Rio Reiser – Mein Name ist Mensch

Heute ist der 10. Januar 2010, und das bedeutet ich bin einen Tag zu spät, für eine kleine Blog ehrung von Rio Reiser. Macht nichts.

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Gestern vor 60 Jahren ist Rio Reiser geboren, was bedeutet, dass der viel zu früh Verstorbene Ralph Christian Möbius am gestrigen Tag 60 Jahre alt geworden wäre. Dieses ist auch der Grund, warum Rio Reiser auf einem Male wieder in aller Munde ist.

Auch wenn ich ihn nie live sehen konnte, so war ich seit jeher ein Fan, nenne mehrere gekaufte Platten von Rio Reiser und eine von Ton Steine Scherben mein eigen und komme nicht umhin, ein wenig umhin, meinen gewählten Wohnsitz Berlin-Kreuzberg in einem politischen Licht zu sehen, dessen Ruf Rio Reiser sicher einen Großteil mitgeprägt hat.

Als schwuler Künstler war er mir nie so wirklich im Gedächtnis, eher allerdings, weil ich es nicht wichtig fand. Was es sicherlich war, wie ich im Moment sehen kann, denn sein Name ist in Berlins schwuler Kulturszene derzeit aus den Fluten der Versenkung aufgetaucht.

So steht der Teddy Ward 2010 nicht umsonst unter dem Zeichen “Mein Name ist Mensch”, denn damit wird Rio Reiser geehrt und zur Gala wird “erstmalig die Band Ton Steine Scherben ohne ihren Frontmann auf der Bühne stehen.” Zwar meine ich, das hätten sie vor einigen Jahren zum Myfest in Kreuzberg schon einmal, trotzdem ist es eine tolle Geste der Teddy Award Macher und der Band.

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Als wenn das nicht genug wäre, findet derzeit im schwulen Museum Berlin die Ausstellung “Rio Reiser: Allein unter Heteros” statt, die ebenfalls an ihn erinnern soll.

Ich bin mir nicht sicher, aber nach alldem, was ich so las, könnte ich mir vorstellen, dass diese Ehrungen ihn vielelicht eher überfordern würden als ihn freuen, aber man wird es ja nicht mehr feststellen, insofern. Feiert ihn.

Schade, live werde ich ihn nie zu gesicht bekommen, aber die CD Live in der Seelenbinder Halle ist wohl mit das beste, was die deutsche Musikgeschichte hervorgebracht hat. Und wer dennoch Rio Reiser mal live sehen möchte, der kommt nie so nah dran, als wenn Selig Frontmann Jan Plewka Rio Reiser singt.

The Hives @ Kesselhaus – Becks Music Experience Tour

Seit vielen Jahren ist Becks diejenige Biermarke, die sich am besten durch Marketing profiliert und immer wieder schafft Becks es, mit großartigen Musikaktionen auf sich aufmerksam zu machen. Eigentlich schon immer war die Becks Bühne auf dem hamburger Hafengeburtstag die beste der vielen Bühnen dort und das Rockspektakel auf dem Rathausmarkt ist dort seit vielen, vielen Jahren etabliert.

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Nun hat Becks eine weitere Musikveranstaltung ins Leben gerunfen. Die Becks Music Experience Tour. Drei Städte, zusammen sechs Bands und das ganze moderiert durch Oliver Korittke…. Auftreten sollten Dúné und The Hives…. Erstere kannte ich bisdato nicht, aber The Hives sind klasse, also wollte ich da hin.

Normalerweise hätte ich die Social Marketing Kampagne mitmachen müssen, mich bei Herrn Korittke für einen Gästelistenplatz bewerben müssen, um dann hoffen müssen, das Spektakel in Berlin besuchen zu dürfen…. Das kann alles aber auch viel einfacher gehen: Ich hatte das große Glück, von Britta auf die Presseliste gesetzt zu werden, die mir nicht nur einen “relativ” leeren Platz mit großartiger Aussicht auf The Hives bot, sondern auch noch ein paar Becks Gutscheine einbrachte.

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Doch vor dem Hauptact spielten Dúné. ….Nie gehört? Ich auch nicht. Und wirklich verpasst habe ich damit auch nichts. Becks erzählt über die Band folgendes: In nur drei Jahren haben es Dúné von der Schülerband zum Topact geschafft. Dabei haben sie ihre Musik nicht dem Mainstream angepasst, sondern den Mainstream ihrer Musik. … Hmmm na ich würde es nicht so sagen. Für mich sah es so aus, als sei Mika mit der Nena Band unterwegs, irgendwo in den 80ern steckengeblieben mit etwas mehr von allem, als es nötig gewesen sei…

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Sage und schreibe sieben Personen war die Band stark. Zwei Heimorgeln, ein Synthesizer, ein Macbook, drei Gitarristen, ein Bassist, ein Sänger, ein Drummer mit beleuchtetem Schlagzeug.  Dabei hatte ich das Gefühl als sei die einzige Frau in der Band vor allem dafür in der Band, weil diese Band dringend auch noch eine Frau brauchte. Viel gemacht, ausser ab und an mal eine Taste zu drücken, hat sie wenig. Oh doch, ich vergaß, sie hat noch extrem rumgehampelt, wie indess auch die anderen Mitglieder der Band…. Es sollte wohl zeigen, wie sehr sie zu ihrer Musik stehen, es wirkte allerdings – zumindest auf mich – eher lächerlich. Genauso lächerlich der Umstand, dass der Gitarrist links fast zu jedem Song die Gitarre wechselte und noch so ein paar Dinge mehr…. Die Musik war garnicht übel, der Auftritt von Dúné in meinen Augen irgendwie schon.

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Ganz anders The Hives. Eine wirklich coole Band, mit klasse Musik und einem großartigen Stil. Sie haben die Farben Schwarz Weiss vollkommen verinnerlicht. Schlagzeug, Verstärker, Gitarren, Outfit, alles war schwarz weiss, sogar die Schlipse der fünf Hives. Der Sänger war großartig und ein klasse Entertainer, die Band rockte ihr Ding herunter ohne viel Starallüren und die Stimmung war wirklich klasse.

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Erstaunlich. Meist erwartet man ja bei einer Marketingaktion viele Personen, die eigentlich mit Musik nichts am Hut haben, Becks hat es aber geschafft, dass dort tatsächlich Gäste waren, die die Bands sehen wollten und die wirklich feierfreudig waren. Das Publikum pogte und feierte und die Zugabeforderungen waren ernst gemeint und verdient.

Ich hatte viel Spaß mit der Becks Music Experience Tour, mit den Hives und mit drei Becks Lemon.

Michael Jackson in der O2 World

Eigentlich habe ich noch genug zum CSD in Köln zu schreiben, aber ich muss einmal kurz unterbrechen umdem thema des Tages etwas Luft zu geben. Die große Michael Jackson Trauerfeier, die bereits als eines der größten Medienereignisse benannt wurde und die weltweit im Fernsehen und in Berlin in der O2 World zu sehen war…. Und ich war da. Warum ich da war, weiss ich eigentlich garnicht so recht, vermutlich Sensationstourismus.

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Ich wollte eigentlich da hin um danach schreiben zu können, was das für ein Kitsch war, um mich ein wenig darüber auszulassen, dass alle von der tollen Familie Jackson reden, die ja offensichtlich nicht sooo toll war oder irgendwie anders zu lästern. Irgendwie kann ich das aber nicht, denn ich war tatsächlich ergriffen und – ich gebe tatsächlich zu – mir kamen fast die Tränen.

Auch wenn Michael Jackson eine komische Person war, wenn vielleicht gar der ein oder andere Vorwurf über ihn stimmen sollte, er war ein großartiger Künstler, und die BAD war eine der ersten Platten, die ich mir damals zulegte. Danach kam selbstverständlich noch irgendwann Thriller hinzu und später auf Flohmärkten noch das ein oder andere Album. Ich kann also ohne Probleme zugeben, dass Michael Jacksons Musik in mir etwas bewegt hat.

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Ebenso bewegte mich die Trauerfeier, die in einem wirklich komischen Rahmen stattfand. Eine dunkle O2 World, die besser besucht war, als ich wohl erwartet hätte, Besucher die teilweise wie bei einer Messe mitgingen. Unter dem großen Anzeigenwürfel mit den Riesenbildschirmen ein kleiner punktbeleuchteter Schrein wurde die Trauerfeier in ganzer Länge übertragen wobei manch einer Nachos und Cola zu sich nahm, wie bei jedem x-beliebigen Eishockeyspiel. Strange irgendwie – wie die gesamte Veranstaltung…

Allerdings nehme ich der Großzahl der aufgetretenen Künstler ab, dass sie dort waren, um wirklich dem King of Pop die letzte Ehre zu bezeugen. Ich sage mal so, dass ein Stevie Wonder oder ein Lionel Richie keiner Plattenfirma mehr irgendwas schuldet und etwas Werbung machen muss. Genauso viele andere Künstler, denen ich einfach abnehme, dass sie wirklich einen Grund hatten, dort zu sein – und der hiess Michael Jackson und nicht Familie Jackson. Als dann alle zusammen “Heal the World” sangen kämpfte ich tatsächlich auch mit den Tränen.

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Michael Jackson war eine traurige Gestalt, aber auch ein Mensch, dem ich abnehme, dass er tatsächlich daran glaubte, dass die Welt zu verbessern sei. Nicht gerade seine eigene, die sicherlich vermutlich nie so war, wie es einem Menschen zu Wünschen ist. Soweit ich gehört habe, soll ein nicht unbeträchtlicher Teil seines Vermögens verschiedenen Wohltätigen Organisationen zugute kommen. Man mag hoffen dass sie etwas damit anfangen können und Michael Jacksonst Vermächtnis so tatsächlich die Welt etwas besser macht.

Also, ich liebe Michael Jackson nicht, ich werde ihn nicht vermissen, aber ich bin mit seiner Musik aufgewachsen und ich mag sie gerne.

Ziemlich klar ist, dass seine Musik weiterlebt, ist sie doch frisch, wie sie immer war… Bad, Dirty Diana, Thriller, Jam, Smo0th Criminal, Beat it und und und und. Diese Songs wird man auch noch später hören wie man auch noch immer Elvis, die Beatles oder Queen hört. Apropos Beatles. Ich bin gespannt, ob Paule tatsächlich seine Lieder zurückbekommt. Und Apropos Queen…. Ganz egal, ob mich die Feier bewegt hat, Queens “Last Concert” war einfach noch eine Nummer größer.

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Meditation auf der Autobahn

Archive – Controlling Crowds

Ab mittwoch habe ich mich mal wieder in meinem Heimathafen Hamburg herumgetrieben, und habe mich heute nach dem Konzert von Boss Hoss auf der Saisonabschlussfeier des FC St.Pauli in mein Auto gesetzt um die etwa 2 1/2 Stunden und etwas über 285 Kilometer von Hamburg nach Berlin zurückzulegen.

Normalerweise ärgere ich mich dabei immer ein wenig über diese verlorene Zeit, diese verlorenen Stunden und werweisswieoft habe ich mir ein System gewünscht, bei dem ich irgendwie per Sprachsteuerung oder so einen – oder ein paar Blogbeiträge während der Fahrt hätte fertigstellen können – Nicht so dieses Mal.

Ich legte die CD Controlling Crowds der Gruppe Archive in den CD-Player und stellte mein Gehirn so weit wie möglich auf Autopilot. Nun mag man sagen, dass Autopilot auf der Autobahn etwas gefährlich ist, geht aber. Das ist wie beim Joggen, man funktioniert, denkt aber eine ganze Weile so gut wie garnichts. Bei mir hat das etwas über 2 1/2 Stunden gehalten, aber ich hätte noch stundenlang so weiterfahren können. Wie Meditation.

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