Myfest 2013

Myfest 2013

Das Myfest ist und bleibt für mich das beste Strassenfest weltweit – mindestens! Ich weiss, dass manche das anders sehen und für jene das Myfest ein „Scheiss Polizeifest“ ist. Okay, dann eben das weltweit beste Polizeifest. Bin ich auch mit zufrieden.

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Auch wenn ich merke, wie sich Kreuzberg langsam aber sicher verändert, so hält sich gefühlt das Thema Gentrifizierung hier immer noch in Grenzen. Die Oranienstrasse lebt noch, wenn ich auf den Oranienplatz schaue, schaue ich auf Refugee Camp, etwas, was in anderen Stadtteilen kaum bis un-denkbar wäre und ich fühle mich generell noch wohl.

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Ich finde es auch okay, wenn am 1.Mai kein Polizeiausnahmezustand ist, und keine Autos brennen. Statt in die Fresse gib es auf die Ohren und zwar so richtig. Punk, Indie, Reggae und Dancehall, Hip Hop, Weltmusik, Electro und noch mancheines mehr mit x (= große Zahl) an Bühnen machen das Myfest einfach zu einem Genuss.

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Dabei ist es eben auch kein kommerzialisiertes Fest, keine Becks Bühne, kein West Power Tower, kein Carlsberg Bierstand oder Bacardi Cocktailstand. Anwohner und anwohnende Gewerbetreibende sorgen für die Nahrung und Bars, Kneipen etc. für die Getränke und Beschallung. Und die ist so, dass die Oranienstrasse sowie alle Nebenstrassen bis Mitternacht pickepackevoll sind und keine Autos brennen müssen…

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Ich liebe das Myfest für eine Girls-Punkband wie das Divakollektiv oder den einfach grandiosen Beatboxer am U-bahnhof Skalitzer Strasse. Für mich könnte jeden Tag Myfest sein…Obwohl, dann würde ich mich nicht mehr drauf freuen… Belassen wir es also einmal im Jahr und hoffen wir, dass der Bezirk nicht irgendwann die Mittel streicht, weil Kreuzberg zu ruhig geworden ist.

Also bleibt laut

Kreuzberger Gentrifizierung

Kreuzberger Gentrifizierung
oder
Die Oranienstrasse – Pasta, Bubble Tea und Frau Fenster

Nach dem CSD in Berlin wollte ich noch nicht direkt nach Hause gehen – weil ich wirklich hungrig war und dringend etwas essen musste. Super, dass ich in der Oranienstrasse in Kreuzberg wohne, wo sich ein Restaurant neben dem anderen befindet, aufgelockert durch einige Cocktailbars und einigen Läden.

Nun sagt man ja, dass eine Strasse so lange gesund ist, solange es in ihr Blumenläden und Bückerläden gibt. Beides gibt es in der Oranienstrasse und die Cocktailbars sind deutlich nicht so hipp, wie im Prenzlauer Berg. Auch ein typisches Latte Machiato Café gibt es (noch) nicht und selbst das einzige Spielcasino der Oranienstrasse hat jüngst Dicht gemacht.

Alles in Allem bin ich also mit meiner Strasse sehr zufrieden, wenngleich sich erste gentrifizierungsvorzeichen nicht leugnen lassen. Da kommt schon mal die polizei in meine Stammbar, weil sich ein Nachbar über die Musik beschwert oder man sieht dort seit längerer zeit auch den ersten Bubble Tea Laden, der mir in berlin aufgefallen war. Ein unschweres Zeugnis von Gentrifizierung… oder?

Nun ich auf jeden Fall checkte in meinem Kunstrasen CSD Outfit in einen Pasta und Pizza Laden direkt neben dem Bubble Tea Laden ein und lernte meine Strasse etwas näher kennen, ausgerechnet von der Besitzerin des Bubble Tea Ladens. Ich setzte mich nämlich nach draussen und wartete schmerzenden Fusses auf meine Pasta, als sie , die direkt daneben vor ihrem Laden sass, rüberrief, sie wolle ein Foto von mir in meinem Outfit vor ihrem Laden machen.

Klar, ich sage ja nie nein zu einem Foto, schon garnicht, wenn dafür mein CSD Outfit herhalten darf, also setzte ich mich zu ihr als Lohn einen Bubble Tea ausgegeben – garnicht übel, wenngleich doch ein teurer Tee, aber egal, wir kamen auf jeden Fall ins Gespräch, über die Strasse und unser beiden Gründe, gerade in der Oranienstrasse zu sein.

Mit meinem Bild der Oranienstrasse vor 27 Jahren und dem suchen auf diesem Bild, was sich davon noch so wiederfinden liesse, kamen wir auch auf das Thema Gentrifizierung mit all den dazugehörigen Problemen, wie eben auch bubble Tea Läden… :)

Auf meine Frage, ob sie denn nicht meint, ein Teil dieses Problems zu sein, meinte sie “Ja schon, aber” und ich muss zugestehen, dieses “Aber” hat mich einigermaßen überzeugt. Mitnichten hat sie sich nämlich irgendwann gedacht “Mach ich doch mal nen Bubble Tea Laden auf und überzeuge den Hauseigentümer, mit einer dann höheren Miete, den bisher ansässigen Friseur rauszuklagen…

Falsch. Ihr Freund, ist der vorherige Friseur, dessen Laden sich aber nicht mehr wirklich rechnete und über kurz oder lang vorm Ende war dann überlegten sich beide, was das bedeutet und wie es wohl weitergehen könnte. Sie kamen auf das Thema Bubble tea und verfrachteten das Friseur Interieur dorthin, wo es nun auf das Ende des Bubble tea Booms wartet und jederzeit wieder ausgemottet werden kann um den jetzigen Bubble Tea Laden vielleicht wieder in einen Friseursalon zu verwandeln. Möglich zumindest wäres es.

Sie konnte mich auf jeden fall übverzeugen, dass ihr etwas an dieser Strasse liege und wie gesagt, sie sind nicht neu, sondern als Inhaber länger dort ansässig als ich – und als Weiterhin-Mieter tatsächlich sogar dafür zuständig, dass mindestens eine Miete eben nicht gestiegen ist. Eigentlich hat sich nur der Name und Inhalt des Ladens geändert, sonst nichts. Auch nicht der Zusammenhalt der Läden untereinander, der weiterhin klasse sei, wie ich auch erkennen konnte, als mir meine Pasta direkt zum Nebenladen gebracht wurde, vor dem ich ja nun schon eine Weile saß.

Dabei konnte sie mir auch gleich ein nettes Beispiel nennen, dass diese Strasse eh einen viel größeren Zusammenhang habe, als man in einer gentrifizierten Strasse gemeinhin erwarte, sie zeigte auf die andere Strassenseite, wo eine ältere Dame aus dem ersten Stock schaute und von Mädels, die offensichtlich gerade nach hause kamen als “Hallo Frau Fenster” begrüsst wurde.

ich hatte Frau Fenster durchaus auch schon mal gesehen, wirklich aufgefallen wäre sie mir aber nicht, auf jeden Fall ist – wie ich nun bestätigen kann, Frau Fenster nahezu ständig am Fenster zu sehen und allen Menschen der Umgegend als “Frau Fenster” bekannt.

Nun fiel es vor einiger zeit schnell auf, dass Frau Fenster bereits einen zweiten Tag nicht am Fenster war und Läden sowie Nachbarn machten sich Sorgen, sodass sie tatsächlich die Feuerwehr riefen, die herausfand, dass die ältere dame in der Wohnung schwer gestürzt war und tatsächlich Hilfe benötigte…

Ganz ehrlich, eine Strasse mit einer Historie wie der Oranienstrasse, mit Bücher- und Blumenläden, mit Läden, die lieber etwas neues probieren, als die Strasse zu verlassen und einer Nachbarschaft, die noch merkt, wenn Nachbarn auf einmal nicht da sind, ist weit weg gentrifiziert zu sein. Ich mag meine Strasse …

Ich mag Kreuzberg

Ich mag Kreuzberg, genaugenommen mein Kreuzberg 36. warum, das wird mir immer wieder klar, wenn ich beispielsweise die Oranienstrasse entlang schlendere und ein Plakat wie folgendes sehe:

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Eine tätowierte, feministische und anti-homophobe berliner Rapperin mit Burlesque Hütchen gegen Nazis. Was mehr kann etwas über Kreuzberg 36 aussagen? Ich dachte zwar erst, sie sei auch noch eine Türkin, aber das hat sich nach einem Blick auf ihren Wikipedia Eintrag nicht bewahrheitet. Und trotzdem. Das ist einer der Gründe, warum ich in Kreuzberg wohne. Und das gerne

Oranienstrasse Kreuzberg

Viel zu früh – soll heissen gegen drei Uhr – Kam ich am Samstag nach Hause, stellte mein Auto ab und fragte mich, ob das tatsächlich alles gewesen sein sollte. Ich glaube, ich bin häufiger gegen drei aus dem Haus gegangen, als nach Hause gekommen. Ans Bett war nicht zu denken, immerhin war ich ja auch erst um 18:00 aufgestanden…. So überlegte ich also.

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Nun in der Oranienstrasse, keine dreihundert Meter von meiner Wohnung liegt meine Stammbar, die Bar 39, in der ich eigentlich jeden Sonntag die Woche bei einem oder zwei oder drei Mojitos Revue passieren lasse und wo ich die gesammelten Geschichten des Wochenendes in meinen Laptop hacke.

Dem Barkeeper habe ich beizeiten schon mal Fotos von mir gezeigt und er lud mich ein, dass ich dringend mal vorbeikommen sollte, warum also nicht, den Abend in der Bar 39 ausklingen lassen…? Mittlerweile weiss ich allerdings, dass er nur am Freitag und Sonntag dort arbeitet und Samstags ein Kollege die Bar hütet. Egal. Auch der konnte einen guten Mojito machen und war auch nur leicht über mich verwundert. Kreuzberg und vor allem Berlin eben.

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Zwar zahlte ich den bestellten Mojito selber, aber den Wodka dazwischen, der mir hingestellt wurde nicht und auch den seltsamen roten Cocktail im typischen Cocktailglas nicht, der mir ungefragt gemixt wurde. Auf meine Frage, was das wohl sei, antwortete er mir “Das musst Du doch wissen. 4 Damen und der Lieblingsdrink von Carrie” …okay, der Name ist klar, aber ich gebe zu Sex and the City nie gesehen zu haben und somit ist mir auch der Cosmopolitan nicht ganz geläufig.

Vodka und Grenadine. Viel Vodka und ein kleinwenig Grenadine für die Farbe… Huuuh, ich wurde so angeschickert, dass ich sogar die angebotenen Promo-Zigaretten annahm und nicht nur soff, sondern auch noch rauchte. Hilfe. Ich könnte jetzt auch noch ein Bild von mir und dem Barkeeper einstellen, aber er bat mich es “aber nicht auf Facebook posten” ….nun könnte ich ja meinen, mein Blog sei eindeutig nicht Facebook. aber es ist noch öffentlicher :)

Naja kurz nach vier war ich einer der letzten Gäste und die Bar 39 machte langsam dicht, ich nun langsam ebenso überlegte, was zu tun sei. Also wanderte ich die Oranienstrasse hoch in Richtung Cake, wo ich auf auf ein paar weitere Cocktails ein  kehrte, bis ebendieses Cake gegen 5 ebenfalls dicht machte und ich wieder einmal vor dem Gedanken stand, nach Hause zu gehen oder eben nicht….

oranienstrasse kreuzberg rosesIch ging nicht, sondern wanderte weiter die Oranienstrasse hoch, um das Roses AKA “die kitschigste Bar der Welt” heimzusuchen und dort die Becks Lemon Ecke der Bar auszutrinken, so, dass ich am Ende bei echtem Bier “Becks ohne Lemon” landete, das war da aber eh egal, ich merkte eh nicht mehr viel.

Im wunderbaren Sonnenschein kam ich also auch den Samstag nach Hause und ich wunderte mich am Sonntag, dass ich es tatsächlich noch geschafft habe, meine Kontaktlinsen herauszunehmen und mich abzuschminken…

Okay, in der Oranienstrasse kann man hervorragend abstürzen. Das gute ist, ich kann dann direkt ins Bett fallen.