Berlin bleibt Bunt – NPD Demo in Berlin Kreuzberg äääh Mitte

Wenn die NPD oder andere Rechte durch Berlin ziehen wollen, dann bin ich da, das ist gar keine Frage.

Racist not welcome

Dieses Jahr allerdings, war die Sache noch etwas anders als sonst. Als ich den Aufruf las, wurde es für mich eine persönliche Angelegenheit

Kreuzberg muß befreit werden – sicher, sauber, ordentlich!
Weg mit Multikulti – Kriminalität – Verslumung!

Seit rund drei Jahrzehnten ist der heutige Berliner Ortsteil Kreuzberg ein multikulturelles Ärgernis. Überfremdung, Multikulturalität, Kriminalität und eine sich eigendynamisch verstärkende Verslumung sind die kennzeichnenden Begriffe des vollständigen Versagens der rot-grünen Politikerklasse Kreuzbergs. Viele Menschen benutzen den Namen Kreuzberg sinngemäß als Ersatzbegriff für Rauschgift, Islamismus, Verbrechertum, Anarchie, Müll, Gewalt und Tod. Der Landesverband Berlin der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) vertritt die Auffassung, daß die von den SOZI-LINKS-GRÜN-CDU-PIRATEN vorsätzlich herbeigeführten multiasozialen Zustände durch zivilgesellschaftlichen Widerstand öffentlich angeprangert werden müssen. Zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen Gewalt und Multikulturalität – für deutschen Humanismus und menschenwürdige Ordnung muß die Brennpunkte von Multikulturalismus, Kriminalität und Verslumung aufsuchen.

Daher demonstriert die NPD mit befreundeten Gruppen und allen Menschen die sich gegen diese Verhältnisse wehren wollen am 26. April 2014um 12:00 Uhrfür ein sauberes, ordentlich deutsches Kreuzberg –

gegen Multikulti, Multiasi, Multikrimi!

Der multikulturelle Stadtspaziergang soll die zur Zeit bekanntesten Brennpunkte der antihumanen SOZI-LINKS-GRÜN-CDU-PIRATEN-Politik aufsuchen. Wir wollen folgende Orte besichtigen:

Gerhart-Hauptmann-Schule – Oranienplatz – Görlitzer Park – Kottbusser Tor!

Bäääämmm! Multikulturalismus
Bäääämmm! Kreuzberg
Bäääämmm! Oranienplatz

Kreuzberg muß befreit werden??? Von wem?
Meiner Meinung nach von Rechten, die dort hinwollen!!
Das sie niemand hier will zeigt das Wahlergebnis eindrucksvoll (2 Stimmen in meinem Wahllokal)

tante-horst-oranienstrasse

Tantchen hat recht

Rechte, die genau vor meinem Fenster aber weit genug weg um mit Tomaten zu treffen durch Kreuzberg marschieren? No Way. Nicht mit mir. – Wobei ich mir von Anfang an sicher war, dass diese Route durch die Häuserschlucht der Oranienstrasse eine halbe Woche vor dem 1. Mai eh nicht genehmigt würde.

Video von Leftvision

Das dachten offenbar auch andere, und so hielt sich die Mobilisierung (sehr) in Grenzen. Kaum Plakate, kaum Flyer kaum Informationen. Ich hatte bereits Angst, es wisse gar niemand davon. Ich täuschte mich.

ipp

48 Stunden vor der geplanten NPD Demonstration gab die Polizei eine geänderte Route in die Öffentlichkeit. Jannowitzbücke – Moritzplatz – dann Richtung TAZ Gebäude in Mitte. Kein Oranienplatz mehr, keine Oranienstrasse und „nur“ eine Zwischenkundgebung knapp 200 Meter von mir am Moritzplatz und somit nur knapp in Kreuzberg.

sage club npd demo

Auf dem Rückweg war das Sage wieder frei. Auf dem Rückweg war ab hier hermetisch abgeriegelt.

Besser aber nicht gut. Und so machte ich mich unter meinem persönlichen Motto am Samstag auf den Weg. Und in meinem persönlichen Tagesmotto „Berlin bleibt Bunt und Kreuzberg erst Recht“ sowie in Erfahrung von vor vier Jahren als sich Clara mehr oder weniger ungestoppt enfemme durch den Polizeikorridor bewegen konnte, weil die Herren in Grün irgendwie mit ihr nicht umgehen konnten, warf ich mich in Schale um den Moritzplatz zu verteidigen…

gilt das als Vermummung?

gilt das als Vermummung?

…Konnte aber schon um 11 Uhr sehen, dass das unnötig ist, da sich bereits viel früher am Sage auf etwa 450 Metern NPD Strecke eine unräumbare Blockade formiert und niedergelassen hat.

npd-blockade-heinrich-heine-strasse

Die Hauptblockade Heinrich Heine Strasse um 11 Uhr – kein Durchkommen

Später schaffte es eine kleinere Blockade noch eine Strasse weiter also auf knapp 280 Meter Demostrecke. Die wäre zwar hart räumbar gewesen hätte aber eben nur 170 Meter weiter geführt.

die "kleine" blockde, die es zwischen Jannowitzbrücke und Sage Club geschafft hat und ein paar Idioten auf der jannowitzbrücke (erkennbar an den schwarz weiss roten Fahnen)

Im Hintergrund die „kleine“ Blockade, die es zwischen Jannowitzbrücke und Sage Club geschafft hat und die paar Idioten auf der Jannowitzbrücke (erkennbar an den schwarz weiss roten Fahnen)
– Leider weiss ich nicht mehr genau, wer der Fotograf dieses Fotos ist…

Mir zeigte es, dass ich hier nicht gebraucht würde, zog also zu den kleineren Blockaden in den Seitenstrassen, die nach und nach alle sehr gut besetzt wurden. Überalls deutlich mehr Demonstranten als Polizisten und Faktor X zu dem jämmerlichen Häufchen Elend auf der Jannowitzbrücke.

npd demo berlin kreuzberg

Nebenblockade Neue Jakobstrasse (wurde dann auch noch viel voller 😉 )

Laut Medien irgendwas zwischen 4.000 und 6.000 Gegendemonstranten bei 8 Blockaden hinter der NPD, vor der NPD und an jeder kleinen Strasse, die eine Ausweichroute hätte darstellen können. Einigermaßen friedlich durchkommen?? Keine Chance.

npd blockade

Es war ein tolles Bild. Ich stand später am Wasser der Spree und schaute auf die andere Spreeseite und sah nur Menschen. Ein echtes Happening und – vollkommen friedlich.

npd demonstration blockade spreeseite

Die Spreeseite ist voll besetzt

Kurzzeitig wurden die Polizisten vor uns zwar sehr unruhig, als irgendwo eine Blockade nicht mehr benötigt wurde und mehrere hundert Personen auf einen Schlag zu uns stiessen.

hinten kommen hunderte von einer nicht (mehr) benötigten Blockade

hinten kommen hunderte von einer nicht (mehr) benötigten Blockade

Helme runter – Pfefferspray entsichern – böse gucken.. Blieb aber friedlich.

polizei

Die Thüringer Jungs ohne Kennzeichen wieder entspannt als klar war, dass die NPD umkehrt und alles ruhig bleibt.

Vor allem, weil die NPD dann tatsächlich auch nicht weit kam. Die NPD kam bis halb zum Sage – und musste einsehen, dass es in keine Richtung weitergeht. Also kehrte sie zurück und stieg in die S-Bahn in Richtung Adlershof wo sie eine kurzfristige Spontan-Demo abhielt. Sie kam also wirklich nur 200 Meter weit!!!. – Und das weit weit weg von Kreuzberg, auch wenn Herr Schmidtke seinen Kameraden weismachen wollte, sie seien in Kreuzberg. Wir wussten es besser!

Die Jubeldemo ist am Moritzplatz angekommen. also dort, wo die NPD eindeutig nicht hingekommen ist

Die Jubeldemo ist am Moritzplatz angekommen. also dort, wo die NPD eindeutig nicht hingekommen ist

Als die Rechten sicher in der S-Bahn waren ging es dann von allen Barrikaden als Jubeldemo zum Moritzplatz. Wir kamen an, die NPD nicht.

Ein paar schöne Nebenanekdoten gab es auch.
npd demonstration berlinDas habe ich zwar nicht mitbekommen. Aber es erklärt, warum da auf einmal Menschen waren. Bis dahin war nämlich noch eine kurze Rundstrecke möglich… Dann nicht mehr 🙂

npd demo berlinNur eine Sache ist mir gestern negativ aufgefallen. Es gibt in Berlin ja seit 2011 eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten. Eine klare Nummer aber keine Namen oder ähnliches. Sehr gut. Doch ich sah diese beiden Polizisten gestern nicht und musste feststellen, dass ich mich irre.

Die Kennzeichnungspflicht gilt nur für Berliner Polizisten, aber nicht für Polizisten, die in Berlin Polizeigewalt wahrnehmen bzw. ausüben – wenn sie nicht aus Berlin sind.

Die Thüringer Polizisten brauchten sich also nicht zu erkennen geben. Man stelle dann also an kritische Punkte einfach Polizei aus anderen Bundesländern und alles ist fein? Was für ein Bullshit…

schöne flagge

Großartig auch das Brautpaar, dass aus der Kirche am Märkischen Museum kam und von vielen hunderten Demonstranten bei der Abfahrt mit ihrer weissen Kutsche bejubelt wurde. Die Hochzeitsgesellschaft werden die beiden sicher nie vergessen. Auch wenn sie danach noch ein paar Mal anhalten mussten, da ihnen Polizeiwagen den Weg versperrten.

Hochzeit-bei-der-npd-demo

Insgesamt war es eine wunderbar erfolgreiche Gegendemonstration mit vielen freundlichen Demonstranten und allerbestem Wetter, bei dem die Rechten nur 150 Meter kamen und Kreuzberg nicht einmal von weitem sehen konnten.

Ich habe mal zur Sollstrecke (rot) die Ist-strecke (blau) hinzugefügt – und die Blockaden (pink) 🙂

NPD Demo Kreuzberg ist und soll

150 Meter is keine Demonstration !!!
Weiter gehts am 1. Mai in Neukölln 🙂

 

1. Mai in Kreuzberg

Der 1. Mai in Kreuzberg ist und bleibt spannend. Auch wenn Berlin mehr und mehr gentrifiziert ist, gehört ein 1. Mai doch zum Kreuzberger Selbstverständnis hinzu.

In diesem Jahr zog es mich aber am Morgen erst einmal nach Oberschöneweide. Einem Stadtteil von Berlin, den ich bis einige Tage vorher nicht einmal kannte. Die NPD wollte dort marschieren, wie schon vor einigen Jahren als sie Mitte besetzten… bzw dort marschierten – und die Polizei daher Mitte besetzte.

Mehrere Zugladungen an Gegendemonstranten machten sich daher vom Ostkreuz auf, um den Nazis die Tour zu verhageln. …. Es ist immer ein gutes Gefühl, so viele friedliche Demonstranten für eine gute Sache zu sehen. Echte Stärke.

935086_254237961387297_1229011092_nLeider zeigte sich, dass die Demo nicht so gut vorbereitet war, wie vor einigen Jahren in Mitte. Ging es dort über verschlungene Pfade und einen Schrebergarten direkt Richtung Straße, beider sich eine überrumpelte kleine Polizeiabsperrung einfach überrennen ließ, war dieses Mal kein Durchkommen. …nun gut. Schrebergartenzäune kann man überklettern. Häuser eher schlecht.

Somit standen wir dann vor einer mit Räumpanzer, Wasserwerfer und Polizei-Marsmenschen gesicherten Polizeiabsperrung, die zu war. Keine Chance und weit, weit weg von den Rechten Marschierern. Schade. Ich finde ja, eine Gegendemo sollte mindestens hörbar, besser noch sichtbar sein… war sie hier nicht.

Die Gegendemonstranten wurden zudem auch noch weit zurückgedrängt und ich fand mich auf einmal in der neutralen Zone wieder in meinem Rücken rechte, dann Polizisten und ein Wasserwerfer, vor mir weitere Polizisten , dann die Gegendemonstranten…
Ich in der Mitte von allem in der Sonne auf der Strasse mit zwei weiteren Personen und „Susi“ einem Mädel, die dort wohnte und dem Troubel in ihrer Strasse interessiert beiwohnte….Eigentlich alles nett. Zumindest so , bis Susi Nach Hause musste um Gegendemonstranten ihr Bad zu öffnen und CS-Spray aus diversen Augen zu waschen, denn obwohl es eigentlich eine sehr friedliche Demo war, wurde dann doch ordentlich Pfeffer oder CS-Spray in die Menge gesprüht… Dieses zeug ist Teufelszeug und wird von vielen Polizisten offenbar sehr sorglos eigesetzt….

197784_254278254716601_1140820790_nIch habe übrigens nichts abbekommen, da ich mich aus so etwas ja immer raushalte. Ich bekam nur allerhand Sonne ab und einen großen Sonnenbrand.

Die Gegendemo war weit genug von der eigentlichen Demo entfernt und wurde nicht gestört. Als Erfolg kann man es nicht wirklich werten, trotzdem finde ich es richtig da gewesen zu sein und meinen freien Tag geopfert zu haben, um gegen Rechts zu demonstrieren – selbst wenn Rechts davon nichts mitbekommen hat…. Insofern war ich auch nicht vollständig down, als es zurück nach Kreuzberg ging um das Myfest zu geniessen.

1.Mai Berlin – Rechte Demo verhindern

Man könnte nun sagen: Viel Lärm um wenig. Man könnte aber auch sagen: Erfolg auf ganzer Linie.

Kein Platz für Nazis

Nun Gut, ich hatte mich entschlossen, es nicht so einfach hinzunehmen, dass Rechte am 1.Mai durch Berlin marschieren und hatte vor, dagagen aufzustehen. Folglich stöberte ich im Internet und fand heraus, dass der Treffpunkt um 9 Uhr am Alex war… Puuh 9 Uhr – am Samstag … Naja frühes aufstehen sichert die besten Plätze. Ergo quälte ich mich aus dem Bett, holte die Lederjacke und die Stahlkappenschuhe aus dem Schrank, prüfte den Saft auf meinem Iphone und machte mich auf den Weg zum Alexanderplatz.

hunde gegen Nazis

An der Weltzeituhr fand ich dann auch ein versprengtes Häufchen möglicher Demonstranten, ein paar Punks, ein paar von „die Linke“ einige normale, vielleicht 70 Personen – eher weniger. Ein elendig trauriger Haufen und ich hatte schon die Meinung, dass das alles nix würde. Ich hatte ein schlechtes Gefühl. Trotzdem ging es los in die verzweigten unterirdischen Ubahnlabyrinthe in Richtung U2-Bahnsteig. Aus allen Eingängen kamen unten ein paar Leute hinzu und es wurden deutlich mehr – ein besseres Gefühl. Dann kamen wir zum U2 Bahnsteig und wir kamen kaum rauf, so voll war er. Das Gefühl wurde ein gutes.

Hier traf ich dann auch Clara und Sebastian, mit denen ich den Tag verbrachte.

gegen nazis

Clara wunderte sich über meinen Meinungsumschwung, den ich nicht als einen solchen ansehe.

Ich bin immer noch der Meinung, dass eine angemeldete und friedlich bleibende Demonstration von der Polizei geschütz werden soll und nicht wegen einiger Gegendemonstrationen abgesagt werden soll – sodenn sie genehmigt wurde.

Ich bin aber auch absolut der Meinung, dass eine Genehmigung einer solchen Demonstration an einem symbolträchtigen Datum wie dem 1.Mai nicht passieren darf. Generell bin ich aber der Meinung, dass das Demonstrationsrecht auch für Idioten gilt. Es muss aber auch möglich sein. Laut und Deutlich und vor allem sichtbar, dagegen demonstrieren zu können.

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Darum stand ich nun an der U2 und wartete auf die nächste Ubahn, weil die erste restlos überfüllt war und die zweite ebenso voll würde. Man drückte uns einen Zettel in die Hand, an dem unsere Gruppe eingetragen war. Barrikade 1, Barrikade 2, Hauptkundgebung .. und so weiter. Wir waren Barrikade 1. Na super: Kanonenfutter. Was solls. Da haben sich aber einige Leute allerhand Gedanken gemacht. Durch verschlungene Pfade ging es in Richtung einer Schrebergartensiedlung, vor deren Eingang zwar eine Besatzung eines Mannschaftswagens stand, jedoch 6 Beamte einigen hundert Personen wenig entgegenzusetzen hatten, einige Personen suchten derweil sicherheitshalber den Weg durch  einen Schrebergarten, wobei ein Zaun nun neu erstellt werden muss. Wäre der Besitzer da gewesen, ich hätte ihm 5 € dagelassen. Er war nicht da.

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Dummerweise waren wir hinten, verpassten also den Sturmlauf durch die erste Polizeiabsperrung. Als wir kamen hatten die sich bereits einigermaßen wieder geordnet und wollten uns nicht durchlassen. Dabei zeigte sich aber ganz Deutlich, dass Clara dort Vorteile hatte. Groß in Rock und Pumps, mit Puppenhaften Gesicht, aber doch irgendwie nicht ganz Frau fasste sie den Mut und ging einfach los. Verdutzte Polizeibeamte wussten nicht so recht mit ihr umzugehen und liessen sie passieren. Merke: Als Transe / Drag /Whatever hast Du auch auf Demos Vorteile. Gut zu wissen.

sitzblockabe Berlin Demonstration 1 Mai

Ich musste mit anderen einen anderen Eingang zur Strasse nehmen. Den gab es und dort waren dann wieder nur ein paar beamte, die deutlich mehr Demonstranten passieren liessen mussten. Ich sah mich auf der Strasse sitzen und schaute in eine Masse an Polizisten und einen Wasserwerfer. Es kam wie es kommen musste – und das nicht unbedingt unerwartet, ich wurde dann irgendwann geräumt und stadt dann wieder ausserhalb der Absperrung, dafür aber wieder mit Clara und Sebastian zusammen.

dunkle wolken über Berlin, Nazis marschieren

Okay diverse weitere Wege führten uns dann schlussendlich zur Ecke Wysbier, Bornholmer, Schönhauser Strasse und hier waren mal richtig viele Leute. Die Veranstalter sprachen von 1.500. Kurz überschlagen kam ich auf deutlich mehr. Und es waren Leute aus allen Schichten aus allen Lagern. Punks und Rentner, Linke, Mütter mit Kindern, Politiker, Unpolitische Personen, Antifa, Schwule und Lesben, Ausländer Deutsche. Ja, sogar ein Hansa Rostock Fan, den ich kennenlernte und ein Bild-Mitarbeiter, den ich kenne. Ein echter Querschnitt und wie gesagt. Wirklich viele. Und so viele können wirklich laut sein, wenn sie müssen.

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klick für das Bild in groß

Gegen 14:30 setzte sich dann der Zug der Rechten in Marsch. Und es ist erstaunlich, was die heutigen Medien leisten. Es gab zwar einen Lautsprecherwagen, aber das medium des Tages war das Internet. Twitter links, Twitter rechts, Indymedia, altermedia, Taz und bild ticker. Was passiert, wie sieht es aus, was passiert anderswo und wenn man einfach einmal den Idealismusfaktor von allen Mengenzahlen anzieht oder zurechnet kommt man auf eine ganz gute Lageeinschätzung. Googlemaps weist den Weg zum nächsten Punkt und Taz, Indymedia etc zeigen, was da auf einen zukommt.Es sollten also etwa 500 Rechte marschieren, und alleine an diesem Blockadepunkt war locker die 4-fache Menge. Insgesamt etwa 10.000 gegen 500 oder eben 1 zu 20.

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Mehr als nur ein Maskottchen. Ströbele

Erstaunlicherweise fand ich an diesem Punkt die Blockade nicht besonder stark. Okay, 2 Wasserwerfer und eine ganze Menge Polizei in Rüstung Pfefferspray und Schlagstockbewaffnet, Hunde etc, aber im Falle des Falles… schien mir das nicht auf Teufel komm raus gehalten werden sollen, wenn sich die Masse wirklich in Bewegung gesetzt hätte.

Polizei Berlin 1. MaiKlick für das Bild in groß

Von weitem Sah man den Zug langsam näherkommen, bzw. man sah die Polizeikarawane näherkommen, ein Lautsprecherwagen, viele Mannschaftswagen, ein Räumpanzer, drei Wasserwerfer etc. Dazu die zwei die eh da schon standen. Ne Menge Wasser schaute auf uns. Ganz in der Ferne sah man ein paar schwarz weiss rote Fahnen, die Rechten hielten eine Zwischenkundgebung ab. Sagte ich vorhin, dass solch eine Masse Menschen ganz schön laut sein kann war es nun interessant, wie leise solch eine Menge sein kann. Okay, das mit der Stecknadel stimmt nicht ganz, aber es beschreibt es doch ziemlich gut. Gespannte Ruhe oder die Ruhe vor dem Sturm…

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Der Sturm kam nicht. Gegen 17 Uhr passierte seltsames. Die drei Wasserwerfer und der Räumpanzer drehten um und die Fahnen entfernten sich. Die Polizisten wurden lockerer, die Gegendemonstranten blieben noch etwas, die Hunde bekamen Maulkörbe angelegt und die Polizei gab auch die Dächer wieder frei, die sie besetzt hatte. Der Spuk war vorbei.

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Statt über 6 Kilometer durch Berlin kam die Demo in der Tat nur bescheidene 600 Meter durch Berlin. Für diese 600 Meter haben sie reine Marschzeit 2 1/2 Stunden gebraucht.Ein Olympiasieg ist damit nicht drin. Auch wenn es mich 10 Stunden und schmerzende Füße gekostet hat, so war es ein Erfolg.

Ach übrigens, so war berlin nicht nur Nazifrei sondern auch Autofrei, wie man hier sehen kann. (Bildquelle: http://twitpic.com/1jxym7) Die Polizei hat gut abgesperrt


den kindern-1

Ach übrigens, was die Polizei angeht. Natürlich gibt es rechte dort, aber das Gross der eingesetzten Beamten sind einfach arme Hunde, dass sie dort stehen müssen. Selbstverständlich müssen sie auch ab und an eine Sitzblockade räumen, aber ich denke nur der geringte Teil hat Spaß daran, Rechte zu beschützen. Da tut es ganz gut, auch mal  in die Nachrichten der Rechten zu schauen.

Nach einiger Zeit ging es dann endlich weiter, um gleich wieder, diesmal nach längerer Zeit, zu stoppen. Dies sollte dann auch das vorzeitige Ende des Zuges bedeuten. Wir standen ungefähr 30 Minuten, bis man uns seitens der Polizei erklärte, man könne die Blockade angeblich nicht räumen. Wozu bringt die Polizei dann überhaupt zwei Wasserwerfer ins Rollen, wenn sie diese sowieso nicht einsetzen wollten ?

Soll heissen: Die Blockade sollte nicht aufeglöst werden, und weil sie da war, kamen die Rechten nicht weiter.

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Ein Erfolg. keine Frage.

….achja, noch ein Wort zur Polizei. sie hat Links und rechts effektiv auseinandergehalten, die hat bei den Blockadeauflösungen „relativ“ besonnen reagiert und sich auch bei üblen Beschimpfungen kaum aus der Ruhe bringen lassen. Sie hat die Rechten auf dem Kudamm festgesetzt und das Ende der Demo mit Pfefferspray beruhigt. Die große Blockade wurde nicht geräumt und Wasserwerfer kamen – glaube ich – nicht zum Einsatz. Generell war ich gewillt von einer sehr guten Arbeit der beamten in Grün zu reden – bis ich folgendes sah:

Ganz klar, ich weiss nicht, was davor war, aber das geht garnicht. Und genau dieses Bild bleibt im Gedächtnis.

1. Mai Nazifrei – Berlin bleibt Rot

Gloria wäre stolz auf mich, denn ich werde mich morgen mal politisch betätigen.

1. Mai Nazifrei

Nicht häufig, aber doch ab und an werde ich in meinem Blog mal politisch. Dem aufmerksamen Leser wird meine politische Grundeinstellung nicht entgangen sein. Wäre ich einfach nur ein Fussballfan, könnte ich auch Fan des HSV sein, aber ich mag den FC St. Pauli, würde ich einfach nur schnelle laute Musik mögen könnte ich auch Metal oder Hardcore hören, aber ich mag Punk und als ich nach Berlin zog war Kreuzberg nicht nur wegen dem Arbeitsweg mein bevorzugter Stadtteil.

Es ist der Stadtteil in Berlin, wo 81% links der Mitte wählen, wo die Grünen vor der Linksparteil die wiederum vor der SPD stimmen bekommt, dort wo Hans Christian Ströbele 8 x so viele Stimmen erhält, wie die direktkandidatin der CDU und wo die Grünen 36,5 x so viele Stimmen erhalten, wie die NPD. Es ist mein Stadtteil in Berlin. Es ist ein Stadtteil, in denen Rechtes Pack nichts zu suchen hat. Und zu suchen hat es überhaupt in Berlin nichts. Schon garnicht an einem 1. Mai, der morgen gefeiert wird.

An diesem hat die NPD zu einer Demo in Prenzlauer Berg aufgerufen und es bleibt zu wünschen, dass genügend Gegendemonstrationen kommen, um dieses zu verhindern. Ich werde da sein, wer kommt noch. Meldet Euch bei mir.

Treffen sollte man sich:  9 Uhr Alexanderplatz
Nutzen sollte man: http://twitter.com/1mai_nazifrei
Kennen sollte man zur Sicherheit: 030 6922222 (ermittlungsausschuss)