Pink Wave am Wörthersee

Berliner in Österreich.

Bei der täglichen Sicht über die verschiedensten Gazetten für relevante Themeninhalte für dieses Blog bin ich heute bei der „Kleine Zeitung“ in Österreich genaugenommen in Kärnten hängengeblieben.

Dort in der Nähe ist der Wörthersee, den man hier wohl vor allem von der Fernsehschmonzette „Ein Schloss am Wörthersee“ mit Roy Black kennt. Doch auch wenn Roy Black, der sich ja am Ende seines Lebens noch geoutet hat, dort sein Schlosshotel hatte, war der Wörthersee sicher bisher nicht als Mekka der Gaycommunity bekannt. Das soll sich wohl ändern und so dachte sich der Chef von Almdudler Thomas Klein, dass man Schwule und Lesben ja nach der Hauptferienzeit an den Wörthersee locken könne.

Dafür hob er das Pink Wave Festival aus der Taufe, das wohl erstmalig dieses Jahr stattfindet, dass sich immerhin International Gay Festival nennt.

In der Zeitung steht folgendes:

Diese Frage stellt sich heute Abend bei der Almdudler-Trachten-Party in Pörtschach nicht, wenn Drag-Queen Miss Candy und Whitney-Houston Double Ikenna mit vielen Fans den Auftakt zu „Pink Wave“ feiern. Die rosigste Gesellschaft, die Kärnten je gesehen hat, eröffnet mit der Kräuterlimonade das erste Gay-Festival in der Geschichte des Sees. Schrill trifft Tradition, zumindest im Outfit: das Beste wird heute mit einer pinken Lederhose prämiert.“

Okay, Ikenna, Miss Candy, das klingt gut. Folgerichtig war der Artikel danna auch mit einem Foto zweier Drag Queens betitelt. Allerdings kam mir da bei dem Artikel so einiges spanisch berlinerisch vor.

… DIE BEIDEN sollen Ikenna und Miss Candy sein??? Wenn dass so wäre, dann haben die beiden aber noch zwillingsschwestern in Berlin.

Ich sehe auf dem Foto dann doch eher Melli Magic, die zwar auch für Whitney Houston bekannt ist, aber doch nicht als ihr Double durchgeht und dazu sehe ich dann auch noch :Mataina Ah wie Süß:…

Und ich hatte recht, wie sich dann im Video zeigt, dass sich auf der Seite noch befindet.

Leider kann man das Video nicht einbetten, daher findet ihr es hier. Dort erfährt man beispielsweise dass Sex, Äpfel und Wodka gegen Cellulite helfen.

….Wodka gegen Cellulite??? Wohl etwas viel Wodka intus gehabt, was?

Auf jeden Fall schien die Pink Wave Almdudler Trachtenparty eine sehr stilvolle Party gewesen sein…

Klub International – öde dieses Mal

unspannede Angelegenheit diesen Monat

Hmm der Klub International im Kino International ist im Normalfall soetwas wie ein Selbstgänger. Diese Party ist die wohl größte Gayparty des Monats und soetwas wie die Heimat aller Transen aus Berlin.

Es gab schon Tage, da brauchte man Stunden um durchzugehen und allen „Hallo“ zu sagen. Samstag war kein solcher Tag. Nach Durchzählung verirrten sich gerade einmal drei drags neben Sheila und mir an diesem Abend ins Kino International – Und davon war Biggy van Blond schon eine. Normalerweise ist das in etwa die Zahl der Perücken, die man hinter dem DJ-Pult im großen Saal zählen kann. Wie konnte soetwas nur geschehen?

Nun es war wohl so, dass die Party schon Auflösungserscheinungen aufwies, als wir kamen. Ich glaube, es wollten schon mehr Leute ihre Jacken zurückhaben als neue Jacken dazukamen als wir an der garderobe erschienen. Und auch Krizzi kam uns schon mit ihrer Kamera entgegen und wollte bereits Schluss machen. Trotzdem konnten wir sie noch überreden, uns noch einpaarmal im Treppenhaus zu verewigen. ( Das war auch dringend Notwendig, denn wir haben diesen Abend echt wenig Bilder selber hinbekommen ).

Während wir dort noch posierten, kam :Mataina ah wie süß: als Typ en-male vorbei – es waren also doch Drags da, nur eben nicht gedresst. Sie war eigentlich auch schon auf dem Weg nach Hause, aber ein Bild musste schon noch sein.

Wie gesagt, die Party selber war diesen Monat nicht wirklich spannend, zwar waren mit Janka und Olga noch zwei weitere arg männlich aussehende Transen vor Ort aber die spannend Gespräche hielten sich irgendwie in Grenzen und auch die Musik brachte mich wirklich nur zeitweise zum Tanzen.

Janka schien aber etwas Travestiestau zu haben, denn obwohl als Mann unterwegs, schnappte sie sich meine Pumps, als ich gerade auf den Sesseln balancierte und stöckelte so mit meinen roten Pumps durch die Gegend.

Der geneigte Leser weiss nun, dass wenn folgendes erwähnbar ist: „Janka stöckelte durchs Kino International“ wirklich nicht viel erwähnbares passiert sein kann.

Da auch nicht schien, dass sich das wohl noch ändern wird, verabschiedeten Sheila und ich uns auch bald und beendeten den Abend bei noch einigen Gesprächen über Musikrichtungen und Bands. SWo erwähnte ich eine band vom Sampler des neuesten Wahrschauers… aber dazu komme ich ein andernmal.

Dieses Mal war das KI eher langweilig, aber das ist sicher zur nächsten Party wieder vollständig anders.

Irrenhouse im Juni 2008

Sex Jahre und 11 Monate Irrenhouse
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Bevor nächsten Monat wieder die große Irrenhouse Sause startet und :Nina Queer: insgesamt sieben Jahre ihrer großartigen Party feiert, war dieses Mal noch einmal brot-und-butter angesagt. Aber das Irrenhouse ist auch in der Brot-und-Butter Version immer noch viel besser als die meisten Parties in der Hauptstadt jemals sein werden.

 

An diesem Abend hatten wir aber charmante Begleitung. Wickie, eine Kollegin von Janka war dabei und obschon sie eigentlich arge Bedenken hatte, eine Gayparty zu besuchen, schien sie doch sehr zufrieden gewesen zu sein, als wir das Irrenhouse später verliessen. Aber soweit bin ich ja noch nicht.

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kein Anschluss unter diesem Schuh

Es war kalt als wir kamen und das Wetter war fast winterlich. Der Sommer schien zu Ende. So dachten wohl auch andere, die aus der Sommerstarre aufgewacht sind und das Irrenhouse mal wieder richtig gut füllten. Trotzdem waren dieses Mal relativ wenig bekannte Gesichter fand ich – obwohl Mel war mal wieder mit unterwegs, Claire war mal wieder zu sehen und Shizophrena war da, wollte allerdings nicht fotografiert werden… ..Nun fragt sich der Leser zu recht folgendes: „Eine Transe, die nicht fotografieren lassen möchte, wie kann denn das sein?“

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Die Lösung ist einfach… Shizophrena hatte ihr Makeup vorm Urlaub verlegt und nicht wiedergefunden… Ich kenne dass, wenn man irgendwas einfach nicht wiederfindet und so mit etwas anderem vorlieb nehmen muss. Immer Mist soetwas.

Dafür gab es mal ein neues Gesicht in Berlins Clubszene. Gina nennt sie sich und treibt sich gerade seit anderthalb Monaten draussen rum. Zumindest dieses bisher aber nicht auf irgendwelchen Parties auf denen ich mich rumtreibe, denn ich hatte sie bislang nie gesehen. Sicherlich ist da noch einiges zu tun, aber ein Anfang ist gemacht. Ausserdem hatte sie den Mut, uns anzusprechen. Als ich das erste Mal im Irrenhouse war, hatte ich den Mut nicht insofern: Respekt.

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Aber kommen wir doch mal zum eigentlichen Highlite einer jeden Irrenhouse-Party, der Transenshow.

Den Start machte an diesem Abend die Hausherrin selber, die ihren Smash-Hit „Fickie Fickie Aua Aua“ live zum Besten gab. Das dauerte zwar eine Weile, bis sie aus allen Mikrofonen im Irrenhouse das einzige herausgefunden hatte, dass ihre Stimme auch ordentlich über die Boxen in das Publikum übertrug. Das hatte sie aber irgendwann geschafft und so sang sie – dieses Mal ohne DJ Divinity – ihren Hit.

Gerfolgt wurde sie von :Adessa Zabel:, die ebenfalls einen Smash-Hit vortrung, allerdings nicht von Nina sondern von Madonna. „Give it to me“ um genau zu sein. Jawohll, gib uns unseren Shit Adessa. Das tat sie – und zwar mit einer ganzen Ecke Transen-Trash. Aber ich mag Transen-Trash und so mochte ich auch den Auftritt von Adessa. Genaugenommen empfand ich ihn sogar als allerbesten an diesem Abend.

Damit aber nicht fertig, denn es folgte Stella DeStroy, die bestens aufgelegt, ihren Goldfingerständer und American Boy dabei hatte und mit ihm wiedereinmal eine unwahrscheinliche Sauerei auf der Bühne veranstaltete. Dass er sie ordentlich besudelte musste ihr American Boy allerdings ziemlich büssen… So ein Heel kann einem Mann schon ordentlich die Luft rauben 😉

Letztendlich folgte dann noch eine alte Bekannte: :Mataina Ah wie Süß: wobei alt in diesem Fall absolut nicht despektierlich gemeint ist, sondern ihrer heutigen Bühnenpersönlichkeit geschuldet ist. So stand sie dieses mal als rüstige Rentnerin auf der Bühne und sang über Gruppensex im Altersheim und damit war der wichtigste Part des Abends zu ende.

Nicht jedoch der Abend selber für uns, denn den wollten wir noch im Felix ausklingen lassen, auch um Wickie noch einmal zu zeigen, dass man auch ausserhalb der Gaycommunity jede Menge Spaß haben kann. Auf also ins Felix.

Chris Andersson @ Irrenhouse

Leeres Irrenhouse aber coole Show
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…so hat Sheila den Besuch im Irrenhouse vor genau einem Jahr betitelt. Immeran dem Wochenende,an dem das lesbisch schwule Stadtfest in der Motstrasse und den angrenzenden Seitenstrassen ist, verlagert sich das Partyvolk eher ins Goya, anstatt durch die halbe Stadt zum Irrenhouse zu fahren.

Wir erwarteten eigentlich schon ein ziemlich leeres Irrenhouse und schon die gänzlich fehlende Schlange vor der Tür schien dieses zu bestätigen. Keine Gäste vor der Tür und auch viel Bewegungsfreiheit im Geburtstagsklub… Zumindest war es auch nicht so heiss und stickig. Ausserdem waren wir endlich mal wieder fast die einzigen interessanten Fotografieobjekte. Soetwas mögen wir doch immer.

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Aber auch wenn das Publikum nicht in Scharen strömte, so tat das der Show keinen Abbruch. Mit :Mataina Ah Wie Süß:, :Gloria Viagra:, :Nina Queer: persönlich natürlich und dem 5.platzierten der franzäsischen Starsearch Show gab es trotzdem eine tolle Show geboten.

Den Anfang machte Nina, der Günther Netzer der Travestie… was meint sie damit wohl… die Frisur vielleicht? Egal, sie begann mit einer Tina Turner Nummer, die sie zusammen mit Arne Friedrich, Lukas Podolski und Jens Lehmann sang und zum besten gab. Apropro zum besten geben. Sie gab den dreien das, was sie am besten kann und für dass sie offensichtlich zu Recht fast weltberühmt ist. Aber schaut selber.

Gefolgt wurde sie von Mataina Ah Wie süß, die sich mal wieder den schwersten Job ausgesucht hat…. Mataina sucht sich ja gerne Lieder aus, von denen man zu Lebtags noch nie etwas gehört hat. Wie die Sache mit dem Chhhruchhhrucksnestt. Ein großer Din-A4 Zettel mit Text auf Schwitzerdütsch und Mataina fragte sich vorher noch warum sie sich sowas immer antut. Nun Mataina, vermutlich weil es etwas besonderes ist und sonst niemand soetwas tut. Auf jeden Fall toll, was sie sich immer einfallen lässt. Eben auch diese Sache mit dem Chhhruchhhrucksnestt.

Die dritte im Bunde war dann Gloria Viagra, die my life trällerte und dazu alles an legalen und illegalen Substanzen zu sich nahm – oder zumindest so tat. Ob sie damit nun aber ihr eigenes Leben gemeint hat, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Was ich abver mit Bestimmtheit sagen kann ist, dass die Substanzen auf der Bühne zumindest teilweise nicht echt waren. Schmeckte der Vodka, der bis in mein Gesicht spritzte doch vergleichsweise wässrig. Und ich schätze solch eine Verschwendung des weissen pusers, wenn es denn kein Mehl war, würde teuer sein…. Trotzdem nett war es. 🙂

Mit drei Nummern ist die Show im Irrenhaus auch gerne einmal zuende, dieses Mal jedoch hatte Nina noch einen „Stargast“ im Köcher. Man möge mir verzeihen, aber ich weiss nicht wer der Kerl war, der aufgetreten ist… Man gebe mir bitte mehr Infos. er hat beim französischen Ableger von Starsearch den 5 Platz gewonnen und eine Top 10 Singeplatzierung in den französischen Charts und sein Name ist „bitte hier eintragen“ Chris Andersson wie Sheila mir erzählte. Weiss Gott wie Nina daran gekommen ist, aber er gilt wohl als Star und kam auf die Bühne um seine Single zu bringen. Zwei süsse Mädels begleiteten ihn dabei… Ob er wohl wusste, bei was für einer Party er da auftritt???

Egal, die Show war beendet und das Irrenhouse ob seiner Fülle nicht mehr unbedingt DIE Party der Nacht, also zogen wir weiter, um sie zu suchen.