La Fête Fatale – The Burlesque Underwarter Voyage

La Fête Fatale - The Burlesque Underwarter Voyage
oder “Der Hummer war der Hammer”

Gerne denke ich noch an meine letzte La Fête Fatale zurück. Griechen im Bassy mit netter Begleitung im May vor einem Jahr. So lange ist das bereits her. Na sieh mal einer an.

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Die Fête Fatale ist (selbstverständlich hinter der Halloween Masquesrade wohl die Party mit dem besten und kreativsten Publikum der Stadt. Viele kreative Menschen, die sich zwei Mal im Jahr viel Mühe geben, ein noch besseres Kostüm auszuführen als der jeweilige Nebenmann / die jeweilige Nebenfrau.

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Dieses Mal war das Motto: The Burlesque Underwarter Voyage. Daher wimmelte es im Bassy dieses mal von Fischen, Meerjungfrauen, Tauchern, Meerjungfrauen, Wassermännern und Hummern…

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Hummern? Wird sich jetzt manch einer fragen? Jepp. Diese komischen Schalentierchen, die nen Sonnenbrand bekommen, wenn sie eine Weile in siedendem Wasser gebadet haben… Als solcher ist an diesem Abend nämlich Hedoluxe erschienen als Crab-King. Eindeutig DAS Kostüm des Abends an nicht wenigen Kostümen des Abends.

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Aber die Fête Fatale besticht eben nicht nur durch ihr Publikum, bei dem ein besseres zu finden schwer ist, es besticht auch durch durch die Performer, an diesem Abend beispielsweise Mama Ulita, GO-GO Harder, Janet Fischietto, Minnie Tonka oder Natasha’s Nautical Naughties mit oben genannten Hedoluxe.

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Dazu ist jede La Fête Fatale soetwas wie ein Familien und Klassentreffen gleichzeitig. Eigentlich sind alle da, die man in Berlin das ganze Jahr über auf diversesten Parties antrifft. Toll, solche Familientreffen, auch wenn man dieses Mal echt etwas brauchte, um alle zu erkennen…

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Auf jeden Fall fuhr ich erst halb 5 nach Hause. Es muss wohl also eine gute Party gewesen sein :)

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Myfest 2013

Myfest 2013

Das Myfest ist und bleibt für mich das beste Strassenfest weltweit – mindestens! Ich weiss, dass manche das anders sehen und für jene das Myfest ein „Scheiss Polizeifest“ ist. Okay, dann eben das weltweit beste Polizeifest. Bin ich auch mit zufrieden.

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Auch wenn ich merke, wie sich Kreuzberg langsam aber sicher verändert, so hält sich gefühlt das Thema Gentrifizierung hier immer noch in Grenzen. Die Oranienstrasse lebt noch, wenn ich auf den Oranienplatz schaue, schaue ich auf Refugee Camp, etwas, was in anderen Stadtteilen kaum bis un-denkbar wäre und ich fühle mich generell noch wohl.

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Ich finde es auch okay, wenn am 1.Mai kein Polizeiausnahmezustand ist, und keine Autos brennen. Statt in die Fresse gib es auf die Ohren und zwar so richtig. Punk, Indie, Reggae und Dancehall, Hip Hop, Weltmusik, Electro und noch mancheines mehr mit x (= große Zahl) an Bühnen machen das Myfest einfach zu einem Genuss.

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Dabei ist es eben auch kein kommerzialisiertes Fest, keine Becks Bühne, kein West Power Tower, kein Carlsberg Bierstand oder Bacardi Cocktailstand. Anwohner und anwohnende Gewerbetreibende sorgen für die Nahrung und Bars, Kneipen etc. für die Getränke und Beschallung. Und die ist so, dass die Oranienstrasse sowie alle Nebenstrassen bis Mitternacht pickepackevoll sind und keine Autos brennen müssen…

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Ich liebe das Myfest für eine Girls-Punkband wie das Divakollektiv oder den einfach grandiosen Beatboxer am U-bahnhof Skalitzer Strasse. Für mich könnte jeden Tag Myfest sein…Obwohl, dann würde ich mich nicht mehr drauf freuen… Belassen wir es also einmal im Jahr und hoffen wir, dass der Bezirk nicht irgendwann die Mittel streicht, weil Kreuzberg zu ruhig geworden ist.

Also bleibt laut

QueerRiotClub vs. QueerBurlesqueFest @ Clash

QueerRiotClub vs. QueerBurlesqueFest @ Clash

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Ich bin ja einer gewissen Portion Trash gegenüber positiv zugeneigt und guter Musik sowieso. So hat ein Laden, der sich “The Clash” nennt und an dessen Wänden Poster und Flyer von Bands lauter und schneller Musik hängen eh schon gewonnen.

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Wenn dort dann noch eine Veranstaltung stattfindet, die sich QueerRiotClub vs. QueerBurlesqueFest nennt, so ist das ein dringender Grund, sich das Clash mal näher anzusehen.

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Vorher noch eben Janka abgeholt und ihre Friseurinnen Dienste in Anspruch genommen. Voilà ich trage nun Pony… der hat mir (und erstaunlich vielen anderen) mit meiner Kunsthaarperücke neulich so gut gefallen, dass ich dringend auch eine meiner Echthaarperücken so stylen lassen musste. Vielen Dank an Janka.

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So kamen wir natürlich wieder einmal viel später los, als wir wollten, das machte aber nichts, da wir eigentlich vollkommen richtig im Clash ankamen…. Erstaunlicherweise merkte ich, dass ich dort schon einmal war. Auf einem Punk-Konzert minimum 3 Jahre her. War gut damals – heuer aber auch.

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Einen Teil der Show machten die typischen Teaserettes-Nummern aus, die dieses Mal allerdings mit einigen weiteren Nummern angereichert wurden. So hab ich die Damen bisher noch nie auf der Bühne “Gaybar” performen sehen, aber es passte so gut zu dem Publikum.

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Und jenes kam reichlich. der – nicht gerade kleine – Laden war wirklich gut gefüllt mit Gästen jeglicher Coleur der Queeren Szene + Friends. Transen, Frauen mit Bärten, Tunten, Gays, Lesben, ganz normale Menschen, Goths und Punk angehauchte Personen… achja und bestimmt noch viele mehr.

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So durcheinander wie das Publikum war aber auch das Leben auf der Bühne. Wie gesagt die Teaserettes, eine Seeräuber Jenny, die ein Gedicht rezitierte, Marcella mit einer Drag Performance, eine Electropunk-sängerin aus Finnland, ein Mädel, die sich mit Messern entkleidete, ein Typ, der eine Taschenlampe an seltsamer Stelle trug uswusf. Alles mit einer gehörigen Portion Trash.. Dem Publikum – und mir gefiels aber.

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So auch die Nummer mit Hedoluxe und Sheila aus dem Zauberer von Oz, mit dem herzlosen Blechmann und Dorothy. Alleine das Kostüm von Hedoluxe ist so großartig, das würde einen eigenen beitrag rechtfertigen. Schaut aber selber. Göttlich, oder?

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Göttlich fand man auch uns – also genaugenommen Janka und mich… Eine Malerin meinte in uns ein lohnendes Bild zu sehen, nur weil wir rumsassen und uns die Zeit mit warten vertrieben. Sie brauchte unbedingt ein Bild von uns, schaffte es aber irgendwie nicht so richtig und war auch sonst irgendwie ziemlich durch den Wind.

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Sie hatte aber eine “Managerin” dabei, die das in die Hand nahm… draus geworden ist dann aber doch irgendwie nichts, kein Bild, das von uns gemalt wurde, aber irgendwie war das ja auch nicht anders zu erwarten.

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Machte aber nichts, denn der Abend und die Nummern waren trotzdem sehr nett und es lohnte sich, das Clash zu besuchen.

Teddy Award 2013 – der beste Teddy Award der letzten Jahre

Der Teddy Award, seineszeichens der wichtigste und größte queere Filmaward ist in seiner Wichtigkeit unbestritten, gerade wenn es um Filme aus Teilen der Welt geht, die mit einem solchen Award Aufmerksamkeit erzielen.

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Leider war es in der Vergangenheit oft so, dass die Teddy Verleihung Längen hatte und oftmals auch viel “Gelaber”. Dieses Jahr war das anders. Der Teddy Award 2013 war anders. Große Emotionen, Gänsehaut und immer noch wichtige Worte.

Es begann mit der Berliner Musikgruppe Laing und den Siegessäulen Award der Else für einen Film, dessen Filmausschnitt mir noch wenig sagte. Wie bei einer guten Show. Ein Anfang, der Steigerungspotenzial hatte. Und es wurde gesteigert.

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Klaus Wowereit – Schirmherr des Teddy – wurde auf die Bühne gerufen und wer eine gelangweilte Rede zu irgendeinem Berlinale Event erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Es war die beste Rede, die ich von Herrn Wowereit bisher gehört habe. Neben den Selbstverständlichkeiten zum Teddy sprach er den Kampf an, der immer noch besteht, er sprach an, wie Länder im Umgang mit queeren Lebensentwürfe Rückschritte machen und sprach explizit Russland an und benannte es mit folgenden Worten: “Mit dem Gesetz werden Homosexuelle in Russland gesetzlich diskriminiert – Das ist eine Schande, die man so benennen muss”. Er sprach Frankreich an, die die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt haben, erwähnte die weitere Wichtigkeit des Teddys und der Gayprides. Man merkte, er ist mit dem Herzen dabei. Man kann über Klaus Wowereit denken, was man will, die Rede war großartig.

Für mich das filmische Highlight war der Special Teddy Award, der von der HIV Hilfe Berlin mitvergeben wurde und an ein tolles Projekt in Südafrika ging. “Steps for the Future”. über 50 kleine Filme über Menschen mit HIV mit und ohne Aids, über ihren Alltag, über ihr Leben und ihren Lebensmus, die vor allem nicht untergehen. Sie werden in Südafrika in die entlegensten Orte gebracht und gezeigt. Kein Kino ist vonnöten. Die Technik wird mitgebracht und die Filme und so ebenso die Diskussionen.

Im Ausschnitt sah man eine Schulklasse, die mit zwei nicht an AIDS erkranken Menschen, die allerdings das HI Virus trugen diskutierten und mit Sicherheit dort einiges an Akzeptanz erreichten.. Und wem die Reaktion einer an Aids erkrankten Frau ist, die gerade erfährt, dass ihr Baby vollends gesund ist, nicht nahe geht, der kann kein Herz haben. Ergreifend. Dieser Teddy ist bei dem Projekt genau richtig. Möge er ihm helfen. Steps for the Future – ein tolles Projekt und toll von Annabelle Mandeng eingeführt.

Und da wir gerade in Afrika waren passte der nächste Musikact hervorragend. Imany. Mir bis dato vollkommen unbekannt, verführte mich die Sängerin mit ihrer Musik und ihrem Gesang vollends. Nun mag es ein Klischee sein, bei einer afrikanischen Sängerin sofort den Namen Tracy Chapman herauszukramen. Aber ich habe viele Platten von Ihr und ich mag sie sehr – und “JA” Imany erinnerte mich mit ihrem Gesang an die junge Tracy Chapman. Nur dass Imany noch eine bessere Stimme hat und dazu auch noch wahnsinnig toll aussieht. Das Gefühl, wenn sie sing ist aber das gleich berührende. Sie kommt bald auf Tour und ich werde hingehen müssen.

Eine tolle Rede, ein tolles Filmprojekt und eine tolle Sängerin. Hier hätte ich schon glücklich nach Hause gehen können.

Die nominierten Filme in der Kategorie Spielfilm berührten mich alle drei nicht, während mich alle drei Filme der Kategorie “Dokumentation” für mehr begeisterten.

Eine Anwältin, die in Kamerun für Homosexuelle eintritt, wo selbst eine SMS mit einem Liebesschwur bereits für mehrere Jahre Gefängnis bereitstehen.

Exposed, eine Dokumentation über die noch lebendige Burlesque Untergrundszene in New York mit viel Make Up, freakigen Menschen und offensichtlich viel Spaß, der mich ein ganz klein wenig an Gender X nur eben als Burlesque einnerte. Den Film muss ich unbedingt sehen.. nur wie und wo?

Einfacher ist das beim Gewinner Bambi!, der morgen im Kino International gezeigt wird und das Leben einer französischen Transsexuellen zeigt, die ihren Weg in einer längst vergangenen Welt gegangen ist. Tolle alte Aufnahmen, scheinbar ein toller Film… den ich mir morgen ansehen werde.

Ich hätte zwar am liebsten noch einen längeren Ausschnitt aus Exposed angesehen, aber das bekomme ich schon noch hin :)

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Fürs Fernsehen war dann wohl der größte Moment des Abends der Auftritt von Rufus Wainwright. Beim ersten Lied habe ich noch gedacht “Da hat mich Imany mehr verzaubert” doch spätestens als er Hildegard Knefs “Für mich solls Rote Rosen regnen” auf Deutsch - versuchte zu singen –  und das keine Satire auf den Song sein sollte, musste ich gestehen. Ehrlichgemeinter Szenenapplaus und nicht nur, weil der Sänger bekannt war. Das war ganz großes Kino. Mindestens der halbe Saal hat leise für sich den Song mitgesungen und gefühlt. Ich habe zumindest.

Ein würdiger Abschluss der besten Teddy Verleihung, seit ich den Teddy kenne. Und egal, mit wem ich danach darüber gesprochen habe, alle waren begeistert von diesem Abend.

Leiser ist mir meine Kamera kaputtgegagen – daher habe ich nicht ein Bild von der Verleihung :(