Chapeau St. Georg – Hutladen Lange Reihe

Die Frau von Welt trägt Hut
…und fährt schöne Autos

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Vor einiger Zeit hat Karin von Sahneschnitte für die Fashion-Show für die hamburger fetishparty Obsession ausgerichtet und dabei nebst einigen anderen interessanten Personen auch mich auf der Bühne. Extra dafür schneiderte sie mir ein wundervolles Kleid, welches – wenn nicht noch Wunder geschehen – wohl mein einfaches Kostüm für den Berliner CSD wird…. Besser als alles andere im Schrank…

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Nun denn, nun hat Karin vor kurzer Zeit wieder nette Personen für eine Aktion gesucht, die sie gerade vorbereitet. Ein Imagevideo für einen Hutshop in der Langen Reihe in St. Georg. Genaugenommen das Chapeau St. Georg.

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Gleichzeitig sollte daraus aber auch ein Imagevideo für Sahneschnitte werden und darum trommelte sie interessante Personen zusammen, mit denen sie schon mal etwas gemacht hat und die wohl einen interessanten Eindruck machen würden… Tja, und ich gehöre wohl dazu…

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Den Vorbereitungstermin durfte ich schwänzen, da ich hoch und heilig versprach, dass mir sowohl Film-Kameras als auch Foto-Kameras nicht ganz unbekannt seien und ich eh Lampenfieber und ähnliches nicht kennen würde… Außerdem hatte ich wahrlich keine tragende Rolle im Endergebnis…

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Allerhöchstens eine Hut-tragende Rolle, verpasste mir die Laden Inhaberin – deren namen ich leider vergessen habe, doch noch kurz einen, wenngleich wir feststellen müssen, dass ich eigentlich einen zu großen Dickkopf für ihre Hüte habe, aber mit einer Haarklammer ging es dann doch und er hielt auch fest bis ich wieder fuhr.

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Meine idee, „ich gebe Dir den Hut zurück und nehme dafür ihren Sessel mit“ – später dann „Ich tausche den Sessel gegen den Wagen draussen“ wurde leider ablehnend beschieden, was vor allem beim Wagen absolut verständlich war, denn beide später angekarrten Wagen waren doch sehr besonders – und wahrlich nicht billig. …wie im übrigen der Hut auf meinem Kopf auch nicht, allerdings für einen Hut – nicht für ein Auto.

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Das spannende an der Veranstaltung war aber vor allem wieder der Mix der mitwirkenden Personen. Gänzlich unterschiedliche Personen, die aber alle ein gewisses Etwas hatten. Und in irgendeiner art und Weise cool waren. Ein tanzenden Pärchen, eine Fetischlady, verschiedene interessante Models, eine ganze Band mit Kontrabass und allem, was dazugehört, wunderbare Autoinhaber, viele Hüte und – ääh ja ich als allerunwichtigstes Kleinteil in einem Sessel sitzend.

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Wichtig war ich dann aber doch noch -da die Autos immer mehrere Male vor und zurückfahren mussten und wir dabei eine gesamte Strassenseite in Beschlag genommen haben, hab ich einfach einmal mit meiner natürlichen Präsenz und Ignoranz die Autos angehalten. Seltsam dabei, wie Autofahrer kuschen, wenn eine Drag Queen mit Hut den Verkehr anhält um einem Oldtimer den Weg zu weisen 🙂

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Herausgekommen ist ein kleiner Film mit wunderbaren Menschen, großartigen Autos, tollen Kleidern von Sahneschnitte und einer ganzen menge Hutkreationen von Chapeau St. Georg aus der Langen Reihe, dem Startpunkt des Hamburger CSD. Da muss ich unbedingt dieses Jahr kurz einkehren und „Hallo“ sagen – Vielleicht findet sich dann ja auch noch eine kurzfristige Kopfbedeckung gegen die Sonne oder den Regen, denn zum CSD gibt es in Hamburg immer nur dieses oder jenes :).

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Warum heisse eigentlich ICH Delay

Nun, dass ich eine ganze weile benötigte, einen Nachnamen zu finden, erwähnte ich je bereits mehrmals. Der Name ist dann passend auf „Zoe Delay“ gefallen, da ich den Ruf habe, nicht immer die allerpünktlichste zu sein. Im Großen und Ganzen stimmt das ja auch. Doch an diesem Wochenende war nicht ich unpünktlich.

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..Das der Hamburger CSD mir aus persönlichen Gründen wichtig ist, erwähnte ich ja bereits. Ich mag ihn, denn er ist Heimat, hier kenne ich einen ganze Menge Leute, ausserdem mag ich es, vor dem start des CSD umherzustreifen, das geschäftliche Treiben, sehen, wo Leute sind, die ich kenne, mich mit ihnen unterhalten, schon mal schauen, welche Wagen gut sind, den Symbolischen Startschuss, das Startbild. Das alles sind symbolische Dinge, die mir wichtig sind.

Dazu hatten sich meine besten Freunde angesagt, die mich noch nie gedresst gesehen haben, die mir wichtig sind und die ich, da ich jetzt in Berlin lebe, nun auch nicht mehr mindestens jedes Wochenende sehe – und denen hab ich die Lange Reihe (Den Start) als besten Punkt beschrieben. Letztendlich ist es an keiner Stelle des CSD so voll wie am Beginn. Hier sind die Massen, hier sind die Pressefotografen und hier wollte auch ich sein.

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Um dieses zu gewährleisten wurde ich nimmer müde zu erwähnen, dass ich gerne den Start mitmachen würde, das wir es wirklich versuchen sollten da zu sein und dass es mich wirklich glücklich machen würde…

Ich selber hatte an diesem Morgen noch einiges zu tun… 8 Uhr aufstehen, soweit wie möglich fertigmachen, Punkt 10 Uhr morges mein ausgebessertes Kleid (dass ich Freunden mitgegeben hatte) beim Schneider abholen, ändern lassen etc etc. während ich zum Schneider fuhr (im Auto eines Freundes, dass ich mir extra zu diesem Zweck zwei Stunden geliehen hatte) fuhren die anderen drei zu Janka (genaugenommen zu ihrer Schwester und ihr) um sich in Superheldinnen zu verwandeln. (Superheldinnen – tolle Idee, aber leider bin ich handwerklich ziemlich unbedarft, und auch nicht wirklich im Superheldenmetier bewandert. Also beliess ich es bei meinem Kleid, dass ich dazu auch noch gut fand)

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10:45 (für mich viel zu spät kam ich endlich aus diesem Laden heraus, ich steckte in meinem Kleid und meldete mich telefonisch zurück …“11 Uhr ich bin da“… Dabei erhoffte ich mir eigentlich eine Antwort ähnlich, „Kein Problem, wir sind so gut wie fertig“. Die Antwort „wir nicht, halb 12“ war allerdings okay, denn eine halbe Stunde vor Start loszuzuckeln reicht dicke aus.

Leider wurde aus „halb 12“ beim nächsten Anruf um halb 12 „in 20 Minuten“
Scheisse das wird knapp…

10 vor 12 verstrich
und ich saß, damit ich nicht erst herunterkommen müsste, bereits lange fertig im Garten und erwartete jederzeit quietschende Reifen. Es qietschte nichts, es klingelten aber auch nichts im handy um ein späteres kommen zu signalisieren.
Es wurde 12.
In der langen Reihe setzte sich der Zug in Bewegung, Das Startfoto wurde gemacht, Freunde von mir standen an der Strasse und erwarteten ebenfalls mich endlich mal live zu sehen. ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich das widerum genossen hätte… Stattdessen saß ich in meinem Garten in der Sonne und ärgerte mich, dass mein Auto in Berlin stand, ich also abhängig war. Öffentliche Verkehrsmittel machten auch keinen Sinn mehr, denn ich erwartete ja jederzeit die oben erwähnten quietschenden Reifen

Irgendwann gegen halb eins, ich mittlerweile ziemlich desillusioniert) kamen die Mädels dann tatsächlich.

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Doch statt jetzt tatsächlich endlich zum CSD zu fahren (wie ich wirklich insgeheim hoffte) fuhren wir ersteinmal zu einem Laden für unechte Schusswaffen, der nun nicht wirklich auf unserer Wegstrecke lag, um Barb Wire noch mit einer Pistole auszurüsten.

Perfektion will eben Zeit und eine dicke Knarre im Halfter haben.
Dass uns dann auch noch die Polizei anhielt, weil wir eine doppelt durchgezogene Linie überfuhren passte dazu (Hey seit wann werden eigentlich Superhelden angehalten).

Sämtliche Irrungen und Wirrungen führten dazu, dass wir fast anderhalb Stunden nach Start endlich die Parade erreichten.

Natürlich braucht Perfektion Zeit. Aber Perfektion braucht eben mehr Zeit, wenn sich vier Personen vor einen Spiegel quetschen während 4 Minuten oder zwei Kilometer zwei weitere freie Spiegel stehen. Dazu kam leider dass sich der Zeitpunkt der Abfahrt immer weiter verzögerte und mich bei jedem Anruf ein wenig saurer machte, bis mir am Ende alles ziemlich egal und ich ziemlich pissig war. Kein guter Anfang für einen spassigen CSD.

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Bilder by Svensson
Ich hatte wirklich gehofft, dass ankäme, dass ich wirklich den Wunsch hatte, dem Start mit alldem verbundenen mitzumachen.

Nun, nichtsdestotrotz kamen wir noch an und es wurde doch noch witzig und zumindest zwei meiner Freunde hab ich im Ziel auf dem Jungfernstieg noch gesehen.

Mein learning daraus ist, dass ich beim nächsten Mal in Hamburg ein eigenes Auto zur Verfügung und eben nicht von anderen, sondern nur von mir alleine abhängig bin. Während der Parade kann man sich immer noch treffen.

Strassenfest Motzstraße und Nollendorfplatz

Eigentlich hatte ich an diesem Tag doppelten weiblichen Besuch, denen ich Abends Berlin zeigen wollte. Ein Strassenfest und zwei Partys standen auf dem Programm, aber die beiden verausgabten sich beim Shoppen auf dem Kudamm so sehr, dass es für die beiden nichts mehr wurde, also fuhr ich eben nur mit Sheila los. Die ist eh meine liebste Partybegleitung.

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Als erstes stand das Motzstraßenfest auf dem Plan, „das größte Lesbisch-Schwule Stadtfest nach dem CSD“ auf dem Plan. Soso, das kann irgendwie alles bedeuten…. Zum Beispiel das einzige Lesbisch-Schwule Stadtfest neben dem CSD oder eben ein wirklich großes. Zumindest das zweite stimmte. Das Motzstrassenfest ist ziemlich groß und ansonsten in etwa genau das Gleiche wie die Bunte Lange Reihe in Hamburg St. Georg.Viele typische Strassenfestbuden und jede Menge Szenetypischen Inhalte, Bühnen und Buden auf dem Fest. Das Ganze in einer Gegend, die mit Bars, Kneipen und Restaurants gespicht ist, an denen nahezu zu 100 % Regenbogenflaggen hängen. Traurig allerdings, dass dieses großartige Strassenfest nur bis 23 Uhr Musik und Bühnenshows spielen durfte. Dadürch bekamen wir weniger mit als wir wollten. Egal, ich bekam etwas zu Essen und wir kamen früh ins zur High Heels Party ins Goya.

Interessanter als das Motzstrassenfest war der Weg zum Motzstrassenfest. Der Eingang zum Strassenfest liegt an einer Strasse, die alle Anschein nach einen berliner Strassenstrich beheimatet (wieder eine Parrallele zu St.Georg). Da wir allerdings nicht allzu nahe parken konnten und die gesamte Strasse des Strassenstrichs entlanglaufen mussten, gerieten wir in den Fokus der dort cruisenden spannenden Jugendlichen. Nun waren wir nicht gerade nuttig, wenngleich doch leicht bekleidet und ernteten diverseste Hupkonzerte und Rufe aus Autos.

Tja Jungs. Das nächste Mal besser die Brillen aufsetzen, dann seht ihr vielleicht auch, dass ihr gerade zwo Transen zuhupt.. 😉

CSD 2006 Hamburg

Seit 12:00 wird zurückfotografiert; ab jetzt wird Foto mit Foto vergolten.

Au bagge, diese markigen Worte könnten noch Ärger geben. Aber es wird mir wohl niemand Nationalsotialismus vorwerfen wollen. Egal!

Ich fand mich also statt als Zuschauer neben der Straße zu stehen relativ schnell mit Leyla auf der Straße wieder – und es war wirklich witzig. Nun war ich ja nicht sonderlich speziell gekleidet, also war ich nicht gerade erstes Ziel der Kameras. Und doch wurde ich unzählige Male fotografiert – und doch wurde von mir nur ein Bruchteil der Fotos geschossen als von Leyla.

Eine Rampensau !!! Es war nicht einfach mit ihr voranzukommen. Posierend von einer Kameralinse zur nächsten, von einem Posing zum nächsten. Wir hielten uns immer weit genug hinter einem Truck und weit genug vor dem nächsten, so waren wir immer unser eigenes Spektakel.

Layla auf de CSD

Während sich Leyla allerdings von Fotografen fotografieren ließ, machte ich mir den Spaß und fotografierte Fotografen, die mich fotografierten. Gut ich sehe ein, dieses war vollkommen sinnlos, aber es hat viel Spaß gemacht.

CSD Hamburg Fotografen fotografieren

Schon knapp hinter der langen Reihe mußten wir allerdings den ersten Raststopp machen, da Leyla bemerkte, daß Ihre Schuhe wohl doch etwas zu hoch waren. War der Umzug damit für uns beendet? Mitnichten! Das Mädel biss auf die Zähne und stöckelte weiter. Mal langsamer und mal schneller. Immer dann wenn Olivia sich mit ihrer Insel wieder näherziehen und schieben ließ mussten wir einen Zahn zulegen, da sich alle Welt (und viel schlimmer alle Kameras) nur um sie kümmerten. (Und Desinteresse kann Leyla noch weniger ab als ich selber)

Olivia Jones

Als wir dann endlich zum großen Stop in der Mönkebergstraße, hamburgs größter Einkaufsmeile kamen taten meine Füße bereits so unglaublich weg, daß ich fast ernsthaft darüber nachdachte, beim nächstbesten Deichmann ein paar Flip-Flops zu kaufen. Da ich aber

a) generell nicht mehr bei Deichmann kaufe
b) schon gar keine flachen Schuhe bei Deichmann kaufe und vor allem
c) ich niemalsnicht mit solch einer Schmach leben wollte

ließ ich das jedoch schön bleiben und machte lieber gute Mine zum bösen Spiel und leidete weiter beim Weiterstöckeln in weiteren Umwegen zum Jungfernstieg. Während ich jedoch vollständig durchhielt lief Leyla die letzten paar hundert Meter ohne Schuhe (bis auf ein kurzes Foto zu dem sie sich wieder in die Schuhe quälte)

Tatsächlich erreichten wir irgendwann den Jungfernstieg und somit auch die Alster. Glücklich nutzen wir das Alsterwasser um unsere geschundenen Füße zu kühlen. Ich bin mir nicht sicher, aber es müssen Kubikliter schlagartig verdunstet sein.

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Zum nächsten Jahr schlage ich folgende Route vor.Lange Reihe in richtung Hauptbahnhof, direkt in die Mönkebergstraße und von dort direkt zum Jungferntieg. Keine Umwege und stattdessen lieber viele lange Pausen :-)Das nächste Jahr werde ich übrigens deutlich extravaganter gekleidet und von vornherein mitlaufend geplant zum CSD gehen – und dann werde ich auf unzähigen Fotos zu sehen sein. Jawohll! Ich will in die Zeitung. Doppeljawohll!Btw. sehr ansehnlich fand ich diese drei Mädels. Was mögen das für Kleider sein? Indische?

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