Burlesque Show Glitteresque

Burlesque Show Glitteresque

In Hamburg ist klar, wo man eine gute Burlesque Show sehen kann. Natürlich im Queen Calavera. In Berlin ist das ganze etwas unklarer. Mal findet man welche im Admiralspalast, mal im Roadrunners Paradise, immer jedoch auf Miss Juliettas La Glitteresque, die allerdings wiederum ab und an an anderer Stelle ist.Dieses Mal war sie erstmalig in der Chillout Lounge.

Ich hatte eigentlich abgesagt, da ich wohl ausgehen konnte, durch meinen Arztbesuch am Mittag ein Gesicht hätte, das ich der Öffentlichkeit nicht vorführen wollte. Da das jedoch nicht so schlimm wie erwartet war, ich es jedoch trotzdem nicht mit Makeup belasten wollte, kam ich eben als Mann mit, während Sheila selbstverständlich wie gewohnt unterwegs war…. ..as mache ich nie wieder. Niemand beachtete mich, alle liefen an mir vorbei. Gerade einmal zwei Personen er-kannten mich auf den ersten Blick, einige Mehr auf den zweiten und manchen musste ich mich neu vorstellen… Nene, das ist nichts für mich, dieses männliche Aussehen am Samstag Abend.. zumindest nicht in Kreisen, die mich eigentlich nur als Zoe kennen. Aber zurück zur Glitteresque… und dem Queen Calavera…. Denn es gibt einen Regen Austausch der Burlesque Tänzerinnen zwischen Hamburg und Berlin. Eigentlich haben alle wichtigen Berlinerinnen ihre burlesque Show schon auf der kleinen hamburger Bühne dargeboten und auch hamburger burlesque Tänzerinnen sind in Berlin nicht allzu selten. An diesem Abend standen 10 Burlesque Shows auf dem Zettel und Golden Treasure, Mitglied der hamburger Harbour Pearls sollte einige davon bestreiten. Daneben natürlich Julietta La Doll herself, Mama Ulita, Frau Pepper und als Newcomerin auch Scarlett O Hara mit einer Show.

Es begann Furios mit Golden Treasure, die gleich eines ihrer großartigen Kostüme zeigte. Unter einem ausladenden Gesäß, dass eine Beyonce neidisch gemacht hätte und einem ebenso ausladenden Oberteil, dessen Größe Dolly Buster weinen lassen hätte verbarg sich aber nicht das erwartete sondern ein Obstkorb, der die mehrfache Tagesosis jeglicher Vitamine bedeutet hätte, hätte man an Golden Treasure geknabbert. Sie befreite sich aber selber von diesen Vitaminen und der Kleidung – bis auf die obligatorischen Pasties

Diese Qualität konnte Frau Pepper danach leider nicht wirklich halten. Weder in Originalität noch natürlich im Kostüm kam sie an Golden Treasure heran. Ihr erster Auftritt war eine eher langweilige Performance zu Big Spender, die keinen wirklich vom Hocker gehauen hat. Deutlich besser war ihr zweiter Auftritt, der doch einiges an Elan zeigte. Aber ich muss gestehen, dass ich dieses Diamands Are a Girls Best Friend bald nicht mehr hören kann. Vielleicht ist es ein Klassiker, aber es ist eben ein Klassiker, den ich schon extrem oft gehört und gesehen habe. Wer sich an diesem Song versucht ist eben immer in Konkurenz zu Marily, Madonna, Kylie und eben Moulin Rouge. Da kann man eigentlich nur verlieren.

Niemalsnicht verloren hat Miss Mama Ulita, die doch ziemlich eigen mit ihren Songs war. 20er Jahre ist ihr Stil und somit sind auch ihre Kostüme sowie die Songs in dieser Zeit verhaftet. Mama Ulita ueigte, auf was alle an einem schon knappen Kostüm noch verzichtet werden kann – und das ist eine ganze Menge, bis nicht mehr allzuviel Kleidung an ihr war. Doch konnte man sich eigentlich nicht genau sicher sein, da sie es bravourös schaffte, alles mit zwei großen Pfauenfedern-Fächern zu verschleiern. Ziemlich großartig.

Es folgte die einzige Newcomerin an diesem Abend. Scarlett O Honey. Ich habe keine Ahnung, wie oft sie schon auf einer Bühne gestanden hat, aber, wenn als Newcomerin angekündigt, wohl nicht allzuoft, vielleicht gar noch nie. Das störte aber nicht, denn sie bewegte sich auf der Bühne wie eine alte Häsin, auch mit den Fächern konnte sie bereits umgehen wie eine große und ohne Zweifel ist sie eine der süssesten Erscheinungen, die ich auf  Burlesque Showbühnen in letzter Zeit so gesehen habe. Da ist mehr zu erwarten.

Den letzten Satz kann ich ohne Umschweife genauso stehen lassen, wenn es um Julietta La Doll geht. Keine Frage. Von ihr ist aber nicht nur mehr zu erwarten, sondern sie hat schon viel viel mehr gezeigt. Natürlich lässt sie sich nicht bitten, auf ihrer eigenen Party ebenfalls eine Burlesque Show zu besten zu geben. Sie schaut ja immer aus, als könne sie kein Wässerchen trüben und von daher ist die Rolle des süßen unschuldigen Mädels wie auf den Leib geschneidert. …Bei ihrem Auftritt ist mir übrigens erstmalig aufgefallen, welch Fertigkeiten die Mädels entwickelt haben, geschnürte Korsetts auf dem Rücken zu öffnen. Das ist aller Ehren wert.

Aber bei all den schönen Auftritten brauche ich nicht lange darüber nachdenken, dass mich Golden Treasure am meisten beeindruckte. Ihre Auftritte sind künstlerisch klasse, sie haben Witz, Golden Treasure nimmt sich selber nicht zu ernst und ihre Kostüme sind einfach der Hammer. Ob als Hawaiimädchen mit Obst, ob als Schwan mit tollen weissen Federn oder in einem Medley aus Freddie Quinn und diversen James Bond Liedern, alle Kostüme haben mit Sicherheit einiges an Arbeit gekostet. Sie begeisterte mich und nicht nur mich.

Apropo begeisternd. Lady Lou veranstaltete ein kleines Gewinnspiel, in dem es um einen Burlesque Kurs im Studio Schönheitstanz ging. Fünf freiwillige Mädels sollten zeigen, wie gut sie mit Pasties umgehen können. (auf der Kleidung selbstverständlich).. Aber ehrlichgesagt, war das bei allen fünf nicht so berauschend. Trotzdem kürte Lady Lou eine Siegerin… Zumindest fast, denn im letzten Moment kam eine männliche Stimme aus dem Publikum “Das kann ich besser als ihr alle zusammen” … Wer soetwas sagt, der muss es beweisen – und er tat es: Die Pasties schwangen in der Tat besser als bei allen fünf Mädels und er gewann unangefochten diesen Burlesque Kurs. Leider ist das Studio Schönheitstanz “strictly for women”

Insgesamt war das eine großartige Burlesque Show, die uns dort geboten wurde. Zehn Auftritte, von denen viele richtig gut waren. Die La Glitteresque ist eben immer ein Besuch wert. Nur das nächste Mal bitte wieder als Zoe.

Rockabellas und Rockabillies

Rockabellas trinken keine Caipis – zumindest nicht im 20 Flight Rock

Mit einem Besuch im Queen Calavera sollte der Hamburg Besuch von Sheila und mir aber noch nicht beendet sein. Ich musste sie dringend noch in eine Bar lotsen, die ihr auf jeden Fall gefallen würde, dem einzigen Platz, der mir einfällt, an dem man ziemlich sicher Rockabellas und Rockabillies in Hamburg treffen kann. Es geht um das 20 Flight Rock, in dem ich aufgetranst schon kurz vor Weihnachten und als Typ vor viel längerer Zeit war.

Das zweite weiss natürlich niemand, aber ersteres ist aufgefallen. Ais wir hereinkamen fiel mir das süsse Nädel, mit dem ich mich das letzte Mal eine ganze Weile unterhalten habe mehr oder weniger direkt in den Arm. Direkt wiedererkannt… Damit war sie aber nicht die einzige, Lili Lunatic, die wir dann noch kennengelernt haben, konnte sich ebenfalls daran erinnern, mich schon einmal im 20 Flight Rock gesehen zu haben. Ich konnte mich leider nicht an sie erinnern, aber das nächste Mal ganz bestimmt – auch ohne ihre riesige Locke und ohne die Lili Musters Strähne.

Ja, ganz bestimmt, denn Lili ist mir ganz nahe gekommen – mit ihrer Zigarette… *Schmirgel, Kokel* Es gab ein großes Loch in meiner nagelneuen Falke Nahtstrumpfhose, die sehr sehr passend zum Kostüm und nicht wirklich günstig war. Aber sie versprach mir, nicht auch meine Ersatzstrumpfhose anzukokeln und so war es okay für mich und es war mit einem Getränk vergeben und vergessen… Ich begnügte mich mit einer Cola, denn ich wollte noch fahren.

Apropos Getränke: Sheila suchte vergeblich auf der Karte nach einem Caipi… Tja Pech gehabt, im 20 Flight Rock müssen auch berliner Rockabellas mit ordentlichen Getränken vorlieb nehmen. Cocktails gibts hier nicht. …Aber andere Getränke, wie beispielsweise “20 Flight Rock Specials” was das genau ist, kann ich nicht sagen, dass es aber viele Prozente hat, konnte ich bei einem kurzen Nippen an Sheilas Glas deutlich erkennen. Ihr schmeckte es aber. Vollkommen im Gegensatz zum Mexikaner, der uns ausgegeben wurde. Mexikaner kennt in Hamburg jeder und jede Bar führt ihn… Sheila kannte ihn jedoch nicht. Korn, Tomatensaft, Tabasco, Salz, Pfeffer, und Taki Taki ergeben eine feurige Mischung, die aus dem Steppenwolf in der Talstrasse hamburgweite bekanntheit erreicht hat, aber wohl noch nicht bis nach Berlin gekommen ist. Nundenn Sheila wurde kurz rot wie das Getränk und nahm einen schnellen Zug aus der ihr gereichten Bierpulle….

Aber er schien ihr geschmeckt zu haben, denn kurze Zeit später gab man uns eine neue Runde aus und während unserereins mit Sambucca anstieß nahm sheila lieber noch nen Mexikaner :) Aber schön, 2x von hamburger Rockabellas eingeladen worden. Nur Eve Champagne, die sich mittlerweile zu uns gesellte wollte nicht mittrinken. “Heute kein Schnaps” meinte Eve und nahm einen tiefen Schluck aus ihrem Vodka Lemon… *stirnrunzel* *nachdenk* …Da ist Schnaps wohl Definitionssache :) . Wie auch ein anderes Zitat von ihr durchaus Definitionssache ist.

Ich finde, Männer müssen Brusthaare haben, ausser sie sind Frauen….

Nachdem ich das habe sacken lassen, musste ich zugeben, dass das für mich das Zitat des Abends war.

Wir hatten viel Spaß im 20 flight Rock, auch wenn man uns erzählte, dass Berliner “hier” nicht gerne gesehen würden… Das allerdings meinte man im Spaß zu ihr und es zeigte nur, dass unser Ruf uns mal wieder vorauseilte. Er wusste es aus dem Internet.. Unser Ruf eilt uns mal wieder voraus :)

Der ganze Abend war toll.

Boylesque – Burlesque für Männer

Ich bin mir nicht sicher, ob der Konstantin weiss, was er da am Wochenenende entschieden hat oder was für ihn entschieden wurde, aber ich schaffe da jetzt mal Tatsachen.

Irgendwer fragte mich am Wochenende auf der Glitteresque, ob ich dabei wäre, bei einem Burlesque Workshop mitzumachen… Nun gibt es Burlesque Workshops schon fast an jeder Ecke, aber der, um den es bei dieser Frage ging, ist ein etwas anderer. Es geht dabei um Männer, also sozusagen um Boylesque.

Laut Natallia Baturova und Agata Lattka vom Studio Schönheitstanz bekommen sie wohl erstaunlicherweise relativ viele Anfragen für Burlesque Workshops für Männer, mussten aber bisher leider immer aufgrund fehlender “Lehrer” abblocken und so kam solch ein Kurs nie zustande. Das kann sich vielleicht nun ändern… Am letzten Wochenende wurde Coco, der Confronciere der monatlichen Boheme Sauvage gefragt, ob er sich vorstellen könne, solch einen Kurs zu leiten…

Agata & Natallia

Ob das nun am Alkohol lag, dass er nicht abgeneigt war, mag ich nicht beurteilen – da er aber am nächsten Tag immer noch Feuer und Flamme war, muss ich davon ausgehen, dass es ihm ernst ist. Nun ist Coco eine Bühnenrampensau, er steppt und soll auch am Wochenende einen netten Menstrip im kleinen Kreis veranstaltet haben. Er ist also künstlerisch, wie tänzerisch die richtige Person für einen Boylesque Workshop. Darüber hinaus hat er natürlich im Studio Schönheitstanz die richtige Unterstützung, Unterrichten doch dort beispielsweise schon Lady Lou, Xarah von den Vielenregen oder Miss Julietta. – Aber eben bisher nur Frauen.

Coco und sein erstes Opfer

Als Jungs, mailt dem Studio Schönheitstanz schon einmal, damit sie Coco schnell verhaften. Und Mädels, wäre solch ein Boylesque Workshop nicht ein nettes Weihnachtsgeschenk für euren Liebsten?

La Glitteresque – Berlin Burlesque Party

La Glitteresque – Berlin Burlesque Party

Ziemlich genau vor knapp drei Monaten wurde die Primitiv Bar in Berlin Friedrichshain mit einer netten Party und mit drei Bulesque Performances von Taschana und Julietta La Doll eröffnet. Eine nette kleine Bar mit einer noch kleineren Bühne und vor allem einer sehr niedrigen Bühne. Soll Heissen: Leider konnten nur die ersten Reihe gut sehen…. Das war noch ausbaufähig. Aber ein guter Anfang.

Das sagte sich wohl auch Julietta und beschloss, daraus eine Partyreihe zu machen. La Glitteresque!

Glitter, Glam und Burlesque werden nun im Monatstakt in der Primitiv Bar einfallen und damit auch hoffentlich viele begeisterte Zuschauer…. Das klappte dieses erste Mal am Freitag schon sehr gut. La Glitteresque war ein voler Erfolg: Die Bar war gerammelt voll, Julietta konnte die Bar überzeugen, dass die Bühne mindestens drei mal so hoch sein müsse, die Mädels auf der Bar waren großartig und die meisten Gäste waren begeistert. Kleinere Ablaufpannen, die einer ersten Party geschuldet sind, fallen da wirklich nicht ins Gewicht, auch wenn mich ein Pärchen das Glauben machen wollte. Julietta konnte – und war auch – am Ende Glücklich sein. Ihre erste Party war ein Erfolg und so kann es weitergehen. Aber zur Sache:

Drei Mädels waren auf der Bühne: Julietta La Doll und Taschana, wie vor drei Monaten und dazu noch Lady Lou.

Die sympathische Neuseeländerin Lady Lou, die bereits längere Zeit in London Burlesque tanzte hat eine Babypause eingelegt und sozusagen auf La Glitteresque ihr Comeback gefeiert. Wir sprachen bereits auf der letzten Boheme Sauvage mit ihr und sie vertraute Sheila an, dass es wohl spannend würde, ihren Auftritt anzuschauen. In London meint sie, sei es fast schwer, noch eine Location zu finden, in der Burlesque noch nicht auf dem Programm stünde, in Deutschland sei das noch alles etwas im Anfangsstadium, aber es entwickelt sich. So gibt sie in dem Bereich auch Unterricht im Schönheitstanz Studio.

Die Bühne im Primitiv teilte sie sich mit einem kleinen Pudel, dessen Namen ich leider vergessen habe und mit Fred, einem Mann im … Naja sagen wir mal etwas mehr als bestem Alter. Ein Sugardaddy eben, den zu Verführen eigentlich ein leichtes Spiel sein sollte. .. In diesem Fall bin ich mir aber nicht ganz sicher, er war so bewegungslos, dass er zu schalfen schien. Damit war er dann wohl aber auch der einzige, denn alle anderen waren begeistert.

Die Performance von Julietta La Doll war aber ebenfalls begeisternd. Toll und romantisch. Über 6 Minuten aber doch keinesfalls zu lang. Ein tolles Outfit, eine tolle Show. Leider kann man das Grün im roten Schein garnicht so gut sehen, aber ich verweise hier schon einmal auf den noch Kommenden Bericht der Girl in a Hot Rod Party von Inga, wo Julietta diese Nummer auch brachte. – In besserer Kamera Qualität. Fünf Stücke hat Julietta bereits und arbeitet an einem sechsten. Ich kenne zwei. Bleiben also noch vier fürs erste. Ich freue mich drauf, mehr zu sehen.

Bei Taschana gab es auch “mehr als zu sehen ist”. Die Dame ist einfach riesig und sprengte bei ihrem ersten Auftritt so mein Kameraobjektiv. Zum Glück stand ich zum zweiten Auftritt “Goldfinger” weit genug hinten, um sie ganz auf der Linse verewigen zu können. Nun ist Goldfinger ja auch durchaus ein Standard, den ich schon einige Male auf der Bühne gesehen habe, und ich muss gestehen, an Stella Destroy mit ihrer Version von Goldfinger kam Taschana nicht ran. Aber entscheidet selber.

Ansonsten war es ein sehr netter Abend mit vielen der üblich verdächtigen Personen. Konstantin (Coco) schaute zwar etwas verwundert, als ihm erörtert wurde “Achtung, wundere Dich nicht, Zoe steht gerade hinter Dir…” und es lächelte ihm ein Typ zu… Da brauchte er ein paar Zehntelsekunden um das einzuordnen :)

Leider verpasste ich danach noch eine tolle Aftershow-Geburtstags-Party, die wohl wirklich strange Züge annahm, von der aber wohl besser auch keine Bilder oder Videos hätten gemacht werden sollen.