Irrenhouse

Nachdem ich jetzt mit ein Paar Meldungen in die Blogger Web 2.0 Szene abgedriftet bin, komme ich mal wieder auf das eigentliche Thema „Rumtransen“. Ich war also in Berlin und wollte Abends mit Sheila zur Irrenhouse-Party von :Nina Queer:, denn dort geht bekanntlich die Post ab, dort steppt der Bär und man kann die besten Berliner Drags und Transen in freier Wildbahn live bewundern.

Sheila musste jedoch tagsüber noch einen Kochkurs (irgendein Geschenk) mitmachen und sich zur Frau ausbilden lassen. Dadurch kam sie spät – sehr spät. Bin ich doch eigentlich auf zu Spät kommen abonniert, so zeigte mir die Dame am Wochenende, wie man es richtig machen kann.

Um 2:00 sollte im Irrenhouse die übliche Transenshow stattfinden und da wollten wir natürlich da sein. ..Etwa 20 vor 2 klingelte mein Telefon und Sheila war endlich da.

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Nun aber fix los, wir müssen ja immerhin noch da hin

Schnell den Straßennamen in Sheilas Navi eingegeben und leicht gewundert. Das Navi zeigte die unendliche Stecke von 0,5 Kilometern – und hatte damit natürlich Recht. Ab dem Parkplatz 400 Meter geradeaus und etwa 50 Meter nach rechts.

Dazu kamen dann noch einmal locker 250 Meter in die andere Richtumg um einen Parkplatz zu finden. Ergo: wir hätten auch gleich zu Fuß gehen können.

Nachdem wir (wie von mir erwartet und von Sheila freudig zur Kenntnis genommen) kostenlos reinkamen und jeweils unseren Euro und unsere Jacke an der Garderobe abgegeben haben schauten wir uns um und erkannten wenig Personen, die die Fahrt nach Berlin gerechtfertigt hätte. Transen, die nicht an der Show teilnamen? Fehlanzeige! Die Show selber war zwar nett und weihnachtlich aber doch eher kurz.

Melly Magic und :Mataina Ah Wie Süß:, danach Stella Destroy, und erstere beiden noch einmal mit der Gastgeberin zusammen. Das wars. Schade. Ausser diesen vieren konnte ich nur noch ein bis zwei weitere Mädels entdecken – und eben uns.

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Stella DeStroy

Nach etwa zwei Stunden wurde uns langweilig und wir überlegten, was wir denn noch so anstellen könnten. Da wir kein Stadtmagazin zur Hand hatten und beide eh traurig waren, Freitag nicht ins Insomnia gekommen zu sein fiel die Wahl auf ebendiese Location. Hierbei zeigt sich der große Vorteil, den Hamburg hat. Alle Discos liegen zentral und man kann binnen Minuten von einer in die nächste stöckeln. Berlin ist da etwas anders. Man benötigt ein Auto und fährt ersteinmal eine halbe Stunde von einem Club zum nächsten durch die Stadt. So taten wir und fuhren los, bis wir endlich am Insomnia ankamen.

Leider hatte das Insomnia allerdings eine verschlossene Tür, vor der wir dumm dreinblickend standen und und überlegten, was denn nun zu tun sei. Sheila schlub zwei Möglichkeiten vor:

  • die Barbie Bar mit einem Absacker oder
  • das Big Eden bis es schliesst

Wir entschieden uns für das Big Eden um dort angekommen feststellen zu müssen. Es hat bereits zu. Mässig erfreut entschieden wir uns also um, nun eben doch die Barbie Bar anzusteuern, bis wir merken mussten, auch diese hatte mittlerweile geschlossen.

Also ich habe daraus geschlossen, dass in Berlin Samstags um 4 die Gehsteige hochgeklappt werden. Mann mann, ich dachte das sei eine Weltstadt…

Die wirklich allerletzte Möglichkeit waren zwei Biere an irgendeiner Tanke und diese bei mir gemeinschaftlich zu trinken.

Gesagt getan. Biere gekauft und ab zu mir.

Witzig war dort noch die Situation, als der Pförtner erst sehr interessiert geschaut hat, als zwei große kurzberockte Mädels auf ihn zukamen und erst nach meinem „Guten Morgen“ irgendwie die Lust an und verlor… Was er wohl gedacht haben man, als Sheila nach einer knappen Stunde wieder ging.

Gerade genug zeit um… Ja genau, um jeweils ein Becks Gold zu trinken und sich noch etwas zu unterhalten.

Irrenhouse Party

Es gibt viele Partys in Berlin und einige wenige legendäre. Nina Queers Irrenhouse Party gehört aber definitiv dazu.

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Allmonatlich versammelt Nina Queer im Geburtstagsklub in Friedrichshain eine Disco voll hauptsächlich Gay-Männer für die Fülle des Clubs, eine illustre Schar an Drag Queens für die Transenshow und genügend Drag DJanes und Szene DJs für zwei gut beschallte Tanzflächen im Irrenhouse.

So weit, so gut, das gibt es in einigen Clubs. Ninas Pfund, mit dem sie wuchern kann ist die Transenshow und ihre Schnodderschnauze in der An-, Zwischen, und Abmoderation.

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Wer sich vornimmt, das Irrenhouse zu besuchen, der sollte auf JEDEN Fall um zwei Uhr morgens da sein, denn dann beginnt die Transenshow. Wenn ich jetzt „da sein“ schreibe, dann meine ich übrigens „Im Geburtstagsklub zu sein, da nicht selten eine lange Schlange vor dem Einlass steht.

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Wer das aber schon weiss, der weiss sicher auch, dass es durchaus auch reicht, um halb drei im Laden zu sein, denn die Mädels fangen eigentlich nie pünktlich an. Eine halbe Stunde Verspätung gehört auf der Irrenhouse Party zum guten Ton. (darauf verlasst euch aber bitte nicht). Dann wenn die Muppet Show Melodie erklingt, dann weiß man: es wird lustig und es wird einem beste Travestie geboten.

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Eigentlich alle wichtigen Drags sind hier schon aufgetreten und es wird von übelstem Trash, derbsten Zoten, witzigsten Performances, großartigen Darbietungen über unglaubliches eigentlich alles geboten, was Drags in Berlin so auf die Bretter bringen können. Gerne versinkt man mal in Kofetti oder ist im Nachhinein vollkommen mit Sekt überströmt aber eines erlebt man bei einer Irrenhouse-Show sicher nicht: Langeweile.

Auf der Bühne habe ich ohne Anspruch auf Vollständigkeit folgende Drags gesehen:
Mataina Ah wie Süß, Melli Magic, Ades Zabel, Stella deStroy, Nina Queer, Gloria Viagra, Kaey Tearing, Biggy Van Blond, Tatjana und Polla Disaster.

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Als Transe oder Drag hat man es bei Nina Queers Irrenhouse übrigens besonders gut:

Man spart sich das Anstehen und den Eintrittspreis. Jeder weiß das und es ist vollständig normal. Enfemme geht man ohne Skrupel an der wartenden Schlange vorbei direkt an die Kasse, lächelt und lässt sich gratis die Eintrittskarte geben. Wenn man diese Abgegeben hat, stellt man sich ebenso ohne Skrupel direkt an die Garderobe und gibt seine Jacke ab. Das ist hier vollständig normal und man hat einen etwas anderen Status als andere Besucher. 🙂

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Fazit: Jeden dritten Samstag ist die Irrenhouse Party im Geburtstagsclub ein absoluter Pflichttermin und als Entschuldigung für Nichtkommen gilt eigentlich nur der eigene Tod.

Partyberichte und Impressionen:

Generell alle Partyberichte finden sich unter dem Tag Irrenhouse.

Einzelne Berichte finden sich hier:

07/2009, 06/2009, 04/2009,  03/2009, 02/2009, 01/2009, 12/2008, 11/2008, 10/2008, 09/2008 I, 08/2008, 07/2008, 06/2008, 05/2008 II, 05/2008, 04/2008 III, 04/2008 II, o4/008 I, 03/2008, 02/2008, 01/2008, 12/2007, 11/2007, 10/2007, 9/2007 II, 9/2007 I, 8/2007, 6/2007, 5/2007, 4/2007, 3/2007, 12/2006, 8/2005, 7/2005

Standort:

Geburtstagsklub
Am friedrichshain 33
10407 Berlin