Shopping in Nürnberg

wie kann man von einem einzigen Event drei Wochen lang zehren? Ich mache es vor mit dem nächsten Artikel der Schlampenfestreise, die ja nun wirklich schon eine ganze Weile her ist.

Was fehlt noch? Das Einkaufen, die Party und the day after.

Kaum in Nürnberg angekommen, führte es uns, na wohin wohl? Na klar Zum Shopping in die große Fußgängerzone von Nürnberg.

Genaugenommen wollte ich eigentlich nur zwei Läden besuchen, nämlich den Gothic, Rocabilly, Lack & Leder whateverladen Undergroundfashion und den wohl kaputtesten Schuhladen in Nürnberg Mandolesi.

polkadots.gifDen Undergroundfashionladen haben wir wirklich schnell gefunden und wir wurden, wie es sich gehört großartig bedient. Ein traumhaftes gepunktetes Pinup-Kleidchen von Lucky13 hatte es mir, wenngleich auch nicht meiner Brieftasche, besonders angetan. Während ich noch über den Preis meckerte und jammerte, dass ich es mir nicht leisten kann, ermunterte mich Sheila, es doch mindestens anzuprobieren. (Die bringt mich noch in den Schuldturm). Leider, oder eigentlich besser so, musste ich aber feststellen, dass ich zu dick bin. …nein genaugenommen war es eigentlich nur mein breites Kreuz, dass verhindert hat, dass dieses jetzt mein Kleid ist.
…schade eigentlich.

Danach stöckelten wir noch bestimmt eine Dreiviertelstunde durch jegliche Läden in der nürnberger Fußgängerzone, ärgerten uns über das dort ausliegende Kopfsteinpflaster und freuten uns über die sehr extravagante Schuhmode vieler Nürnbergerinnen. Sehr löblich.

Da ich leider nicht wusste, wo sich Mandolesi bedindet, verliefen wir uns noch eine ganze Ecke, bis wir ihn endlich fanden. Weder hier, noch sonstirgendwo haben wir allerdings irgendetwas gefunden, was wir dringend hätten haben müssen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:

Zwei Transen, und zwar zwei Shopaholics stöckeln stundenlang durch Nürnbergs Innenstadt von einem Laden in den nächsten und und kaufen N I C H T S.
Unglaublich eigentlich.

Danach zog es uns schnell zurück ins Hotel, denn langsam taten die Füße weh. Doch wie dorthinkommen. Für uns bedeutete es sicher 20 weiteren Fußmarschminuten ohne, dass irgendwo ein Taxi aufgetaucht wäre. Statt einem Taxi ist aber eine gesamte Hochzeitsgesellschaft laut Hupend vier !!! Mal an uns vorbeigekurvt. Ich bin mir nicht sicher, ob Nürnberg nur einen Rundkurs hat oder ob die uns dringend nochmal, nochmal und nochmal anschauen wollten…

Irgendwann riefen wir dann tatsächlich ein Taxi, um festzustellen, dass wir bereits so weit gelaufen waren, dass unser Hotel nur ein paar hundert Meter weit entfernt war. Der Weg hat sich für den Taxifahrer sicher nicht gelohnt.

Chaos oder Improvisation

Manch einer würde sagen, dass ich leicht chaotisch sei, andere würden dabei erwidern, dass dieses nicht stimmen würde, denn ich sei SEHR chaotisch.

Ich dagegen würde einwenden, das das natürlich alles Quatsch ist. Dass ich ein Improvisationsgenie sein, dass ich mich gut auf neue Situationen einstellen kann und letztendlich fast jede Situation irgendwie bewältige.

Die Wahrheit ist aus allen diesen Aussagen zusammenzustellen.

Ja, ich bin chaotisch und ich habe das absolute vertrauen, dass ich alle Situationen schon irgendwie meistern kann. Das bringt mich immer wieder in ungeplante Situationen, die ich irgendwie meistern muss. Und dieses bedingt dann widerum ein gewisses Improvisationstalent.

Zumindest versuche ich, mir nur selber damit Schnippchen zu schlagen. Leider geht das nicht, wenn gerade Leute mit mir zu tun hatten. Auf dem Weg nach Nürnberg war das eben Sheila.

Wir hatten es also knapp geschafft, unser morgentliches Chaos soweit zu bewältigen, um unseren Zug nach Nürnberg halbwegs pünktlich zu erreichen. Dieses Problem wurde also von uns gelöst.

Die Zugfahrt selber war einigermaßen langweilig und ereignislos. Leider hatte das Chaos der Deutschen Bahn zur Folge, dass wir nicht wie geplant im Großraumwagen, sondern in einem abgeschlossenen Abteil nach Nürnberg fuhren.

< Trannyghettoisierung>

Naja nicht ganz, mit und fuhren zwei Männer und ein älteres Ehepaar, die allesamt ziemlich steif waren. Ob wir da der Grund waren oder ob sie einfach nur ein langweiliges Leben haben, konnten wir nicht wirklich herausfinden.

Weniger langweilig waren uns, denn ich musste gestehen, dass ich keinen Plan hatte, bei welchem Hotel ich gebucht hatte. Name, Adresse, Telefonnummer, all dieses lag zu Hause auf einem Ausdruck warm und trocken, wie man so schön sagt.

Was tut man also dagegen?
Genau! Per Handy und Laptop mein Postfach befragen.

Leider mussten wir feststellen, dass die Strecke Hamburg – Nürnberg dabei mit dem einen oder anderen problem aufwartet. Kaum irgendwo gibt es UMTS. Wir fühlten uns in die Zeit der 14.4 Modems zurückversetzt. Laaanges Einwählen und extrem langweiligen Aufbau. Es war graumsam. Kurz bevor sich die Zielseite aufgebaut hat, kam uns ein zweiter Nachteil der Strecke in die Quere. TUNNEL! Viele Tunnel! Und somit eine unterbrochene Internetverbindung.
Folge: alles wieder von vorne. Eine halbe bis dreiviertelstunde versuchten wir es, dann gaben wir entnervt auf. Warum gibt es bei der Bahn eigentlich kein W-Lan?

nurnberg-bahnhof.jpg

Gerettet hat uns am Ende das Internet-Cafe flat-s im Bahnhof in Nürnberg. Wie kamen wir nur zurecht, als es noch kein Internet gab? Ich weiss es wirklich nicht. Vermutlich war man da vorsorglich etwas weniger Chaotisch…
Wir fanden auf jeden Fall schnell heraus, dass ich im Hotel Leonardo ein Zimmer gebucht hatte.

Btw. warum habe ich eigentlich erst heute vom Gepäckträger Service der Deutschen Bahn erfahren.

nurnberg-gepacktrager.jpg

Das kostet für die ersten beiden Gepäckstücke läpprige 2,50 €. Welch ein Glamourfaktor. Sollte ich mal wieder Bahnfahren, dann leiste ich mit einen Kofferträger bis der Taxifahrer den Job übernimmt.

Zeitmanagement oder Glück?

Irgendwann gegen drei Uhr morgens kamen wir zurück von unserem Ausflug ins King Calavera, nur um zu wissen, dass wir schon um sieben wieder aufzustehen hätten, wenn wir es bis viertel nach 10 schaffen wollten, gedresst den Zug nach Nürnberg zu besteigen.

Der Plan:

möglichst schnelles gefechtsmäßiges Stylen und um allerspätestens viertel vor 10 ab ins Auto um heil, unbeschadet, entspannt und vor allem frühzeitig am Bahnhof anzukommen. Ein toller Plan eigentlich.

Ja, wenn nicht Sheila gewesen wäre. Sie wird es in ihrem Blog natürlich verneinen, aber glaubt ihr nichts. Bis zum Aufstehen haben wir unseren Plan vollständig eingehalten, leider hat die gute dann aber viel zu lange im Bad gebraucht…

So blieb mir viel zu wenig Zeit. Aber vielleicht kam mir das auch einfach nur so vor ;.) Auf jeden Fall wäre alles klasse gewesen, wenn Sheila nicht irgendwann in der Tür gestanden und mich mit groß aufgerissenen Augen angeschaut hätte.

Wir müssen los!!!

Nicht etwa „Du hast noch 10 Minuten“ oder „Beeil Dich mal lieber“ auch nicht „langsam wirds knapp“. Nein sie sagte

Wir müssen los. Jetzt!!

Ich war natürlich weit entfernt davon fertig gestyled zu sein und war jetzt leicht panisch. Jetzt wurde es tatsächlich gefechtsmäßig. Die letzten Makeupfetzen wurden ins Gesicht, die Makeupdöschen in die Tasche und alles zusammen in den Trolley geschmissen.

Dabei hab ich etwa alles vergessen, was man sonst noch so benötigt.

Zahnpasta? Vergessen,
Zahnbürste? Auch vergessen,
Rasierschaum? Ebenfalls vergessen.
Duschdas? Na klar auch zu hause liegen gelassen

All das merkte ich natürlich erst später in Nürnberg in unserem Hotel, denn jetzt gab es ersteinmal wichtigeres. Wichtiger war an dieser Stelle ersteinmal, vollständig in Panik zu geraten, wie hühner ohne Kopf durch die Wohnung zu laufen und alles inclusive uns selber so schnell wie möglich in mein Auto zu verfrachten. Sarah sagte irgendwann mal, dass ich gerne und schnell Auto fahren würde. Diesmal bewies ich es. Wir hatten sicher keine 20 Minuten mehr.

Bitte anschnallen und die Sitze in die aufrechte Position bringen.

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Irgendwo zwischen Walter Röhrl Fahrweise und Tornado Tiefflug näherten wir uns dem Bahnhof. Glücklicherweise ohne dass uns die Polizei herausgewunken hat, kamen wir heil und unbeschadet, nicht allerdings wie eigentlich geplant auch noch entspannt und frühzeitig am Bahnhof an.

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Man könnte es Glück nennen, oder enfach absolut passendes Zeitmanagement, denn zeitgleich als wir den Bahnsteig betraten fuhr auch der ICE in Richtung Nürnberg ein. Kaum 3-5 Minuten später, als wir noch durch den Zug auf dem Weg zu unserem Abteil waren,waren wir schon wieder unterwegs. Nach Nürnberg

Jungbluth Rock'n'ink Party

Schon Freitag Nachmittag war eigentlich das gesamte Wochenende vollständig verplant. 0:33 wollte Sheila am Hauptbahnhof einfahren – eigentlich zumindest. Stattdessen wartete ich etwa eine 1/4 Stunde länger in der Kälte. Ich weiss schon, warum ich von unserer Deutschen Bahn keine allzu gute Meinung habe.

jungbluth-piercing.jpgKing CalaveraTrotzdem liessen wir es uns aber nicht nehmen, im King Calavera die Rock’n’Ink Party zu besuchen, die dort von Jungbluth Tattoo veranstaltet wurde. Normalerweise ziert sich meine Freundschaft in diesen Laden mit solchen komischen Leuten zu gehen. Fur Sheila und mich war er allerdings genau das Richtige. Rock’n’Roll, Rockabilly, Punk und Surfsound, und viele viele Pinups, die sich zu Ehren dieser Party besonders herausgeputzt haben. :Dita von Teese: Makeups, Pettiecoatkleidchen, Korsagen, Haartollen, Lederjacken. Einfach toll anzuschauen. Sheila und ich waren wirklich traurig, dort als langweilige Männer unterwegs zu sein. (Das nächste Mal wird das anders laufen).

jungbluth tattooIm King Calavera wurde diese übrigens das schlechteste Tattoo dieser Party gewählt. Und was gab es dort für eine Auswahl. Ich glaube ich selber war wohl die einzige Person, die kein Tatto hatte. Das Ganze ging von kleinen Kreuz irgendwo auf dem Knöchel über umfangreiche Tattoos auf den Armen bis zur Ganzkörpertätowierung. Manche Personen, die ihr „schlechtes Tatto“ vorzeigen schienen allerdings „Fishing for compliments“ zu betreiben, denn so schlecht waren sie wirklich nicht. Gewonnen hat ein schlechtes, zerfranstes Tribal Tattoo, das mit einer Urkunde und 50 € vergütet wurde.

Ein Gewinn des schlechtesten Tattoos.. Ob das wohl eine Ehre ist? Das fragte sich auch der Gewinner.

Jungbluth rocknink

Leider musten wir allerdings relativ schnell wieder los, denn bereits morgens um kurz nach 10 sollte unser Zug am Hauptbahnhof in Richtung Nürnberg starten – und da wir enfemme fahren wollten bedeutete dieses noch umfangreiche Vorbereitungen hintereinander in meinem 1-Personen Bad.

Aber kein Problem, denn wir hatten einen Plan.