Inas Nacht – Unplugged Musik

Inas Nacht

Dass ich ein großer Fan von Ina Müller bin, schrieb ich bereits, als ich das Lied De Wind vun Hamburch postetet. Nun hat die großartige Dame mit der ebenso großartigen Stimme seit geraumer Zeit eine eigene Late Night Show, die aus einem kleinen Lokal, dem Schellfischposten im Hamburger Hafen ausgestrahlt wird und über die Fernsehgrenzen vom NDR leider nie herausgekommen ist.

Vollkommen zu unrecht, denn Inas Nacht ist toll, vielleicht sogar ein kleinwenig subversiv, denn die Art, wie sie mit ihren Talkgästen spricht ist gänzlich eine andere, als man es von anderen Talksendungen a`la Beckmann und Kerner gewohnt ist. Ihrer Schnodderschnauze kann man dabei allerdings nicht böse sein, geschweigedenn etwas abschlagen. Schon garnicht einen Besuch bei „Inas Nacht“. Daher kommen dann auch großartige Gäste, die nach Möglichkeit ebenso schlagfertig sind, wie sie selber. Thomas Herrmanns, Jürgen von der Lippe, Mirja Boes oder Hugo Egon Balder. Eben wirklich interessante, schlagfertige Gesprächspartner

Aber genauso interessant sind die Musicacts, die Ina einlädt, zumeist deutsche Acts, die dort unplugged spielen und das wirklich wirklich gut. Da ich gerade über einige dieser Lieder auf Youtube gestolpert bin und besonders die beiden ersten neimandem vorenthalten möchte, musste ich eben diesen Beitrag schreiben, denn dabei sind durchaus auch der ein oder andere Künstler, den ich besonders mag. Selig, Mia, Clueso und und und. Wer auf deutsche Musik ein wenig steht, mag da einmal reinhören, es lohnt sich….

Master and Servant im Insomnia

Depeche Mode im Insomnia

Freitag waren eine ganze Menge Transen, die ich schon eine ganze Weile kenne in der Stadt. Mia, Kerstin, Jessi und ne ganze Menge weiterer Personen, die sich zu Pricillas Nachfolgeparty der Queerbootparty am Samstag in Berlin versammelten.

Üblicherweise findet man solch Transenzusammenrottungen aus Gesamtdeutschland entweder im KitKat oder im Insomnia. Damit ich wusste, wo ich hinzufahren hätte, war man aber so nett, mir eine SMS zu schreiben, die mich gegen 23:30 daran erinnerte, dass Jessi gerade im Insomnia angekommen sei..

23:30? Viel zu früh für mich. Wie soll ich denn zu solch früher Zeit irgendwo sein? …Aber musste ich ja nicht, denn
a) bin ich mobil
b) weiss ich den Weg
c) musste ich eh noch was essen und
d) war ich noch lange nicht fertig

Irgendwan um halb zwei stand ich dann – mit einem Whopper gemästet – vor der Tür des Insomnias. Ich kann mich erinnern, dort mal vor verschlossener Türe gestanden zu haben, weil ich nicht wusste, dass man dort klingeln muss um Einlass zu bekommen.

Egal, ich schlüpfte durch, als die Tür gerade zufällig eh offen war und zog ins Insomnia ein.

Generell mag ich das Insomnia vom Flar her ja. Dafür, dass es ein fester Club ist, treiben sich dort – zumindest am Wochenende – doch weitaus interessantere Personen rum als beispielsweise im KitKat. …Und viel weniger Touristen. Wer also gerne gothic- oder fetishlastig angehaucht ausgeht und wenn dann gerade zufällig keine größere Party im Gange ist, der sollte das Insomnia mal ausprobieren.

Oder aber auch die Personen, die auf Depeche Mode stehen, denn an diesem Freitag war dort die Master and Servant Party. Das bedeutet hierbei allerdings nur in zweiter Linie das Thema Master und Sub sondern weist in erster Linie auf das gleichnamige Album von Depeche Mode hin…

Das bedeutet aber trotzdem nicht, dass nicht manch eine Ecke oder intimer Bereich für Sessions und kleine Orgien genutzt wird. tststs.

Ich hab ein Bett dann aber doch lieber zum „gemütlichen Herumliegen“ und „mich nett unterhalten“ genutzt und das war auch sehr nett. Die einzige, die das nicht so klasse fand, war Dominique, die mich bat, mit meinen Absätzen aufzupassen, Leder und Absätze vertrügen sich nicht und ich solle auch aufpassen, keine Kratzer in die Kacheln zu machen…

mit Kunststoffabsätzen???

Na egal, ich passte etwas auf und alles war gut. Sich mal wieder mit Kerstin, Jessi oder erstmalig auch mit Lena zu unterhalten und zwischendurch zu ein paar Depeche Mode Songs zu tanzen. So mag ich das.

…warum ich mich aber auf einem Male mit einer Zigarette im Mund wiederfand, weiss ich nicht – und schon garnicht, warum das gleiche am Samstag noch einmal passierte…

Es war auf jeden Fall ein netter Abend

Queerboot Party

Das war sie nun also, die Queerbootparty, soetwas ähnliches wie eine Hafenrundfahrt nur eben auf dem glatten Wasser der Spree anstatt des ja doch manchmal etwas kabbeligen Wasser der Elbe.

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20:30 sollte der Ausflugsdampfer ablegen und bis dahin sollte man besser da sein, wenn man nicht von weitem winken wollte. Um alle weiteren Spekulationen gleich im Keim zu ersticken – natürlich schaffte ich das. Genaugenommen war ich sogar lange vor Abfahrt und weit vor anderen Mädels an Bord.

Wobei das „an Bord kommen“ garnicht so einfach wie gedacht war, denn die „Gangway“ war sehr steil und kaum stöckelfreundlich. Ich kam jedoch wie gesagt heil an Bord und wurde von Sheila meines hart verdienten Geldes beraubt.

Naja, sie durfte das, stand sie doch an der Kasse und diese Ausflugsfahrt sollte ja nicht in einem finanziellen Fiasko enden. Wenn ich allerdings mal durchrechne, wie viele Mädels schlussendlich da waren, dann glaube ich nicht, dass sich diese Party gerechnet hat… Wo wart ihr alle? Menschmensch. Trannypartys zu veranstalten wird heutzutage immer schwieriger, wenn es sich nicht gerade um eine eingeführte Veranstaltung wie das Schlampenfest handelt….

Egal, die Mädels, die den Weg auf den Dampfer gefunden haben, sammelten sich auf dem Achterdeck und hatten unter der Musik von Michelle ihren Spaß.

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Da haben wir mal den anderen Weg, ein nicht unbekannter DJ, der ob des musikalischen Könnens gebucht wird und eben nur ab und an mal gedresst hinter den Turntabels steht. Ziemlich klasse Leistung übrigens und großartige Musik, die jedoch mehr als einmal untebrochen werden musste.

Die Schiffe auf der Spree sind nicht allzu hoch, damit sie unter den sehr niedrigen Brücken hindurchkommen. Daher kann man diese Ausflugsdampfer auch nur begrenzt als Trannyfreundlich bezeichnen. Selbst ich mit knapp 1,80 Metern hatte mehrmals Deckenkontakt, größeren Mädels wie Janka oder Madeleine durften zumindest unter Deck eher gebückt gehen. Machte aber nichts, denn das Wetter war gut und wir waren ja eh fast alle und fast immer auf dem Achterdeck und da konnte man eben aufrecht gehen – wenn nicht gerade eine dieser Brücken kam.

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Ob Berlin auch, wie Hamburg, mehr Brücken als Venedig hat, kann ich nicht sagen, aber Berlin hat doch einige auf der Spree und wenn man auf dem Achterdeck stehen bleiben würde, dann wäre der Kopf weg. Das alleine wäre ja kaum schlimm, aber zu allem Unmut wäre dann auch die Frisur ruiniert. Und diese Erkenntnis wirke, um sich jeweils bei den Brücken hinzusetzen.

Das ganze hatte etwas von der Reise nach Jerusalem: kaum war die Musik weg, suchten sich alle einen Platz und verharrten, bis die Musik nach der Brücke wieder anging und der Partydampfer wieder normale Lautstärke erreichte.

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Glücklicherweise waren unter den Mädels eine ganze Menge, mit denen man ne Runde klönen konnte und auch etwas Spaß haben konnte. Endlich hab ich beispielsweise mal Madeleine getroffen, etwas mit Mia und Denise geschnackt, Jess über die Zukunft ihres Blogs ausgefragt, mit einer Mehrjankfrau bilder gemacht und und und.

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Mehrjankfrau

Dabei fällt mir ein, dass Jee mir noch eine Wette angeboten hat… Sie will doch tatsächlich versuchen, mit ihrem Blog zum Thema Zoe vor meines zu gelangen. Das ist ja lächerlich, allerdings, wenn sie das schafft, dann ziehe ich wirklich meinen Hut – und werde alles daransetzen, dass sich das schnell wieder erledigt hat 😉

Egal, einige Lieder, einige Schnacks und einige Bilder Später erreichten wir gegen 23:00 wieder die Ablegestelle und fuhren in altbekannter Formation (Sheila, Nina, janka und ich) ersteinmal etwas essen, aber dazu morgen mehr…

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Crossdresser, Transen oder Fun?

Auch wenn Sheila meckert, dass mit mir seit ich in Berlin wohne schwieriger wegzugehen sei als vorher gibt es ab und an Prioritäten, die gesetzt werden müssen. An diesem Wochenende war das der Junggesellenabschied eines meiner ältesten und besten Freunde.

Witzigerweise musste ich selbst da Prioritäten setzen, denn zum gleichzeitig stattfindenden Junggesellinnenabschied von S., seiner liebsten, die ich auch seit ewig und drei Tagen kenne, war ich ebenfalls eingeladen – als Zoe. Leider kann ich mich aber nicht teilen oder gar dritteln und so war dieser Junggesellenabschied die wichtigste der drei Veranstaltungen.

Nach einem Pokerturnier in besten Ambiente (Anzüge, Hüte, Sonnenbrillen, Whiskey, Zigarren, echte Tische, semiprofessionelle Dealer etc. immer aufgelockert durch die üblichen Jungesellengimmicks (stripperin etc) gings mit bestimmt noch 15 gut gekleideten, teilweise behuteten Kerlen auf den Kiez, die Reeperbahn.

Irgendwann landeten wir im Thomas Read, einem großen Touri-irish Pub, der ausser dem Aussehen und den Bieren mit einem Irish pub keinerlei Gemeinsamkeiten mehr hat.

Dorthin zog es auchh eine Gruppe ääääh Transen, Crossdresser, Männer.?

8-10 Personen, schlecht gekleidet, nicht geschminkt mit Perücken, die teilweise wirklich am Ende des Ende waren. Es war für mich zum weinen, für andere zum lachen und generell Augenkrebsfördernd und kaum zu ertragen.

Später traf der Jungesellinen-tross ebenfalls zu uns und S. fragte mich:

S.: Hast du die Tanten dahinten gesehen
Ich: Ja! Und ich musste weinen
S.: Die haben doch eine Wetter verloren oder so, oder?
Ich: Ich hoffe, dass sie nicht freiwillig so herumlaufen

Da ist es wieder, unser Lieblingsproblem. Angrenzung und Schubladendenken. Generell bin ich gegen Schubladen und ich sträube mich, in einer drin zu sein. Dragqueen, Crossdresser, Transvestit, das alles sind ja Begriffe, in die man sich selber steckt, daher finde ich ja den Überbegriff Transgender auch ganz klasse. Also Schubladendenken ist Bä.

Trotzdem muss ich schon gestehen, dass mich diese Damen schon zu einer Einschränkung dieser Einschätzung bringen.

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S. hat offensichtlich eine Gedankenbrücke von denen auf mich geschlagen. Logisch. wenn das wie in diesem Fall die Frage ist, dass das doch hoffentlich nicht echt sei, dann ist das okay, denn dann differenziert sie ja. Nur die „gemeine“ Öffentlichkeit, wie sieht die das. Ich hoffe – und ich glaube auch – genauso. Als Spaß.

Und spaß hatten sie, denn es zeigte sich mal wieder, wie sehr Frauen interesse haben, denn sie hatten eigentlich ständig irgendwelche Frauen bei sich.

Irgendwann spielte der DJ Mia mit Tanz der Moleküle und die Gruppe blieb seltsam unbewegt, was S. zu der Aussage führte:

Das sie dabei sitzenbleiben, zeigt, dass sie keine echten transen sind, oder?

Jepp. zeigt es normal, die Jungs schienen aber offensichtlich irgendwo aus Großbritannien zu kommen und verstehen wohl kein Deutsch – geschweigedenn kannten sie dieses Lied.

Was mich allerdings wunderte – und sowas macht mich immer stutzig. Zwei von denen hatten richtige Damenschuhe in Männergrößen… 😉 Sollte das vielelicht doch nicht alles Fun gewesen sein?