Mitfahrzentrale


Ich habe noch einen vier Koffer Winterreifen in Berlin Hamburg.

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Dieses Wochenende hat es mich mal wieder nach Hamburg gezogen. Vorgegebener Grund mal wieder in meinem alten Bett zu schlafen ist der hereinbrechende Winter (der irgendwann kommen wird) und meine Winterreifen benötigt, die sich noch in Hamburg befinden.

Wie üblich stellte ich vier Plätze in die Mitfahrzentrale ein, um mir den Weg nach Hamburg einigermaßen zu refinanzieren. Normalerweise passt das auch immer ganz gut. 12 €, mit etwas Gück 4 Mitfahrer und alles ist gut – meistens springt dann sogar noch ein Essen bei Schweinske heraus.

Gesagt, getan. Vier Leute meldeten sich an und alles war gut. Zwei sollte ich am Alexanderplatz aufnehmen, zwei weitere einige Kilometer weiter. So einfach wurde es dann aber doch wieder nicht. Erstmal sagte mir eine Person ab, weil sie noch eine weitere Mitfahrgelegenheit fand, die früher nach Hamburg startete. Assig!. Auch bei der Mitfahrzentrale gibt es leider schwarze Schafe.

Ich meine ich sage ja auch nicht zur Sicherheit sechs Personen zu, damit auch wirklich vier am ende kommen. Glücklicherweise sagte aber noch eine weitere vierte Person zu, der tatsächlich ein anderer Fahrer einen Platz im Kofferraum angeboten hatte, und ich sollte mein Auto vollbekommen.

Zwe meiner drei Mitfahrer ab Alexanderplatz fanden mich auch sofort, mit einem dritten wurde es wirklich schwer. 20 Minuten in schwerem Englisch brauchte ich, bis mich der Typ endlich fand…. Eigentlich nicht schwer, denn weder das Park in noch die große Sharp-Leutreklame über dem Weekend sind wirklich nicht zu übersehen – wenn man denn sehen kann.

Endlich kamen wir los – nächster Halt Planetarium Prenzlauer Alee und wieder 10 Minuten Warten auf den weiteren Mitfahrer…. Endlich fand er uns und stieg ein. Er wusste, dass er den letzten, sprich mittleren, Platz hinten in meinem Auto bekommen würde. Das wäre kein Problem, sagte er – um sich knapp drei Kilometer umzuentscheiden und darum zu bitten, wieder aussteigen zu dürfen, weil es ihm doch zu eng sei… Na Danke.

Etwas genervt meinte einer der letzten beiden Mittfahrer, ob wir nun „endlich“ los kämen. Na klar, direktamente nach Hamburg… Tja, dachte ich, denn knapp 20 Kilometer weiter merkte genau dieser Mitfahrer, dass er jetzt dringend auf Toilette müsste. Nächster Halt also Tankstelle.

Solch eine lange Fahrt nach Hamburg hatte ich wirklich noch nicht – und es liess mich wirklich rasen, weil ich endlich nach Hamburg wollte. Rasen mit vollem Auto bedeutet aber leider, dass man zusehen kann, wie die Euro-Stücke aus dem Auspuff rieseln. Es war also nicht nur etwa die längste Fahrt nach hamburg sondern auch eine der teuersten und wohl die einzige, bei der ich trotz vier zugesagter Mitfahrer über die Mitfahrzentrale Minus gemacht habe.

btw. Ich musste in Berlin für 1:41 € tanken. Was für ein Benzinpreisschock. Ihc dachte, ich spinne. Komischerweise konnte ich später in Hamburg für 5 cent weniger tanken. Irgendwie fühlte ich mich in Berlin

ein Paar Betrüger

Es gibt tatsächlich Wochenenden, wie das jetzt gerade zuendegehende, an denen ich nicht im Namen des Herrn der Dame unterwegs bin.

An diesem Wochenende war der Grund die Hochzeit eines befreundeten Paares in Bremen, die mich einige hundert Kilometer fahren liess. Damit sich das nicht ganz so übel in meinem Geldbeutel auswirkt nehme ich auf längeren Reisen zumeist Mitfahrer über die Mitfahrzentrale mit. So auch dieses Mal wieder.

Zwei Herren und eine Dame fuhren mit mir am Steuer nach Bremen. Zwei meiner Mitfahrer waren auch bei Ankunft sofort mit den vereinbarten 20 € Fahranteil zur Stelle. Nur Person drei zierte sich etwas.

Er erörterte mir in Bremen angekommen, dass er kein Geld dabei habe, betonte aber gleich, als er mein leicht entgleisendes Gesicht sah, dass seine Frau vorm Bahnhof warten würde und „Das Geld dabei hätte“.

Okay, wir gingen also in Richtung Bahnhof und wir fanden seine Frau auch sofort. Diese allerdigs erörterte mir ebenso, dass sie gerade nur 10 € dabei hätte. Sie würde aber kurz zur Sparda Bank gehen und den Geldautomat bemühen. Sie wäre sofort wieder da.

…einige „soforts“ später war immer noch nichts von ihr zu sehen und im Vorbau der Sparda bank war sie ebenfalls nicht mehr. Ich hatte also einen mittellosen Mitfahrer und eine nicht mehr vorhandene Frau.

Das Ende der Geschichte war, dass ich 5 Euro bekommen habe und mich wütend verabschiedete. Leider hatte ich es extrem eilig, sonst hätte ich den Typen angezeigt und ihm so zumindest seine Zeit gestohlen, selbst wenn nichts bei rauskäme. Der Typ wird aber in nächster Zeit die ein oder andere SMS oder den einen oder anderen Anruf bekomme.

Den nerve ich so lange, bis 15 € zu zahlen für ihn das verlockendere Angebot sind. Eigentlich wollte er auch bei der Rückfahrt mitfahren und natürlich würde er dann auch den ausstehenden Betrag begleichen, jedoch erwartete ich ihn nicht am Sonntag am Bahnhof – und wurde nicht (in meiner Erwartung) enttäuscht, denn er war wie erwartet nicht da

Ich kann nicht leiden, wenn solche Typen

A) das vertrauen ihrer Mitmenschen ausnutzen und
B) mit dieser Masche auch noch durchkommen.

Mein Learning: Geld vorher einsacken!

Mitfahrzentrale – Mitwohnzentrale

Oder warum Mitfahrzentralen und Mitwohnzentralen das großartigste seit der Erfindung der Transerei sind.

Seit ich in höherem Maße rumtranse hat sich der jährliche Kilometerdurchlauf auf meinem Tacho im Auto verfielfacht. Köln, Nürnberg, Recklinghausen, Berlin, Berlin, Berlin, Berlin. Rumtransen bringt einen in der Weltgeschichte herum – und mein Zoe-Mobil eben auch.

Nun ist Reisen ja per se nicht billig. Zumeist benötigt man eine Unterkunft und eine ganze Menge Benzin.

Wie sang Markus noch immer

Der Tankwart ist mein bester Freund – hui wenn ich komm, wie der sich freut.

Genauso ist es bei mir, spätestens Freitag Abend fahre ich auf die Tankstelle in meiner Nähe und tanke voll um mal wieder nach Berlin oder sonstwo zu gondeln. Meist stehe ich dann Sonntag wieder vorm Tankwart und tanke ebenso wieder voll. Dass dazwischen noch ein Stop in irgendeiner Stadt erfolgt, ist selbstverständlich.

Auf Deutsch: ich verschleudere eine ganze Menge Benzin – und jeder weiss, was eine Tankfüllung heute kostet. Dazu ein Hotelzimmer, Nahrung und viel zu häufig ein neues Outfit für das Wochenende. Massig Kohle also. Rumtransen ist eben ein teures Hobby.

Man kann es allerdings ein wenig minimieren.

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1) Mitfahrzentralen

Ich liebe Mitfahrzentralen. Man hat Begleitung, und man erhält Geld dafür.

Gerade auf hochfrequentierten Strecken funktioniert das klasse. Neben mir hat mein Auto knapp vier Plätze (mit ein wenig Gedrängel auf der Rückbank). Die 280 KM nach Berlin kann man mit 12 € ansetzen.

Kosten: 280 km * 6 Liter auf 100 * 1,30 = ca 22 € Kosten
Einnahmen: 4 Mitfahrer * 12 € = 48
Ergebnis: + 26 € wenns gut läuft

Die Fahrt zurück gibt dann nocheinmal 26 € wenns optimal läuft. Insgesamt verdiene ich also 52 € mit der Fahrt.

…Personen, die darauf ein Geschäftsmodell aufbauen wollen, rate ich allerdings auf den Wertverlust des Autos zu achten. Ich achte da jedoch nicht drauf 🙂

Die 52 € kann ich dann also in eine Unterkunft investieren. Ein Hotelzimmer oder so.

2) Ebab

Ich entscheide mich dabei in der Regel für das „oder so“. Ebab, eine private Zimmervermittlung. Nicht selten findet man hier Zimmer, oder ganze Wohnungen für 35-40 € die Nacht. An diesem Wochenende logiere ich in einem 65 m² Appartment für 40 € in Berlin.

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Mein Auto ist bereits jetzt für beide Fahrten voll. Ich reise also, wohne und erhalte dafür noch 12 € zum verjubeln.
So macht reisen Spaß!

Berlin ich komme 🙂

Bei Sheila in Berlin

Berlin ist ja bekanntermaßen immer eine Reise wert – und ab und an sogar einen Urlaubstag. So geschehen am letzten Wochenende.

Stadtplan BerlinSheila lud mich nach Berlin ein, da das Schlampenfest ja schon wieder fast einen Monat her war und es langsam schwer wird davon noch zu zehren. Kurzum: wenn keine Party ist, dann machen wir uns eben eine. Wo (neben Hamburg) geht das am besten? Jaja, ich gebe es zu, in Berlin. Nun gut, dieses Mal wollte ich nicht wieder absolut auf den allerletzten Drücker kommen und nahm ein/vierundzwanzigstel meines Jahresurlaubes und machte mich, nachdem ich ausgeschlafen habe mit einer wie üblich viel viel viel zu vollgepackten großen Reisetasche und einigen weiteren Sachen auf nach Berlin.

Alles gut, ich verfuhr mich nicht und konnte ohne Probleme meinen zahlenden Mitfahrer in Berlin am Alexanderplatz herauslassen. Nun nur noch dahin, wo Sheila als Mann verkleidet arbeitet, doch Ogott… Stadtplan vergessen.

No Problem, dann kaufe ich eben an der nächstbesten Tanke einen.

So dachte ich zumindest, denn in der gesamten Berliner Innenstadt gibt es anscheinend keine einzige Tankstelle, die ich hätte anfahren können. Hallo Berliner, tankt ihr nicht? Fahrt Ihr mit Luft Liebe und netten Worten? So kurvte ich eine lockere Halbe Stunde (eher länger) durch Berlins Innenstadt, um eine Tankstelle zu finden, bei der ich hätte einen Stadtplan kaufen können. Irgendwann fand ich dann irgendwo viel zu weit ausserhalb eine. Nach einem Blick in den Stadtplan und den folgenden Straßen war klar, „hier war ich schon“ und „hier war ich schon“ und „hier war ich auch schon“ Na suupa, hätte ich gewusst, dass es so nah am ersten und einzigen St.Pauli Fanshop in Berlin ist, dann hätte ich es auch so gefunden. So ging es auch, aber es dauerte viel länger. Ich brauche endlich ein Navi. Das würde mir und allen die ich kenne, viel Nerven, Benzin und Zeit einsparen…
Nun irgendwann traf ich Sheila und im Zweierkonvoi ging es frei nach der Devise „Wer bremst verliert“ ab zu Sheila. Dort warteten schon die liebste und die kleine liebste, die wie eine kleine Reinkarnation von Sheila ausschaut auf uns. Nach dem Abendessen hiess es für die kleine ab ins Bett und für uns ab ins Bad, schließlich ging es um zwei Tage Party in Berlin.

Auf uns warteten diesen Abend die Barbie Bar, das Insomnia und Nina Queers Bar zum Schmutzigen Hobby. (letztere Bar eigentlich ungeplant).

Barbie Bar

Wir standen ja schon zwei Mal vor verschlossener Türe, da die Barbie Bar jeweils schon geschlossen hatte, als wir dort ankamen. Mich verleitete dieses bereits zur Aussage, dass in Berlin offensichtlich die Bars bei Einbruch der Dämmerung schließen würden. Dieses Mal hatten wir die Bar extra an den Anfang unserer Abendideen gesetzt um eine geöffnete Tür vorzufinden. Und tatsächlich, obwohl bereits dunkel war die Barbie Bar dieses Mal noch nicht geschlossen und wir kamen zu unseren ersten beiden Cocktails des Abends. Ansonsten war die Barbie Bar allerdings eher langweilig, so dass der dort erste Cocktail auch der dort letzte für uns war.

Was lässt sich sonst noch zur Barbie Bar sagen? Wenig! Ausser vielleicht, dass zwei Transen in einer hauptsächlich von Anhängern des Regenbogens besuchten Lokalität wie üblich keine Probleme haben und viel eher einfach Luft sind. Da wir nicht gerne Luft sind, zog es uns dann aber weiter ins Insomnia zur Moulin Rouge Party.

Moulin Rouge

Wie hieß es noch in der Ankündigung?

Vorhang auf zur Moulin Rouge Night! Raschelnde Ballkleider, eng geschnürte Korsetts,
rote Wangen. Wir laden ein zur Party zum wohl schärfsten Varieté der Neuzeit. Fliegende Röcke, blitzende Schenkel
beim CanCan, und feiern, bis sich die Rüschen biegen.
Sexy Mademoiselles und geschniegelte Monsieurs, genau so heiß wie im Herzen von Paris.

insomnia-moulin-rouge.gifMoulin Rouge war also das Motto. Für die meisten dort anwesenden schien aber eher Insomnia das Motto gewesen zu sein. Denn übliches Lack, Leder, Gothic war allenthalben zu sehen. Okay blitzende Schenkel und das ein oder andere Korsett gab es schon zu sehen, doch nur ein Ballkleid. Das allerdings hübsch anzusehen war.

Aber was meckere ich, denn in meinem 60ies Outfit war ich auch nicht gerade im Moulin Rouge Style unterwegs.

Dennoch war ich einer der ganz wenigen Farbtupfer auf dieser Veranstaltung – und damit meine ich jetzt nicht mein Aussehen, sondern einzig und alleine die Farbe meines Outfits.

Wir freuten uns über nette Blicke und schauten selber gerne in die Runde. Spannend wurde es dann als eine spezielle Moulin Rouge Show dargeboten wurde. Soetwas hatte ich in meinem leben bislang noch nicht gesehen und wir saßen mit leicht offenen Mündern vor der Szenerie, die dort gezeigt wurde. Ohne Zweifel musste eine der Darstellerinnen lange geübt haben, bis ihr diese akrobatischen Einlagen so flüssig gelangen.

Ob die volle Flasche Rum, die beid dieser Darbietung verflossen ist, echt war, möchte ich jetzt nicht wissen, aber bei dieser Show wäre auch das möglich gewesen.

Nach der Show, und dem Sehen und gesehen werden, wurde uns aber wieder etwas langweilig und so zog es uns auch hier weiter. Ein echter Minuspunkt war der Kerl an der Garderobe, der seine vollständig neu angezündete Sportzigarette nicht mit guten Gästen und Kunden teilen wollte.

Er meinte zwar „das liesse sich überlegen“ den Worten folgen aber leider keine Taten… Schade.

Egal, was machen wir nun? Versuchen wir doch mal Ninas Bar zum Schmutzigen Hobby. Auf gehts.