wer mein Blog liest, der weiss auch, dass ich mich immer mal wieder freue, wenn ich in Berlin irgendwo einen Laden finde, der Fritz Kola verkauft. Erinnert es mich doch ein wenig an Hamburg – und es schmeckt.. Nun die beiden Macher von Fritz Kola sind auf St. Pauli allgegenwertig, haben sie es doch auf wirklich wirklich viele Kneipenschilder gebracht.

Ausserdem sind sie in wirklichem Großformat quer gegenüber dem Peggy Sue’s auf der Wand zu sehen. Das ist mal eine coole Werbung. Leider ist dieses Werbe“plakat“ mittlerweile wirklich übel verkommen. Mein erster Gedanke war „cool“ mein zweiter Gedanke „fotografieren“, mein dritter Gedanke war. Das wäre ein Bild, für Matt Wagners „üble Ecken“.

..Dabei war mir leider gänzlich unbewusst, dass ich gerade seine Üble Ecke No. 3 gefunden und neu verewigt hatte. Obwohl ich finde, sie ist sogar noch ein wenig übler geworden. Aber auch wenn diese Ecke übel ist. Fritz Kola bleibt einsame Klasse.

Raucher und Nichtraucher

Wie war das noch in Kneipen und Bars, die nur einen Raum haben und die eine gewisse Größe nicht überschreiten darf glaube ich auch heute noch geraucht werden… Auf St.Pauli sind das scheinbar fast alle Bars, denn eigentlich wird überall geraucht. Nur an einer Stelle fand ich einen Hinweis, dass „hier“ gerade nicht geraucht werden dürfe. Dieser Hinweis besagte aber auch nur, dass HINTER der Tür eben geraucht werden dürfe.

Das hat aber auch nicht viele Personen interessiert, ausser dieses eine Mädel mit der Sonnenbankbraunen Haut und den Wasserstoffgefärbten Haaren an der eigentlich nichts echt war und die einen Muskelbepackten Typen an ihrer Seite hatte. Ohmann. Personen laufen da rum. Die sind echt hinter die Tür zum Rauchen gegangen..

Btw. das typische St. Pauli Bild mit Gaffa Tape zu bekleben ist eigentlich ein Frevel für sich, oder?

Mini Rock benötigt.

Man kennt es von Ladies Night’s in ganz Deutschland. Frauen kommen umsonst oder günstiger rein und Getränke gibts billiger. Das zieht dann wieder Männer rein, die sich die Hucke dichtsaufen und massig Geld im Laden lassen.

So dachte sich auch der Inhaber dieses Ladens, der eine Glas Sekt proFlyer für Ladies for Free abgibt und darüberhinaus eine „Gesäßkontrolle“ vornimmt. Denn Ladies mit Mini Rock erhalten danach Sekt fü einen Euro. Dabei scheint es doch durchaus unterschiedliche Meinungen über die Vorsilbe „Mini“ zu geben, denn sicherlich nicht umsonst ist dieses Wort unterstrichen.

Gute Idee sowas eigentlich. So bleiben die Quallen aus dem Laden weg und man mag hoffen, dass größtenteils die Damen Mini tragen, die es sich leisten können 😉

Abgedreht'er Laden morgens um 6

Ich sitze mal wieder im Sanatorium 23, habe hier W-LAN, etwas Zeit und meinen Lappi dabei.

Kommen wir also mal zu ein Paar Sachen, die ich in meiner Internet-Abstinenz nicht so richtig oder besser garnicht hinbekommen habe. Aus dem Internetcafe zu schreiben ist eben immer ein wenig nervig.

Also Abgedreht ist das Thema. Genaugenommen die gleichnamige Kneipe in Berlin Friedrichshain. Wenn ich mich recht erinnere führte uns der Weg an dem Abend, an dem das Goya neueröffnete noch nach Friedrichshain. Es war gerade mal kurz nach fünf und wir noch nicht so recht müde. Was also tun fragten wir uns?

Kitty… Vielleicht hat ihr Generation X ja schon auf und wir bekommen noch ein paar abschlussgetränke in nettem Kreise.

Leider fanden wir dort aber nur geschlossene Markisen und keine Menschen, also machten wir uns gelangweilt auf den Weg, mich nach Hause zu bringen. Auf der Frankfurter Allee meinte Sheila auf einmal.

„Egal was für eine Kneipe?“

Kar, um halb sechs bin ich für fast alles zu haben. Die Kneipe, die sie aus dem Augenwinkel gesehen hatte hiess Abgedreht und wir zogen ein. Knapp fünf Gäste noch, ein Barkeeper und gaaanz wichtig ein Addams Family Flipper.

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Eine Bar in der ich mich fast heimisch fühlen konnte. Nicht weil sie so großartig war, sondern weil sie mich an eine Kneipe erinnerte, in der ich einen Großteil meiner Jugend verbracht habe. Das ehemalige Irrlicht in Hamburg. Eine Kneipe, die Dunkel und abgeranzt war. Dort trafen sich immer Dienstags am Irrlichttag alle Menschen, die ich so kannte und die gesamten Oberstufen aus drei benachbarten Schulen waren da. Sprich, sechs Tage die Woche war der Laden leer und am Dienstag platzte er aus allen Nähten. Jeden Dienstag trafen wir uns dort, hatten nette abende und liessen die Kugel im Addams Family Flipper glühen. Eine geile Zeit.

Nun das Abgedreht ist auch abgeranzt und dunkel und dem Irrlicht nicht unähnllich. Ausserdem gibt es wie gesagt, einen Addams Family Flipper, den Sheila und ich malträtierten. Ich schäme mich es sagen zu müssen, aber Sheila gewann durch unglaublichen Dusel beide Spiele gegen mich. Wenn die das zumindest gekonnt hätte – aber nein, sie hatte nur Glück.

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Nicht zu vergessen in der Aufzählung, warum ich mich da hätte heimisch fühlen können, war der Hamburger in Berlin, den ich dort fand. Der blonde Hans, Hans Albers, hing dort an der Wand und bot sich für ein Foto. Hamburger unter sich geradezu an.

Egal, wir kamen als letzte Gäste mit dem Barkeeper ins Gespräch, der uns nicht nur einiges über sich und den Laden erzählte, sondern auch über seine Gäste. Er selber hatte eine längere Matte auf dem Kopf, die ihn als Rocker identifizieren liess.

Er liess sich zu der Aussage hinleiten, dass an normalen Tagen zu normalen Zeiten einige seiner Gäste eventuell ein Problem mit uns haben könnten. …Auf unsere Nachfragen stellte sich heraus, dass dort wohl ganz gerne mal Rechte verkehren würden und dieser Umstand der Kneipe wohl schon einen üblen Ruf eingebracht hätte. Tatsächlich finden sich auf Indymedia und anderen fragwürdigen Internetquellen aus 2003 diverse einträge, die dieses untermauern.

Nun mit den Rechten ist es oft so, wie mit Hunden.. sie bellen, aber beissen nicht und meiner Meinung nach sind die eine Hälfte sowieso Uniformfetischisten, während die andere Hälfte, die Glatze nur trägt, weil die Haare die Perücke beim Auftransen immer durcheinanderbringen, ausserdem sind wir gegen blöde Sprüche ziemlich immun.

Ausserdem erzählte der Barkeeper noch, dass die Herren sich schon einmal selber fast verprügelt hätten, als ein neuberlliner Fascho meinte, einenHitlergruß und einige Parolen zum Besten geben zu müssen. Er hätte von seinen Kollegen ordentlich Zunder bekommen, dass er gerade dabei sei, für sie die letzte Kneipe, wo sie sich noch einigermaßen ungezwungen treffen könnten zu verlieren.
Nun Samstag morgen um halb sechs waren wir die letzten Gäste und hatten keinerlei Probleme. Mal sehen, ob wir uns auch mal an einem ganz normalen Abend zu einer ganz normalen Zeit dorthinverirren. An dem Abend war aber alles klasse, der Barkeeper gab uns noch ein letztes Getränk aus und wir zogen gegen sechs nun endlich wirklich von dannen.

Rosis Bar – Hamburg

Rosis Bar

Und noch eine Musikkneipe auf dem Hamburger Berg. Rosis Bar.

Rosis Bar ist eine Institution auf dem Hamburger Berg und schon seit Ewigkeiten dort.

Wie sangen noch die Rubbermaids? „She knows John and Paul, hello hello, we call her Rosi“ Keine Ahnung ob es stimmt, aber Rosis Bar ist klasse. Früher hieß die Kneipe 3 Hufeisen und war nur Hamburgern als Rosis Bar bekannt, nun heißt sie hochoffiziell so.

Die Musik liegt irgendwo zwischen 60ies, Dance Classics, Funk und Soul, wird normalerweise live aufgelegt, das Publikum ist entspannt und gut gemischt, die Getränke sind günstig und es ist immer voll (ab und an zu voll, aber dann zieht man eben weiter.


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Rosis Bar – St. Pauli
Hamburger Berg 7
20359 Hamburg

Ex-Sparr – Hamburg

Ex-Sparr Hamburger Berg

Die nächste Bar auf dem Hamburger Berg. Wie alle anderen ein wenig siffig, wie alle anderen Holzgetäfelt, wie alle anderen gut besucht und wie alle anderen extrem witzig.

Das Ex Sparr ist neben dem Rochisnky’s diejenige Bar, die man zu sehr später Stunde ansteuern sollte. Wenn auf der Reeperbahn bereits die Müllfahrzeuge fahren wird hier noch ausgelassen gefeiert. Die Preise sind günstig, der Baggerfaktor nicht zu hoch und die Musik ein Querschnitt aus allem guten.

Die Besucher sind eher individualistisch und eher aus dem Studentenbereich sowie ehemalige Studenten. Alles nett aber nicht szenig.

Ex-Sparr
Hamburger Berg 4
20359 Hamburg


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